Der Polestar 1 ist kein Tesla Killer

Da können die Medien noch so oft „Tesla-Killer“ schreiben. Der gestern in Shanghai vorgestellte Wagen Polestar 1 ist das mit Sicherheit nicht. Und günstig wird er auch nicht sein.

Mit viel Aufwand haben Volvo und deren chinesische Inhaber Geely gestern in Shanghai den Polestar 1 vorgestellt. 600 PS und 1000 Newtonmeter Drehmoment versprechen sehr sportliche Fahrleistungen. Das Auto verfügt über vier Türen und ist in der Luxusklasse angesiedelt. Also auch da, wo der Tesla S unterwegs ist. Aber da hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Während der Tesla ein reines E-Auto ist, handelt es sich beim Polestar um einen Plugin-Hybrid. Zwei Elektromotoren mit jeweils 80 kW sitzen an der Hinterachse, die Batterien im Heck und um Getriebetunnel. Zusammen leisten sie 34 kWh.

Damit alleine kommt der Polestar 1 auf eine rein elektrische Reichweite von 150 Kilometer. Das ist, für einen Plugin, Weltrekord. Aber weil man damit eben nicht wirklich weit kommt, ist vorne im Wagen ein Vierzylindermotor aus den Regalen von Volvo verbaut. Der liefert die restliche, nicht allzu knappe Leistung von 281 kW, also rund 380 PS. Es ist der gleiche Motor, den man auch im Volvo T90 findet, der laut Volvo im nicht gerade realistischen Verbrauchszyklus 7.4 Liter verbraucht. Innerorts sind es dann schon 9.6 Liter Benzin.

Das Chassis des Polsetar besteht auch nicht, wie beim Tesla, also hochfesten Stahlen, sondern zum überwiegenden Teil aus Kohlefaser. Was das Gewicht des Wagens laut Hersteller um 230 Kilogramm gesenkt haben soll. Das geringere Gewicht ist natürlich gut für die Reichweite, treibt aber die Kosten enorm nach oben.

Einen Preis nannte Polestart CEO Thomas Ingenlath bei der Präsentation in Shanghai nicht. Angesichts der verbauten Komponenten dürfte der aber bei weit über 100.000 Euro liegen. Und damit weit über den Einsteigspreis eines Tesla S (70.000 Euro). Was Volvo und Geely gebaut haben, ist also ein Plugin-Hybrid mit einer bemerkenswert großen Reichweite, aber mit Sicherheit keinen „Tesla-Killer“. Aber liest sich halt besser, wenn man so was schreibt.

Bild: Polestar

Ein Kommentar zu „Der Polestar 1 ist kein Tesla Killer“

  1. Türen zählen üben wir noch?