Was die Woche wirklich wichtig war – Lohnt sich ein Besuch der IAA noch? Ich war in München und war erstaunt. Über die Menge der chinesischen Hersteller, über den neuen BMW E-Mini und über sehr leere Hallen. Meine Eindrücke kompakt in einem Video.
Kurz zuammengefasst: BMW hat mit dem neuen E-Mini ein echtes Highlight gesetzt. Das neue Design ist sowohl innen als auch außen deutlich harmonischer geworden und bietet nun auch ein echtes und vernünftiges Infotainmentsystem. Dazu hat man den Preis beibehalten können. Die Basis-Variante des E-Mini soll knapp 33.000 Euro kosten. Immer noch viel Geld für ein Auto mit drei Türen, aber der Mini hat die City-Lifestyler im Blick und die haben ja schon beim alten Mini nicht gezögert etwas mehr zu zahlen. Die größere Variante, der E-Mini SE, hat dann auch 400 km Reichweite. Was vielleicht 350 Kilometer in der realen Welt sind, aber längere Ausflüge aufs Land reicht das allemal. Sehr spannendes Auto.
Die IAA selbst hat mich leider nicht vom Hocker gehauen. Meine vorherrschenden Gedanken: „Wow, ist das leer hier“ und „Fahre ich in zwei Jahren noch mal nach München?“ (Antwort: Ja). Aber es war schon etwas bedrückend zu sehen, wie leer die Hallen teilweise waren. Sicher, bei den wenigen großen Herstellern, die in den Hallen waren, sah es voller aus. Bei genauer Ansicht stellte sich aber oft raus, dass das sehr viele Angestellte der Unternehmen waren.
Die IAA muss dringend etwas ändern, was den Summit angeht. So lohnt sich das kaum. Wenn man wachsen will, muss man die IAA thematisch verbreitern. Die Entertainment-Branche, dieses Jahr nur durch Samsung SDI vertreten, gehört dringend dazu. Aber wo waren Waymo, Lyft oder Cruise, die autonome Taxi anbieten? Wo Google generell? Dass Microsoft und Amazon AWS vor Ort Stände hatten, zeigt doch, dass diese neuen Zulieferer Interesse haben.
Auch der Konferenz-Teil muss sich ändern. Hier kann man sich mal bei den Leuten von Bits & Bretzel, OMR oder der Gamescom erkundigen, wie man viele Aussteller und ein spannendes Programm zusammenbekommt. An großen Namen fehlte es der IAA zwar nicht, denn etliche CEOs der Branche hielten ihre Keynotes. Aber irgendwie verpuffte das alles im luftleeren Raum. Wenn die IAA auf Instagram nicht Auszüge der Keynotes gezeigt hätte – ich hätte nicht mal gewusst, dass die stattgefunden haben. Das ist ein Marketing-Problem, auch gegenüber der Presse.
Und dann waren da noch die chinesischen Hersteller. Aber dazu mehr im Video.
