Kann Wasserstoff den Verbrennungsmotor retten?

Kann ein Motor, der Wasserstoff verbrennt, den Verbrennungsmotor retten?

Freunde des Verbrennermotors haben es gerade nicht leicht. E-Autos sind die klaren Favoriten und selbst reine Sportwagenmarken stellen ihre Autos langsam aber sicher auf den E-Antrieb um. Da kommt die Nachricht von Toyota gerade recht. Die haben einen Verbrennungsmotor entwickelt, der mit Wasserstoff betrieben wird. Man verspricht sich davon zwei Dinge. Zum einen eine Reduktion der Emissionen bei einer bewährten Antriebstechnologie, zum anderen ein Angebot für schwere Lkw, die immer noch nach einer Lösung suchen.

Tatsächlich kann der Motor die Emissionen aber nicht vollständig entfernen. Da es sich um einen Verbrennungsprozess handelt, entstehen Stickoxide, die man mittels eines Katalysators einfangen muss. Aber das schädliche CO? fällt weg. Der Nachteil ist allerdings, dass auch die Effizienz nicht so hoch ist, wie bei einer Brennstoffzelle. Was auch einer der Gründe ist, warum BMW, die vor rund 20 Jahren schon mal einen solchen Motor hatten, das Projekt damals eingestellt hat. Der Verbrauch war einfach astronomisch und eine H2-Infrastruktur gab es auch nicht.

Doch die Zeiten ändern sich. Es gibt heute mehr Wasserstoff und fast alle Industrienationen bauen ihre H2-Infrastruktur massiv aus. Wasserstoff soll die Unabhängigkeit der Energiesysteme von Drittländern zumindest stark reduzieren. Auch die Entwicklung weg vom Verbrennungsmotor hat die Entwicklung einen H2-Verbrennungsmotor ironischerweise beschleunigt. Denn E-Antriebe haben ihre Limitierungen, die vor allem bei der Batterie und deren Ladezeit liegen.

Vor schwere Lkw, zum Beispiel in Minen und Züge, können mit dem E-Antrieb nur wenig anfangen. Die Größe und das Gewicht der Batterie macht einen Einsatz eher schwierig. Brennstoffzellen auf der anderen Seite haben das Problem, dass als wartungsanfällig gelten. Zudem funktioniert eine Brennstoffzelle nur dann besonders effektiv, wenn sie in einem sehr engen Temperaturfenster gehalten werden kann. Die Kühlung in sehr heißen Umgebungen ist also schwierig.

Hier hat der H2-Verbrennungsmotor klare Vorteile, weil man aus 120 Jahren Entwicklung weiß, wie man einen Verbrenner kühlt. Aber bedeutet dies, dass der H2-Verbrenner dennoch seinen Weg in die Massenmobilität findet und das E-Auto überflüssig macht? Ich habe da meine Zweifel.