Welcher deutsche Hersteller könnte nach China verkauft werden?

Es ist natürlich nur ein Gedankenspiel, aber das ist durchaus interessant.

Die Abhängigkeiten deutscher Autobauer vom chinesischen Markt sind bekannt und sie groß. Zwischen 32 und 40 Prozent des Gesamtumsatzes wird in China erwirtschaftet. Vor allem durch die Joint-Venture, die die Unternehmen mit chinesischen Autoherstellern haben. Und es hat in den vergangenen Jahren auch immer wieder größere Beteiligungen an verschiedenen Herstellern gegeben. Bei Daimler hat sich zum Beispiel Shu Fu Li mit knapp 10 Prozent eingekauft und weitere knapp 10 Prozent gehören Bejing State Owned Assets. Warum sollten es also nicht passieren, dass ein chinesischer Hersteller oder Fond eine Stimm-Mehrheit erlangt?

Was theoretisch möglich ist, dürfte in der Praxis schon deutlich schwerer werden. Gerade bei Daimler ist der Streubesitz unter Kleinanlegern hoch und wie mächtig die sein können, hat man in der Vergangenheit schon öfters erlebt. Bei anderen Marken sieht es allerdings etwas wackeliger aus. Opel gehört zum Beispiel Stellantis und wenn die sich entschließen eine ihrer Marken abzustossen, dann kann das schnell passieren. Ein chinesischer Hersteller würde mit einem Einstieg bei Opel nicht nur eine etablierte Marke bekommen, sondern auch gleich ein riesiges Händlernetz. Und genau das fehlt ihnen bisher.

Auch wenn es im Moment völlig abwegig erscheint, dass ein chinesischer Hersteller eine deutsche Traditionsmarke übernehmen wird – ich würde nicht darauf wetten, dass das in den nächsten 10 bis 15 Jahren nicht passiert.