Twitter befindet sich seit Übernahme durch Elon Musk in einem Meltdown. Aber es gibt ja Alternativen.
Als einigermaßen erfahrener Social Media Nutzer habe ich in den letzten 25 Jahre etliches kommen und wieder verschwinden sehen. Usenet, Foren, Blogs, Facebook – alles Dinge, die mal wahnsinnig beliebt waren, für die sich jetzt aber kaum noch jemand interessiert. Dass es Twitter mal so ergehen wird, kommt etwas überraschend, aber dann auch wieder nicht. Denn finanziell war Twitter schon länger in der Bredouille. Das hat Musk zwar geändert (in dem er die Twitter Schulden privatisiert hat), dafür rockt er den Laden halt jetzt auch anderem Weg runter. Letzte Nacht sperrte er die Accounts von etlichen US-Journalisten, die sich in den vergangenen Wochen kritisch gegenüber Musk geäußert haben. Der beste Free Speech den man für Geld kaufen kann, Sir.
Ebenso gesperrt sind nun Links, die zu Mastodon Instanzen führen. Sie werden von Twitter als Malware gehandelt und können nicht mehr gepostet werden. Offensichtlich versucht Musk, die Konkurrenz zu blockieren, um die Abwanderung von Twitter zu erschweren. Denn wer seinen Followern nicht mitteilen kann, dass man die Plattform wechselt, droht den Kontakt zu verlieren. Das ist offensichtlich ein Anzeichen von Schwäche und Angst. Aber es geht ja auch anders.
Wer mich in Zukunft sucht, findet meine Accounts hier.
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Auf Twitter verbleibe ich für den Moment auch. Mal sehen, wie es da weitergeht. Ich vermute ja, dass die Werbe- und Medienagenturen auf der eine Seite und die EU auf der anderen Seite, Twitter und Musk zügig massiv unter Druck setzen werden. Journalisten zu sperren kommt vor allem in der EU nicht so gut an und hier hat man ziemlich viele Instrumente in der Hand, die Musk und Twitter das Leben kompliziert machen können. Das Auswärtige Amt hat das schon heute klargestellt, ebenso die EU, die direkt mit Sanktionen droht.
Für Twitter wäre es das Beste, wenn eine unabhängige Stiftung den Dienst übernehmen würde. Nach dem Vorbild von Wikipedia oder Mozilla. Tatsächlich ist Twitter eine Art Rückgrat der Online-Kommunikation, vor allem in Krisenzeiten. Das gilt für die Verbreitung von Informationen, OSINT, aber auch für die Diplomatie. Aber im Moment sieht es nicht so aus, als würde Musk die Luft oder das Geld ausgehen. Mit dem, zumindest in den USA, neu eingeführten Modell, bei dem User ihre Sichtbarkeit durch ein kostenpflichtiges Abonnement verbessern können, dürfte der Trend weitergehen, dass Musk ihm politisch gewogene Nutzer im Algorithmus bevorzugt. Das kann man im Moment zwar noch umgehen, in dem man Apps wie Tweeten nutzt, die die Timeline ohne Algorithmus weiter chronologisch anzeigen. Aber ich vermute, dass es auch hier nur noch eine Frage der Zeit ist, bis er den API-Zugang verändert, extrem verteuert oder gleich ganz sperrt.
Man liegt also nicht falsch, wenn man sich jetzt schon nach Alternativen umschaut.

Ein Kommentar zu „Twitter Meltdown und Mastodon – Wo man mich findet“
Mastodon ist keine Alternative. Weder für Twitter, noch zu irgendwas anderen. Der Dienst ist für die meisten zu kompliziert und problematisch.
Anmelden, einloggen, los schreiben, so muss das funktionieren. Und nicht langes umher probieren, wie das ganze überhaupt funktioniert. Auf sowas haben die meisten keinen Bock.