BMW hat heute eine neue Studie namens BMW Vision M Next vorgestellt und wie das mit Studien so ist – man kann geteilter Meinung sein. Damit meine ich BMW ausnahmsweise mal nicht das Design, dass sich am klassischen BMW M1 von 1979 anlehnt. Und überraschenderweise ist auch die Niere dieses Mal nicht übers gesamte Fahrzeug gewachsen. Das ist auch mal was anderes, wenn man das mit den in letzter Zeit vorgestellten BMW so vergleicht. Nein, was mich stört, sind die inneren Werte und in dem Fall der Antrieb.
Der besteht aus einem Vierzylinder-Pluginhybrid, der 600 PS leistet. Dazu kommen zwei Elektromotoren mit einem passenden Akku, der aber nur über eine Reichweite von 100 Kilometer verfügt. Wirklich, BMW? 2019 eine Studie vorstellen, die a) einen Plugin-Hybrid hat und b) nur 100 Kilometer hat? Da höre ich in Kalifornien jemanden laut lachen, denn Elon Musk wird noch in diesem Jahr seinen neuen Roadster vorstellen. Der hat wohl ebenso viel Leistung, aber auch 600 Kilometer Reichweite.
Ich verstehe das nicht. Der i8, 2014 vorgestellt, hat eine Reichweite von 55 Kilometer. Hat man fünf Jahre benötigt, um 45 Kilometer Reichweite zu finden? Und dann ein wirklich ein Plugin-Hybrid? BMW Entwicklungsvorstand Fröhlich begründet die Verwendung eines Plugin mit der generellen Strategie von BMW. Die sieht vor allem den Einsatz von Plugin-Hybriden in den kommenden Modellgenerationen vor.
Immerhin gibt es gute Nachrichten aus dem Innenraum. Wie man sieht, hat BMW alles rausgeworfen, was irgendwie stören könnte und setzt stattdessen auf eine Art Head-Up-Display mit Augmented Reality. Das sieht wirklich gut aus, wenn man es sicher so nie in einem Serienauto sehen wird. Natürlich wird das Auto auch vollautomom fahren.
Was genau BMW mit der Studie sagen will, erschließt sich mir nicht so ganz. Dass man auch in Zukunft Sportwagen mit einem Verbrenner anbieten will? Dass der Verbrenner nie ganz verschwinden wird? Dass 600 PS zu wenig sind und man deswegen noch einen „Boost Button“ anbietet? Dass 100 Kilometer elektrische Reichweite wirklich die Zukunft sind?
Sicher, eine Studie ist nur eine Studie. Aber wenn Studien die Richtung zeigen, in der man sich bei einem Autohersteller die Zukunft vorstellt, dann muss man sich fragen, was bei BMW gerade passiert.
Bilder:BMW






