Google

Nicht ganz Trololo, aber Looky Looky. 

Giorgio "Looky Looky" (1969) Musicolor 

Google+: View post on Google+

Gebt den Künstler das Kommando

Johnny hat das mehrfach mit sehr <a href="http://www.spreeblick.com/2012/04/14/ich-heb-dann-mal-ur/">unaufgeregten Worten</a> festgestellt: Das Urheberrecht ist gar nicht schlimm, überraschenderweise hilft es den Urhebern hier und da sogar, dass sie von etwas leben können. In meiner kleinen, mit Efeu umrankten, romantischen Vorstellung der Welt, sehe ich das Urheberrecht nicht zwingend als etwas, dass der Beezlebub heimlich vor 200 Jahren auf die Welt geschmuggelt hat. Vielmehr hat es unter anderem auch dazu geführt, das Künstler, die etwas Geld und Zeit hatten, sehr schöne Sachen hergestellt haben, anstatt als Sitzredakteur (http://de.wikipedia.org/wiki/Sitzredakteur) regelmäßig gefeuert zu werden, damit sie ihre 9köpfige Familie aushalten konnten. Ich höre gerne Musik von Menschen, die aus lauter Langeweile und/oder Künsterldrang mir ein paar schöne Momente zaubern. Und völlig neidlos freue ich mich, dass sie davon dann auch sehr bis mittelgut leben können. Bei Swell (http://psychospecificmusic.com/html/swell.html) habe ich den ganzen Laden leer gekauft, weil sie mich hier und da sehr glücklich machen.

Das Urheberrecht als solches ist weder böse noch schlecht. Wie bei den meisten Gesetzen und Regeln ist es eher die Frage, wie es ausgelegt wird. Von Verschärfungen des Urheberrechts in den letzten Jahren profizierten die Künstler nur zweitrangig. Die Verwerterindustrie war und ist es, die davon lebt. Wie schief die Sichtweise mittlerweile da mittlerweile geworden ist, sieht man an angedachten Leistungsschutzrecht der Verlage. Die betonen, dass auch die Autoren was davon abhaben bekommen, gerne über eine weitere Verwertungsgesellschaft. Viel netter wäre es jedoch, wenn die Verlage auf die mittlerweile üblich gewordenen "Total buyout" Verträge verzichten würden, in denen die Autoren schlichtweg betrogen werden. Schliesse ich einen solchen Vertrag, um bei einen Verlag einen Text für ein Magazin zu veröffentlichen, bekomme ich den auch nur einmal bezahlt. Alle weiteren Nutzungs- und Veröffentlichungsrechte gehen an der Verlag, der damit dann bis zum St. Nimmerleinstags damit machen kann, was er will. Was hilft den Urhebern ein Recht, dass ihnen gar nicht dient, weil schon vorher, von dem was die Verlage zahlen, nicht leben können?

Die automatisierte Kriminalisierung der gesamten Bevölkerung in Sachen "Raubkopie" ist auch so eine Sache. Man kann das so machen, weil das Gesetz diese Möglichkeit vorsieht, man muss es aber nicht. Man macht, das vermute ich mal völlig unbelegt und subjetiv, weil man damit mittlerweile mehr Geld verdient, als mit dem Verkauf von Plastik-Popstars, die man einem dieser Privat-Sender jedes Jahr neu züchtet. Mittlerweile haben die Bemühungen mancher Rechte-Lobby quasi hysterische Züge erreicht. Die komplette Überwachung aller Internet-Anschlüsse durch die Provider käme manchen gerade recht und zeugt davon, in welchen Sphären sich die Damen und Herren gerne bewegen würden. Das sich auf dieser wirre Seite der Macht in den letzten Wochen auch einige Künstler geschlagen haben, ist dann schon eher überraschend. Der Gerichtigkeit genüge getan wäre nach Prof. Dieter Gorny vermutlich erst, wenn alle Deutschen regelmäßig per se abgemahnt werden, weil sie ja eh die gesamte, jeweils erschaffene Kunst auf der ganzen Welt permanent und wiederholt runterladen.

Das ist natürlich alles Quatsch, auch der Ruf, das Urheberrecht doch bitte gleich ganz an den Nagel zu hängen. Das Urheberrecht hat nämlich auch die recht praktische Seite, dass ich es zum Beispiel als Musiker einer Partei untersagen kann, einfach meine Musik in einem Werbespot zu benutzen. Oder dass ich damit so viel Geld verdiene, dass ich anderen Menschen schöne Stunden bereiten kann, was ja eine durchaus schätzenswerte Qualität im Leben darstellt. Oder dass ich aus Langeweile was neues, revolutionäres schaffe, was in 300 Jahren dann eine hübsche Fußnote bei Wikipedia ist.

Es ist eine Frage, wie eine Gesellschaft mit der Kultur (und was sie dafür hält) umgehen mag. Wie viel ist sie ihr Wert? Ist sie es Wert, alle Freiheitsrechte einzuschränken, damit Künstler in ihrer Kemmenate über ihr verkorkstes Liebesleben schreiben können? Und was gehört überhaupt zur Kunst? Ist eine Abmahnung wegen des Downloads eines DSDS-Bohlen Songs nicht sogar eine gerechte Strafe? Die andere Frage ist, und wie ich finde viel wichtigere Frage ist, wie eine Gesellschaft mit ihren Künstlern umgehen möchte.

Mein Vorschlag: Gebt den Urhebern wieder mehr Rechte, nicht den Rechterverwertern. Verbietet Verträge, mit Laufzeiten, die so lange sind, dass man nie mehr raus kommt und man sich so bescheuerte Namen wie "The Artist formaly known as Prince" zu legen muss. Gebt den Künstlern die Möglichkeit des Widerspruchs, wenn Rechteverwerter in ihrem Namen das halbe Internet abmahnen. Soll doch jeder Musiker selber entscheiden, ob seine Musik quer durchs Netz gebittorrentet wird. Erhöht die Hürden für die bescheuerte Abmahnindustrie.

tl,dr:
Lass den Urheber zu jeder Zeit entscheiden, was mit seinen Sachen passiert und nicht die Verwerter.

Embedded Link

Ich heb dann mal ur | Spreeblick
Es ist offenbar nicht mehr möglich, PRO Urheberrecht zu sein (was ich bin), ohne sich mit Artikeln gemein zu machen, die entweder pure Propaganda oder

Google+: Reshared 2 times
Google+: View post on Google+

Mein Internet, mein Haus

(Der Text lag schon was länger halbfertig auf dem Rechner rum. Er kommt etwas spät in Sachen ACTA, SOPA usw., aber es geht um das Grundgefühl, das meinen Widerstand gegen die massiven Eingriffe in die bürgerlichen Freiheitsrechte im Netz auslöst.)

Jeder nutzt "sein" Internet so, wie er mag, setzt andere Schwerpunkte, integriert das Netz so in sein Leben, wie es eben am besten passt. In den vergangen anderthalb Jahrzehnten hat das Internet mein Leben natürlich massiv verändert. Ich arbeite in einem Bereich, den es vor 5 Jahren schlichtweg nicht gab, ich mache Dinge, von denen ich vor 10 Jahren nicht mal geträumt habe. Es hat technische Entwicklungen gegeben, die nicht mal zu ahnen waren. Mein aktuelles Smartphone mit seiner Dual-Core CPU ist leistungsstärker als das Notebook, dass ich vor sieben Jahren mal gekauft habe und das nun in einem Regal verstaubt. Ich habe damit (theoretisch) einen schnelleren Download, als ich noch vor vier Jahren mit meiner DSL-Leitung hatte. Ich höre Musik aus einer riesigen Bibliothek, ich finde in fremden Städten meinen Weg und auch ein passendes Restaurant in wenigen Sekunden. Und dann ist da der wichtigste Punkt überhaupt: Ich habe mehr Freunde durch das Internet gefunden, als jemals zu vor. Ich habe mehr Menschen mit ähnlichen Interessen kennen gelernt, als ich mir das jemals hätte träumen lassen. Das Internet hat mein Leben reichhaltiger, abwechslungsreicher, freundlicher und spannender gestaltet, als ich mir das damals, als ich den knarzenden Modem-Eimwahlton (Der 56k Modem Klang – The 56k dialup modem sound) lauschte, hätte vorstellen können.

Und so geht es wohl vielen, die in den letzten 10 Jahre oder mehr das Internet für sich entdeckt haben. Aber während viele (ich auch) romantisierend in ihren Gedanken und Blogs übers Internet nachdachten, hat das Netz auch andere erreicht. Und manche haben etwas andere Vorstellungen vom Internet, als ich das habe, wenn ich so mit dem Netz rumspiele.

Die Rechteverwerter-Industrie, Verleger, Kriminelle, Politiker und Status-Quo-Ante-Apologeten, um nur mal ein paar zu nennen, verstehen das Internet anders. Einige sehen eine hübsche Einnahmequelle, andere haben, oft gleichzeitig, Angst, dass das, was sie nicht verstehen, eine Bedrohung für die Welt ist, in der sie Leben darstellt. Und dann fangen sie an, sich in "mein" Internet einzumischen.

Sie wollen Regeln, die ich nicht verstehe, sie wollen Überwachung, weil sie denken, ich könnte evtl. gegen die Regeln, die ich nicht wollte, verstossen. Sie mischen sich einen Teil meines Lebens ein, der sie a) nichts angeht und von dem sie meiner Meinung nach b) dringend die Finger lassen sollen.

Es fühlt sich ein wenig so, als würde man einen netten Haus mit netten Nachbarn leben. Man kennt sich, oder lernt sich kennen, es gibt ein paar Deppen, aber die kann man ignorieren. Man tauscht Musik aus, oder auch mal ein Buch, man redet, trinkt, lacht, man entdeckt durch andere noch mehr Etagen im Haus, aber vor allem fühlt man sich sehr wohl. Und dann kommt zum Beispiel jemand, der einem vorschreiben will, dass man keine Musik oder Bücher mehr tauschen darf. Wenn man das machen würde, dann würde man dafür sorgen, dass man nach dem dritten Mal aus dem Haus geworfen wird. Oder man muss horrende Summen zahlen. Dann kommt jemand, der sagt, dass man sich gefälligst ausweisen soll, wenn man im Haus rumläuft. Dann einer, der sagt, dass man dem Nachbarn nicht mehr berichten darf, was man eben in der Zeitung gelesen hat. Jedenfalls nicht kostenlos.

Natürlich ist das alles ein wenig verkürzt dargestellt. Ich habe nichts gegen ein vernünftiges Urheberrecht, dass dann auch die Urheber, also die Künstler, tatsächlich schützt. Ich habe nichts dagegen, dass der Staat im Notfall schaut, was einzelne so treiben. Es geht um das Gefühl, das meiner Erfahrung nach im Moment viele haben. Dass bestimmte Kräfte scheinbar etwas dagegen haben, wie ich mein Leben mit meinen Freunden gestalte. Es ist ein wenig so, als ob sehr viele schlecht gelaunte Hausmeister täglich durch den Hausflur marodieren und das Leben unerträglich machen, um mal beim gewählten Bild zu bleiben.

So etwas geht nicht ohne Spuren an jenen vorbei, die in dem Haus leben. Interessanterweise ziehen die wenigsten aus (i.e. kappen ihre Internetleitung), sondern sie werden sauer. Sie werden so sauer, dass sie sich wehren. Zum Beispiel mit einer eigenen Partei. Und der Frust über Gängelung durch Industrie- und Lobbyzweige, die offenbar den Verstand verloren haben und tollwütig mit Schaum vor dem Mund ihre Lügen verbreiten, sitzt so tief und ist offenbar so weit verbreitet, dass so eine Partei innerhalb von wenige Monaten zu einem kleinen, aber echten Machtfaktor wird. Gleichzeitig wundern sich Politiker und Wirtschaftsvertreter, wo der scharfe Gegenwind plötzlich herkommt.

Ich kann es Euch sagen: Ihr habt nicht nur mein Haus betreten. Sondern das vieler, vieler Menschen. Die "ihr" Internet haben, für die es ein Teil des Lebens geworden ist, das mit einem lebt, liebt, feiert, trauig ist, lacht, weint und immer da ist, wenn man es braucht. Das will ich mir nicht mehr nehmen lassen. Deswegen werde ich mich im Rahmen meiner rechtlichen Möglichkeiten dagegen wehren, zum Beispiel, in dem ich mir Menschen und Parteien suche, die meinem Internet, diesem sehr wichtigen Teilbereich meines Lebens, Schutz versprechen.

Es ist mein Haus, mein Leben und ein Stück eben "mein" Internet.

Google+: Reshared 68 times
Google+: View post on Google+

Spotify ändert viel

Spotify ist jetzt nicht so neu in meinem Leben. Per VPN hatte ich mir mal vor mehr als einem Jahr einen Free-Account besorgt, den ich aber selten genutzt habe, weil es mir zu nervig war, immer den UK-Proxy anzuwerfen um wieder ein bisschen Musik zu hören.

Meist höre ich auch gar nicht so bewusst Musik. Sie dient beim Arbeiten schon mal als Hintergrund, also bediene ich mich aus der dann doch sehr reichhaltigen eigenen Bibliothek. Entweder per Playlist oder einfach im Shuffle-Modus, der dann immer für interessante Entdeckungen sorgt, frei nach dem Motto: "Ach, das habe ich auch?" oder auch "WTF?". Wenn mich meine Musik langweilt, greife ich auf einen der 213443 Fantastrilliarden Radio-Sreams im Netz zurück. Mal ein wenig College-Radio, mal ein wenig lokales aus Los Angeles, ein Klassiksender oder halt Jazz. Warum zum Teufel soll man also 5 Euro im Monat zahlen, um Spotify zu nutzen, um darüber Musik zu hören, die man entweder selber auf der Festplatte hat, mit zwei Klicks gekauft ist, oder per Radio ins Haus kommt?

Seit ein paar Wochen habe ich, an der Stelle vielen Dank an die Agentur, einen, nun nicht mehr Beta, Premium-Account von Spotify, der noch bis Ende April oder so läuft. Im Zuge dessen habe ich den Dienst mal wieder intensiver genutzt und dabei festgestellt, dass Spotify durchaus eine nützliche Erweiterung sein könnte. Dafür gibt es natürlich Gründe:

1. Zentrales Streamingangebot
Meistens hört man Musik, weil man gerade jetzt in der Stimmung dazu ist. Letzte Woche hatte plötzlich ein altes Stück von Blancmange (Blancmange – Living on the Ceiling – Official Complete Uncut High Quality video .flv) im Ohr. Die Suche auf You Tube gestaltete sich nicht schwierig, wohl aber dann nach anderen Stücken der Kombo. Bei Spotify bekomme ich nach der Suche ein paar "Best of" plus die letzten Alben angeboten, deren Stücke ich dann alle hören kann. Und so geht das mit sehr vielen, nicht mal sonderlich bekannten Künstlern. "The The"? Fast die gesamte Diskografie vorhanden und sofort hörbar. Branford Marsalis? Tonnenweise, jedenfalls genug, um sich durch verschiedene Schaffensperioden zu hören. Eine Bristol-Postpunk Band wie "Blood Red Shoes" ist ebenso zu finden, wie Schätze von Labeln wie 4AD (Wolfgang Press usw.) Selbst leicht absurde Sachen wie "Caspar Brötzmann Massaker", "Three Mile Pilot" oder "Band of Susans" sind fast komplett zu hören. Das ist einfach sehr, sehr großartig.

Denn meist handelt es sich beim "Oh, lange nicht mehr gehört" Dings um eine recht kurzlebige Idee. Ich benötige nicht zwingend das gesamte Album auf der Festplatte, das ich dann alle 5 Jahre mal höre. Bei neueren Sachen, wie dem neuen Springsteen Album, geniesse ich es sehr, dass man erst mal in Ruhe reinhören kann. Gekauft habe ich es dann doch, aber da macht es einem Spotify leider nicht sehr leicht. Dazu gleich noch was.

2. Entdeckungsreise
Spotify hat es geschafft, die Sache mit den öffentlichen Playlisten hinzubekommen. Durch die Verknüpfung mit Facebook und der dann noch mal durch einen selber gefilterten Freundesliste bei Spotify, kann man ziemlich flott und bequem sehen, bzw. hören, was andere so hören. Die komplett öffentlichen Playlisten erweitern den eigenen musikalischen Horizont dann noch mal gewaltig. Ein Beispiel: Neulich einfach mal "Jazz" in die Suche eingegeben, mir dann dann ein paar Playlisten angeschaut, ein wenig durch geshuffelt und gleich zwei, drei Sachen gefunden, die mir so gut gefallen haben, dass ich sie dann auf Spotify genauer angehört habe. Daraus resultierte dann ein Einkauf. Wäre halt ohne das Angebot nicht passiert.

3. Verfügbarkeit der eigenen Musik
Spotify hat sich durch meinen Katalog gefräst. Rund ein Drittel fand ich dann als Stream auf einem Bürorechner wieder. Warum nicht alles, ist mir noch ein kleines Rätsel, aber ich war bisher zu faul mich mit dem Matching/Streaming von Spotify zu beschäftigen. Was auch meine Verwirrung erklärt, warum bestimmte gekaufte oder legal gerippte Alben nicht zu finden sind, andere jedoch schon. Jedenfalls: Nette Überraschung. Geht mit iTunes Match zwar auch, aber damit hatte ich nicht gerechnet.

Aber es ist natürlich nicht alles Gold, was glänzt.

1. Keine lokale Speicherung
Man kann zwar Stücke und Playlisten auch offline verfügbar machen, aber ein klassisches Speichern ist es nicht. Ich hab ein paar Playlisten auf dem iPad offline verfügbar gemacht, mal sehen, wie das im Urlaub funktioniert. Kleine Randbemerkung: Eine eigene iPad App wäre wirklich schön. Dennoch, lokal wird im klassischen Sinne nichts gespeichert, was nerven kann. Vielleicht ist dieses Offline/Online bzw. lokal/cloud Denken sowieso Quatsch. Das Internet hat sich mittlerweile so im Leben verankert, wie die Stromversorung. Man macht sich ja auch keine Gedanken mehr um den Strom und kauft lieber Lebensmittel, die man nicht kühl lagern muss. Stream/Cloud ist, zumindest für unwichtige Daten, sicher die praktikabelste Lösung. Ein wenig schade ist es, dass die Offline-Variante zudem ausschließlich in der Premium-Variante angeboten wird. 10 Euro/Monat sind da schon ein gefühlt happiger Preis, eine Abstufung nach unten wäre nett.

2. Keine Kaufoption
Jetzt habe ich gerade geschrieben, wie sinnvoll die Cloudsache ist, und dann muss ich mich doch über die fehlenden Offline-Verfügbarkeit auslassen. Denn irgendwie will man manche Alben dann doch zu Hause im Schrank stehen haben, aus welchen Gründen auch immer. Und leider bietet Spotify keinen Link zu Amazon oder sonst wem an. Das ist ärgerlich, das schaffen ja auch andere Programme. Warum Spotify darauf verzichtet? Ist mir nicht bekannt, vielleicht aus Performance, vielleicht aus Handling-Gründen. Wäre ein mir durchaus wichtiger Punkt, denn vielleicht möchte man Künstler nicht nur mit ein paar Zehntel-Cent Streaminglizenz beglücken, sondern gleich mit etwas mehr. Kann ich zwar immer noch machen, aber aus der Anwendung heraus wäre es netter. Aber gut, dafür gibt es auch das nervige iTunes, vielleicht bin ich da auch einfach nur zu faul.

3. Teuer
5 Euro für den einfach Zugang sind ja ok, 10 Euro für die Premium-Variante finde ich (auch wenn es vermutlich halt der üblich gefühlte Blödsinn ist) etwas viel. Aber vielleicht muss man es so sehen: Für meinen ungenutzten Xing-Account, der mir nichts bis gar nichts bringt, zahle ich auch 5 Euro im Monat. Da kündige ich den doch lieber, lege 5 Euro drauf und nehm den Premium Account.

Eine Frage finde ich dann aber schon noch interessant: Kauft man nun in Zukunft mehr Musik, oder weniger, weil man halt alles im Stream hört? Ich vermute ja fast letzteres und dann bin ich mal gespannt, wie sich das auf die Einnahmesituation der Künstler auswirken wird. Verbessern dürfte die sich vermutlich nicht. Ändern lässt sich das aber auch nicht. Spotify, Simfy, rdio usw. haben eine Büchse der Pandora aufgemacht, Apple und Google werden da nicht lange auf sich warten lassen.

Google+: Reshared 3 times
Google+: View post on Google+

Das Googleversum

Was ist eigentlich bei Google los? Vor einem Jahr habe ich noch bedenkenlos Google gegen die meisten Angriffe verteidigt. Ein Hauptargument war dabei immer: "Google interessiert sich für depersonalisierte, anonyme Daten, nicht für mich persönlich. Man sammelt Daten, um Services zu verbessern, aber sie wollen nicht meine Seele." Mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher.

Am interessantesten finde ich gerade, wie Google mit der eigenen Suche umgeht. Die "Filter Bubble" ist in den letzten Jahren sowieso zu einem immer größer werdenden Problem geworden. Darunter versteht man, dass Google die Sucheergebnisse, bisher mehr oder weniger heimlich per Cookies, individualisiert. Man bekommt also nicht mehr ein Suchergebnis, sondern ein "persönliches Suchergebnis", dass sich u.a. an den vorhergenenden Suchen und daran, auf was man geklickt hat, ausrichtet. Das ist, vor allem für Journalisten, schlecht. Was die aber meist nicht wissen. In den meisten Schulungen ernte ich erstaunte Gesichter, wenn ich die Teilnahmer an ihren eigenen Laptops Suche ausführen lasse und sie dann bitte, das Ergebnis mit dem Nachbarn zu vergleichen. Auch unbekannt ist meist, dass man die IP-basierte Zwangsumleitung auf google.de leicht um gehen kann, wenn man google.com/ncr eingibt. (Das Google Länderindexe hat, wissen die meisten auch nicht, aber das nur am Rand). Immerhin kann man die personalisierte Suche damit umgehen, in dem man ein "privat tab" aufmacht.

In den USA kann man die Suche jetzt mit "Google +" verknüpfen. Bedeutet – die Inhalte, die ich bei G+ anklicke, teile oder mit mir geshared werden, fliessen in mein gewünschtes Suchergebnis mit ein. Das ist zum einen Kartellrechtlich bedenklich, weil Facebook und Twitter außen vor bleiben, zum anderen deutet es halt darauf hin, was man eigentlich gerade bei Google angeblich nicht wollte: Man fängt an, die persönlichen Daten über verschiedene Plattformen hinweg zu verknüpfen und auszuwerten. Und das macht mir dann doch Sorgen.

Die Grenze zu "Don't be evil" ist damit zwar nicht überschritten, aber man balanciert haarscharf am Rand entlang. Bisher habe ich, wie vermutlich die meisten User auch, die verschiedenen Dienste getrennt betrachtet und mein Eindruck war, dass Google dies selbst auch so handhaben wollte. Der Zwang zu einem gemeinsamen Login (You Tube, Apps) war allerdings schon deutliches und unangenehmes Zeichen dafür, dass diese Politik sich dem Ende näherte. Das machen Microsoft und Yahoo zwar auch, aber genau das war auch genau eines der Argumente gegen beide Anbieter. Jetzt wird man nicht nur zu einem Login gezwungen (Was besonders bei Enterprise Apps nervig ist), Google fängt auch offen damit an, die Daten quer durch alle Netzwerke zu schieben. Die Verfälschung der Suchergebnisse ist dabei allerdings sehr schwerwiegend und ich frage mich, ob Google damit nicht der Konkurrenz Tür und Tor öffnet.

Eine der mich wichtigsten Aspekte der Google-Suche war bisher, dass sie (scheinbar) neutral war. Dass man nicht mehr ohne Tricks an neutrale und nicht durch Cookies verseuchte Suchergebnisse kam, war schon schlecht genug. Sie jetzt komplett zu de-neutralisieren macht die Google Suche vor allem eins: Unglaubwürdig und unbrauchbar.

Felix (http://wirres.net) frage sich neulich (Stelle nicht gefunden) schon, ob Google den Mitarbeiter für totale Inkompetenz erfolgreich von Yahoo abgeworben hätte, und scheinbar hat man ihn noch nicht gefeuert. Ich bezweifel, dass die meisten User ein personalisiertes Internet, bzw. Suchergebnisse haben wollen. Meiner Erfahrung, auch bei nicht so internet-affinen Menschen, wollen die meisten genau das nicht.

Google baut sich gerade ein "Googleversum", das deutlich größer ist, als das von Facebook oder Apple, da beide keine Internetsuche anbieten. Die Suche ist aber das Rückgrat des Internets, ohne sie kommt man nirgendwo mehr hin. Apple und Facebook können nur Daten sammeln, nachdem eine Entscheidung schon gefallen ist, Google schaut schon vorher hin. In Zusammenhang mit dem zur Zeit grasierenden Datamining über alle Plattformen, kann einem das schon Sorgen machen.

Daher fordere ich mal keck: Google soll einen Button auf Suchseite einbauen, der eine cookielose, nicht an einem regionalen Index gebundene Suche ermöglicht, die auch nicht gespeichert wird.

Embedded Link

wirres.net, fachblog für irrelevanz
ansonsten habe ich ein paar kleine änderungen in die site eingebaut: bisher habe ich die anzahl der reaktionen auf einen artikel bei einem mouseover mit den jquery tools tooltips dargestellt. das war …

Google+: Reshared 17 times
Google+: View post on Google+

Hallo Tagesspiegel & andere Verlage,

so sieht es aus, wenn ich einen Artikel lesen möchte. Ich muss quasi Archäologie betreiben, wenn mich informieren möchte. Sachen weg klicken, weg schieben und ausgraben, nur um irgendwann beim gewünschten Textbeitrag zu sein. Aber das mit dem Lesen ist dann auch nicht so einfach. Rechts, links und oben sind Anzeigen, in denen sich Dinge bewegen. Und so kann und will ich nicht lesen. Es nervt.

Und wozu führt das? Dass ich mir doch wieder einen Adblocker installiert habe. Ich bin zwar gewillt, die Online-Medien zu unterstützen, aber nicht gewillt mir Seiten anzuschauen die aussehen, als habe sie ein wahnsinnig gewordener, hyperaktiver 17jähriger entworfen. Die Aufmerksamkeitsschraube, an der gedreht wird, führt nur dazu, dass die meisten User Werbung komplett ausblenden, was den Medien auch nicht hilft. Weniger wäre vielleicht mehr, aber das scheint ja kaum einen zu interessieren.

Google+: Reshared 9 times
Google+: View post on Google+

Alex Paterson und der beste Ambient Song

Ich hab vor etlichen Jahren mal ein Interview mit Alex Paterson geführt, dem Gründer von "The Orb". Ein unfassbar arroganter Mensch, der mit seiner Band sehr früh, sehr große Erfolge in der Elektronik-Szene hatte. Er war mal Head of A&D bei E.G. Records, einem sehr ambitioniertem Label, und er meinte zu mir, er habe in seiner Zeit als Chef der Künstler-Entwicklung nie eine Band unter Vertrag genommen, weil sie so gut waren, wie "The Orb". Darüber haben wir uns dann gestritten, weil ich ihm vorgeworfen hatte, dass er keiner Band die Chance gegeben habe, sich zu entwickeln. Und die ersten Sachen "The Orb" hätten ja nun auch nicht gerade die Welt gerockt. Und außerdem gehöre es ja zu einem A&D Chef vor allem, neue Trends zu entdecken. Wir sprachen dann über "One Hit Wonder", auch aus dem Ambient/Electro Bereich und gingen ein paar Sachen durch. Komplett einig waren wir uns dann überraschenderweise über ein Stück, dass kaum einer kannte, der nicht mit Ambient zu tun hatte. Ich nahm es als Beispiel dafür, dass er es niemals ins Label genommen hätte, und es doch zu besten Ambient Tracks gehört(e). Er stimmte mir völlig begeistert zu, wobei er sich auf einen mir unbekannten Remix bezog. Das war vor der Zeit von mp3s, er nannte mir nur den Remix, den ich nicht kannte. "Buy this fucking track, you'll love it". Also bin ich ein paar Tage später los gezogen und habe die 12inch mit viel Mühe aufgetrieben. Hat ein halbes Vermögen gekostet, weil white label Vinyl (also nicht offiziell aufgelegt, nur für DJs). Nach Hause gegangen, aufgelegt und nach dem 15mal hören gedacht "Alex Peterson, du blödes, arrogantes Arschloch, du hast sowas von Recht.". Melodica von Leama ist einer der verdammt besten Ambient-Songs, die jemals gemacht wurden. Die 12inch habe ich leider irgendwann verliehen und nicht wieder bekommen.

Google+: View post on Google+