Enzensberger und die Weltrevolution

(Note: Ich hatte den Text als Kritik unter eine Kritik von Jürgen Kuri auf G+ gesetzt. Für diesen Artikel aber erweitert und bearbeitet. Während Jürgen die Sache differenziert angeht, greift mit der Tenor, vor allem auf Facebook mit diesen, “Haha, Enzensberger will das Handy verbieten, wie doof ist der denn” Einwürfen einfach viel zu kurz. Es ist die typische Reaktion aus dem Netz, wenn einer mal was gegen das Netz und andere Technologien sagt.)

Jetzt fallen also alle über Enzensberger her, der sich die Freiheit genommen hat zu sagen, man sollte sein Smartphone wegwerfen. Rückwärtsgewand sei das, war noch die freundlichste Beschreibung für den Text. Das “Wehrt Euch” in der Überschrift wird als Technologiekritik verstanden, Enzensberger fordert eine Rückkehr zur Schreibmaschine und zur guten alten Briefpost.

Ja, das Ding von Enzensberger liest sich im ersten Moment, als sei Karl Kraus kurz mal durchs 21. Jahrhundert gehüpft. Ja, da steht auch provokativer Quatsch drin, der knapp am Trollen vorbeischrammt, aber es ist ja auch nicht das erste Mal, dass er zu diesem Stilmittel greift. Und so ganz unrecht hat er auch nicht. Dafür muss man seinen empörten “Der will mir mein Handy wegnehmen” Blick vielleicht für einen Moment mal erheben und selbigen über den Tellerrand schweben lassen. Dazu gehört auch die Frage, aus welchem gedanklichen Umfeld so Überlegungen kommen könnten, immerhin ist Enzensberger ja kein weltfremder Vollidiot.

Enzensberger sieht in der Technologie (Smartphone) eine Kontroll- und Repressionsapparatur, die den klassischen Freiheitsbegriff des liberalen Bürgertums untergräbt. Dass nämlich weder ein Unternehmen noch der Staat im Leben der Menschen etwas zu suchen hat, bzw. seine Freiheitsrechte gefährden darf.

Beide Seiten haben sich rauszuhalten, der Staat ist dafür da, Übergriffe auf die Freiheit seiner Bürger abzuwehren, in dem er sich auf die Seite der Bürger stellt. Stattdessen, und das beklagt er ja nicht zu Unrecht, geschieht das Gegenteil, der Bürger wird alleine gelassen, soll zustimmen, aushalten und der Erosion der Bürgerrechte still zu sehen. Enzensberger vertritt die Sichtweise aus den 50er und 60er Jahren (Habermas u.a.) gemischt mit ein wenig 68er-Folklore, und alles ist auch aus dem Idealbild des Liberalismus des frühen 20. Jahrhunderts abgeleitet. (Es ist eine Form des egalitären Liberalismus, die er vertritt.) Der Mensch ist grundsätzlich frei und vor allem kann er über seine Wahlstimme kontrollieren, welchen Weg der Staat einschlagen soll.

Enzensberger scheint davon auszugehen, dass die Postdemokratie schon längst gesiegt hat. Dass also wirtschaftliche Interessen und Unternehmen den politischen Entscheidungsprozess dominieren. Die individuelle Freiheit ganzer Teile der Gesellschaft muss hinter diesen Interessen nachstehen. Er geht so weit, dass auch die Kontrolle über die wirtschaftliche Freiheit nicht mehr gewährt ist. Zum einen, weil Unternehmen mittlerweile mehr wollen, als nur unser Geld (Daten) zum anderen, weil sich Unternehmen mehr und mehr einer nationalen Kontrolle entziehen (Google, Apple usw.). Durch das Netz, so seine Kritik, schaufelt sich der Liberalismus sein eigenes Grab, weil er den Unternehmen und der Totalüberwachung (kritisiert er ja auch) quasi kampflos den Weg freiräumt.

Er verteufelt gar nicht die Technologie an sich, nur das, was andere damit anstellen, bzw. wie diese Technologie dazu genutzt wird, dass er seine Bürgerrechte nach und nach verliert. Er formuliert die Angst vor einer postdemokratischen Technokratie, in denen “seine” Freiheitsrechte nichts mehr gelten, weil sie sich der Überwachung und dem wirtschaftlichen Fortschritt unterordnen müssen. Er wehrt sich gegen die Banken, die ihr Überleben und die Geldvermehrung über das Wohl ganzer Gesellschaften stellen und die mehr Kontrolle und Macht haben, als es ihm in seinem Verständnis von Bürgerrechten lieb ist. Er beklagt den Verlust von Kontrolle über sein Leben, seine Freiheit und sein Geld. (Parallel beklagt er auch die Doofheit der Menschen, die für “Umsonst” Angebote sämtliche Freiheiten aufgeben.)

Er weiß wohl, dass derartige Rechte, sind sie einmal verschwunden, sich nicht so leicht wiederherstellen lassen. Der Artikel ist nicht zwingend der eines misanthropischen Technologie Verächters. Auch wenn er es sich ein wenig einfach macht, wenn er die Schuld nur bei Technik sieht und nicht bei den Menschen, die sie nutzen.

Und da setzt dann auch Kritik an dem Text an. Er macht es sich ein wenig einfach, wenn er die Schuld bei der Technologie sucht und nicht etwa im Versagen der Politik bzw. des Liberalismus, der Sozialdemokratie (damit meine ich nicht die Partei) und der ethischen Verantwortung der Wirtschaft. Er könnte auf Parteien, Wahlsysteme usw. einprügeln, aber er hat sich die Technologie ausgesucht.

Der Verzicht auf Technologie ändert aber nichts am Status quo, auch wenn er das gerne hätte. Er glaubt, dass man durch den Verzicht die Angriffe auf Bürgerrechte und die Postdemokratie trocken legen kann (“Pleite gehen lassen”), versäumt aber den Blick etwas weiter zurückzuwerfen. Denn die Geburt der Probleme liegt nicht in den 2000er, sondern im Zusammenbruch des Kommunismus zu Beginn der 90er. Seit dem hat der Kapitalismus kein Gegengewicht in Form eines anderen Systems hat, hat er sich gewandelt und der Postdemokratie Tür und Tor geöffnet. Deswegen greifen die “Regeln” von Enzensberger auch zu kurz, Sie sind ein trauriger Versuch, die Notbremse zu ziehen, um bestimmte Symptome zu bekämpfen, verbunden mit der Hoffnung, dass das “System” dann schon wieder zur Vernunft kommen würde.

Das Bedauerliche an dem Text ist eigentlich, dass er so hilflos wirkt. Wenn selbst jemand wie Enzensberger nur noch zu symbolischen Mitteln auffordert, wenn ihm nicht mal mehr ein Angriff auf die Staatsphilosophie gelingt, wenn ihm keine andere Lösung einfällt, als die Technologie zu verbannen, dann ist das schon eine kleine Bankrotterklärung.

Facebook: Es fehlen Innovationen

Ich hatte letzte Woche einen Artikel angefangen, der im Tenor so war: Facebook mag das “Google” der privaten Vernetzung sein, aber es ist nicht mehr innovativ. Dann hat Facebook für diese absurde Summe WhatsApp gekauft. Was mich zum erneuten Nachdenken gezwungen hat. Mittlerweile haben auch Luebue und Nico zum Thema was geschrieben, ich glaube aber, das beide den Punkt “Innovation” übersehen.

Mir ist der Sinn hinter dem Kauf von WhatsApp immer noch nicht so richtig klar. Sicher, das Argument, Facebook besetze da gerade durchaus erfolgreich bestimmte Ecken der Kommunikation ist nicht von der Hand zu weisen. Mit Instagram beherrscht man den Bilder-Sharing Markt, gleiches könnte mit WhatsApp in Sachen Privatkommunikation laufen. Ich rechne im Übrigen auch nicht damit, dass Facebook WhatsApp in den nächsten Jahren ins eigene Angebot integrieren wird. Hat man mit Instagram auch nicht gemacht, was eine kluge Entscheidung war. Dazu kommt, dass von 450 Millionen WhatsApp Nutzern vermutlich sowieso mindestens 80 % auf Facebook vertreten sind und dort den Messanger nutzen. Mag sein, dass eine Opt-In Variante geben wird, mit der man WhatsApp und FB-Nachrichten irgendwann mal vereinen kann. Womit wir dann schon beim grundlegenden Problem von Facebook sind: Innovation.

Facebook ist nicht innovativ. Außer, wenn es darum geht, die Reichweiten von Fanseiten so weit zu reduzieren, dass deren Betrieb kaum noch Sinn macht. Wenn man nicht bezahlt. Oder den Usern vorzuschreiben, was sie in ihrer Timeline sehen dürfen, ohne die Möglichkeit zu schaffen, dass man das selber entscheiden kann. Ansonsten herrscht seit Jahren bei Facebook Stillstand in Sachen Innovation. Zwei Beispiele:

Suche
Die Suche auf Facebook ist eine Katastrophe. Alte Beiträge verschwinden im Orkus der Vergessenheit und lassen sich nur durch gefühltes jahrelanges Scrollen wieder an die Oberfläche bugsieren. Die “Social Graph” Suche steht den meisten Usern immer noch nicht zur Verfügung, sie orientiert sich zudem auch nur daran, den erweiterten Freundeskreis zu durchleuchten. Interessante Beiträge, Links usw. lassen sich nur schwer finden und filtern. Im Grunde ist Facebook ein großes, schwarzes Loch, in das man seine Beiträge wirft. Die taumeln dann innerhalb von Minuten nach unten und werden nicht mehr gesehen.

Gifs
Es mag ein wenig lächerlich klingen und es soll auch nur als ein Beispiel dienen, aber das Facebook auch nach Jahren immer noch nicht in der Lage ist, gifs anzuzeigen ist schon erstaunlich. Immerhin haben Tumblr, imgur und Buzzfeed in den letzten Jahren ihre Reichweite zum einem nicht unerheblichen Teil genau darauf aufgebaut. Das man darauf nicht reagiert hat zeigt mir, dass man wichtige Trends im Netz nicht mehr erfolgreich umsetzen kann.

Checkins
Erinnert sich jemand an Gowalla? Der Foursquare-Klon hatte durchaus das Potenzial zum zweiten Player neben Foursquare zu werden, immerhin gewann man 2010 den South by Southwest Interactive Award. Facebook kaufte den Dienst Ende 2011 und schloss ihn drei Monate später. Eine Integration in Facebook fand nicht statt. Zwar gibt es Facebook Places, aber wer nutzt das? Statt den durchaus lukrativen Markt der Local Advertisments zu erschließen, hat Facebook das einfach ignoriert. Auch im Sinne der Userdaten fehlt etwas, auch wenn Foursquare sich in Facebook anzeigen lässt.

Überhaupt ist das Verständnis von Content irgendwie im Jahre 2008 stehen geblieben. Es besteht weiterhin nur die Möglichkeit längere Texte in einer fürchterlichen 11 Punkt Schrift zu veröffentlichen, die Kommentare, vor allem lange, zu lesen ist eine Qual. Es gibt keinen “Rich Content” Editor, die Bildfunktionen sind ungefähr auf dem Niveau von Flickr aus dem Jahr 2007. Statt Autoren die Möglichkeit zu bieten, Facebook auch wie einen Tumblr zu nutzen, steht immer noch die kurze Statusmitteilung im Vordergrund. Doch genau in diesem Punkt hat Twitter schon längst die Herrschaft übernommen.

Ja, auch Twitter kann keine gifs. Sollte es vielleicht besser, aber bei Twitter macht das nichts. Es ist ein schneller Informationskanal, der mir Hinweise gibt. Zu dem funktionieren gifs bei einigen Desktop Clients (Janetter z.B.) durchaus, weil Bilderlinks integriert werden. Was Twitter kann, sollte Facebook schon lange können.

Ich verstehe nicht so richtig, warum man nicht versucht die User a) länger auf der Seite zu halten, in dem ich ihnen mehr und besseren Content anbiete und b) sie von Tumblr & Co wegzulocken in dem ich ihnen bessere Möglichkeiten anbieten würde, eigenen Content zu schaffen. Und ihn findbar zu machen.

Der Innovationsstau bei Facebook ist schon besorgniserregend. Und ärgert mich als Nutzer außerdem. Innovation, der neue heiße Scheiß, ist aber genau das, was Internetuser, vor allem die jungen, gerne sehen. Facebook wird nicht implodieren, wie Wolfgang meint, aber es könnte in eine kleine Krise rutschen, weil man wichtige Teile der Zielgruppe verlieren könnte.

Von der Kirche bis zum Internet

Ich kann den Frust von Sascha Lobo verstehen. Ich habe das ähnlich empfunden, als mir im Sommer klar wurde, dass die Überwachung des Netzes derartig weit fortgeschritten ist. Man fühlt sich etwas ratlos, stumpf und hilflos, zumal die Überwachung ja nicht spürbar ist. Aber sie nistet sich wie ein unsichtbarer Nebel im Kopf ein und der innere Zensor springt vielleicht hier und da schon früher an, als es vor Snowden der Fall war. Aber ich stimme nicht mit Sascha überein, wenn es um die Frage geht, ob das Internet “kaputt” ist.

Als Johannes Gutenberg um 1450 die beweglichen Lettern und damit den modernen Buchdruck erfand, gab es eine Menge Leute, die echt sauer waren. Vor allem innerhalb der katholischen Kirche. Aber nicht sofort. Zunächst war man recht angetan von der Sache, diente das neue Druckverfahren doch auch dazu, dass man die Bibel schneller und kosteneffizienter verbreiten konnte. Denn zuvor waren ganze Klöster monatelang damit beschäftigt auch nur ein Exemplar handschriftlich zu erstellen. Die Mühe konnte man sich jetzt sparen. Womit die Kirche aber nicht gerechnet hatte, war die Tatsache, dass nicht nur jeder mit ein bisschen Geschick drucken konnte, sondern auch dass jeder den Inhalt der Bibel verändern konnte. Prominentestes Beispiel war dann später Luther, der seine Fassung der Bibel dank der Druckwerkzeuge unters Volk bringen konnte.

Doch bevor Luther überhaupt auf seine Ideen kam, hatte die Kirche mit anderen Problemen zu kämpfen. Denn plötzlich neigten Hinz und Kunz dazu, sich eine Variante der Bibel drucken zu lassen, die gerade ihnen in Kram passte. Oder mit der man viel Geld verdienen konnte. Im Grunde ein früher Urheberrechtsstreit zwischen Rechteinhaber und Kopierern. Man löste das Problem elegant, in dem man sich europaweit bemühte Druck auf Staaten, Stadtstaaten, Bürgermeister usw. auszuüben und man führte ein Lizenzsystem ein. Nur wer “die echte” Bibel drucken wollte, der bekam auch eine Lizenz zum Buchdruck. Teilweise wurde pro Stadt nur eine Lizenz vergeben, die praktischerweise bei der Kirche landete. Alle Druckereien wurden überwacht und stichprobenartig überprüft. Hat es deswegen das Buch kaputt gemacht? Eher nicht. Und auch als die Kirche sich mit allen Mitteln gegen die Verbreitung der Luther-Bibel wehrte, änderte das nichts. Weder konnte die Überwachung der Druckereien, noch konnten Strafen die Verbreitung verhindern. Mitte des 17. Jahrhunderts stand die Luther-Bibel in 40 % aller deutschsprachigen Haushalte.

Im Grunde war durch den vehementen Kontrolleingriff der Kirche der Buchdruck zunächst einmal so gut wie tot. In manchen Gegenden durften die Druckereien gar nichts anderes mehr als die von der Kirche sanktionierte Bibel mehr drucken. Manche Staatsfürsten verboten den Buchdruck gleich ganz. Geholfen hat es am Ende nichts.

Denn gewisse Dinge lassen sich nicht mehr aus der Welt schaffen. Ideen und Technologien gehören dazu, wenn sie denn einmal eine gewisse Verbreitung erlangt haben. Man kann sie temporär eingrenzen, verbieten, aber nicht aus der Welt schaffen. Im Fall des Buchdrucks wanderten die Druckereien einfach in die Keller der Wohnhäuser, oder man druckte in den deutlich schwerer zu kontrollierenden ländlichen Gebieten. Am Ende war das Buch der große Befreier der Menschen, denn ein Buch verbreitet Gedanken, Ideen, Träume, Möglichkeiten und schafft Hilfe.

Auf jede Aktion erfolgt eine Reaktion. Dieser physikalische Grundsatz gilt auch für disruptive Technologien, die eine Bedrohung für den Status quo darstellen. Nach einem Jahrzehnt des fast unkontrollierten Wachstums des Netzes erleben wir seit Anfang der 2000er Jahre nach und nach stärkere Kontrollen durch die Industrie und staatliche Organisationen. Die Unterhaltungsindustrie überwacht sämtliche Torrentnetzwerke, die NSA den ganzen Rest. Aber die Technologien und die Möglichkeiten des Internets haben sich durch die Überwachung nicht verändert. Auch die mit dem Netz verbundenen, immer noch etwas diffusen Utopien in Sachen Mitbestimmung usw. sind deswegen nicht verloren, noch fallen sie auf einen Status quo ante zurück.

Veränderungen benötigen Zeit. Von Guttenberg bis Luther waren es knapp 100 Jahre. Von Luther bis zur Französischen Revolution noch mal weitere 250 Jahre. Das Internet als neues Medium, das alle bisherigen Medienkanäle vereint und die Demokratisierung der medialen Produktion und der Kommunikation in den Bereich der Anarchie getrieben, ist gerade mal 20 Jahre alt. Das ist ein so kleiner Zeitraum, dass man ihn historisch kaum messen kann. Was wir gerade erleben, ist der Versuch, die Büchse der Pandora zu schließen. Was man auch teilweise verstehen kann, wenn man über Bedrohungsszenarien nachdenkt. Aber zum einen bekommt man diese Büchse nicht mehr zu, zum anderen lag auf dem Boden der Büchse noch was anderes als Schmerz und Leid: Hoffnung.

Und ich habe die Hoffnung, dass sich die Gewichte im Laufe der Zeit wieder neu verteilen werden. Dass digitale Bürger- und Freiheitsrechte akzeptiert werden, dass die Überwachung und die Speicherung privater wie wirtschaftlicher Daten eingeschränkt wird. Wir erleben einen solche Verschiebung der Gewichte interessanterweise vielleicht gerade in der EU in Sachen Vorratsdatenspeicherung. Das Internet ist also nicht kaputt, es durchlebt nur gerade eine Wandlung und es zerren ganz schön viele Leute an allen Seiten. Wie die Wandlung am Ende aussehen wird, bestimmen aber auch die Menschen, die die guten Seiten des Internet leben, lieben und weiter ausbauen. Die Strategien dafür sind vorhanden, es geht wie in all den Jahren zuvor darum, sie nach und nach umzusetzen. Und daran verändert die Überwachung, so wie sie sich jetzt darstellt, auch nichts.

Las Vegas – Bilder Januar 2014

Knapp 36 Stunden Aufenthalt in Las Vegas und ein Besuch bei der CES. Da bleibt nicht viel Zeit für Fotos. Da bleibt überhaupt wenig Zeit für irgendetwas. Die meisten Bilder habe ich mit dem Lumia 920 gemacht. Wenn es noch ein bisschen bessere Fotos machen würde, dann hätte ich die DSLR zu Hause gelassen.

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CES – Autonomes Fahren & das Auto redet

Vor ein paar Wochen habe ich für das c’t Magazin schon mal über den Stand der Dinge im Bereich “autonomes Fahren” berichtet. Probleme mit der Umsetzung gibt es viele. Zum einen die Frage, wie man die Kartendaten Tages- und Stundenaktuell hält. Neue Baustellen usw. müssen ja schnell im System vorhanden sein. Ein anderes Problem ist das “Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr”, eine Art EU-Regelung, die des den Autos verbietet, komplett autonom unterwegs zu sein. Um so interessanter ist es, dass Mercedes nun ankündigt, dass man in cirka 5 Jahren autonom auf Autobahnen unterwegs sein kann. Eventuell, je nach Lage mit den Gesetzen, soll es sogar noch schneller gehen. Das ist insofern überraschend, weil man vor drei Monaten noch das Jahr 2020 angekündigt hatte.

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Das klingt erst einmal nach einer “Ok, das ist ja sehr nett, aber auch nicht so spannend” Geschichte. Allerdings ist die Tatsache, dass Fahrzeuge in Zukunft autonom unterwegs sein können, ein “Gamechanger”, nicht nur für die Autobranche oder die Fahrer. Denn in den Autos steckt nicht nur jede Menge Software, das Auto sendet auch Daten raus. Zwischen dem Fahrzeug und dem Hersteller besteht eine permanente Datenverbindung, ähnlich wie bei einem Smartphone. Und ähnlich wie Smartphones Daten versenden, sendet auch das Fahrzeug jede Menge Daten nach außen. Das sind vor allem GPS-Daten und schon allein das mag manchen Fahrer schon stören. Mercedes verspricht, dass die Daten anonymisiert werden und weist auch darauf hin, dass heutige Navigationsgeräte verschiedener Hersteller die Daten sammeln und zum Beispiel zur Stauwarnung verwenden.

Doch ein Auto sammelt ja noch mehr Daten und auch diese werden permanent übermittelt. Diese Daten interessieren vor allem Versicherungen. Denn mittels der Daten lassen sich Unfälle und damit verbundene Ansprüche leichter klären. Positiv ausgedrückt: Lügner werden schneller erkannt. Die ersten Versicherungen bieten schon Tarife an, die den Einbau einer “BlackBox” voraussetzen. Die Daten sollen nach einem halben Jahr gelöscht werden. Durchaus vorstellbar, dass Versicherungen in Zukunft auch Zugriff von den Datenstrom der Fahrzeuge hat. Mercedes lehnt das zu diesem Zeitpunkt ab. Und überhaupt will man die Daten unbedingt anonym empfangen, denn man ist sich bewusst, dass es früher oder später Begehrlichkeiten geben wird. Polizei und andere Behörden werden gerne Zugriff auf die Daten nehmen, vor allem, wenn sie mit einem bestimmten Fahrer verbunden sind. Theoretisch ist es möglich, dass ein Hersteller sein Fahrzeug auch fremdsteuern und lahmlegen kann. In der Verträgen der Käufer des neuen Elektroauto “Renault Zoe” ist die Passage sogar verankert. Kann der Käufer die Leasinggebühr für das Fahrzeug nicht mehr zahlen, kann Renault das Auto über den Akku lahmlegen. Man kann jetzt schon Sicherheitsbehörden hören, die den Zugang zu einem solchen “Kill Switch” fordern.

Eine andere interessante Entwicklung ist etwas, was Mercedes “Predictive User Experience” nennt. Im Grunde soll das Auto erkenne, wer da gerade eingestiegen ist und stellt Sitz, Heizung, Radio usw. auf die gewünschten Einstellungen ein. Das geht schon heute, soll in Zukunft aber noch einen Schritt weiter gehen. Vor allem über die Verzahnung mit dem Smartphone wird da eine große Rolle spielen. So soll das Auto in der Lage sein Verspätungen durch Staus an ausgewählte Empfänger weiterzuleiten, ohne das der Fahrer etwas machen muss. Auch hier stellt sich die Frage, wie viele Daten da über die Netzwerke laufen und von wem sie eventuell gesammelt werden können.

Zu dem Thema kommt von mir später noch etwas mehr in der c’t und hier im Blog. Vor allem das Thema Datensicherheit wird eine Rolle spielen.

Reisen 2013

Letzer Teil der Rückblicks. Wieder in Bildern. War dieses Jahr gar nicht soooo viel unterwegs.

Februar
Barcelona (Mercedes)
Text Mercedes E-Klasse. Vor allem der E63 erfreute die anwesenden Blogger und Journalisten. Kunststück, bei 585 PS.
Reisen_01
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