Mobilitätskonzepte der deutschen Autokonzerne

Eine Runde Autoblogger hat sich angeschaut, wie die deutschen Autokonzerne in verschiedenen Bereichen des Wettbewerbs aufgestellt sind. Hier mein Blick auf die Mobilitätskonzepte der Zukunft. Links zu den Kollegen am Ende des Artikels.

Vor ein paar Tagen veröffentlichte das Bundesamt für Statistik eine für die Autohersteller alarmierende Studie. In der heißt es, dass in Städten mit mehr als 500.000 Einwohner in Deutschland schon 30% aller Haushalte gar kein Auto mehr besitzen. Neben dieser beeindruckenden Zahl ist deren Wachstum ebenfalls spannend. Denn vor 10 Jahren betrug die Zahl noch 22%. Oder anders ausgedrückt: 8% der Deutschen entschieden sich in den letzten 10 Jahren dazu, kein Auto mehr besitzen zu wollen. Also auch 8% weniger Umsatz für die gesamte Industrie. Die das, wegen des Wachstums in Asien locker verschmerzen kann, aber ein Warnsignal ist das schon.

Die erste Frage ist natürlich, warum die Deutschen weniger Autos kaufen. Die wirtschaftlichen Indikatoren sind gut, zwischendrin gab es auch noch die Abwrackprämie und viele deutsche Hersteller locken mit günstigen Leasingangeboten. Dazu kommt, dass einige Hersteller, hier vor allem VW, neue Kleinwagen aufgelegt haben, die gut in die Stadt passen.

Doch auf der anderen Seite stehen die rasant gestiegenen Kosten, vor allem bei den Benzinpreisen, aber auch im Bereich der Parkplätze. Rechnet man die monatlichen Kosten für einen fünf Jahre alten Golf mal zusammen, kommt man mit Werkstatt, Steuer, Sprit, Wertverlust usw. auf immerhin 271 Euro. Gleichzeitig haben viele Ballungsgebiete in Sachen ÖPNV massiv nachgelegt. Busse und Bahnen fahren mit engeren Taktungen, Linien wurden ausgebaut. Mittlerweile ist man mit dem ÖPNV meist schneller auf der Arbeit, als mit dem Auto, mit dem man Morgens und Abends im Stau steht. Die Verkehrssituation ist in einigen Gebieten wirklich miserabel. So sehr, dass zum Beispiel VW dazu übergangen ist, die Arbeitszeiten zu flexibilisieren (mittig im Text), damit die morgendlichen Staus kleiner werden.

Dass das Auto auch auf lange Sicht für die individuelle Mobilität unverzichtbar sein wird, steht außer Frage. Zumindest, wenn man nicht direkt in der Stadt lebt. In Ballungsgebieten, also dort, wo in Deutschland ein Großteil der Menschen lebt, sieht die Sache anders aus. Und wie sind die deutschen Hersteller darauf eingestellt?

Mercedes und BMW haben schon erkannt, dass der Absatz der eigenen Produkte in europäischen Ballungszentren rückläufig ist. Die Reaktion bestand im Aufbau eigener Carsharing Netzwerke. BMW setzt in Zusammenarbeit mit “Sixt” auf das System “DriveNow”, Mercedes hat zusammen mit Europcar “car2go” ins Leben gerufen. Beide Systeme sind erfolgreich, auch wenn die Umsätze sich teilweise noch schleppend entwickeln, was auch an den Preisen und der Verfügbarkeit der Autos liegt. Bei Mercedes sieht man die “Sharing-Kultur” auch in anderen Bereichen wachsen. In den USA testet man gerade eine Art betreuten Kinderfahrdienst. Eltern können ihre Sprößlinge in einem Kleinbus verfrachten, der Fahrer sorgt dafür, dass die Kinder auch wirklich zum Sport gehen und bringt sie danach wieder nach Hause.

Eine Hoffnung, den klassischen Individualverkehr aufrecht zu erhalten, liegt in selbstfahrenden Autos. Wenn man sich um die Bedienung des Autos nicht mehr kümmern muss und man nebenbei im Auto lesen oder arbeiten kann, greifen die Menschen wieder mehr zum eigenen Fahrzeug, so der Gedanke. Doch so leicht wird die Sache nicht. Denn die Kosten für die neue Technologie sind noch so hoch, dass sich der Einbau in Kleinfahrzeuge nicht lohnt. Es wird noch mindestens zehn Jahre dauern, bis die Technik so günstig ist, dass kleine Elektrofahrzeuge automatisiert durch die Gegend rauschen. Für die Zwischenzeit hoffen wenigstens BMW und Mercedes, dass sie mit dem Carsharing eventuelle Verluste ausgleichen können.

Und was ist mit Audi, bzw. VW? Erstaunlicherweise tut sich in der VW-Gruppe zumindest offiziell nichts. Ein eigenes Carsharing-Angebot ist nicht zu sehen (Update: das ist so nicht korrekt, VW bietet in Hannover ein System an.), obwohl zumindest VW mit dem “Up” das ideale Auto dafür hätte. Verpennt da jemand einen Trend? Bei Audi gibt es zumindest eine neue, allerdings bisher kaum bekannte, Leasing-Variante. “Audi select” heißt das Ganze. Der Kunde kann aus drei Modellen pro Jahr wählen, zahlt eine etwas erhöhte Leasinggebühr, die dann dafür aber etliche Kosten (Versicherung, Inspektion) umfasst. So kann man sich im Winter einen SUV und im Sommer ein Cabrio besorgen, ohne dass man einen lästigen Leasingvertrag wechseln muss. Aber eine Antwort auf die drängenden Mobilitätsfragen in Ballungszentren ist das nicht.

Doch man wäre gut beraten, wenn man in diesem Bereich investiert. Eine “City-Maut” wie sie London schon eingeführt, ist in Zeiten klammer Kassen der Kommunen nicht sehr unwahrscheinlich, auch nicht, dass man in einigen Städten den Verkehr stärker reglementiert. Dazu gehören bevorzugte Spuren für Busse, mehr Parkplätze für Carsharing-Unternehmen oder generell verteuerte Parkplätze. Und das Benzin wird auch nicht günstiger.

Während also Mercedes und BMW an Antworten basteln, scheint man bei VW/Audi noch ein wenig im Dunkeln zu tappen. Eine klare Strategie ist zumindest nicht zu erkennen. Es gibt zwar Think Tanks wie das “Audi Urban Future Initiative“, aber bis diese Ideen dann auch am Markt umgesetzt werden können, vergehen noch Jahre. Es ist ein wenig überraschend, dass ausgerechnet Audi den Claim “Vorsprung durch Technik” in Sachen Zukunft der Mobilität nicht umsetzt.

Global betrachtet sind BMW und Mercedes für eine Zukunft, die mehr auf eine Sharing-Kultur setzt, gut aufgestellt. Denn auch in den Großstädten in Asien und in den USA überlegt man sich, wie man auf den wachsenden Verkehr und die gleichzeitige Verknappung der Rohstoffe reagieren soll. Die beiden deutschen Hersteller haben mit ihren Carsharing-Systemen zumindest einen Grundstock gelegt, Mercedes ist mit “car2go” in verschiedenen Städten der USA auch schon aktiv. VW/Audi muss da schnell aufholen, was angesichts der Möglichkeiten des Konzerns sicher machbar ist. Warum man so lange wartet, ist dann das Rätsel.

(Disclaimer: Ich bin Communications Director bei Allryder, einem Startup, dass mit car2go und DriveNow zusammenarbeitet)

Thomas Majchrzak zu BMW
Jens Stratmann zu Audi
Robert Basic zum Thema Autoindustrie insgesamt
Besim Karadeniz zum Thema Opel

Bookmarks vom 20.05.14 bis 30.05.14

Gesammelte Links:

  • Mehr Punk, weniger Hölle! – News Ausland: Europa – tagesanzeiger.ch – Um die Kühnheit der Wähler von Reykjavik zu würdigen, genügt es, die wichtigsten Wahlversprechen der Besten Partei nachzulesen. Sie versprach:

    Gratishandtücher in den Schwimmbädern.
    Einen Eisbären im Zoo.
    Den Import von Juden, «damit endlich jemand, der etwas von Wirtschaft versteht, nach Island kommt».
    Ein drogenfreies Parlament bis 2020.
    Tatenlosigkeit: «Wir haben ein Leben hart gearbeitet und wollen uns nun vier Jahre gut bezahlt erholen.»
    Ein Disneyland mit wöchentlichem Gratiseintritt für Arbeitslose, «wo sie sich mit Goofy fotografieren dürfen».
    Mehr Nähe zur Landbevölkerung: «Jeder isländische Bauer soll gratis ein Schaf ins Hotel nehmen dürfen.»
    Gratis-Bustickets. (Mit dem Zusatz: «Wir können mehr versprechen als alle anderen Parteien, weil wir jedes Wahlversprechen brechen werden.»)

  • Harpo Marx Naked – Neatorama – One day, when Thalberg returned to his office, he discovered all three Marx Brothers (Harpo, Groucho, and Chico) sitting naked on the floor of his office. The boys had started a bonfire in the middle of Thalberg's office and they sat roasting potatoes over the fire. A good sport, Thalberg told the boys to get some butter from the studio commissary, which Harpo did, and they all ate the potatoes together. (I am assuming Harpo put on his clothes before going to the commissary.)

    Incidentally, after this incident, Thalberg never kept the boys waiting again.

  • Allergietest für 2525 Dollar: Gesundheitssystem der USA – SPIEGEL ONLINE – Es fällt schwer, angesichts solcher Beträge die Fassung zu wahren. Jede Klinik hat ihre eigenen Preislisten. "Chargemaster" nennen sich diese Datenkonvolute, die vor allem eines lehren: dass die Idee, der Markt könne das Gesundheitswesen regulieren, in Amerika gründlich gescheitert ist. Ein System, in dem die Anbieter die Preise nach Gutdünken festlegen können, hat mit Marktwirtschaft nichts zu tun.
  • Der VICE-Guide zur Kritischen Theorie | VICE Deutschland – Wenn du darüber hinaus das Glück hast, etwas zu studieren, was mit dem Alten Griechenland oder Rom zu tun hat (und Akademiker führen im Grunde alles auf diese beiden kulturellen Sümpfe zurück), wirst du auch mit Latein und Altgriechisch kämpfen müssen. Latein ist immerhin in demselben Alphabet geschrieben, das du auch auf der Rückseite einer herkömmlichen Friends-DVD findest. Die griechische Schrift besteht dagegen aus einer Menge antiker Wingdings, viel Spaß also damit. Wenn du in deinem Essay über Wikinger-Sagas nicht ein paar geistreiche altnordische Referenzen einbauen kannst, kannst es vergessen, auf meinem Beiboot mit nach Asgard zu fahren. Und wenn es um Beowulf geht, muss der Ray-Winstone-Akzent eingebracht werden.
  • Von wo das Netz herkommt by Marcus Schwarze – Sehr lange, sehr spannende Reportage von Marcus über das Silicon Valley, was ja nicht mehr richtig Silicon ist, sondern eher Developer Valley. Würde auch gerne mal 3 Monate da leben.
  • Wer zahlt, der findet – Im Ententeich 15.05.2014 – Perlentaucher – Das digitale Archiv der Zeit ist – wie das Archiv von etwa 300 vorwiegend deutschsprachigen Zeitungen – in der Geniosdatenbank durchsuchbar. Diese kostenpflichtige Datenbank wird vom Handelsblatt und der FAZ betrieben. Der Artikel über Costeja González wäre also öffentlich für alle, die dafür bezahlen. Alle anderen erfahren nichts. Möglicherweise hätte nicht einmal Herr Costeja González davon erfahren, dass diese Anzeige immer noch im Netz präsent ist.
  • Synchronisation und “Shitstorm” (Skizze) – Ein System ohne "Shitstorm" geht eher in Richtung Putinismus. Das Doofe will ertragen und ignoriert werden. Der Impuls, es komplett vernichten zu wollen, führt zu hässlichen Rektoratsreden. Und die wollen wir nicht, die hatten wir schon mal.

Tempelhofer Freiheit vs. Metropole

Ich denke, dass die dann doch deutliche Mehrheit gegen die Bebauungspläne auf dem Tempelhofer Feld sich weniger gegen eine sanfte Umstrukturierung richtet (auch durch eine wie auch immer geartete Bebauung) sondern eher mit der Bau- und Mietpolitik des Wowereit-Senats der letzten Jahren abrechnet.

Man darf nicht vergessen, dass die teilweise unregulierte Gentrifizierung ganzer Stadtteile schon seit langem für Unmut quer durch alle Bevölkerungsschichten gesorgt hat. So sinnvoll eine vorsichtige Entwicklungspolitik auf dem Tempelhofer Feld vielleicht gewesen wäre – die Berliner haben offenbar mehrheitlich in Sachen Bau- und Wohnungspolitik einfach die Schnauze voll. Dass selbst in Zehlendorf und Charlottenburg 61% der Bürger gegen die Pläne des Senats gestimmt haben, macht das nur noch deutlicher.

Die Abstimmung ist auch ein Aufruf an die Berliner Politik, sich mal ernsthaft mit dem Problem des Wohnungsmarktes auseinander zu setzen. Wenn die SPD jetzt behauptet, die Berliner hätten gegen “billigere Mieten” gestimmt, ist das eine ziemlich unverschämte Verdrehung der Tatsache. Es ist ja die SPD, die die Verantwortung für den sich teilweise absurd entwickelten Wohnungsmarkt des letzten Jahrzehnts trägt. Auch die Aussage, es sei in Berlin immer noch günstiger als in Hamburg, München, Paris oder London ist ja nun wirklich kein Argument. Nur weil andere europäische Metropolen eine teilweise absurde Wohnungspolitik umgesetzt haben, muss Berlin ja nicht den gleichen Fehler machen. Ich kann auch keinen Vorteil erkennen, wenn sich die Mieten in Berlin wie in New York, San Francisco oder Zürich entwickeln.

Und, Weltkompakt…

Vielleicht kommen ja auch deswegen so viele Pariser und Londoner in den letzten Jahren nach Berlin, weil sie hier eben noch verhältnismäßig günstige Mieten vorgefunden haben.

Die Abstimmung zeigt auch, dass die Berliner, trotz eines quasi Bevölkerungsaustausches in den letzten 20 Jahren, gar nicht so verschieden sind. Sie sind eigensinnig, sie beobachten sehr genau, was vor sich geht, wie die Politik auf Probleme reagiert.

Und ja, Weltkompakt…

Es mag provinziell sein, wenn die Berliner quer durch alle Bezirke keine Lust auf ein Metropolen Dasein wie in den oben genannten Städten haben. Aber genau das hat Berlin in den letzten 20 Jahren überhaupt erst zu der international geachteten Metropole gemacht, die sie jetzt ist. Vielleicht ist das Festhalten und Beharren an Dingen wie familienfreundliche Kieze, bezahlbare Miete auch für Rentner usw. provinziell und nicht das, was man manche Menschen von einer internationalen Metropole erwarten. Vielleicht ist es aber auch genau das, was Berlin halt so lebenswert macht.

Und die schmale Hoffnung bleibt, dass der Senat aus dem Volksentscheid etwas lernt. Nämlich die einzigartige Vielfalt der Bezirke in Berlin zu fördern, den vorhandenen Wohnungsmarkt besser zu regulieren damit Familien auch weiter bezahlbare Wohnungen innerhalb des S-Bahnrings haben und vielleicht an anderen Stellen Neubauten zu fördern. Platz ist ja genug.

Bookmarks vom 13.05.14 bis 18.05.14

Gesammelte Links:

Bookmarks vom 08.05.14 bis 12.05.14

Gesammelte Links:

  • The solutions to all our problems may be buried in PDFs that nobody reads – Soso, es kann also sein, dass die Welt ein besserer Ort wäre, wenn die Menschen bei der Suche "filetype:pdf" eingeben würden. Oder wenn die Weltbank einfach eine vernünftige Redaktion und Social Media Mannschaft hätte, die die produzierten Inhalte pusht.
  • Spurious Correlations – Das ist auf so vielen Ebenen toll. Da sammelt und vergleicht jemand Daten, die nichts, aber auch gar nichts miteinander zu tun haben.
  • The 100 Best “B Movies” of All Time :: Movies :: Lists :: Paste – Ist ja bald wieder Winter, da braucht man so Listen mit B-Filmen.
  • Smart Grid – Smarte Überwachung vs. Energiewende von unten – Sehr interessante Slides zum Vortrag von Jens Scholz auf der #rp14 zum Thema Smartmeter/Smartgrids. Ich bin da skeptisch. Es gibt dieses, zugegebenermaßen, eher überzogene Buch namens "Blackout" von Marc Elsberg, in dem er einen parallelen Angriff auf Ebene der alten SCADA (http://de.wikipedia.org/wiki/Supervisory_Control_and_Data_Acquisition) Systeme und der Smartmeter beschreibt. Das Szenario scheint durchaus realistisch wie mir mal jemand von RWE berichtete.
    Aber – die Smartgrids bieten auch durchaus interessante Chancen für den Aufbau eigener lokaler Netze.
  • See epic computer sim re-create the universe – CNET – "In a project of galactic proportions, scientists plug the laws of physics, matter, dark matter, and dark energy into a supercomputer network to simulate the development of our universe, starting just after the Big Bang."

    Ja. Toll. Aber mich würde ja interessieren, was davor passiert ist.

Bookmarks vom 27.04.14 bis 07.05.14

Gesammelte Links:

  • Navi essen unseren Orientierungssinn auf | ZEIT ONLINE – Und ähnlich wie man bei Autorenlesungen darauf wetten kann, dass hinterher eine ältere Dame "Ist das alles autobiografisch?" fragen wird, steht bei diesen Anlässen immer ein älterer Herr auf und sagt, das sei ja alles schön und gut, aber am Beispiel des Navis könne man doch ganz unmittelbar sehen, dass die Technik unsere Gehirne beeinträchtige. Die Menschen verlören den Orientierungssinn und landeten andauernd mit ihren Autos in anderer Leute Wohnzimmer!
  • Amazon Twitter AmazonCart – Business Insider – I don't get it. Statt einen Klick zu machen, dann einen weiteren, kann ich demnächst einen Tweet schreiben, den ich mit einem Hashtag versehe um dann auf eine Antwort zu warten, um dann evtl. einen Klick zu machen? Nur damit ich die App nicht verlasse? Ist das "Lust am Experiment" oder ist das schon Verzweiflung?
  • Mark Coatney Says Tumblr Ad Revenue Struggling – Business Insider – Vermutlich machen die Porneaux Tumblr den meisten Traffic. Vermutlich könnte man da eine Menge Geld verdienen. Vermutlich will man das Yahoo so nicht.
  • Twitter is not dying. It’s on the cusp of getting much bigger. – I don't know. Wie neulich schon mal geschrieben, verstehe ich die grundsätzliche Entwicklungspolitik von Twitter nicht. Will man mehr Facebook sein? Oder G+? Will man die 140 Zeichen aufgeben? Grundsätzlich stimmt es schon, dass das Geschäftsfeld von Twitter klein ist, weil es von 80% aller User als Feed genutzt wird.
  • Princeton Concludes What Kind of Government America Really Has, and It’s Not a Democracy – PolicyMic – Amerika ist keine Demokratie. Amerika hat eine Oligarchie.

Bookmarks vom 18.04.14 bis 22.04.14

Gesammelte Links:

  • Gesellschaft ? Der gescheiterte Kapitalismus — der Freitag – "Piketty bemerkt, dass die Reichen gut darin sind, ihre Vermögen der Besteuerung zu entziehen, und dass der Anteil am gesatmen Steueraufkommen, der von den mittleren Einkommen getragen wird, immer weiter ansteigt."

    Jetzt mache ich mal einen auf Krawall-Rentner: Sag ich doch seit Jahren. Die Steuerprogression zwischen 30 und 50.000 Euro ist enorm. Und liegt genau im Gehaltsbereich der meisten Mittelständler. Während das "früher" ausreichte um zu sparen, ein Haus zu bauen usw. reicht es heute gerade aus, die Familie zu ernähren. Alles andere: Sie die Links weiter unten.

  • The print vs digital revenue-split: where does the balance lie? – Siehe eins drunter.
  • Fragmentation & Branding – The future of media | Shane O Leary – Zwei interessante Links zum Thema, wie sich die Finanzierung der Medien in Zukunft entwickeln könnte. Und das Display-Ads dank Adblock ziemlich kaputt sind. Die Tage schon auf Facebook eine kurze Diskussion darüber geführt, dass die Diskrepanz zwischen den Kosten einer Anzeige in Print verglichen mit Online in keinem Verhältnis stehen. Wobei die Rechnung auch so aussehen kann, das Online Werbung, in egal welcher Form, einfach zu günstig ist. Auf der anderen Seite: Im folgenden Link sieht man zumindest für die ausgewählten Beispiele, dass die hohen Preise im Print die Onlinemedien noch eine ganze Zeit finanzieren werden.
  • How Underpaid German Workers Helped Cause Europe’s Debt Crisis – NYTimes.com – Interessante Analyse aus der NYT. Die Überschrift sagt schon einiges. In den Grafiken kann man sehen, wie sich die Löhne in Deutschland entwickelt haben. Wenn man die Inflation, gestiegene Abgaben usw. mit einbezieht, hat die Mittelklasse in den letzten Jahren drauf gezahlt. Auf der anderen Seite haben die niedrigen Löhne dafür gesorgt, dass die bestimmte Industriebereiche massiv profitiert haben. Das gilt insbesondere für die Teile der Autoindustrie, die noch hier fertig. (Viel ist es nicht mehr). Die Klagen der Nachbarländer, dass Arbeitnehmer aus Deutschland auf den eigenen Markt strömen, sind ja auch nicht gerade neu. Der Vorwurf, dass Deutschland auf dem Rücken der Nachbarländer seine Wirtschaft hegt und pflegt, ist nicht von der Hand zu weisen, auf der anderen Seite zahlt Deutschland auch für die Auswirkungen dieser Politik. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass es in Europa einfach an einer gemeinsamen Wirtschaftspolitik fehlt und die Nationalstaaten weiter an eigenen Lösungen basteln.
  • „Bild“-Chef Diekmann über taz-Geburtstag: „Sie verkaufen zu wenige Zeitungen“ – taz.de – Wenn ich meine Inhalte verschenke, macht eine Social-Media-Strategie nur Sinn, wenn ich auf Reichweite, Reichweite, Reichweite aus bin, wie beispielsweise die Huffington Post oder Buzzfeed. Wenn du aber die Reichweite nicht monetarisierst oder von den Besuchern direkt Geld bekommst, dann verabschiedest du dich von deiner Zukunft. Das ist eine Sache, die mich echt umtreibt: Wir sind alle Journalisten geworden, weil die Neugierde Teil unserer DNA ist, weil wir das Neue einfordern, weil wir den notwendigen Wandel in vielen anderen Branchen einfordern. Ich sehe fassungslos dabei zu, wie schwer sich ausgerechnet unsere Branche mit den Veränderungen tut.