Bookmarks vom 18.06.14 bis 01.07.14

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  • Geiler Content ist wie Flaschenpost – Abgesang auf die Marketing-Technokraten | Ich sag mal – "Das Onlinemarketing habe seine besten Zeiten bereits hinter sich. Und so toll sind selbst die Erfolge der Datenspuren-Leser nicht. Die Profiling-Jünger sind bei der Analyse und Prognose des Kundenverhaltens so erfolglos wie die Hirnforscher beim Nachbau des Gehirns von Fröschen. Es gelingt einfach nicht."

    Jo. Der Zahlenfetisch in vielen Unternehmen ist schon schlimm. Aber wie soll man "dieses Internet" auch messen? Da werden Millionen an Euro ins Netz gekippt, das muss man ja irgendwie rechtfertigen. Produkt Manager wollen Zahlen und müssen Zahlen weitergeben. Und es sieht schlecht aus, wenn die Zahlen mal nicht die Zielvorgaben erreichen. Also rechnet man jede Möglichkeit des Scheiterns heraus. So weit es eben geht. Es ist oft pure Verzweiflung, an der bestimmte Agenturen gut verdienen. Denn zur Not kann man den Misserfolg ja dann auf die Agentur schieben.

    Das gilt auch für die ganzen SEO Esoteriker. Was man nicht so alles machen soll. Artikel dürfen nicht zu lang, aber auch nicht zu kurz sein. Keywords – immer wichtig, aber nicht immer. Vielleicht ein paar, oder weniger. Man weiß es nicht. Viele Links bitte, oder vielleicht auch nicht, jetzt, wo es das neue Google Update gibt. Lustigerweise ist das alles völlig egal, wie ich (ich gebe zu mit einem gewissen Amusement) feststelle, wenn ich mal die Keywords beim Racingblog google. Unsere Artikel sind viel zu lang, Keyword interessieren uns nicht, Links haben wir selten drin und vermutlich machen wir sonst auch alles falsch. Aber bei bestimmten Veranstaltungen wie den am Wochenende des 24H Rennen von Le Mans, liegen wir irgendwo zwischen Platz 1 und 5 auf der ersten Seite der Suchergebnisse. Ich nehme das immer zum Anlass zu behaupten, dass es völlig wurscht ist, wie lang Texte sind usw. Es geht nur darum, dass man guten Content hat, den Leute mögen. Und guten Content erstellt man nicht mit Zahlen im Kopf sondern mit Leidenschaft im Herzen.

  • 60 Stimmen: “Stop the press!” – Die Angst vor der Geburt – BRIGITTE – Wer auf eine Geburt vorbereitet sein möchte, sollte vorab ein Baby bekommen. Gewisse Logikfehler machen dies für die erste Geburt unmöglich, also empfehle ich ab dem 4. Monat mit wilden Berggorillas oder Wölfen zu leben. Oder sich im Alltag abzuhärten: Bitten Sie zwei Ihnen nur wenig bekannte Menschen, Ihnen dabei zuzusehen, wie sie sich nackt in Hockstellung erleichtern und dabei aus vollen Halse brüllen.
  • Hermes Phettberg: Der Elende aus Gumpendorf | ZEIT ONLINE – Doch Phettberg verreckt ums Verrecken nicht, er geht bei gutem Wetter jeden Tag auf die Straße, besucht Wirtshäuser und Cafés, sabbert, stottert, lässt sich Texte vorlesen, begegnet seinem gigantischen Leid mit jener stoischen, katholischen Geduld, die man ihn auf dem Land lernte: Du hast deine Last zu tragen. Du hast deine Last zu ertragen. "Wenn länger keine Sonne scheint, will ich sterben", sagt Phettberg. Und: "Schön langsam wird's mir fad."
  • One Woman, 17 British Accents – Anglophenia Ep 5 – YouTube – Ich habe ja eine heimliche Schwäche englische Dialekte. Es gibt da einen, der mich, wenn von einer Frau gesprochen, regelmäßig … sagen wir mal… erfreut. Klappt auch mit Frauen, die den Wiener Dialekt beherrschen.
    Außerdem fällt mir gerade ein, dass ich selber mal mehrererere deutsche Dialekte beherrschte. Als Jugendlicher hatte ich viel Zeit und irgendwann mal eine Faszination für Dialekte entwickelt, ink. Ost-Preussisch. Alles wieder vergessen. Ich habe geburtsbedingt einen mittelmäßig ausgeprägten rheinischen Dialekt, kann ein wenig Hessisch und Sächsisch. Aber Ost-Preussisch würde ich gerne wieder können.
  • Heute in der SZ, vollständiger Text: DIE ROLLING STONES IN WIEN | Auf der Borderline nachts um halb eins. – Auch der bitterböse Satz „Frank Schirrmacher mußte sterben, und Mick Jagger lebt immer noch“, den mir ein Kollege entrüstet nachrief, als ich zum Stadion fuhr, geht in die falsche Richtung („Dafür ist Michael Schumacher aufgewacht“, gab ich gallig zurück). Nein, die Zeit der Missgunst, des Neides, der ewigen Häme gegenüber den Stones ist vorbei. Sie haben nicht nur ihre Gegner, sondern den Zeitgeist eines halben Jahrhunderts ausgesessen. Nicht nur wie Helmut Kohl durch Ignoranz und Sitzfleisch, sondern durch Kraft und Intelligenz.
  • 84. – Als wir im Jahr vor Fannys Geburt in New York gewesen waren, hatten wir noch in eine tiefe Grube gesehen, an den Zäunen Zettel, Flugblätter, Blumen. Nun, am gegenüberliegenden Ufer, schämte ich mich, weil ich bei meinen Versuchen, mir den 11.September vorzustellen, immer die Fähren vergessen hatte, die an jenem Tag Davongekommene aufgenommen und über den Hudson River nach Jersey City evakuiert hatten. An der Waterfront erinnerte eine Tafel an die Feuerwehrmänner, die ums Leben gekommen waren: You went in, when we came out. Ein verbogener Stahlträger, um dessen Nieten Menschen Freundschaftbänder gewickelt hatten, ein Block weiter ein Denkmal für die in Katyn von der Roten Armee ermordeten polnischen Offiziere.

24 Stunden Rennen am Nürburgring

Ich war am Wochenende beim 24H Rennen am Nürburgring. Wie immer, ein tolles Erlebnis und da ich ein wenig Zeit hatte, konnte ich mit der Kamera mal ein wenig rumstreunen. Das Rennen wird zwar von den Profis gewonnen, aber getragen wird das Rennen von rund 140 Teams, alles Amateure, Privatfahrer, die teilweise ihr Erspartes für dieses eine Rennen ausgeben. Nicht um zu gewinnen, sondern um dabei zu sein. Also mal ein Blick auf diejenigen, die hinter den Kulissen unterwegs sind und die das Rennen zu einer Familienfeier machen.

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Bookmarks vom 12.06.14 bis 17.06.14

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  • when a sloppy designer starts working in an organized designer’s PSD – Könnte ich stundenlang ansehen, das GIF
  • Stefan Niggemeier | Schirrmacher und der Hund – Wenn der Pförtner sich nicht traut, den Herausgeberhund des Hauses zu verweisen, dann müsste ich eben meinen Hund als seinen ausgeben. Wenn mich jemand fragt, sollte ich sagen: Das ist der Hund von Schirrmacher. So würde es gehen.
  • fuck you very much – We dream. – Tolles Foto
  • kuenstlerleben | Just another WordPress.com site – Es wird ja immer viel darüber geschrieben, dass Blogs auch nicht mehr funktionieren. Dass man sich eine thematische Lücke suchen muss. SEO nicht vergessen. Das ist alles Quatsch. Das verlinkte Blog lese ich seit Jahren, ich kenne sogar noch seine alte Seite, bevor er zu WordPress gezogen ist. Es ist das Blog eines 81jährigen, sehr munteren Deutschen, der 1957 in die USA ausgewandert ist und seinen Lebensabend mit seiner Frau irgendwo in Arkansas verbringt. Er bloggt über seine Enkelin, sein kleines Anwesen, dass Kaff in dem er lebt. Er fotografiert seine Katze (viel zu selten) aber auch mal seinen neuen Drucker oder Blumen. Er schreibt über seine Frau, seine Zeit in Deutschland, wie er es in den USA geschafft hat und übers Wetter. Das ist alles gar nicht literarisch aber das ist auch vollkommen egal. Ich folge diesem liebenswerten Menschen so lange, dass er mir ans Herz gewachsen ist. Es ist also kein besonderes Blog, aber es macht alles genau so, wie es ein Blog machen sollte. Ich freue mich über jeden neuen Eintrag.
    Warum ich das jetzt hier verlinke? Vor ein paar Tagen schrieb er: "Warum habe ich nicht damals die Fragen an Leute gestellt als sie noch am Leben waren. Heute ist es zu spaet, weil sie weggestorben sind und heute moechte ich von ihnen so vieles wissen, beispielsweise auch bei meinen Grosseltern, wie zu deren Zeiten vieles war. Aber warum haben sie mir selber nicht so vieles aus ihrem Leben erzaehlt, auch wenn es nicht unbedingt so super interessant sein musste?"

    Da dachte ich: Stimmt, warum habe ich dieses wunderbare kleine Blog nicht schon viel früher verlinkt.

  • wondergirl — Disziplin 2.0 – Die Mechanismen dahinter sind eigentlich ziemlich klar. Ungefragt fotografiert werden kaum die schlanken, gepflegten, angemessen gekleideten, sexuell unauffälligen Menschen, die offensichtlich bei geistiger Klarheit sind, sondern halt die Anderen.
  • Nicht das Internet ist pervers, sondern die Situation, in der… – Was passiert also mit dem Internet? Es knackt manche lokalen Oligopole und ersetzt es durch andere. Es verschärft Konzentrationstendenzen im Kapitalismus. Es arbeitet Kontraste stärker hervor, es macht gnadenlos sichtbar – sogar die NSA und andere Machtinstrumente, weil es sie dazu zwingt, sich zu überdehnen und irgendwann so groß zu werden, dass sie nicht mehr übersehbar sind

Bookmarks vom 31.05.14 bis 12.06.14

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  • Die Wahrheit: Weg mit dem Ball! – taz.de – Die Stadien hatten einst den spröden (Beton-)Charme großer, lichter, sozialdemokratischer Wurstkessel und Palaverstätten. Heute sind das faschistoide, wichtigtuerisch und rücksichtslos in die Gegend geklotzte Eventbunker mit streng abgegrenzten Konferenzräumen (VIP-Lounges) für die herrschenden Parvenüs und Aasgeier, und das begeistert und restlos konformierende Spießerkonsumentenpublikum lässt sich Getränkezahlkarten, Alkoholverbote und Dauer-PR-Lärmterror gänzlich ohne Murren gefallen.
  • Thanks for nothing, jerkface | ZDNet – Violet Blue rechnet mit Google, bzw. Sergei Brin ab: Google Search is no longer the clean, high-performance tool we once relied on and admired — now it's a fetid stew of Google+-littered, screwed up mystery-mechanics, running under the misguided assumption that anyone and everyone only wants more of their own location, their connections, Google's clumsily guessed interests, and Google+ favoritism in the results served back to them.
  • NSA-Affäre: Ratlos, privatlos – Golem.de – Peter Glaser mit einer Bestandsaufnahme: Bedingungsloses Grundmisstrauen in einem Weltkrieg, der kaum bemerkt wird: Zum ersten Jahrestag der Snowden-Enthüllungen ein paar Anmerkungen über das Geheimnis und das Innerste der Macht.
  • 1964: The New York World’s Fair – In Focus – The Atlantic – Als die Zukunft noch schön war. In Bildern.
  • 40 Maps That Explain The Middle East – Die Karten geben zumindest einen guten Eindruck darüber, wie sich der Nahe Osten in den letzten 100 Jahren verändert hat. Immer wieder überraschend ist dann doch die Erkenntnis, dass das Ottomanische Reich (heute die Türkei) 1914 noch die halbe Region umfasste und das die ethnischen Streitigkeiten zu einem nicht unerheblichen Teil darin begründet liegen, dass England und Frankreich das Reich nach dem ersten Weltkrieg völlig willkürlich zerstückelt haben.

Mobilitätskonzepte der deutschen Autokonzerne

Eine Runde Autoblogger hat sich angeschaut, wie die deutschen Autokonzerne in verschiedenen Bereichen des Wettbewerbs aufgestellt sind. Hier mein Blick auf die Mobilitätskonzepte der Zukunft. Links zu den Kollegen am Ende des Artikels.

Vor ein paar Tagen veröffentlichte das Bundesamt für Statistik eine für die Autohersteller alarmierende Studie. In der heißt es, dass in Städten mit mehr als 500.000 Einwohner in Deutschland schon 30% aller Haushalte gar kein Auto mehr besitzen. Neben dieser beeindruckenden Zahl ist deren Wachstum ebenfalls spannend. Denn vor 10 Jahren betrug die Zahl noch 22%. Oder anders ausgedrückt: 8% der Deutschen entschieden sich in den letzten 10 Jahren dazu, kein Auto mehr besitzen zu wollen. Also auch 8% weniger Umsatz für die gesamte Industrie. Die das, wegen des Wachstums in Asien locker verschmerzen kann, aber ein Warnsignal ist das schon.

Die erste Frage ist natürlich, warum die Deutschen weniger Autos kaufen. Die wirtschaftlichen Indikatoren sind gut, zwischendrin gab es auch noch die Abwrackprämie und viele deutsche Hersteller locken mit günstigen Leasingangeboten. Dazu kommt, dass einige Hersteller, hier vor allem VW, neue Kleinwagen aufgelegt haben, die gut in die Stadt passen.

Doch auf der anderen Seite stehen die rasant gestiegenen Kosten, vor allem bei den Benzinpreisen, aber auch im Bereich der Parkplätze. Rechnet man die monatlichen Kosten für einen fünf Jahre alten Golf mal zusammen, kommt man mit Werkstatt, Steuer, Sprit, Wertverlust usw. auf immerhin 271 Euro. Gleichzeitig haben viele Ballungsgebiete in Sachen ÖPNV massiv nachgelegt. Busse und Bahnen fahren mit engeren Taktungen, Linien wurden ausgebaut. Mittlerweile ist man mit dem ÖPNV meist schneller auf der Arbeit, als mit dem Auto, mit dem man Morgens und Abends im Stau steht. Die Verkehrssituation ist in einigen Gebieten wirklich miserabel. So sehr, dass zum Beispiel VW dazu übergangen ist, die Arbeitszeiten zu flexibilisieren (mittig im Text), damit die morgendlichen Staus kleiner werden.

Dass das Auto auch auf lange Sicht für die individuelle Mobilität unverzichtbar sein wird, steht außer Frage. Zumindest, wenn man nicht direkt in der Stadt lebt. In Ballungsgebieten, also dort, wo in Deutschland ein Großteil der Menschen lebt, sieht die Sache anders aus. Und wie sind die deutschen Hersteller darauf eingestellt?

Mercedes und BMW haben schon erkannt, dass der Absatz der eigenen Produkte in europäischen Ballungszentren rückläufig ist. Die Reaktion bestand im Aufbau eigener Carsharing Netzwerke. BMW setzt in Zusammenarbeit mit “Sixt” auf das System “DriveNow”, Mercedes hat zusammen mit Europcar “car2go” ins Leben gerufen. Beide Systeme sind erfolgreich, auch wenn die Umsätze sich teilweise noch schleppend entwickeln, was auch an den Preisen und der Verfügbarkeit der Autos liegt. Bei Mercedes sieht man die “Sharing-Kultur” auch in anderen Bereichen wachsen. In den USA testet man gerade eine Art betreuten Kinderfahrdienst. Eltern können ihre Sprößlinge in einem Kleinbus verfrachten, der Fahrer sorgt dafür, dass die Kinder auch wirklich zum Sport gehen und bringt sie danach wieder nach Hause.

Eine Hoffnung, den klassischen Individualverkehr aufrecht zu erhalten, liegt in selbstfahrenden Autos. Wenn man sich um die Bedienung des Autos nicht mehr kümmern muss und man nebenbei im Auto lesen oder arbeiten kann, greifen die Menschen wieder mehr zum eigenen Fahrzeug, so der Gedanke. Doch so leicht wird die Sache nicht. Denn die Kosten für die neue Technologie sind noch so hoch, dass sich der Einbau in Kleinfahrzeuge nicht lohnt. Es wird noch mindestens zehn Jahre dauern, bis die Technik so günstig ist, dass kleine Elektrofahrzeuge automatisiert durch die Gegend rauschen. Für die Zwischenzeit hoffen wenigstens BMW und Mercedes, dass sie mit dem Carsharing eventuelle Verluste ausgleichen können.

Und was ist mit Audi, bzw. VW? Erstaunlicherweise tut sich in der VW-Gruppe zumindest offiziell nichts. Ein eigenes Carsharing-Angebot ist nicht zu sehen (Update: das ist so nicht korrekt, VW bietet in Hannover ein System an.), obwohl zumindest VW mit dem “Up” das ideale Auto dafür hätte. Verpennt da jemand einen Trend? Bei Audi gibt es zumindest eine neue, allerdings bisher kaum bekannte, Leasing-Variante. “Audi select” heißt das Ganze. Der Kunde kann aus drei Modellen pro Jahr wählen, zahlt eine etwas erhöhte Leasinggebühr, die dann dafür aber etliche Kosten (Versicherung, Inspektion) umfasst. So kann man sich im Winter einen SUV und im Sommer ein Cabrio besorgen, ohne dass man einen lästigen Leasingvertrag wechseln muss. Aber eine Antwort auf die drängenden Mobilitätsfragen in Ballungszentren ist das nicht.

Doch man wäre gut beraten, wenn man in diesem Bereich investiert. Eine “City-Maut” wie sie London schon eingeführt, ist in Zeiten klammer Kassen der Kommunen nicht sehr unwahrscheinlich, auch nicht, dass man in einigen Städten den Verkehr stärker reglementiert. Dazu gehören bevorzugte Spuren für Busse, mehr Parkplätze für Carsharing-Unternehmen oder generell verteuerte Parkplätze. Und das Benzin wird auch nicht günstiger.

Während also Mercedes und BMW an Antworten basteln, scheint man bei VW/Audi noch ein wenig im Dunkeln zu tappen. Eine klare Strategie ist zumindest nicht zu erkennen. Es gibt zwar Think Tanks wie das “Audi Urban Future Initiative“, aber bis diese Ideen dann auch am Markt umgesetzt werden können, vergehen noch Jahre. Es ist ein wenig überraschend, dass ausgerechnet Audi den Claim “Vorsprung durch Technik” in Sachen Zukunft der Mobilität nicht umsetzt.

Global betrachtet sind BMW und Mercedes für eine Zukunft, die mehr auf eine Sharing-Kultur setzt, gut aufgestellt. Denn auch in den Großstädten in Asien und in den USA überlegt man sich, wie man auf den wachsenden Verkehr und die gleichzeitige Verknappung der Rohstoffe reagieren soll. Die beiden deutschen Hersteller haben mit ihren Carsharing-Systemen zumindest einen Grundstock gelegt, Mercedes ist mit “car2go” in verschiedenen Städten der USA auch schon aktiv. VW/Audi muss da schnell aufholen, was angesichts der Möglichkeiten des Konzerns sicher machbar ist. Warum man so lange wartet, ist dann das Rätsel.

(Disclaimer: Ich bin Communications Director bei Allryder, einem Startup, dass mit car2go und DriveNow zusammenarbeitet)

Thomas Majchrzak zu BMW
Jens Stratmann zu Audi
Robert Basic zum Thema Autoindustrie insgesamt
Besim Karadeniz zum Thema Opel

Bookmarks vom 20.05.14 bis 30.05.14

Gesammelte Links:

  • Mehr Punk, weniger Hölle! – News Ausland: Europa – tagesanzeiger.ch – Um die Kühnheit der Wähler von Reykjavik zu würdigen, genügt es, die wichtigsten Wahlversprechen der Besten Partei nachzulesen. Sie versprach:

    Gratishandtücher in den Schwimmbädern.
    Einen Eisbären im Zoo.
    Den Import von Juden, «damit endlich jemand, der etwas von Wirtschaft versteht, nach Island kommt».
    Ein drogenfreies Parlament bis 2020.
    Tatenlosigkeit: «Wir haben ein Leben hart gearbeitet und wollen uns nun vier Jahre gut bezahlt erholen.»
    Ein Disneyland mit wöchentlichem Gratiseintritt für Arbeitslose, «wo sie sich mit Goofy fotografieren dürfen».
    Mehr Nähe zur Landbevölkerung: «Jeder isländische Bauer soll gratis ein Schaf ins Hotel nehmen dürfen.»
    Gratis-Bustickets. (Mit dem Zusatz: «Wir können mehr versprechen als alle anderen Parteien, weil wir jedes Wahlversprechen brechen werden.»)

  • Harpo Marx Naked – Neatorama – One day, when Thalberg returned to his office, he discovered all three Marx Brothers (Harpo, Groucho, and Chico) sitting naked on the floor of his office. The boys had started a bonfire in the middle of Thalberg's office and they sat roasting potatoes over the fire. A good sport, Thalberg told the boys to get some butter from the studio commissary, which Harpo did, and they all ate the potatoes together. (I am assuming Harpo put on his clothes before going to the commissary.)

    Incidentally, after this incident, Thalberg never kept the boys waiting again.

  • Allergietest für 2525 Dollar: Gesundheitssystem der USA – SPIEGEL ONLINE – Es fällt schwer, angesichts solcher Beträge die Fassung zu wahren. Jede Klinik hat ihre eigenen Preislisten. "Chargemaster" nennen sich diese Datenkonvolute, die vor allem eines lehren: dass die Idee, der Markt könne das Gesundheitswesen regulieren, in Amerika gründlich gescheitert ist. Ein System, in dem die Anbieter die Preise nach Gutdünken festlegen können, hat mit Marktwirtschaft nichts zu tun.
  • Der VICE-Guide zur Kritischen Theorie | VICE Deutschland – Wenn du darüber hinaus das Glück hast, etwas zu studieren, was mit dem Alten Griechenland oder Rom zu tun hat (und Akademiker führen im Grunde alles auf diese beiden kulturellen Sümpfe zurück), wirst du auch mit Latein und Altgriechisch kämpfen müssen. Latein ist immerhin in demselben Alphabet geschrieben, das du auch auf der Rückseite einer herkömmlichen Friends-DVD findest. Die griechische Schrift besteht dagegen aus einer Menge antiker Wingdings, viel Spaß also damit. Wenn du in deinem Essay über Wikinger-Sagas nicht ein paar geistreiche altnordische Referenzen einbauen kannst, kannst es vergessen, auf meinem Beiboot mit nach Asgard zu fahren. Und wenn es um Beowulf geht, muss der Ray-Winstone-Akzent eingebracht werden.
  • Von wo das Netz herkommt by Marcus Schwarze – Sehr lange, sehr spannende Reportage von Marcus über das Silicon Valley, was ja nicht mehr richtig Silicon ist, sondern eher Developer Valley. Würde auch gerne mal 3 Monate da leben.
  • Wer zahlt, der findet – Im Ententeich 15.05.2014 – Perlentaucher – Das digitale Archiv der Zeit ist – wie das Archiv von etwa 300 vorwiegend deutschsprachigen Zeitungen – in der Geniosdatenbank durchsuchbar. Diese kostenpflichtige Datenbank wird vom Handelsblatt und der FAZ betrieben. Der Artikel über Costeja González wäre also öffentlich für alle, die dafür bezahlen. Alle anderen erfahren nichts. Möglicherweise hätte nicht einmal Herr Costeja González davon erfahren, dass diese Anzeige immer noch im Netz präsent ist.
  • Synchronisation und “Shitstorm” (Skizze) – Ein System ohne "Shitstorm" geht eher in Richtung Putinismus. Das Doofe will ertragen und ignoriert werden. Der Impuls, es komplett vernichten zu wollen, führt zu hässlichen Rektoratsreden. Und die wollen wir nicht, die hatten wir schon mal.

Tempelhofer Freiheit vs. Metropole

Ich denke, dass die dann doch deutliche Mehrheit gegen die Bebauungspläne auf dem Tempelhofer Feld sich weniger gegen eine sanfte Umstrukturierung richtet (auch durch eine wie auch immer geartete Bebauung) sondern eher mit der Bau- und Mietpolitik des Wowereit-Senats der letzten Jahren abrechnet.

Man darf nicht vergessen, dass die teilweise unregulierte Gentrifizierung ganzer Stadtteile schon seit langem für Unmut quer durch alle Bevölkerungsschichten gesorgt hat. So sinnvoll eine vorsichtige Entwicklungspolitik auf dem Tempelhofer Feld vielleicht gewesen wäre – die Berliner haben offenbar mehrheitlich in Sachen Bau- und Wohnungspolitik einfach die Schnauze voll. Dass selbst in Zehlendorf und Charlottenburg 61% der Bürger gegen die Pläne des Senats gestimmt haben, macht das nur noch deutlicher.

Die Abstimmung ist auch ein Aufruf an die Berliner Politik, sich mal ernsthaft mit dem Problem des Wohnungsmarktes auseinander zu setzen. Wenn die SPD jetzt behauptet, die Berliner hätten gegen “billigere Mieten” gestimmt, ist das eine ziemlich unverschämte Verdrehung der Tatsache. Es ist ja die SPD, die die Verantwortung für den sich teilweise absurd entwickelten Wohnungsmarkt des letzten Jahrzehnts trägt. Auch die Aussage, es sei in Berlin immer noch günstiger als in Hamburg, München, Paris oder London ist ja nun wirklich kein Argument. Nur weil andere europäische Metropolen eine teilweise absurde Wohnungspolitik umgesetzt haben, muss Berlin ja nicht den gleichen Fehler machen. Ich kann auch keinen Vorteil erkennen, wenn sich die Mieten in Berlin wie in New York, San Francisco oder Zürich entwickeln.

Und, Weltkompakt…

Vielleicht kommen ja auch deswegen so viele Pariser und Londoner in den letzten Jahren nach Berlin, weil sie hier eben noch verhältnismäßig günstige Mieten vorgefunden haben.

Die Abstimmung zeigt auch, dass die Berliner, trotz eines quasi Bevölkerungsaustausches in den letzten 20 Jahren, gar nicht so verschieden sind. Sie sind eigensinnig, sie beobachten sehr genau, was vor sich geht, wie die Politik auf Probleme reagiert.

Und ja, Weltkompakt…

Es mag provinziell sein, wenn die Berliner quer durch alle Bezirke keine Lust auf ein Metropolen Dasein wie in den oben genannten Städten haben. Aber genau das hat Berlin in den letzten 20 Jahren überhaupt erst zu der international geachteten Metropole gemacht, die sie jetzt ist. Vielleicht ist das Festhalten und Beharren an Dingen wie familienfreundliche Kieze, bezahlbare Miete auch für Rentner usw. provinziell und nicht das, was man manche Menschen von einer internationalen Metropole erwarten. Vielleicht ist es aber auch genau das, was Berlin halt so lebenswert macht.

Und die schmale Hoffnung bleibt, dass der Senat aus dem Volksentscheid etwas lernt. Nämlich die einzigartige Vielfalt der Bezirke in Berlin zu fördern, den vorhandenen Wohnungsmarkt besser zu regulieren damit Familien auch weiter bezahlbare Wohnungen innerhalb des S-Bahnrings haben und vielleicht an anderen Stellen Neubauten zu fördern. Platz ist ja genug.