Bookmarks vom 11.07.14 bis 23.07.14

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  • Dear Foursquare — Medium – Der Abschiedsbrief eines sehr enttäuschten Foursquare-Users. Und ich kann das verstehen. Nicht, weil bei mir Swarm dauernd abstürzt, das jetzt nicht. Ich verstehe es, weil ich die Trennung der Dienste nicht verstehe. Der Spaß bei Foursquare war ja, dass man beides machen kann: Einchecken UND einen Tipp hinterlassen. Jetzt soll ich beides immer noch machen, aber in zwei Apps. Das ist grober Schwachsinn und scheint die User reihenweise zu vertreiben. Ich nutze Swarm selten, Foursquare habe ich auf dem Arbeits-iPhone gar nicht erst installiert. Warum auch, wenn ich Tipps haben will, kann ich auch Yelp nehmen. Foursquare hat sich selbst die Seele aus dem Körper gerissen und wundert sich jetzt, dass die Leute reihenweise weglaufen. Was die Sache aber noch schlimmer macht: Selbst wenn Foursquare beide Apps wieder zusammenlegen würde – die Leute kommen nicht wieder. Das Vertrauen ist hin. Auch weil die Kommunikation so miserabel war. Und weiterhin ist.
  • Werbesprech: Lufthansa – oder wie man seine Marke zerstört – Dienstleister – Unternehmen – Wirtschaftswoche – Was Marketing-Experten an dieser Umpositionierung zweifeln lässt: Dass Lufthansa seinen über Jahrzehnte hinweg aufgebauten Markenkern, seinen wohltuend hochwertigen Standard und sein Image als Qualitätsmarke bewusst verwässert und sich in den Preiskampf der Billig-Carrier begibt. Über kurz oder lang wird aus einem Flaggschiff unter den deutschen Marken eine Aldi-Hansa.
  • Leistungsschutzrecht: Google soll zahlen, Facebook nicht – Nun wird es richtig absurd: Während die Verlage derzeit Google für die automatisierte Verlinkung ihres Content zur Kasse bitten wollen, bittet Facebook die Verlage dafür zur Kasse, dass sie ihre Fans in dem Online-Netzwerk überhaupt mit ihren Snippets erreichen können.
  • Sollen Journalisten Autos testen? | MoJomag – Der DJV ist mehr die Edelnutte aus biodynamischem Anbau, die dich voll versteht und so, während der VdM ganz hemdsärmelig Mundverkehr am Straßenstrich anbietet. Ist ja nix verkehrt dran. Aber wieso sollte der VdM seine Dienste Autobloggern verwehren? Schon der erste Satz ist nüchtern betrachtet falsch. Autoblogger sind immer Journalisten, wenn sie das wollen.
  • Restaurant Watches Old Surveillance And Shares Shocking Results On Craigslist – Grossartig!

    A busy NYC restaurant kept getting bad reviews for slow service, so they hired a firm to investigate. When they compared footage from 2004 to footage from 2014, they made some pretty startling discoveries. So shocking, in fact, that they ranted about it on Craigslist!

  • Troll-Kommentare: Meine Tage im Hass – Medien – FAZ – Stellen Sie sich vor, Sie sind Bäcker. Und jeder Kunde, der Ihren Laden betritt, teilt Ihnen in ziemlich deutlichen Worten mit, dass Ihre Brötchen nun wirklich das Letzte seien, dass jedes Kind bessere Brötchen hinbekäme, dass Sie unqualifiziert seien, für diese Arbeit ganz und gar ungeeignet, die Preise vollkommen überzogen, dass Sie ja ohnehin Mitglied der Bäckermafia seien und sich alle Bäcker verschworen hätten, das Volk mit miesen, pappigen, gesundheitsschädlichen, überteuerten Brötchen zu vergiften, weshalb das gesamte Bäckerhandwerk es verdiene, gefälligst unterzugehen. Z

Bookmarks vom 04.07.14 bis 10.07.14

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  • Ich reise pauschal | Kleinerdrei – Zwischenfazit am Abend: ja, man kann von täglich 8 Stunden Loungemusik wahnsinnig werden. Meine letzten drei nicht von der Sonne verbrannten Gehirnzellen haben sich untergehakt und schunkeln ganz langsam im Takt. Intellektuell fühle ich mich, als würde ich den ganzen Tag Aufzug fahren.
  • Wirtschaft von Morgen: Bald entscheidet das Netzprofil über die Kreditwürdigkeit: Der Deutsche Innovationspreis – Die Vordenkerin der Collaborative Consumption Bewegungen glaubt an eine neue Währung im Netz: Die Reputation. Dabei denkt Sie nicht nur an die Bewertungen eines einzelnen Profils, sondern an eine umfassende Glaubwürdigkeitsüberprüfung der Person. Diese beruft sich auf Kundenbewertungen bei Amazon und Ebay, Interessensabgleichen bei Facebook und Twitter und überhaupt allen im Internet hinterlassenen Spuren. Eine Art Schufa 2.0 sozusagen.
  • Nielsen’s Law of Internet Bandwidth – Nielsen's Law is similar to the more established Moore's Law. Unfortunately, comparing the two Laws shows that bandwidth grows slower than computer power. Moore's Law says that computers double in capabilities every 18 months: this corresponds to about 60% annual growth. As shown in the table, bandwidth will remain the gating factor in the experienced quality of using the Internet medium.
  • Ultra-rich man’s letter: “To My Fellow Filthy Rich Americans: The Pitchforks Are Coming” – But the problem isn’t that we have inequality. Some inequality is intrinsic to any high-functioning capitalist economy. The problem is that inequality is at historically high levels and getting worse every day. Our country is rapidly becoming less a capitalist society and more a feudal society. Unless our policies change dramatically, the middle class will disappear, and we will be back to late 18th-century France. Before the revolution.
  • 60 Stimmen: “Liebe Brigitte, ich hasse dich!” – BRIGITTE – Und immer habt Ihr hilfreiche Tipps zur Hand: es ist nicht nötig, sich mit 40 schon unters Messer zu legen, wenn man mit 20 schon anfängt Botox zu benutzen. Das ist ja toll!
    Mein Leben wäre so viel einfacher gewesen! Hätte mir einfach jemand mal die Wahrheit gesagt: Cellulite ist nur eine Frage der Beleuchtung! Mehr nicht!

Bookmarks vom 18.06.14 bis 01.07.14

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  • Geiler Content ist wie Flaschenpost – Abgesang auf die Marketing-Technokraten | Ich sag mal – "Das Onlinemarketing habe seine besten Zeiten bereits hinter sich. Und so toll sind selbst die Erfolge der Datenspuren-Leser nicht. Die Profiling-Jünger sind bei der Analyse und Prognose des Kundenverhaltens so erfolglos wie die Hirnforscher beim Nachbau des Gehirns von Fröschen. Es gelingt einfach nicht."

    Jo. Der Zahlenfetisch in vielen Unternehmen ist schon schlimm. Aber wie soll man "dieses Internet" auch messen? Da werden Millionen an Euro ins Netz gekippt, das muss man ja irgendwie rechtfertigen. Produkt Manager wollen Zahlen und müssen Zahlen weitergeben. Und es sieht schlecht aus, wenn die Zahlen mal nicht die Zielvorgaben erreichen. Also rechnet man jede Möglichkeit des Scheiterns heraus. So weit es eben geht. Es ist oft pure Verzweiflung, an der bestimmte Agenturen gut verdienen. Denn zur Not kann man den Misserfolg ja dann auf die Agentur schieben.

    Das gilt auch für die ganzen SEO Esoteriker. Was man nicht so alles machen soll. Artikel dürfen nicht zu lang, aber auch nicht zu kurz sein. Keywords – immer wichtig, aber nicht immer. Vielleicht ein paar, oder weniger. Man weiß es nicht. Viele Links bitte, oder vielleicht auch nicht, jetzt, wo es das neue Google Update gibt. Lustigerweise ist das alles völlig egal, wie ich (ich gebe zu mit einem gewissen Amusement) feststelle, wenn ich mal die Keywords beim Racingblog google. Unsere Artikel sind viel zu lang, Keyword interessieren uns nicht, Links haben wir selten drin und vermutlich machen wir sonst auch alles falsch. Aber bei bestimmten Veranstaltungen wie den am Wochenende des 24H Rennen von Le Mans, liegen wir irgendwo zwischen Platz 1 und 5 auf der ersten Seite der Suchergebnisse. Ich nehme das immer zum Anlass zu behaupten, dass es völlig wurscht ist, wie lang Texte sind usw. Es geht nur darum, dass man guten Content hat, den Leute mögen. Und guten Content erstellt man nicht mit Zahlen im Kopf sondern mit Leidenschaft im Herzen.

  • 60 Stimmen: “Stop the press!” – Die Angst vor der Geburt – BRIGITTE – Wer auf eine Geburt vorbereitet sein möchte, sollte vorab ein Baby bekommen. Gewisse Logikfehler machen dies für die erste Geburt unmöglich, also empfehle ich ab dem 4. Monat mit wilden Berggorillas oder Wölfen zu leben. Oder sich im Alltag abzuhärten: Bitten Sie zwei Ihnen nur wenig bekannte Menschen, Ihnen dabei zuzusehen, wie sie sich nackt in Hockstellung erleichtern und dabei aus vollen Halse brüllen.
  • Hermes Phettberg: Der Elende aus Gumpendorf | ZEIT ONLINE – Doch Phettberg verreckt ums Verrecken nicht, er geht bei gutem Wetter jeden Tag auf die Straße, besucht Wirtshäuser und Cafés, sabbert, stottert, lässt sich Texte vorlesen, begegnet seinem gigantischen Leid mit jener stoischen, katholischen Geduld, die man ihn auf dem Land lernte: Du hast deine Last zu tragen. Du hast deine Last zu ertragen. "Wenn länger keine Sonne scheint, will ich sterben", sagt Phettberg. Und: "Schön langsam wird's mir fad."
  • One Woman, 17 British Accents – Anglophenia Ep 5 – YouTube – Ich habe ja eine heimliche Schwäche englische Dialekte. Es gibt da einen, der mich, wenn von einer Frau gesprochen, regelmäßig … sagen wir mal… erfreut. Klappt auch mit Frauen, die den Wiener Dialekt beherrschen.
    Außerdem fällt mir gerade ein, dass ich selber mal mehrererere deutsche Dialekte beherrschte. Als Jugendlicher hatte ich viel Zeit und irgendwann mal eine Faszination für Dialekte entwickelt, ink. Ost-Preussisch. Alles wieder vergessen. Ich habe geburtsbedingt einen mittelmäßig ausgeprägten rheinischen Dialekt, kann ein wenig Hessisch und Sächsisch. Aber Ost-Preussisch würde ich gerne wieder können.
  • Heute in der SZ, vollständiger Text: DIE ROLLING STONES IN WIEN | Auf der Borderline nachts um halb eins. – Auch der bitterböse Satz „Frank Schirrmacher mußte sterben, und Mick Jagger lebt immer noch“, den mir ein Kollege entrüstet nachrief, als ich zum Stadion fuhr, geht in die falsche Richtung („Dafür ist Michael Schumacher aufgewacht“, gab ich gallig zurück). Nein, die Zeit der Missgunst, des Neides, der ewigen Häme gegenüber den Stones ist vorbei. Sie haben nicht nur ihre Gegner, sondern den Zeitgeist eines halben Jahrhunderts ausgesessen. Nicht nur wie Helmut Kohl durch Ignoranz und Sitzfleisch, sondern durch Kraft und Intelligenz.
  • 84. – Als wir im Jahr vor Fannys Geburt in New York gewesen waren, hatten wir noch in eine tiefe Grube gesehen, an den Zäunen Zettel, Flugblätter, Blumen. Nun, am gegenüberliegenden Ufer, schämte ich mich, weil ich bei meinen Versuchen, mir den 11.September vorzustellen, immer die Fähren vergessen hatte, die an jenem Tag Davongekommene aufgenommen und über den Hudson River nach Jersey City evakuiert hatten. An der Waterfront erinnerte eine Tafel an die Feuerwehrmänner, die ums Leben gekommen waren: You went in, when we came out. Ein verbogener Stahlträger, um dessen Nieten Menschen Freundschaftbänder gewickelt hatten, ein Block weiter ein Denkmal für die in Katyn von der Roten Armee ermordeten polnischen Offiziere.

24 Stunden Rennen am Nürburgring

Ich war am Wochenende beim 24H Rennen am Nürburgring. Wie immer, ein tolles Erlebnis und da ich ein wenig Zeit hatte, konnte ich mit der Kamera mal ein wenig rumstreunen. Das Rennen wird zwar von den Profis gewonnen, aber getragen wird das Rennen von rund 140 Teams, alles Amateure, Privatfahrer, die teilweise ihr Erspartes für dieses eine Rennen ausgeben. Nicht um zu gewinnen, sondern um dabei zu sein. Also mal ein Blick auf diejenigen, die hinter den Kulissen unterwegs sind und die das Rennen zu einer Familienfeier machen.

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Bookmarks vom 12.06.14 bis 17.06.14

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  • when a sloppy designer starts working in an organized designer’s PSD – Könnte ich stundenlang ansehen, das GIF
  • Stefan Niggemeier | Schirrmacher und der Hund – Wenn der Pförtner sich nicht traut, den Herausgeberhund des Hauses zu verweisen, dann müsste ich eben meinen Hund als seinen ausgeben. Wenn mich jemand fragt, sollte ich sagen: Das ist der Hund von Schirrmacher. So würde es gehen.
  • fuck you very much – We dream. – Tolles Foto
  • kuenstlerleben | Just another WordPress.com site – Es wird ja immer viel darüber geschrieben, dass Blogs auch nicht mehr funktionieren. Dass man sich eine thematische Lücke suchen muss. SEO nicht vergessen. Das ist alles Quatsch. Das verlinkte Blog lese ich seit Jahren, ich kenne sogar noch seine alte Seite, bevor er zu WordPress gezogen ist. Es ist das Blog eines 81jährigen, sehr munteren Deutschen, der 1957 in die USA ausgewandert ist und seinen Lebensabend mit seiner Frau irgendwo in Arkansas verbringt. Er bloggt über seine Enkelin, sein kleines Anwesen, dass Kaff in dem er lebt. Er fotografiert seine Katze (viel zu selten) aber auch mal seinen neuen Drucker oder Blumen. Er schreibt über seine Frau, seine Zeit in Deutschland, wie er es in den USA geschafft hat und übers Wetter. Das ist alles gar nicht literarisch aber das ist auch vollkommen egal. Ich folge diesem liebenswerten Menschen so lange, dass er mir ans Herz gewachsen ist. Es ist also kein besonderes Blog, aber es macht alles genau so, wie es ein Blog machen sollte. Ich freue mich über jeden neuen Eintrag.
    Warum ich das jetzt hier verlinke? Vor ein paar Tagen schrieb er: "Warum habe ich nicht damals die Fragen an Leute gestellt als sie noch am Leben waren. Heute ist es zu spaet, weil sie weggestorben sind und heute moechte ich von ihnen so vieles wissen, beispielsweise auch bei meinen Grosseltern, wie zu deren Zeiten vieles war. Aber warum haben sie mir selber nicht so vieles aus ihrem Leben erzaehlt, auch wenn es nicht unbedingt so super interessant sein musste?"

    Da dachte ich: Stimmt, warum habe ich dieses wunderbare kleine Blog nicht schon viel früher verlinkt.

  • wondergirl — Disziplin 2.0 – Die Mechanismen dahinter sind eigentlich ziemlich klar. Ungefragt fotografiert werden kaum die schlanken, gepflegten, angemessen gekleideten, sexuell unauffälligen Menschen, die offensichtlich bei geistiger Klarheit sind, sondern halt die Anderen.
  • Nicht das Internet ist pervers, sondern die Situation, in der… – Was passiert also mit dem Internet? Es knackt manche lokalen Oligopole und ersetzt es durch andere. Es verschärft Konzentrationstendenzen im Kapitalismus. Es arbeitet Kontraste stärker hervor, es macht gnadenlos sichtbar – sogar die NSA und andere Machtinstrumente, weil es sie dazu zwingt, sich zu überdehnen und irgendwann so groß zu werden, dass sie nicht mehr übersehbar sind

Bookmarks vom 31.05.14 bis 12.06.14

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  • Die Wahrheit: Weg mit dem Ball! – taz.de – Die Stadien hatten einst den spröden (Beton-)Charme großer, lichter, sozialdemokratischer Wurstkessel und Palaverstätten. Heute sind das faschistoide, wichtigtuerisch und rücksichtslos in die Gegend geklotzte Eventbunker mit streng abgegrenzten Konferenzräumen (VIP-Lounges) für die herrschenden Parvenüs und Aasgeier, und das begeistert und restlos konformierende Spießerkonsumentenpublikum lässt sich Getränkezahlkarten, Alkoholverbote und Dauer-PR-Lärmterror gänzlich ohne Murren gefallen.
  • Thanks for nothing, jerkface | ZDNet – Violet Blue rechnet mit Google, bzw. Sergei Brin ab: Google Search is no longer the clean, high-performance tool we once relied on and admired — now it's a fetid stew of Google+-littered, screwed up mystery-mechanics, running under the misguided assumption that anyone and everyone only wants more of their own location, their connections, Google's clumsily guessed interests, and Google+ favoritism in the results served back to them.
  • NSA-Affäre: Ratlos, privatlos – Golem.de – Peter Glaser mit einer Bestandsaufnahme: Bedingungsloses Grundmisstrauen in einem Weltkrieg, der kaum bemerkt wird: Zum ersten Jahrestag der Snowden-Enthüllungen ein paar Anmerkungen über das Geheimnis und das Innerste der Macht.
  • 1964: The New York World’s Fair – In Focus – The Atlantic – Als die Zukunft noch schön war. In Bildern.
  • 40 Maps That Explain The Middle East – Die Karten geben zumindest einen guten Eindruck darüber, wie sich der Nahe Osten in den letzten 100 Jahren verändert hat. Immer wieder überraschend ist dann doch die Erkenntnis, dass das Ottomanische Reich (heute die Türkei) 1914 noch die halbe Region umfasste und das die ethnischen Streitigkeiten zu einem nicht unerheblichen Teil darin begründet liegen, dass England und Frankreich das Reich nach dem ersten Weltkrieg völlig willkürlich zerstückelt haben.

Mobilitätskonzepte der deutschen Autokonzerne

Eine Runde Autoblogger hat sich angeschaut, wie die deutschen Autokonzerne in verschiedenen Bereichen des Wettbewerbs aufgestellt sind. Hier mein Blick auf die Mobilitätskonzepte der Zukunft. Links zu den Kollegen am Ende des Artikels.

Vor ein paar Tagen veröffentlichte das Bundesamt für Statistik eine für die Autohersteller alarmierende Studie. In der heißt es, dass in Städten mit mehr als 500.000 Einwohner in Deutschland schon 30% aller Haushalte gar kein Auto mehr besitzen. Neben dieser beeindruckenden Zahl ist deren Wachstum ebenfalls spannend. Denn vor 10 Jahren betrug die Zahl noch 22%. Oder anders ausgedrückt: 8% der Deutschen entschieden sich in den letzten 10 Jahren dazu, kein Auto mehr besitzen zu wollen. Also auch 8% weniger Umsatz für die gesamte Industrie. Die das, wegen des Wachstums in Asien locker verschmerzen kann, aber ein Warnsignal ist das schon.

Die erste Frage ist natürlich, warum die Deutschen weniger Autos kaufen. Die wirtschaftlichen Indikatoren sind gut, zwischendrin gab es auch noch die Abwrackprämie und viele deutsche Hersteller locken mit günstigen Leasingangeboten. Dazu kommt, dass einige Hersteller, hier vor allem VW, neue Kleinwagen aufgelegt haben, die gut in die Stadt passen.

Doch auf der anderen Seite stehen die rasant gestiegenen Kosten, vor allem bei den Benzinpreisen, aber auch im Bereich der Parkplätze. Rechnet man die monatlichen Kosten für einen fünf Jahre alten Golf mal zusammen, kommt man mit Werkstatt, Steuer, Sprit, Wertverlust usw. auf immerhin 271 Euro. Gleichzeitig haben viele Ballungsgebiete in Sachen ÖPNV massiv nachgelegt. Busse und Bahnen fahren mit engeren Taktungen, Linien wurden ausgebaut. Mittlerweile ist man mit dem ÖPNV meist schneller auf der Arbeit, als mit dem Auto, mit dem man Morgens und Abends im Stau steht. Die Verkehrssituation ist in einigen Gebieten wirklich miserabel. So sehr, dass zum Beispiel VW dazu übergangen ist, die Arbeitszeiten zu flexibilisieren (mittig im Text), damit die morgendlichen Staus kleiner werden.

Dass das Auto auch auf lange Sicht für die individuelle Mobilität unverzichtbar sein wird, steht außer Frage. Zumindest, wenn man nicht direkt in der Stadt lebt. In Ballungsgebieten, also dort, wo in Deutschland ein Großteil der Menschen lebt, sieht die Sache anders aus. Und wie sind die deutschen Hersteller darauf eingestellt?

Mercedes und BMW haben schon erkannt, dass der Absatz der eigenen Produkte in europäischen Ballungszentren rückläufig ist. Die Reaktion bestand im Aufbau eigener Carsharing Netzwerke. BMW setzt in Zusammenarbeit mit “Sixt” auf das System “DriveNow”, Mercedes hat zusammen mit Europcar “car2go” ins Leben gerufen. Beide Systeme sind erfolgreich, auch wenn die Umsätze sich teilweise noch schleppend entwickeln, was auch an den Preisen und der Verfügbarkeit der Autos liegt. Bei Mercedes sieht man die “Sharing-Kultur” auch in anderen Bereichen wachsen. In den USA testet man gerade eine Art betreuten Kinderfahrdienst. Eltern können ihre Sprößlinge in einem Kleinbus verfrachten, der Fahrer sorgt dafür, dass die Kinder auch wirklich zum Sport gehen und bringt sie danach wieder nach Hause.

Eine Hoffnung, den klassischen Individualverkehr aufrecht zu erhalten, liegt in selbstfahrenden Autos. Wenn man sich um die Bedienung des Autos nicht mehr kümmern muss und man nebenbei im Auto lesen oder arbeiten kann, greifen die Menschen wieder mehr zum eigenen Fahrzeug, so der Gedanke. Doch so leicht wird die Sache nicht. Denn die Kosten für die neue Technologie sind noch so hoch, dass sich der Einbau in Kleinfahrzeuge nicht lohnt. Es wird noch mindestens zehn Jahre dauern, bis die Technik so günstig ist, dass kleine Elektrofahrzeuge automatisiert durch die Gegend rauschen. Für die Zwischenzeit hoffen wenigstens BMW und Mercedes, dass sie mit dem Carsharing eventuelle Verluste ausgleichen können.

Und was ist mit Audi, bzw. VW? Erstaunlicherweise tut sich in der VW-Gruppe zumindest offiziell nichts. Ein eigenes Carsharing-Angebot ist nicht zu sehen (Update: das ist so nicht korrekt, VW bietet in Hannover ein System an.), obwohl zumindest VW mit dem “Up” das ideale Auto dafür hätte. Verpennt da jemand einen Trend? Bei Audi gibt es zumindest eine neue, allerdings bisher kaum bekannte, Leasing-Variante. “Audi select” heißt das Ganze. Der Kunde kann aus drei Modellen pro Jahr wählen, zahlt eine etwas erhöhte Leasinggebühr, die dann dafür aber etliche Kosten (Versicherung, Inspektion) umfasst. So kann man sich im Winter einen SUV und im Sommer ein Cabrio besorgen, ohne dass man einen lästigen Leasingvertrag wechseln muss. Aber eine Antwort auf die drängenden Mobilitätsfragen in Ballungszentren ist das nicht.

Doch man wäre gut beraten, wenn man in diesem Bereich investiert. Eine “City-Maut” wie sie London schon eingeführt, ist in Zeiten klammer Kassen der Kommunen nicht sehr unwahrscheinlich, auch nicht, dass man in einigen Städten den Verkehr stärker reglementiert. Dazu gehören bevorzugte Spuren für Busse, mehr Parkplätze für Carsharing-Unternehmen oder generell verteuerte Parkplätze. Und das Benzin wird auch nicht günstiger.

Während also Mercedes und BMW an Antworten basteln, scheint man bei VW/Audi noch ein wenig im Dunkeln zu tappen. Eine klare Strategie ist zumindest nicht zu erkennen. Es gibt zwar Think Tanks wie das “Audi Urban Future Initiative“, aber bis diese Ideen dann auch am Markt umgesetzt werden können, vergehen noch Jahre. Es ist ein wenig überraschend, dass ausgerechnet Audi den Claim “Vorsprung durch Technik” in Sachen Zukunft der Mobilität nicht umsetzt.

Global betrachtet sind BMW und Mercedes für eine Zukunft, die mehr auf eine Sharing-Kultur setzt, gut aufgestellt. Denn auch in den Großstädten in Asien und in den USA überlegt man sich, wie man auf den wachsenden Verkehr und die gleichzeitige Verknappung der Rohstoffe reagieren soll. Die beiden deutschen Hersteller haben mit ihren Carsharing-Systemen zumindest einen Grundstock gelegt, Mercedes ist mit “car2go” in verschiedenen Städten der USA auch schon aktiv. VW/Audi muss da schnell aufholen, was angesichts der Möglichkeiten des Konzerns sicher machbar ist. Warum man so lange wartet, ist dann das Rätsel.

(Disclaimer: Ich bin Communications Director bei Allryder, einem Startup, dass mit car2go und DriveNow zusammenarbeitet)

Thomas Majchrzak zu BMW
Jens Stratmann zu Audi
Robert Basic zum Thema Autoindustrie insgesamt
Besim Karadeniz zum Thema Opel