Schlechte Erziehung

Man kann schimpfen, Sachen intelligent aufs Korn nehmen, sich echauffieren, den Kopf schütteln. Man kann nicht einverstanden sein und man kann dies deutlich sagen. Man kann nachhaken, recherchieren, sich wundern und sich sogar richtig aufregen. Zum Beispiel über Vodafone.

Aber ich bin ehrlich gesagt erschüttert, auf welche teilweise minderwertige und niveaulose Art und Weise in Blogs und vor allem auf Twitter über Schnutinger hergezogen wird. Wenn man mit der Aktion, bzw. dem Text (über den man nicht reden muss) nicht einverstanden ist, kann man das sagen. Oder man kann es einfach ignorieren. So wie man täglich ca. 250 Werbebotschaften auf RTL und sonst wo ignoriert, die einen ähnlichen Charakter haben. (Sich “Deutschland sucht den Superstar” oder “Germanys next topmodel” anzuschauen, darüber auf Twitter fröhlich parlieren, aber über Schnutinger herzufallen, verstehe ich auch nicht so ganz, aber das nur nebenbei)

Das Ausmass an schlechten Stil und noch schlechterer Erziehung, welcher mir die letzten 2 Tage auf Twitter begegnet ist, hat mich den Kanal erst einmal als Lesender abschalten lassen. Ich habe nicht eine lustige oder intelligent geschriebene Replik gelesen, und schon gar nichts, was sich rein inhaltlich mit der Sache auseinandersetzt. Was ich gesehen und gelesen habe sind Beschimpfungen, Häme, Verletzungen und schlicht und ergreifend einen ganzen Haufen sehr schlecht erzogener Menschen, die das Netz für die Weiterentwicklung ihrer Schulhofmanieren missbrauchen.

Es geht hier immerhin nur um einen Text. Einen am Ende vielleicht missratenen Text, aber mehr nicht. Vielleicht meint Schnutinger das auch genau so, wie sie es schreibt, ich weiß es nicht. Ich kenne sie nicht, wie vermutlich 99% aller Menschen, die gerade über sie schreiben, Es ist mir auch egal. Ich kann diesen Text ganz hervorragend schnell vergessen, denn er interessiert mich nicht. Es gibt gerade ein paar tausend andere Dinge in der Welt und in Deutschland, als dass ich mich darüber aufregen könnte, ob eine freiberufliche Mutter eines kleinen Kindes für einen Text Geld bekommen hat, oder nicht. Wenn sie das so möchte, dann soll sie das so tun. Ich hoffe sogar, dass sie viel Geld dafür bekommt. Jeder der das nicht so machen würde, kann ja zum Beispiel sagen “Also, ich würde das nicht so machen” und dann Schnutinger aus dem RSS-Feed werfen und entfollowen wo man nur kann. Das sollte reichen. Und nein, nur weil man sein Gesicht in die Öffentlichkeit hält, bedeutet das nicht, dass man dafür beschimpft und durch den Dreck gezogen werden kann.

Es ist der Stil, der eine Kritik auszeichnet. Und im Moment zeigt die Blog- und Twitterszene sehr wenig davon.

45 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich frage mich gerade, wo ich die letzten zwei Tage war, weil ich das alles gar nicht mitbekommen habe.

    Also was ist passiert? Ein kurzer Blick auf Schnutingers Seite verrät mir nur, dass sie jetzt nicht mehr posten wird. Schade, ihre Comics waren großartig. Aber was hat das mit Vodafone zu tun?

  2. Du sprichst mir aus der Seele. Mir ging’s vor ner guten Woche genau so. Ich finde es auch erschütternd, wie schnell im Netz auf unterstem Niveau Scheiße über Leuten ausgekippt wird. Aber Niveau ist eben ein Fremdwort und die Bild ist immer noch das meistverkaufte tägliche Printprodukt. Das zeigt sich eben auch im Netz.

    Und jetzt fallt über mich her.

  3. @daMax: Doch, werden sie. Allerdings sehr “designt” eine Graustufe dunkler als das andere grau auf grau ;-)

    @DonDahlmann: Das ist auch das, was ich kritisiere. Klar wurden Fehler gemacht. Aber wie darauf reagiert wird, ist einfach ein Unding.

  4. Was bei der ganzen Diskussion immer wieder durcheinander gemischt wird, ist die Rolle die Frau Schnutinger spielt. Da wird dann je nachdem wie es gerade bei der Argumentation passt, mal die Privatperson Frau Schnutinger und mal die öffentliche Person Frau Schnutinger genommen.

    In der Anzeige wird sie als Freischaffende, Kabarettistin u.ä. bezeichnet. Der im Vodaphone-Blog geschriebene Text ist ein 1A-PR-Erguss. In dieser Funktion — für die sie nicht schlecht bezahlt werden sollte — hat sie auch für die Ohrfeigen einzustehen, die da kommen. Wie Politiker oder andere Figuren der Öffentlichkeit. Das war ihre selbstgewählte Funktion. Dafür wurde/wird sie entlohnt.

    Weil sie aber die Ohrfeigen nicht empfangen will, wird das Hütchen gewechselt und nun die Privatperson Frau Schnutinger genommen. Die Mutter, für die das irgendwie auch nur ein halber Spaß war… einfach mal ausprobieren etc… Dieser typische Blogger-Antrieb: “ausprobieren und gucken was passiert”.

    Dieses an Authentizität gekoppelte Privathütchen beißt sich sich aber mit vorherigen Selbstdarstellung im Werbespot und im Vodaphone-Blog, bei der die Realität etwas angepasst wurde (Flickr, Baby-Modell etc…). Man kann nicht drüben den PR-Profi abgeben und hüben die sensible Person abgeben, die nicht wusste was Öffentlichkeit und deutschlandweite Kampagne mit sich bringt. Schon gar nicht als “Kabarettistin”, der sowas wie Öffentlichkeit und Kritik nicht fremd sein sollte.

    Und nein, nur weil man sein Gesicht in die Öffentlichkeit hält, bedeutet das nicht, dass man dafür beschimpft und durch den Dreck gezogen werden kann.” — Wenn die Person aber Schäuble oder Peter Lauterbach heißen, darf man? Nein, sorry, aber Frau Schnutinger ist nicht einfach so vom Himmel in die Öffentlichkeit gefallen und öffentliche Präsenz riskiert immer Kritik anzuziehen.

    Die Probleme mit der Rolle von Frau Schnutinger Werbefigur vs. Privatperson existieren auch auf der anderen Seite bei den Kritikern, bei denen die Kritik sich nicht nur auf Qualität und Inhalt des Spots und Blogtext konzentriert, sondern zur Charakterfrage hochstilisiert wird — bis hin zur Charakterhinrichtung. Argumentation der Geschmacksrichtung: “Weil Werbefigur Schnutinger was von Flickr erzählt, die Privatperson aber zuletzt kein Flickr benutzt hat, kann es sich dabei nur um eine amoralische Lügnerin handeln etc…”

    Beide Seiten haben sich keinen Gefallen getan.

  5. Pingback: Ey, Blogvolk! — bluelectric.org

  6. Danke. Genau sowas wollte ich heute morgen bei ix in die Kommentare schreiben… und dann hab ich doch noch kopfschüttelnd den Browser zugemacht…

  7. Ich denke mal, es geht um diesen “Twittermom”-Eintrag im diesem Vodafone-Blog?
    Nun, was will man schon erwarten? Das Internet bleibt das Internet. Anonym beleidigt es sich schneller als “live”. Man kann glück haben, und gerät in eine Diskussion mit interessierten, höflichen Menschen, oder man hat Pech und erwischr ein paar fettleibige 14-jährige, deren WoW-Server gerade gewartet wird. Steckt man nicht drin, leider.
    Für Frau Schnutinger, die sich das ganze offenbar sehr zu Herzen nimmt, tut es mir etwas leid, sie hat das nicht verdient, aber sie wird drüber wegkommen, dessen bin ich mir sicher. Und bis dahin sei ihr, und allen anderen die sich belehren lassen wollen folgender Rat mit auf den Weg gegeben: Der einzige Ort der das Internet in seiner Gesamtheit wiederspiegelt, und zwar genauso wie es ist, ist und belibt 4chan, und ich weisss nicht ob das nun gut oder doch eher traurig ist.

  8. Ganz. Genau. So!

    Danke Dir, Don – souverän wie immer. Ich muss mich die Tage wieder sehr wundern. Wenn das Alles nicht so traurig wäre… ach, ich weiß doch auch nicht.

  9. Danke Don. Das ist entspricht – viel schöner formuliert – dem, was ich bei wirres.net kommentiert hatte.

  10. Danke für die vielen Kommentare, war den ganzen Tag unterwegs auf der Autobahn und komme erst jetzt dazu, sie in Ruhe zu lesen.

    @dogfood: Meine Replik kommt, wird vermutlich ein eigener Blogbeitrag.

  11. Pingback: StoiBär » Blog Archiv » Oldman über Sascha Lobo

  12. Mein Mitleid mit Frau Schnutinger hält sich ehrlich gesagt in Grenzen.

    Wenn sie für diesen Kommentar bezahlt worden ist, dann wäre das unzulässige Schleichwerbung. Und wenn sie das geschrieben hat, ohne von Vodafone dazu angehalten worden zu sein, dann ist das unfassbar naiv.

    Dass man sie dafür fertig machen würde, war so klar wie sonst was. Wer sich als Web 2.0 Ikone bewerben lassen will, der sollte zumindest ein paar der Mechanismen verstanden haben.

  13. absurd als adnation-mitglied keine meinung dazu haben zu dürfen, deswegen don: danke. absolut richtig, was du schreibst. mich nervt auch wie in der diskussion alles durcheinander geworfen wird. puh. anstrengend.

    @stadler: ein eintrag auf einem vf-corporate-blog, in dem es überraschenderweise um ein vf-produkt geht, solle (aber nur wenn er bezahlt wurde) schleichwerbung sein? häh? sollen die auf einem offensichtlichen werbeblog werbung noch als werbung kennzeichnen? das ist hoffentlich nicht dein ernst.

  14. Das Erziehungsziel moderner Pädagogik ist (laut Wikipedia): „… die mündige, eigenständig handelnde und emanzipierte Person, die ihr Leben gestalten und planen kann.“

    Was Du meinst, sind Höflichkeit und Demut. Diese werden gefördert durch Redlichkeit.

  15. Frau Schnutinger hatte sich – ganz egal für welches Handy oder welche Summe, jedenfalls ungezwungen und ohne Not – zur kommerziell einsetzbaren Medial-Person gemacht. Dass sie nicht wusste, was Öffentlichkeit für Konsequenzen haben kann, will ich nicht glauben. Wer den Kopf aus dem Fenster steckt, muss auch mit faulem Obst rechnen.

    Als eine öffentliche Person wurde sie also als Identifikationsfigur für eine bestimmte Zielgruppe von einem Kommunikationsunternehmen geworben: für die ‘heavy user’ mobiler Kommunikationsmöglichkeiten, denen das Unternehmen aber auf der Produktseite nichts wirklich Neues oder Besseres anbieten konnte – außer einem sinnfreien Bapper namens ‘Generation Upload’.

    Plötzlich gibt es dort in der Kommunikationslandschaft einen Rückkanal, den es früher nicht gab: Schau an, die Zielgruppe spricht, und zwar ganz und gar nicht das, was im Treatment der Agentur gedruckt stand. Der Konsument erzählt den Werbern und deren Testimonials, was er wirklich von ihren Bemühungen hält. In dem Fall nüscht. Dass diese kommentierenden Texte der Zielgruppe via Rückkanal schlechter sein sollen, als jene Texte, die Vodafone über die Handpuppen seiner Testimonials ins Netz hineinrief, das kann ich nicht wirklich erkennen.

    Mehr aber ist eigentlich nicht passiert: Werbung 1.0 traf auf Kommunikation 2.0 – und Frau Schnutinger ist vergrellt …

  16. Hm, auf der einen Seite haben sie recht mit ihrem Eintrag. Teilweise ist die Kritik mir auch zu hart. Aber auf der anderen Seite kann man die Personen im Spot ja kritisieren. Und mit Konsequenzen und Kritik muss man eben rechnen. Mal abgesehen von der “Ist das ihr Baby”-Diskussion, scheint es ja so zu sein, dass sie die Feature, die sie in dem Vodafone-Eintrag anpreist, selber nicht nutzt. Das kann man meiner Meinung nach (auf sachlicher) Ebene kritisieren. Für mich hat sie da einen Fehler gemacht. Und wie dogfood schon sagte, das war 1A PR. Wenn das für einige unseriös und unglaubwürdig daher kommt, dann muss man das aushalten können. Es ist ihre Meinung, dass sie die ganze Diskussion Vodafone-Netzsperren nicht interessiert bzw. sie sich da noch keine Meinung gebildet hat/wollte. Finde ich persönlich etwas merkwürdig und dafür sie zu kritisieren sollte erlaubt sein. Genauso wie Lobo in meinen Augen an Glaubwürdigkeit deswegen verloren hat. Es ist die eigene Entscheidung von beiden in dem Spot aufzutauchen. Das hat man zu akzeptieren und persönlich werden geht natürlich gar nicht. Ansonsten stimme ich mit dogfood überein. Die persönliche, beleidigende Kritik hat Schnutinger nicht verdient, aber wer für Vodafone wirbt, der sollte sich eben im klaren sein, dass dem nicht jeder mit Juhu-Rufen begegnet.

  17. Sehr oft schon habe ich mich über die fehlende Kinderstube vieler Menschen geärgert. Vor allem im Social Web tauchen diese Gestalten gehäuft auf. Manchmal ist es ein Asocial-Web.
    Der Stil mit dem gegen die leider etwas naive @schnutinger vorgegangen wird ist sehr ungut, keine Frage.
    Aber mit Profis wie Nico Lumma, Sascha Lobo, Carman Hillebrand etc. habe ich wenig Mitleid. Die Kampagne ist einfach schlecht (darüber herrscht glaube ich Konsens), dass sie dafür abgewatscht werden war abzusehen und ist gerechtfertigt. Die Wortwahl mancher Anschuldigungen ist leider oftmals unterste Kiste.

  18. Ich habe von dieser ganzen Vodafone-Diskussion nur wenig (und doch viel zu viel) mitbekommen.

    Das was ich jetzt in diesem konkreten Fall mitbekommen habe, hat mich allerdings entsetzt. Die Menschenverachtung, mit der da auf eine einzelne Privatperson eingeschlagen wird, beunruhigt mich sehr. So langsam gehen mir die Gegenargumente aus, wenn mal wieder jemand behauptet, “im Internet” gäbe es nur Selbstreferenz und Hass.

    Von daher: Vielen Dank für diesen besonnenen Blick auf das Thema.

  19. Hi,
    genau das empfinde ich ebenso. Den meisten ist es anscheinend kaum bewusst, dass hinter einem Blog auch immer ein Mensch steht. Eine Kritik zu äußern ist eine Sache und völlig legitim. Die Frage ist immer nur in welcher Form und ob man dem Gegenüber mit dem nötigen Respekt entgegentritt.
    Benehmen ist dann widerum so ein hohes Gut, das im Web 2.0 immer weniger Anwendung findet.
    Sehr schöner Artikel!

  20. Na das gehässige Leute rundmachen, das hat das Wehwehweh schon eine Weile.

    Und damit meine ich nicht “Dotcomtod” und ähnliche Örtlichkeiten, wo durchaus Moderation herrscht, sondern z.B. die unsäglichen Heise-Foren, in denen Stalker sogar Anleitungen geben, wie man Redakteure oder andere namentlich bekannte Leute zur Sau macht und rauswerfen lässt. Was schon schlimm genug ist, so richtig asozial ist allerdings, dass der Verlag solche Gehässigkeiten gegen seine Mitarbeiter stehen lässt und diesen sogar das Löschen verbietet, weil das mehr Hits bringt, so ein Bashing.

    Don, Du bist bei Blogwerk und ich sehe, dass Du dort moderierst und unfug entfernst. Das macht es dort schon etwas erträglicher. Dass sich dennoch auch dort nachts ein um die Zeit stets besoffener und auch sonst kaum zurechnungsfähiger “Sophosaurus” austobt, zeigt, dass die Aggression der Stänkerer dennoch unendlich ist. Nur: Früher waren das Spinner unter sich, heute muss jemand zum Chef, wenn ihm irgendwo ergoogelbar was Fieses nachgesagt wird, ob es nun stimmt oder nicht.

    Ich möchte nicht wissen, was Madame Schnutinger so alles widerfahren ist, worüber sie nichts sagt, um nicht Nachahmer anzustiften. Aber ich weiß, dass um Heise-Postings inzwischen etliche staatsanwaltliche Verfahren laufen und das Image des Verlags bei Nicht-Web 2.0ern (und selbst bei denen) auch ziemlich am Arsch ist, obwohl er eigentlich sonst alles richtig macht.

    Es fehlt vielen daran, auch an der Tastatur daran zu denken, dass am anderen Ende ein Mensch sitzt.

  21. Pingback: generation leberwurst oder die lobotomie der marke vodafone. | text de luxe

  22. Betreffend Frau Schnutinger: Ich finde nicht, dass irgendjemand wirklich böse über sie hergezogen ist. Klar, Kommentare wie Bullshit unter ihrem Text (das griffen ja auch die Medien auf) sind nicht gerade Poesie haben aber nichts mit Kritik an Frau Schnutinger zu tun.

    Es ist schon etwas seltsam, wenn plötzlich überall Leute auftauchen wie Sie oder Herr Niggemeier und behaupten, Faru schnutiger würde fertig gemacht. Nachdem Frau Schnutiger am Freitag geschrieben hatte, dass ihr das alles zuviel wird, hätte Lumma oder sonstwer sich schützend vor sie stellen sollen, statt einfach einen text von ihr zu veröffentlichen, der all das beinhaltet was wochenlang kritisiert wurde. Diejenigen, die hier Frau Schnutinger erneut in den Diskurs gezerrt haben sind die Schuldigen, die ohne Moral und schlechte Kinderstube, nicht die Kritiker der Kampagne.

    Weder in dem “Rant” bei Wirres, noch auf Blogbar, F!XMBR noch anderen Blogs habe ich auch nur ein gemeines unangebrachtes Wort gelesen. Jeder der Kritiker mag Frau Schnutinger, niemand hat etwas gegen sie. Was die Leute stört, ist diese verdammt dämliche, heuchlicher Art wie so eine nette Frau dem “Mob” ausgeliefert wird. Wobei der “Mob” hier nur das normale Hintergrundrauschen des Internets ist und keine Kampagne gegen Frau Schnutinger. Es gibt nichtmal einen richtigen Flamewar gegen Lobo und Häusler.

  23. “Ich habe von dieser ganzen Vodafone-Diskussion nur wenig (und doch viel zu viel) mitbekommen.”

    Ja, schön für Dich, das hat Du schon ein paar mal geschrieben. Mich regt es auf. Deine Brötchen die Du bei Bildblog verdienst zahlen sie aber trotzdem. Iss sie auf und lass sie Dir schmecken, statt so Unsinn von wegen Menschenverachtung zu verzapfen.

  24. Danke und ja, ja, ja!

    Mir wurde im letzten Jahr schon mal vom Betreiber eines großen Unterhaltungsportals gesagt, dass er Netikette für überflüssig hielte (vorher musste ich ihm übrigens den Begriff erklären, ungelogen). Das Netz, so der Mann, sei seiner Ansicht nach ein freier Raum, in dem jeder alles sagen können müsse. Flames und Kommentar-Bashing seien somit halt auch Ausdruck der Persönlichkeit und, ja, auch eine Art der Anerkennung und wer damit nicht könne, der solle halt im Web nicht publizieren. Demnächst treten wir im real life dem Gegenüber zur Begrüßung auf den Fuß und der andere erwidert mit einer schallenden Ohrfeige.

    Ich finde das, wie du, Don, alles ganz unterirdisch.

    Peter Praschl erinnerte die Bloggeria vor Jahren im Sofa mal daran, beim Bloggen nie zu vergessen, dass auf der anderen Seite des Monitors auch immer ein Mensch sitze.

    Genau.

  25. Pingback: Kreativlinks vom 22. Juli 2009 - farbwolke.de

  26. Endlich eine andere Sicht im Einerlei des Draufhauens. Lobo hat (aber das ist er ja gewöhnt) ordentlich auf den Iro bekommen und nun Frau Schnutinger. Die Bloggemeinde, das heißt ein Teil davon, verabscheut das Kapital und mit jeder Verschwörungstheorie auf Du und Du.

    Nun mag Vodafone schlecht sein, netzsperrenfreundlich und auch sonst ziemlich schlecht sein, mag Frau Schnutiger ihren Text zwischen Einkauf und Windelwechsel geschrieben haben, nichts, auch auch gar nicht rechtfertigt eine solche virtuelle Hetzjagd.

    Wir dürfen aber nicht vergessen: Die Bloggemeinde ist nicht die Netzgemeinde. Sie ist ein Teil davon. Ein kleiner Teil. Viele lesen keine Blogs und viele wissen weder wer Frau Schnutinger noch wer Sascha Lobo ist. Wir haben einen verzerrten Blick. Wer im Lande Liliput lebt, hält Mücken für Elefanten.

    Die Vodafone-Werbungsdiskussion ist eine Mücke. Wo war die große Kritik an Vodafone bevor Lobo mit der BVG durch unsere Wohnzimmer getuckert ist? Nun sind alle wieder link- und klicksüchtig. Erst haben alle über die Piraten geschrieben, um die Aufrufe hochzutreiben, nun sind Lobo und Schnuti dran. Das ist der Kapitalismus in der Blogszene. Klicks sind die Währung und kaum einer kritisiert das. Blogger haben ihren eigenen Mainstream. Und wehe einer tanzt aus der Reihe, dann setz es was!

  27. ach du scheisse! ich habe auch ein htc-vodafone 1 euro handy – und habe mich erst vor kurzem sogar mit angabe des typs in einem blog öffentlich geoutet, weil ich das deutlich besser finde als das aplle gedöns von meiner frau …

    [gut, dass mich keiner kennt]

    was für ein großer bullenschiss. da ereifern sich sogenannte ex-großschwanzvergleicher, die im gesamtzahlbereich der bevölkerung eh kein mensch liest über jema´ndem, den erst recht keiner liest und von dem ich – den gar keiner liest – bis heute noch nie gehört habe. und das nur, weil angeblich und überhaupt. scheint ja irgendwie nix interessanteres auf der welt zu geben als die tatsache, dass jemand eventuell zeieurofuffzich für ‘nen schwachsinnigen text bekommt. und genau deshalb werden die, die sich darüber ereifern nie deutlich mehr verdienen.

  28. Pingback: engl @ absurdum » Blog-Archiv » im bus mit sascha lobo

  29. >Das Ausmass an schlechten Stil und noch schlechterer Erziehung, welcher mir
    >die letzten 2 Tage auf Twitter begegnet ist, hat mich den Kanal erst einmal als
    >Lesender abschalten lassen.

    Was erwartest du auf 140 Zeichen – Shakespeare? Goethe? Kant?

  30. Ja, schlechte Erziehung, aber wer mich quasi in der Diktion des Strukturvertriebes anspricht, dem sage ich auch und gerade im Real Life, dass ich das nicht möchte, denn es ist schlechte Erziehung, ein wie auch immer geartetes und zustande gekommenes Vertrauensverhältnis auszunutzen, um mir etwas zu verkaufen. Wenn mir also meine Bankberater, der auch mein Tennistrainer und ein loser Freund ist, nur zum Geburtstag gratuliert, um mir anschließend was zu verkaufen, ist das “verlogen”, und damit schlechte Erziehung. Das werde ich ihm – wohlerzogen wie ich bin – sagen und ggf. die Beziehung beenden.

  31. @Sascha Stoltenow: Das hat Madame Schnutinger allerdings nicht getan. Ihr eigenes Blog war nicht betroffen, nur das Vodafone Werbeblog. Und das muß man ja nicht lesen.

  32. Pingback: Was haben das Web und die Autobahn gemeinsam? | QuerBlog

  33. (hihi, und passend zum text blinkt rechts in knallrot die vodafone-werbung in deinem werbekasten :)

  34. Interessanter Beitrag, auch wenn er alt ist. Man kann das Ganze immer noch auf aktuelle Themen übertragen. DSDS feiern und über weitere unnötze Dinge der Welt aufregen. tztztz…

  35. Pingback: Ey, Blogvolk! — Konstantin Klein

  36. Das Blogvolk ist seltsam! Kritisch! Schlau und dumm zugleich! Das Niveau musste sinken. Einst war Bloggen etwas für sozialkritische menschen, Künstler und Menschen, die einfach noch mehr wollten. Mittlerweile ist es etwas für jeden im Alter zwischen 8-60! Müll ist Alltag ;)

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