Update aus meinem Leben – Schnee-Edition

# Grundsätzlich muss ich mal sagen: Schnee ist doof. Schnee ist vor allem in der Großstadt doof. Schnee macht in der Großstadt keinen Sinn. Das kann man jetzt der Großstadt anlasten, weil der Schnee, rein erdgeschichtlich gesehen, ja wohl früher da war, aber so in meinem kleinen Leben muss ich doch feststellen: Schnee in der Großstadt ist komplett überflüssig. Und es liegt nicht an Berlin oder der Tatsache, dass die Stadt mittlerweile überall so viel Rollsplitt verteilt, dass man nach Schneeschmelze eine neue Stadt daraus bauen könnte. Manchmal sind die Rollsplitberge so hoch, dass Skateboarder auf ihnen eine neue Trendsportart erfinden könnten. Dann kommt aber der Hundescheißesauger und räumt alles weg … wo war ich? Ach ja, Schnee. Widerlich will einen in der Großstadt nur umbringen oder mindestens zwei bis acht Knochen brechen, von denen man vorher nicht mal wusste, dass sie existieren. Oder man wird dazu verlockt in Parks zu gehen, weil man denkt, dass es da nett aussehen könnte mit dem Schnee. So in der Art “Verschneiter Wald in Skandinavien”. Dabei vergisst man aber immer, dass vor allem bei schönem Wetter abermillionen (leicht übertrieben) Menschen die gleiche Idee entweder schon hatten und gleichzeitig haben und man dann im Gänsemarsch über zu Eis verdichteten Schnee stolpert. Die wenigen Bäume rechts und links sind sowieso bis hin Schulterhöhe von jedem Schnee befreit, weil randalierende 3 bis 8 jährige Kinder an den armen Ästen gerüttelt haben, um einen Schneesturm zu simulieren, was die Eltern lustig finden. Danach findet man keinen Platz in einem Café weil alles voll Multifunktionsjacken ist und fährt wieder nach Hause, wo man kiloweise Rollsplitt in die Wohnung schleppt. Und wenige Tage später hat sich der Schnee in eine postapokalyptische graue Masse verwandelt. So. Statt einen Flughafen zu bauen, der nicht funktioniert, hätte man Berlin im Winter vielleicht einfach überdachen sollen. Und beheizen.

# Winter und die damit verbundene Frage, warum man überhaupt aufsteht, bringt mich auf die Idee, dass ich mal Urlaub machen sollte. So richtig, drei, vier Wochen mit dem ganzen Getöse. Urlaub scheitert aber gerade unter anderem an der für 2013 noch nicht geklärten Einkommenssituation, meinem Single-Dasein und der Liste aus “Must have” Annehmlichkeiten und “No-Go” Ausschlüssen. So sollen die Temperaturen zwischen 22 und 30 Grad liegen. Höchstens. Und feuchte Hitze mag ich nicht. Also eher trockeneres Klima. Und es sollte einigermaßen idyllisch sein, mit der Möglichkeit einer größeren Stadt in der Nähe. Eine Stadt, die entweder über billige Transportmittel verfügt, oder genug Parkplätze. Oder beides. Es sollte ein wenig Kultur geben, historische Trümmer, die man anstarren und “Na, das ist ja ein Ding, dass die so alt sind” sagen kann, vielleicht ein, zwei Museen, einen Strand, gute Bars und gutes Essen. Und Internet, damit man auf Instagram angeben kann. Marokko fiel mir ein, aber was soll ich da vier Wochen lang alleine? Uruguay steht auch schon länger auf meiner Liste, allein weil schon weil das Land so einen hübschen Namen hat und auch die Städte (Montevideo!) kreativ benannt hat. Eine kleine Kreuzfahrt wäre auch nicht schlecht, da wird man ja zu den Trümmern gefahren, aber leider sind da ja andere Menschen dabei. (Zu viele andere Menschen auf engem Raum sind immer eine schlechte Idee). Und teuer darf es auch nicht sein. Je länger ich schreibe, desto mehr denke ich mir, dass ich zu Hause bleiben sollte.

# Zu Hause ist es ja auch nicht schlecht. Meine Wohnung befindet sich in einem Zustand, den zumindest ich als wohnlich bezeichnen würde. Andere denken vielleicht “Huch”. Aber ich habe unter anderem eine Badewanne und einen sehr großen Esstisch, an den viele Leute passen. Neulich darüber nachgedacht, was alles aus der Wohnung fliegen könnte, so rein hypothetisch. Das Bett natürlich nicht, klar. Auf Matratzen schlafen war früher mal ok, mittlerweile finde ich auf dem Boden liegende Matratzen eher nervig, weil man beim Aufstehen von selbiger immer sehr unelegant wirkt. Man dreht, schiebt und hievt sich hoch und da kann man noch so sportlich sein, das Aufstehen, vor allem morgens, sieht so aus, als hätte man gerade das erste Mal den aufrechten Gang für sich entdeckt, ist sich aber noch nicht so sicher, ob das wirklich eine gute Idee ist. Das Bett bleibt also. Aber dann? Eigentlich nur der Esstisch. Bett und Esstisch, das reicht. Das Bett kann man als Sofa verwenden, den Esstisch für alle andere. Essen, lesen, sitzen, knutschen, arbeiten und so Sachen. Dann wäre meine Wohnung sehr leer, was ich auch wieder sehr schön fände. Aber man hat ja all die anderen Sachen, Bücher und Zeug, die man dann auch wieder haben will, weil sie schön sind, aber dafür braucht man wieder Regale und die stauben zu und schon sieht es wieder voll aus. Was ich eigentlich sagen wollte, habe ich jetzt vergessen, aber schön, dass sie so weit mitgelesen haben.

# Fast vergessen: Die Katzen auf die mag ich natürlich nicht verzichten, sie sind ja nett zu mir. Auch wenn eine Freundin immer sagt, dass sie Katzen unter anderem auch deswegen doof findet, weil sie gelesen hat, dass Katzen, liegen die Besitzer irgendwann mal tot in der Wohnung, als Erstes die Augen der ehemalig zufriedenstellend arbeitenden Katzerfutterdosenöffner aufessen würden. Als Quelle gab sie “Das Internet” an. Ich habe dass nicht verifizieren können, war aber zum Glück auch nicht tot und habe ich auch nicht vor, das so schnell zu ändern. Aber: Wenn man Katzen hat, braucht man wieder Kissen und so Zeug, auf die sich die Katzen legen können. Natürlich reicht da eigentlich das Bett, aber aus Erfahrung kann ich berichten, dass man dann irgendwann zwei Betten braucht, weil man in seins nicht mehr reinkommt.

# Das Nächste, was vermutlich nicht mehr lange in meinem Besitz sein wird, ist das Auto. Es steht die meiste Zeit rum und das sehr lange. Ich muss mir Dinge überlegen, für die ich das Auto unbedingt brauche, mir fallen aber selten welche ein. Neulich stand es so lange rum, dass die Batterie leer war und ich 100 Kilometer über die Autobahn brettern musste, damit die Batterie wieder anständig geladen war. Jetzt fahre ich einmal im Monat Autobahn. Oder fahre Katzenfutter kaufen. Weite Strecken fahre mich mit dem Auto schon gar nicht, wegen anderer Autofahrer und weil fliegen schneller geht. Auf der anderen Seite mag ich ja Autos generell, ich fahre ja auch viele Neuwagen vor exotischer Kulisse hin und her. Und ich liebäugel seit ein paar Monaten schon mit einem VW Käfer.

14 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich als autofahrender Berliner (da Nahverkehrsverbindung zum Arbeitgeber absolut furchtbar ist) habe grundsätzlich nichts gegen Schnee. Allerdings favorisiere ich die Deko-Variante: Schnee sollte nur auf Dinge fallen, auf denen er hübsch aussieht, und Straßen und Gehwege sollten von vornherein frei bleiben. Was vermutlich wirklich ein Level zu hoch für die Stadtplaner ist …

  2. Wenn wo ich eingesperrt wäre ohne Nahrung, ohne die Möglichkeit, mich zu befreien, würde ich auch meine Kater essen. Insofern verzeihe ich meinem Kater jetzt schon mal prophylaktisch, dass er eventuell mal meine Augen ißt.

  3. Ja. Ja. Ja. (Zum Text).

    Im Internet steht Quatsch. Der Kater meiner Mutter öffnete pragmatisch den 10 Kilo Sack Royal Canin und ließ sie unberührt liegen. Aber es wäre unter diesen tödlichen Umständen sehr wohl praktisch immer so einen Sack Royal Canin rumstehen zu haben.

  4. Wen interessiert, wie man beim Aufstehen aussieht, wenn man als Single lebt?

  5. @creezy Habe ich auch hier, stammt noch aus einer Fehllieferung, Momo bedient sich da einfach, wenn sie will.

    @Jacky: Man ist ja nicht immer Single. Hoffe ich mal.

  6. Pingback: Link(s) vom 17. Januar 2013 | e13.de

  7. Oh, ja. Stimmt alles.
    Eigentlich sollten wir uns alle an deinem großen Esstisch treffen und über das Wetter reden. Und der Wirre auch. Der hat mich hierher gelinkt.

  8. Pingback: Woanders – diesmal mit fünf Büchern, Pädagogik, Pilzen und Vivaldi | Herzdamengeschichten

  9. So ein Käfer hat auch als Auto einen Vorteil: lange Standzeiten sind ihm relativ egal, da er keine Verbraucher hat, die die Batterie leersaugen, Uhr und Empfänger von der Zentralverriegelung und was weiß ich nicht alles. Zündung aus, Licht aus: Alles aus — und wenn die Batterie was taugt, springt er auch nach Monaten an, als wär nix gewesen. Und wenn nicht, freut sich wenigstens der Mensch vom Pannendienst (wenn man’s nicht selber kann), weil er endlich mal wieder ganz altmodisch Fehler suchen darf, statt sich mit Computerscheiß rumzuärgern.

  10. Ich kann man Auto wenigstens in der Regel von meinem Fenster aus sehen. Bewegt wird es alle zwei Wochen mal. In Berlin, wenn man in der Stadt wohnt, und z.B. im Regierungsviertel arbeitet ist ein Auto ziemlich teurer Blödsinn – schmerzhaft waren im Januar die Rechungen für Steuer und Versicherung. TÜV ist im April dran, usw… Aber auf dieses Carsharing habe ich auch keinen Bock. Auto ist irgendwie Freiheit, im Kopf. Teuer erkaufte Therapie.

  11. Pingback: Schnee | Littlejamie 2.0

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