Als wirklich sehr beruhigend empfinde ich die Warnung von Facebook, dass man die persönliche Startseite bald verändern wird. Da steht “bald”, kein Datum, einfach nur “bald”. So wird man sich einerseits nicht erschrecken, wenn die wirklich was ändern, andererseits muss man sich auch nicht sofort damit beschäftigen. Ich könnte da auf den Link mit der Vorschau klicken, aber das wäre langweilig. “Bald” reicht völlig aus, denn es zeigt, dass man sich nicht sofort um irgendwas hektisch kümmern muss. Umgewöhnen. Neu erlernen. Lieber Morgen.
Das Konzept sollte Schule machen. Bei Mahnungen zum Beispiel. Ein Schreiben, in dem steht, dass das Finanzamt demnächst bald (ohne Datum) eventuell mal unwirsch werden könnte, liest sich viel freundlicher und macht gleich mehr Lust, etwas zu bezahlen, anstatt diese Behördenmeldungen im untervögelten Stabsfeldwebel Ton. Oder Strafzettel. Würde man nicht viel aufmerksamer einen Parkplatz suchen, wenn da “Wenn wir bald das nächste Mal vorbei kommen, könnte es teurer werden” stünde? Oder im Elektrofachhandel: “Wir haben bald neue Ware.” Super, kann ich meine alte Ware also noch behalten und muss nichts neues konsumieren, um Deutschland vor dem Ruin zu retten. So bleibt alles auch einen Tick lang moderner und ich kann mit einem “Ach, herrlich Kinder!” einschlafen, nachdem ich meinen alten Röhrenfernseher ausgeschaltet habe.
[Supertopcheckerbunny Modus Off]



Dieser Artikel hat mich animiert, nach einem Monat Facebook wieder zu entstauben. Die verbrachte Zeit will ich wiederhaben! :)
ich denke man sollte facebook nicht mit dem finanzamt vergleichen. vom finanzamt erwarte ich konkrete termine und bin da zwangsmitglied und facebook, naja, das brauche ich nicht wirklich.