Update aus meinem Leben – Teil irgendwas

- Ich sollte öfter bloggen. Aber das fällt mir erstaunlich schwer. Vielleicht liegt es an der vielen Arbeit, vielleicht daran, dass ich andernorts (da, da und da) viel schreibe, vielleicht auch daran, dass ich Moment etwas überfrachtet mit Meinungen bin. Twitter, Facebook, Google+, RSS. Alles ist voll mit Meinungen zu diesem oder jenem. Braucht es da noch eine Meinung, die noch einen Punkt beleuchtet? Vielleicht sollte ich einfach weniger lesen.

- Überhaupt, RSS. Nutze ich gefühlt seit Ewigkeiten, in den letzten Wochen aber spürbar weniger. Die Arbeitsordner gehe ich dann durch, wenn ich sie brauche, ansonsten lese ich den Empfehlungsordner der Follower. Es reicht mir mittlerweile, wenn ich regelmäßig auf G+ schaue, was da so mannigfaltig wiederholt wird. Ich bräuchte vielleicht einen Dienst, der mir Empfehlungen aus verschiedenen Netzwerken in einen RSS-Feed packt.

- Große Entrümplungsaktion im Hause Dahlmann. Versuche aus meiner Wohnung, eine ebensolche zu machen. Wird spannend, da ich ja bekanntermaßen ein Einrichtungslegastheniker bin. Immerhin bin ich schon so weit gekommen, dass jetzt die Sachen, die ich loswerden möchte, in einem Raum stehen. Seit drei Wochen.

- Neulich sehr erschrocken. Ich musste Ursula von der Leyen zustimmen. Und zwar wegen der “Vereinigten Staaten von Europa” Sache. Es erstaunt mich immer wieder, mit wie viel Vehemenz das Nationen-Problem angegangen wird. Wie sehr Menschen darauf bestehen, dass Deutschland eben nicht in einem politisch vereinten Europa aufgeht. Ich halte das für Quatsch. Natürlich habe ich eine Heimat, mit der ich mich verbunden fühle, die mich geprägt hat und die ich ab und an vermisse (Rheinland). Natürlich bin ich Deutscher, kann ich nicht leugnen. Zumindest steht das auf meinem Pass. Aber ich fühle mich als Europäer. Ich kenne das Europa ohne Schengen noch gut und ich will es auch nicht zurück. Abgesehen von den nervigen Formalien, empfinde ich die freie Bewegung zwischen den europäischen Ländern als völlig normal. Als hätte es nie etwas anderes gegeben.
Kleinstaaterei hat noch nie etwas gebracht, sie hat historisch gesehen immer wieder für Probleme gesorgt. Sie ist vor allem in Deutschland noch erstaunlich tief verankert, weil es “Deutschland” nicht so lange gibt. Hätte man vor 150 Jahren einen Bayern gesagt, dass sein Land mal ein Teil eines einzigen Deutschlands wäre, er hätte einen vermutlich mit der Heugabel aus dem Land vertrieben. Gut, manche sehen das heute noch so, was nur unterstreicht, wie schwer vielen fällt, ihre nationale Identität aufzugeben. Dabei sind Nationen schon totaler Quatsch.

Irgendein Astronaut, dessen Zitat ich jetzt nicht gefunden habe und nur so sinngemäß im Kopf habe, meinte mal. “Als wir aus dem Fenster schauten, suchten wir die Gegend, in der wir leben, dann das Land, in dem wir wohnen. Aber da waren keine Grenzen zu sehen.” Was im Grunde alles sagt.

Ich bin nicht dafür, die komplette politische Verantwortung von Berlin nach Brüssel zu transferieren. Auch wenn man zynisch sagen könnte, dass es ja nun auch egal ist, von wem und von welchem Ort man schlecht regiert wird. Aber ein sanfter Übergang zur einer gemeinsamen Politik unter Beihaltung nationaler Regierungen scheint mir ein sehr erstrebenswertes Ziel für die nächsten Jahre.

- Das die NPD in Meck-Pomm mal wieder in den Landtag gekommen ist, wundert nicht weiter. Das Problem ist nicht die NPD alleine, sondern das Versagen der Politik auf der anderen Seite. Niemand schafft es, die komplizierten Sachverhalte schlüssig zu erklären, die Zusammenhänge darzustellen oder gar eine Lösung anzubieten. Bestes Beispiel Bankenrettung, Eurokrise und Lohndebatten. Extreme Einstellungen, die meist Hand in Hand mit scheinbar einfach Lösungen gehen, werden dann gerne angenommen. Und ja auch durch Teile der Medien unterstützt. Wenn die “Bild” wochenlang auf niedrigsten Niveau Griechenland angeht, ist das halt auch Teil eines Prozesses, in dem “Nicht”-Lösungen lautstark propagiert werden.

- “Schossgebete” von Charlotte Roche gelesen. Wenn ich mich einen Nachmittag in ein beliebiges Café rund um den Kollwitzplatz gesessen hätte, dann hätte ich ungefähr dasselbe gehört und mir das anstrengende Lesen erspart.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. ““Schossgebete” von Charlotte Roche gelesen. Wenn ich mich einen Nachmittag in ein beliebiges Café rund um den Kollwitzplatz gesessen hätte, dann hätte ich ungefähr dasselbe gehört und mir das anstrengende Lesen erspart. ”

    Danke für die erfrischende Kurzrezension.
    Was schwer für das echte Leben spricht.

  2. Es kann sein dass du keine Energie mehr zum Schreiben hast wenn du auch anderswo den ganzen Tag schreibst. Bei mir kommt das auch manchmal vor ..

  3. Ich würde da nicht so viel drüber nachdenken. Schreiben ja nein vielleicht… Morgen etc. pp Schreib doch nur wenn du Lust hast! Sich selbst einen Schreibzwang auflegen bringt ja nix. :)

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