Month: Januar 2015

Bookmarks vom 20.01.15 bis 24.01.15

Gesammelte Links:

  • Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften – am Beispiel eines großräumigen und langandauernden Ausfalls der Stromversorgung | TAB – Was passiert wenn mal drei Tage der Strom ausfällt? Nach 24 Stunden bricht das komplette Chaos aus.
  • Datenerfassung im Auto: Spione an Bord – Auto | STERN.DE – Füchterlicher "Daten sind böse" Artikel, den ich hier nur zur eigenen Recherchezwecken ablege. Zum Thema kommt die Tage was von mir auf Mobilegeeks.
  • What do journalists think about the current and future state of PR? – Prezly – Interessante Fragestellung. Ich bin der Meinung, dass klassische PR, also der Aussand von PR-Meldungen, immer weniger wichtig wird. Zum einen, weil die Firmen einen großen Teil der Aufmerksamkeitskampagnen selber steuern, in dem sie schlagkräftige Social Media Teams im eigenen Haus aufbauen. Zum anderen: wo sollen die PR-Artikel erscheinen? Die Redaktionen werden immer kleiner, die Hefte immer dünner. Es gibt ein paar Kollegen, die meinen, dass gerade die ausgedünnten Redaktionen dankbarer für gute Pressetexte sind, die sie dann unterbringen, Ist halt günstiger, als einen Freien zu bezahlen.
    Sehe ich nicht so, native Advertisment ist auch in den Redaktionen angekommen. Man verkauft halt den redaktionellen Platz lieber.
    Klassische PR Firmen müssen umdenken in Richtung langfristiges Content Marketing, was nicht leicht ist. PR wird deutlich komplizierter und bedarf einer viel feineren Steuerung durch die Unternehmen. Da liegt auch ne Chance für PR Firmen
  • Daily Blogs – "Statt auf die Potenziale ihrer Mitarbeiter zu setzen, verstecken sich die Excel-Führungskräfte hinter Berichtsorgien und Kennzahlen-Management."

    Entspricht auch meiner Wahrnehmung der meisten Konzerne. Das Vorgabenprinzip mit Kennzahlen usw. führt am Ende nur dazu, dass Mitarbeiter "Zahlen bolzen" ohne Rücksicht darauf, ob die Zahlen Sinn machen oder dem Unternehmen langfristig überhaupt etwas bringen. OKRs, so wie sie im Sillicon Valley oft eingesetzt werden, sind da schon besser, weil sie eh nicht zu schaffen sind, aber ob das dann wieder motivierend sein kann, ist eine andere Frage.

    Vor ein paar Wochen sprach ich mit ein paar Deloitte Beratern, die unbedingt wissen wollten, wie denn so die Strukturen in einem deutschen Startup seien. Und warum strategische Veränderungen in einem Startup so schnell gehen würde. Kurzgefasst liegt es einfach daran, dass Startups permanent um das Überleben kämpfen müssen auf der anderen Seite haben sie ein größeres Gespür für die Veränderungen auf dem Markt. Was heute noch ok sein kann, hat sich in einem halben Jahr komplett verändert

    Ich pädiere seit einigen Jahren schon dafür, dass sich große Unternehmen Abteilungen zulegen, die wie Startups geführt werden. Das gilt vor allem für Produktentwicklung und Kommunikation. Auch der Stab rund um die Vorstände sollte sich teilweise wie ein Startup aufstellen. Spart am Ende auch hohe Beratungskosten.

  • SearchReSearch: Answer: Where’s the lake… (Part 3 of 3) – Faszinierend was man mittels Suchmaschinen und offen Daten mittlerweile alles so recherchieren kann. In diesem Fall ging es um das Bild eines Sees und die Frage, wo der ist.
  • PR-Blogger – Warum Kundenkommunikation bei der DB Bahn etwas mit Content-Strategie zu tun hat – Sehr schönes Interview mit Svea Rassmus von der DB Bahn über Content Marketing. Man erkennt sehr gut, welchen Weg die Bahn hinter sich gebracht hat und wie klug die Strategie im Konzern gefahren wird. Können sich etliche eine Scheibe abschneiden. Ja, ich meine euch alle, Airlines.
  • 44 Amazing NYC Places That Actually Still Exist – Ich war noch niemals in New York! Keine Ahnung, wie das passieren konnte, an der Westküste war ich ja schon mehrfach und eigentlich sind zumindest die Flüge nach NY dann doch günstiger. Wenn ich mir diese Liste von alten Shops anschaue, muss ich das wirklich mal planen.

Bookmarks vom 15.01.15 bis 19.01.15

Gesammelte Links:

Nischenblogger und die Finanzierung

Chris Harris, schlechthin einer DER Autoblogger/Journalisten der neuen Generation und einer der ganz, ganz wenigen, die in den letzten Jahren Geld damit verdient haben, beklagt, dass er mit seiner Arbeit kein Geld mehr verdienen kann.

„Why is the business of reviewing cars broken? You can point to all manner of factors, most of which I’ll trawl through here at some point, but the fundamental issue is that making money from the process has become too difficult for most. It’s a classic case of a conventional business (print) being decimated by something new (the web) underscored by one uncomfortable bleak structural issue, that the old way of doing things (paper) still often generates more money than the new way (internet).“

ich sage ja immer (auch etwas genervt von den Problemen), dass das gesamte System Journalismus/Finanzierung seit ein paar Jahren im Umbruch steckt und sich die neuen Strukturen auch noch ein paar Jahre Zeit lassen werden. Vielleicht auch nie finden werden. Mit reinem Content ist im deutschsprachigen Automobilbereich und auch im Motorsportsektor, egal wie spezialisiert man ist, kaum Geld zu verdienen. Es ist eben kein „Lifestyle“ und keine „Mode“, wo die Strukturen anders sind. Selbst mit Reiseblogs lässt sich mehr Geld verdienen.

In Deutschland hängt das mit der Reichweite zusammen. Auch wenn man, wie das Racingblog, die monatliche Reichweite eines gut laufenden Printmagazins hat – Werbekunden lassen sich so gut wie nicht finden. Bei 90% der Blog-Kollegen sieht es ebenso aus, wie bei mir. Es reicht nicht und es besteht eine maximale Unsicherheit über zukünftige Einnahmequellen.

Auf dem Markt gilt bekanntermaßen Angebot und Nachfrage und damit verbunden auch die Frage, was man als Anbieter einem Werbekunden oder Sponsor bieten kann. Reichweite ist eine Sache, da kann ich im Racingblog durchaus was bieten. Der Artikel über den Mercedes AMG A45 hat mittlerweile knapp 50.000 Leser erreicht – durchaus nicht schlecht. Ich habe eine homogene Zielgruppe, ich habe eine treue Leserschaft, ich habe wenig Streuverluste. Aber reicht dieses Angebot, um genug erwirtschaften zu können?

Nicht mal für mich selber reicht es, geschweige denn um eine Redaktion zu bezahlen. Um eine kleine Redaktion einrichten zu können, müsste ich circa 100.000 Euro im Jahr verdienen. Angesichts der Situation auf dem Markt ist das völlig undenkbar. Auch nicht per Crowdfunding.

Ein Teil des Problems ist dabei die Autoindustrie selber. Einige Unternehmen haben in den letzten Jahren sehr viel Geld in die Entwicklung der Social Media Kanäle gesteckt und das sehr erfolgreich. Millionenreichweiten bei Instagram oder Pintrest, teilungswütige Fans, die Neuvorstellungen durch alle Kanäle treiben. Warum sollte die Industrie in kleine Reichweiten wie in Blogs Geld stecken? Sie machen das auch schon in dem sie Blogger auf Veranstaltungen einladen. Aber Werbung? Eher nicht.

Die im letzten Jahr aufkommende Welle namens „Content Marketing“ hat daran auch nichts geändert, da die Kosten für eine weitreichende Marketing Aktion im hohen sechsstelligen Bereich liegen. Advertorials quer durch die Blogszene zu buchen hat zwar den Vorteil, dass man eine hohe, langfristige Sichtbarkeit erreicht, aber die meisten Unternehmen scheuen die Investition noch. Was ich durchaus verstehen kann, es lohnt sich nur dann, wenn man bisher selber keine oder kaum Reichweite in den sozialen Medien hat und wenn man wirklich langfristig planen will.

In den letzten Jahren hat es wenig Bewegung auf dem Markt gegeben. Nischenthemen und Nischenblogs haben es genauso schwer sich zu finanzieren, wie 2010. Und eine Änderung ist auf dem Markt nicht zu erwarten. Im Moment bleibt da nur die Möglichkeit seine Webseite als „Hobby“ zu betrachten, wenn man etwas Glück hat, dann kommen die Serverkosten auch wieder rein.

Bilder 2014

Ein paar Bilder aus dem letzten Jahr.

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