Month: Februar 2013

Bookmarks vom 08.02.13 bis 14.02.13

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

  • Pressegesetz: Schränkt der deutsche Staat die Pressefreiheit ein? | Politik | ZEIT ONLINE – Folgt das Gericht dieser Argumentation, würde es den Journalisten die Arbeitsgrundlage gegenüber Bundesbehörden entziehen. Betroffen wären unter anderem das Bundeskanzleramt, das Bundespräsidialamt, der Bundesrechnungshof, Bundesministerien, Bundeskriminalamt oder der BND. Wenn für Journalistenanfragen an diese Ämter weder Presserecht noch Grundgesetz gelten soll, bliebe nur noch das Informationsfreiheitsgesetz. Das ist für den journalistischen Alltag zu schwach.
  • Opera Developer News – 300 million users and move to WebKit – Opera wechselt also von der eigenen "Presto" Engine zu WebKit. Das ist eine gute Entscheidung, weil Opera damit wieder zu den brauchbaren Browsern wird. Ich bin ein Freund von Opera, die erste Version, die auf einem Rechner installiert hatte, war glaube ich 2.8. Seit dem bin ich immer wieder mal zu Opera gewechselt, auch wenn man mit selbstgestrickten Javascripts hantieren musste. Die letzten beiden Versionen (11 & 12) brachten Addons und andere nette Dinge, aber dann stellte Google die Unterstützung für Opera ein. Gmail, Docs, Maps – das war teilweise nicht mehr zu gebrauchen. Man musste sich (wieder mal) mit Scripten behelfen, die man aus den Tiefen von Userscript.org zog. Ähnliches galt teilweise für Facebook. Da lief Opera, aber auch eher unrund. Da kann der Browser auf anderen Seiten noch so gut laufen – wenn man YouTube, Googledienste und Facebook nur mit Tricks ans laufen bekommt, dann wird das nichts. Erstaunlicherweise klappte die Entwicklung von Smartphonebrowsern besser, Opera hat hier einen deutlich besseren Stand.

    Jetzt wechselt man also zu WebKit, dem Standard von Chrome/ium und Safari. Damit sollten die Probleme von Opera der Vergangenheit angehören, was Opera, wenn sie es geschickt anstellen, zu einer echten Alternative zu Chrome machen dürfte.

  • Capitol Hill Is Obsessed With „House Of Cards“ – Sieht so aus, als ob "House of Cards" näher an der Wahrheit dran ist, als man denkt.
  • Vertrauen schaffen Identifikation stärken – Im Content Marketing könnte die Zukunft der PR | Markt und Medien | Deutschlandfunk – Quasi Nachtrag zu meinem "Blogger oder Branded Markting Autor" Artikel.
  • Mädchenmannschaft » Blog Archive » Dinge, die du nicht mehr sagen solltest, außer du hasst dicke Menschen (Teil 1) – Ein kluger Text über die Diskriminierungen von Menschen, die nicht dem gerade mal vorherrschenden Schönheitsideal entsprechen.

Ich will Papst*

Theoretisch kannja jeder unverheiratete, zum Priester geweihte Katholik Papst werden. Ich zum Beispiel, das mit dem Weihen kann ja im Notfall schnell gehen. Ich bin sogar noch Mitglied in dem Verein und unverheiratet. Sogar ohne uneheliches Kind. Welcher Kardinal kann das schon von sich behaupten. Ich hab eben auch mal auf der Vatikanseite geschaut, ob es vielleicht einen kleinen Link mit „Verfügbarer Arbeitsplatz“ gibt, aber nichts dergleichen. Also dachte ich, vielleicht muss man sich über sein Erzbistum bewerben und das habe ich gerade gemacht.

Von: Don Dahlmann
An: presse@erzbistumberlin.de
Betrifft: Meine Bewerbung zum Papst

Sehr geehrte Eminenz Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki,

mit großem Bedauern habe auch ich vom Rücktritt von Papst Benedikt erfahren. Ich habe dass Wesen und Wirken seiner Amtszeit immer mit viel Interesse beobachtet. Vor allem imponierte mir seine Kraft und seine Stärke, mit der er noch im hohen Alter sein Amt ausübte. Aber genau dort, in seinem hohen Alter, sah ich auch die damit verbundenen Probleme. So schnellte mir die Frage durch den Kopf: „Bei den vielen Reisen, Empfängen, Audienzen und Seligsprechungen ist das bestimmt ganz schön anstrengend, ob das ein jüngerer nicht besser könnte?“
Natürlich ist das jetzt sicher erstmal eine vielleicht ungebührliche Frage, aber die Sache mit der Kirche muss ja weiter gehen: Kontinuität wird ja in der Kirche ganz groß geschrieben, das wissen ja alle. Daher meine Überlegung, ob es nicht besser wäre, einfach mal einen Papst zu wählen, der etwas jünger ist. Zum Beispiel mich.

Ich bin gerade mal 46 Jahre alt, relativ gesund und zeitlich sehr flexibel. Wenn man den medizinischen Fortschritt so betrachtet, dann könnte ich sicher noch 50 Jahre leben. 50 Jahre! Stellen Sie sich das bitte mal vor! Ein Papst, der 50 Jahre regiert! Was sie da an Geld sparen! Sind wir doch mal ehrlich. Diese ganzen Beerdigungen alle paar Jahre, wo Sie diese ganzen Kardinäle einfliegen lassen und den Bundeskanzler und den US-Präsidenten, und die ganzen Absperrungen, von den Blumenornamenten gar nicht zu sprechen, das kostet doch ein Heiden… Entschuldigung, ein ganzes Vermögen kostet das! Und das alle paar Jahre. Da kann man sich doch mal die Frage stellen: Muss das sein? Brauchen wir das Geld nicht auch anderer Stelle? Mal neue Uniformen für die Schweizer Garde vielleicht. Ich meine, wie lange laufen die damit jetzt schon rum? 500 Jahre doch bestimmt. Da wird am falschem Ende gespart, denn wie sollen die Gardisten mit ihren Hellebarden einen dieser irren Islamisten, von denen man in letzter Zeit so viel hört und die immer mit dem Flugzeug direkt vor Ort landen, abwehren. Jetzt sagen Sie, verehrte Eminenz mal selber, so geht das doch nicht.

Jaja, werden sie sagen, aber kennt der auch die Bibel? Also, ich gebe zu, ich hab da ein paar Lücken, gerade im alten Testament. Aber in dem anderen, dings, sie wissen schon, da nicht so sehr. Außerdem ist mir aufgefallen, dass man die Bibel ja gar nicht auswendig kennen muss. Wie ich bei meinem verstorbenen Vorgänger oft sehen konnte, steht bei der Predigt immer einer daneben und blättert auf die richtige Seite. Und vorlesen kann ich, das kann ich ihnen versichern. Ich lese ab und bei der Kaffeesatzlesung in Hamburg und gerade heute auch in Berlin. Leider werden sie ja keine Zeit habe, mal reinzuschauen, aber ich mach ein paar Fotos, die schicke ich Ihnen.

Sie machen sich vielleicht ein wenig Sorgen darüber, wie ich die Kirche führen würde. Das kann ich verstehen. Ich sag mal so: Es wird vieles bleiben, aber manches besser werden. Ich kann sie in der Sache mit den Frauen schon mal beruhigen. Ich würde auch nur ungern Frauen zum Priesteramt zulassen. Das haben die Evangelen, diese rückgratlosen Fahnenflüchtigen, ja probiert, und das Ergebnis war Uta-Ranke Heinemann.

Alle anderen Themen würden jetzt hier den Rahmen meiner Bewerbung sprengen, aber ich hab da noch eine Idee in Sachen Kondome. Ich weiß, dass das nicht ganz unproblematisch ist, von wegen Samen aufhalten und überhaupt vorehelicher Sex, das geht ja nicht so richtig gut mit den Geboten und den ganzen Sachen zusammen. Aber lassen wir doch mal alle sieben Ordensschwestern gerade sein: die machen das ja doch. Dauernd. Immer. Da kann man nix machen und das war auch schon immer so. Der Herr hat uns eben auch das mitgegeben und kann Ihnen aus eigener Erfahrung sagen, das ist nicht immer schön, aber Spaß macht es doch. Das ist so wie mit dem… tja wie kann ich das für Sie am besten vergleichen… Also, das ist so wie mit Ihren schönsten Bibelstellen. Die kennen Sie alle auswendig, aber es macht doch immer wieder einen komischen Spaß die noch mal zu lesen. Und das, obwohl man ja genau weiß, wie die Geschichte am Ende ausgeht.
Also, ändern kann man das mit dem Sex und den Leuten nicht, aber sterben sollen sie ja auch nicht. Deswegen hier meine Idee: In Zukunft verteilt die Kirche die Kondome selber! Gegen einen kleinen Obulus, versteht sich. Damit das auch funktioniert verdammen wir alle Kondome, die nicht von der Kirche kommen und erstellen ein Dogma, dass ein reiner Katholik nur dann frei von Sünde bleibt, wenn er ein geweihtes Kondom benutzt. Stellen Sie sich diese Einnahmen mal vor! Lassen Sie doch mal jemanden recherchieren, wie viel Umsatz die Kondomhersteller der Welt so machen. Das sind Milliarden! Wir würden drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: erstens hätten wir bei vielen echt einen Stein im Brett, zweitens gäbe es da das schöne Geld (die Schweizer Garde!) und drittens ein tolles PR Instrument. Was man alles machen könnte! Kondome mit Kreuzaufdruck in Noppen. Kondome, die nach Weihrauch schmecken. Und! Und! Und!

Gut, ich bin sicher, ich habe sie überzeugt. Deswegen hier meine förmliche Bewerbung als Papst. Ich bin katholisch, unverheiratet, habe keine Kinder und mal ein Semester Theologie studiert. Bitte teilen Sie mir doch mit, wo ich mich in Rom vorstellen muss.

Vergelts Gott
Don Dahlmann

P.S. Ein berühmter Zeichner hat das schon mal etwas verdeutlicht, damit Sie vielleicht einen besseren Eindruck haben, wie das aussehen könnte:
habemus
(Bild: SvenK)

*Diese Bewerbung erschien schon einmal, und zwar am 07.04.2005, und wurde nur ein wenig angepasst.

Blogger oder Branded Content Autor?

Sven Wiesner hat diese Woche einen kleinen Rant losgelassen. Er beschwert sich, dass sich Blogger von Unternehmen instrumentalisieren lassen und blind deren Marketingkampagnen hinterher laufen, ohne eigene Akzente setzen zu können. Gemeint waren vor allem Fashion-, Reise- und Autoblogger, die für eine kleine Reise an einen netten Ort das Netz mit den passenden Hashtags und Blogeinträgen vollhauen. Das ist gut fürs SEO der Marken, aber führt seiner Meinung nach dazu, dass die Unternehmen Blogger nur als billiges Contentvieh ansehen.

Das ist in der Tat nicht so ganz falsch. Natürlich gibt es unabhängige Blogger, die sich von hübschen Reisen nicht beeindrucken lassen und denoch kritisch schreiben. Doch wenn man ehrlich ist, dürfte dies eine Ausnahme sein. Die meisten Blogger schreiben aus Spaß, so eine Reise ist meist sehr luxeriös, dann kann man auch mal nett drüber berichten. Darunter leiden aber die semi- und vollprofessionellen Blogger, die die Dinge gerne anders angehen würden.

Ich teile meine Gedanken zum besseren Verständnis mal auf.

1. Blogs/Blogger/Content Marketing

Ein Blog ist zunächst einmal, unabhängig vom Inhalt, eine technische Beschreibung für einen Medienkanal im Netz. Aber es gibt Unterschiede, was die Autoren angeht.

Es ist nötig, die Definition „Blogger“ zu schärfen, denn so kommt man nicht weiter. Man sollte zwischen „Blogger“ und „Branded Content Autor“ unterscheiden.

Ein Blogger berichtet aus einer subjektiven Perspektive über unterschiedliche Dinge. Oder ist monothematisch aufgestellt. Da kann es um Medienpolitik gehen oder um Katzen. Es geht nicht im Marken oder Markenbildung, mal abgesehen von der eigenen Marke.

Ein Autor, der über Produkte schreibt, ist unweigerlich in der Marken- und Imagebildung eingebunden. Dabei macht es keinen Unterschied, ob man positiv, neutral oder kritisch über eine Marke berichtet. Der Produktname ist unweigerlich in meinem Artikel eingebunden, die Erwähnung ist schon eine Werbung. Wie bei den meisten Mediaauswertungen machen Unternehmen oft keinen Unterschied mehr, ob man die Erwähnung positiv oder negativ ist. Zwar zeigen Monitoringsysteme negative Erwähnungen an, dies aber meist nur unscharf. Was man Ende zählt, ist die Reichweite.

In dem Moment, in dem ich eine Marke erwähne, betreibe ich „Branded Content Marketing“ für ein Unternehmen. Das ist die Gegenleistung für die Einladung usw. Ob das immer als Gegenleistung reicht, ist dann wieder eine andere Frage. Hier greifen dann zukünftige Finanzierungsmodelle (Brand Ambassador usw.), das würde aber jetzt zu weit führen.

Der Unterschied zwischen „Blogger“ und „Branded Content Autor“ ist von außen nur schwer zu erkennen, hier kommt es dann wohl eher darauf an, wie man sich je nach Blog selber betrachtet und dies auch kommuniziert. Die Unterscheidung macht es zumindest klarer, wo man steht. Sie hat aber nichts damit zu tun, dass man deswegen seine Kritikfähigkeit verlieren sollte, sondern dient einer besseren Positionierung des Autors gegenüber Unternehmen und Agenturen.

Denn als Blogger hat man nicht nur eine Marke, sondern ist eben auch Verteiler und ebenso wie Printangebote sollte man sich das honorieren lassen.

Teil 2: Konzepte und Contentstrategie

Sven beklagt auch, dass die Autoren selber zu wenig Aktivität zeigen würden, was die Art der Veranstaltungen angeht. Tatsächlich ist es so, dass die meisten Unternehmen ihre Medienarbeit nicht verändert haben. Statt ein paar freier Journalisten lädt man jetzt eben Blogger ein. Die Kosten ändern sich nicht, dafür deckt man das Internet ab. Für die Firmen eine Win-Win Situation. Denken sie zumindest, aber das stimmt nicht. Denn Blogger benötigen auf Dauer anderen Content als Printmagazine.

Nehmen wir das Beispiel Auto: Printmagazine haben einen beschränkten Platz, was Text und Bilder angeht. Blogs bekanntermaßen nicht. Für Fotos gibt es keine Beschränkung, ebenso für Videos usw. Mit den Möglichkeiten kann man also anders arbeiten, dafür benötigt man aber viel Zeit. Und Zeit hat man auf den meisten Fahrevents nicht. Wenn man Glück hat, kommt man auf eine Fahrzeit von vier bis fünf Stunden. In der Zeit muss man eine Location suchen, Fotos machen, das Auto kennenlernen usw.

Vielen Autoren geht es aber darum, eine Geschichte zu erzählen. Reine Spaltmaße von Autos oder wie groß der Kofferraum ist, interessiert nicht. Die Informationen holen sich Leser sowieso woanders. Man kauft Mode und Autos nur noch selten nach dem Aussehen, sondern nach dem Image. Was Mode- und Autohersteller auch schon längst verstanden haben, sonst würden sie nicht in der Werbung auf reine Image-Kampagnen setzen. Komischerweise setzen Autohersteller dass in ihrer Arbeit mit dem Netz, wo es um nichts anderes als Image geht, nicht mehr um.

Eine weitere Sache: Unternehmen (und da sind nicht nur Autohersteller gemeint) stellen nur das fertige Produkt vor, was zu kurz gedacht ist. Apple und andere Hersteller zeigen seit Jahren, dass nicht auf die Produktvorstellung ankommt, sondern auf den Buzz, den man schon vorher erzielt. Aber es ist noch kein Unternehmen auf die Idee gekommen einen solchen Prozess einzuleiten.

Auf der anderen Seite hören Unternehmen selten zu. Can Struck hat Dilemma auf Facebook schön zusammengefasst:

„Auf die Hersteller zugehen bringt oft nix weil sie ihre Agenturen für Marketing haben. Auf die Agenturen zugehen bringt nix weil Agenturen an sich genau dafür bezahlt werden: Marketingkampagnen und Ideen aus dem Hut zaubern. Die werden sich nicht die Blöße geben jemanden anderen um Ideen zu fragen.“

Das, was Sven fordert, selber Ideen zu entwickeln funktioniert nur selten, weil es in den Unternehmen in der Ablage „P“, landet. Die wenigsten Unternehmen haben eine zentrale Onlinesteuerung, die Aufgaben werden auf unterschiedliche Abteilungen verteilt (Marketing, PR. Special Marketing, Lifestyle), die wiederum unterschiedliche Agenturen beauftragen.

Eine Lösung des Problems wird nicht um „Hau-Ruck-Verfahren“ gehen. Beide Seiten müssen umdenken. Autoren müssen sich ihrer Rolle als „Branded Content Autor“ besser bewusst sein. Was bedeutet, dass ihre Position für sich und gegenüber den Unternehmen genauer definieren. Unternehmen müssen wiederum umdenken, was ihr Content-Vermarktungskonzept angeht. Events müssen anders gestaltet werden, die Strategie im Unternehmen besser koordiniert werden. Unternehmen wie Autoren müssen sich dann im nächsten Schritt auch über zukünftige Finanzierungsmodelle Gedanken machen.

Bookmarks vom 25.01.13 bis 06.02.13

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

Best of Twitter – Januar 2013


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