Month: Januar 2013

Sehen und Wegsehen

Was mich in den letzten Wochen stark verwundert hat, ist die Tatsache, wie viele Menschen bestimmte TV-Sendungen schauen. Also Formate wie das „Dschungelcamp“ oder „Bauer sucht Frau“ oder „Bachelor“ oder „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Popstars“ oder dieses Topmodeldings. Und ich meine jetzt nicht die Einschaltquoten, sondern das jene Menschen, die ich eigentlich für geistig rege, intelligent und lustig halte ihre Freude über derartige Formate in meiner Timeline zum Ausdruck bringen.

[Ich kürze hier an dieser Stelle mal den ganzen „Aber warum“ und „Es gibt doch so viel andere schöne Programme“ Sermon ab und antworte direkt auf den geschätzten Lukas Heimser, der in dieser Diskussion schrub: „Ich kann nur für meine Stimme bei der (einstimmigen) Entscheidung sprechen, aber ich fühle mich vom Dschungelcamp gut unterhalten. Vielleicht nicht so gut wie von einigen der anderen nominierten, die jetzt leider völlig untergehen, aber doch mehr als ausreichend, um mit „Ja“ zu stimmen. Wer im „Dschungelcamp“ Menschenverachtung sieht, kommt bei „Bauer sucht Frau“ um einen Hitlervergleich wohl kaum noch vorbei.]

Wenn man sich das Format des Dschungelcamps anschaut, geht es darum, dass ein paar ehemalige, meist mit peinlichen Affärchen behaftete bekannte Menschen in einem Camp gehen, gefilmt werden und ein paar eklige Dinge tun müssen. Das machen sie freiwillig, sie bekommen (wie man so hört) je nachdem wie das ehemalige Star-sein gelagert ist, eine sechstellige Summe dafür. Womit dann jedes Argument in Richtung „Ist das vielleicht nicht ein wenig widerlich?“ meist auch totgeschlagen wird.

Doch bei allen essbaren Hoden und Maden dieser Welt – mich stören derartige Formate, weil sie nur ein Thema zum Inhalt haben: niederträchtige Schadenfreude. Um mal Goethe zu entstauben „Wenn die Menschen recht schlecht werden, haben sie keinen Anteil mehr als die Schadenfreude.“

Natürlich kann man beim „Dschungelcamp“ auch argumentieren, dass es eine Art Sozialstudie ist, denn das Leben im Camp, die aufeinanderprallenden Charaktere und deren Eitelkeiten werden ja auch (genüsslich) gezeigt und ins Programm geschnitten. Aber sind wir doch mal ehrlich: Niemand würde sich auch nur eine Folge anschauen, wenn es nur um die psychologischen und sozial-gesellschaftlichen Verwicklungen der Teilnehmer gehen würde. Es geht um die dramaturgisch inszenierten „Prüfungen“, die halt meist irgendetwas leicht Ekliges beinhalten. Ansonsten könnte es ja auch bei „arte“ laufen.
Ähnliches gilt, wenn auch anders gelagert, bei scripted reality Shows wie „Bauer sucht Frau“. Niemand will einen halbwegs normal aussehenden Bauern dabei beobachten, wie er Monat um Monat verzweifelt Kontaktanzeigen schaltet und deprimierende Dates in Cafés aushält, die seit den 70er Jahren nicht mehr renoviert wurden. Die Kombination von „schräger Typ“, meist wegen des Aussehens und „schräge Frau“, meist wegen ihrer Art Dinge auf dem Hof zu tun, macht die Sache interessant. Man lacht darüber. Man lacht über Menschen, die man nicht kennt, die sich mehr oder weniger freiwillig in die Maschinerie des Privatfernsehens begeben haben, die dank Schnitt und Drehbuch gerne mal als Volltrottel dargestellt werden.

Das ist reine Schadenfreude, die es an Bösartigkeit nicht missen lässt. Damit ich nicht falsch verstanden werde, mein Mitleid für die Teilnehmer hält sich in Grenzen. Zum einen bekommen sie Geld, zum anderen werden sie nicht gezwungen. Aber das Wort „Unterhaltung“ fällt mir dazu eher nicht ein.

Es geht um die Art, wie Menschen dargestellt werden, die mich stört. Und die Reaktion der meisten Beobachter. Statt sich leicht angewidert und von Fremdscham geschüttelt abzuwenden, propagieren viele das auch noch auf Twitter usw. Es entsetzt mich nicht, dass es einzelne Shows gibt, die mit der Schadenfreude oder Moment spielen, in dem der Protagonist sich sichtbar im Fernsehen schämt. Das hat es immer gegeben. Aber dieses Lachen über diese Menschen hat etwas Hämisches, etwas Gemeines. Es kommt nicht aus Freude oder weil jemand etwas spielt. Es kommt aus der Schmuddelecke der Schadenfreude. Dort, wo man lacht, wenn jemand anderem etwas Blödes passiert und man denkt „Endlich bin nicht mehr nur ich es, der auf die Fresse kriegt“. Es ist ein wenig das Lachen des Diederich Heßling, dem Untertan aus dem Buch von Heinrich Mann.

Es entsetzt mich, dass es mittlerweile so viele Shows sind, die es zu diesem Thema gibt und das sie auch noch erfolgreich sind. Ein vor der Kamera und der Gesellschaft seelisch wie körperlich entblößter Mensch ist nicht lustig. Das Argument, er macht das freiwillig, hilft da auch nicht weiter. Ich mag so etwas nicht sehen, deswegen schaue ich es auch nicht. Die belustigten Reaktionen auf solche Formate befremden mich aber noch mehr. Und das sich offenbar niemand fragt, über was und warum er gerade lacht.

Bookmarks vom 20.01.13 bis 23.01.13

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

  • Daily Dot | German court to decide the future of Technoviking – Fritsch let the video collect dust on his personal website for six years, until he finally uploaded it to YouTube in 2006, where it continued to exist in obscurity for months. It took until 2007 for it to really take off. Fritsch has traced the origins of its viral path to an obscure Central American porn site, where the name "Technoviking" was first coined.
  • Sprachpolizeiakademie – zoon politikon – Das sich ereifernde Kommentariat belegt Wörter schlicht mit einer anderen Bedeutung als ich ihnen zuordne. Als humoristischen Sonntagsbeitrag zum Weltfrieden meinerseits möchte ich darum ein kleines Glossar anbieten und hoffe so etwas zur Völkerverständigung beizusteuern. Seien wir nicht dümmer als es die Sprachpolizei erlaubt.
  • Internet-Law » Meine Stellungnahme zum Leistungsschutzrecht für den Rechtsausschuss des Bundestages – Nach meiner Ansicht ist es zweifelhaft, ob das geplante Leistungsschutzrechts mit europarechtlichen, völkerrechtlichen und verfassungsrechtlichen Vorgaben vereinbar ist. Das Gesetzesvorhaben würde – entgegen anderslautender Behauptungen – auch die Möglichkeit der Linksetzung und Auffindbarkeit von Inhalten im Internet erschweren. Der Gesetzesentwurf weist außerdem eine Reihe handwerklicher und regelungstechnischer Mängel auf.
  • Lügen fürs Leistungsschutzrecht (3) « Stefan Niggemeier – Die deutschen Zeitschriftenverleger erfinden im Kampf für ihr eigenes Gesetz ein parlamentarisches Votum, das es nicht gibt, um die angeblichen Unwahrheiten und die Demokratiefeindlichkeit von Google anzuprangern.
  • Die “Westfälische Rundschau” wird vor dem Tod schon stumm gemacht « Stefan Niggemeier – Auch der Hinweis, dass eine Berichterstattung die Chancen von Mitarbeitern gefährden könnte, übernommen zu werden, lässt tief blicken. Was vordergründig wie Sorge um die Kollegen klingt, bedeutet letztlich nur, dass die Angst und Resthoffnung der Redakteure genutzt wird, selbst in den letzten Tagen der Existenz ihrer Redaktion noch Wohlverhalten und Schweigen zu erkaufen.

DLD vs. Internet

Ich widerspreche Martin Weigert ja nur ungern, aber er hat Unrecht, wenn er meint, dass das LSR und die Aktivitäten der Verlage im Netz und rum um digitale Innovationen sich widersprechen. Für die Verlage existiert da kein Unterschied, weil digitale Innovationen schon lange Teil des Geschäftsfeldes sind und in Zukunft auch weiter ausgebaut werden sollen. Die Verantwortlichen in den Verlagen sind ja nicht blind, was Investitionen angeht und sehen durchaus, dass sich in dem Bereich Geld verdienen lässt. Strategische Investitionen in Startups gibt es schon seit Langem, auch aus Inkubatoren heraus. Wenn es Geld bringt, warum nicht? Springer selber hat eine ganze Liste von bekannten Beteiligungen an Webunternehmen wie Stepstone, Immonet usw., dazu kommen Investitonen, die über Axel Springer Digital Classifieds oder AS Venture laufen. Man verdient schon gutes Geld im Netz.

Die andere Seite ist das LSR, dass im Grunde auch nur eine weitere Investition darstellt. Die soll dazu dienen, das Geschäftsmodell von der Werbung auf die Einnahme über Links und Zitate zu verlagern, bzw. die Verluste aus den fallenden Werbepreisen auszugleichen. Es ist nur konsequent, dass Verlage sich nett per DLD präsentieren, dort aber keine Diskussion über das LSR stattfindet, selbst wenn man Kritiker wie Jeff Jarvis und Katharina Borchert eingeladen hatte. Der gesamte Themenkomplex LSR oder wie sich Medien finanzieren sollen wird ja interessanterweise weg gelassen. Aber da sehe ich auch keinen Widerspruch zum DLD, der sowieso nur das Warm-up zu Davos ist und der noch nie was mit Innovationen, denn mehr mit „State of the internet“ zu tun hat. Der DLD ist die werbewirksame Plattform für „Schaut her, wir mögen das Internet doch, wenn man es vernünftig macht“.

Für die Verlage entscheidend ist die Frage, welche Form von Internet in Zukunft regieren soll. Das (momentan noch halbwegs) freie Netz, oder eine Art Internet, dass von den alten Medien (Verlage, Entertainmentfirmen etc.) über zentrale Schnittstellen, Firmen und Investitionen zumindest in Deutschland kontrolliert wird. Die letztere Option ist die vermutlich angenehmere für „old media“ und die Investition in das richtige Startup bietet eventuell weitere Möglichkeiten, Kontrolle zurückzugewinnen.

Bookmarks vom 14.01.13 bis 16.01.13

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

  • Westfälische Rundschau: “Du bist Zeitungskrise” | Ruhrbarone – Seit ich bei dieser Zeitung bin, weiß ich von den roten Zahlen. Und vielleicht sieht die Zeitung der Zukunft nicht so aus wie die WR. Aber der Verlag hat nicht einen Gedanken mit Ernsthaftigkeit an ein neues Konzept verschwendet, nicht einen kreativen Kopf zum Reden kommen lassen. Es war eine unterdrückte Stimmung in der Redaktion, eine bleibende Unsicherheit über Umwerfungen und Neuregelungen, die, galant gesagt, allesamt großer Mist waren.
  • #berlintales no. 32 « pixlpop.de – Der Fahrer schürzte die Lippen und musterte mich direkt im Rückspiegel. Es dauerte ca. eine Sekunde. In der Zeit schien der vollbärtige Endfünfziger mittels Telepathie den Katalog “Prototypen der Berliner Fahrgäste – Eine soziologische Clusterung anhand optischer Merkmale” vom Server der Taxizentrale herunter geladen und eine schnelle Suchanfrage gestartet zu haben.
  • The Terrible Logic Behind The Government’s Case Against Aaron Swartz – What Swartz allegedly took from JSTOR was control. Control over the distribution of infinitely reproducible files. Control that was painstakingly negotiated and established by complex licensing agreements with publishers and universities. Control that was worth lots of money. (Some of that value is surely justified.
  • Hunter S. Thompson’s daily routine bei Glaserei – Sehr… abwechslungsreich
  • BEST of BTS | photography by Angus R Shamal – Behind the scenes Fotografien verschiedener Filme. Sehr spannende Fotos.

Update aus meinem Leben – Schnee-Edition

# Grundsätzlich muss ich mal sagen: Schnee ist doof. Schnee ist vor allem in der Großstadt doof. Schnee macht in der Großstadt keinen Sinn. Das kann man jetzt der Großstadt anlasten, weil der Schnee, rein erdgeschichtlich gesehen, ja wohl früher da war, aber so in meinem kleinen Leben muss ich doch feststellen: Schnee in der Großstadt ist komplett überflüssig. Und es liegt nicht an Berlin oder der Tatsache, dass die Stadt mittlerweile überall so viel Rollsplitt verteilt, dass man nach Schneeschmelze eine neue Stadt daraus bauen könnte. Manchmal sind die Rollsplitberge so hoch, dass Skateboarder auf ihnen eine neue Trendsportart erfinden könnten. Dann kommt aber der Hundescheißesauger und räumt alles weg … wo war ich? Ach ja, Schnee. Widerlich will einen in der Großstadt nur umbringen oder mindestens zwei bis acht Knochen brechen, von denen man vorher nicht mal wusste, dass sie existieren. Oder man wird dazu verlockt in Parks zu gehen, weil man denkt, dass es da nett aussehen könnte mit dem Schnee. So in der Art „Verschneiter Wald in Skandinavien“. Dabei vergisst man aber immer, dass vor allem bei schönem Wetter abermillionen (leicht übertrieben) Menschen die gleiche Idee entweder schon hatten und gleichzeitig haben und man dann im Gänsemarsch über zu Eis verdichteten Schnee stolpert. Die wenigen Bäume rechts und links sind sowieso bis hin Schulterhöhe von jedem Schnee befreit, weil randalierende 3 bis 8 jährige Kinder an den armen Ästen gerüttelt haben, um einen Schneesturm zu simulieren, was die Eltern lustig finden. Danach findet man keinen Platz in einem Café weil alles voll Multifunktionsjacken ist und fährt wieder nach Hause, wo man kiloweise Rollsplitt in die Wohnung schleppt. Und wenige Tage später hat sich der Schnee in eine postapokalyptische graue Masse verwandelt. So. Statt einen Flughafen zu bauen, der nicht funktioniert, hätte man Berlin im Winter vielleicht einfach überdachen sollen. Und beheizen.

# Winter und die damit verbundene Frage, warum man überhaupt aufsteht, bringt mich auf die Idee, dass ich mal Urlaub machen sollte. So richtig, drei, vier Wochen mit dem ganzen Getöse. Urlaub scheitert aber gerade unter anderem an der für 2013 noch nicht geklärten Einkommenssituation, meinem Single-Dasein und der Liste aus „Must have“ Annehmlichkeiten und „No-Go“ Ausschlüssen. So sollen die Temperaturen zwischen 22 und 30 Grad liegen. Höchstens. Und feuchte Hitze mag ich nicht. Also eher trockeneres Klima. Und es sollte einigermaßen idyllisch sein, mit der Möglichkeit einer größeren Stadt in der Nähe. Eine Stadt, die entweder über billige Transportmittel verfügt, oder genug Parkplätze. Oder beides. Es sollte ein wenig Kultur geben, historische Trümmer, die man anstarren und „Na, das ist ja ein Ding, dass die so alt sind“ sagen kann, vielleicht ein, zwei Museen, einen Strand, gute Bars und gutes Essen. Und Internet, damit man auf Instagram angeben kann. Marokko fiel mir ein, aber was soll ich da vier Wochen lang alleine? Uruguay steht auch schon länger auf meiner Liste, allein weil schon weil das Land so einen hübschen Namen hat und auch die Städte (Montevideo!) kreativ benannt hat. Eine kleine Kreuzfahrt wäre auch nicht schlecht, da wird man ja zu den Trümmern gefahren, aber leider sind da ja andere Menschen dabei. (Zu viele andere Menschen auf engem Raum sind immer eine schlechte Idee). Und teuer darf es auch nicht sein. Je länger ich schreibe, desto mehr denke ich mir, dass ich zu Hause bleiben sollte.

# Zu Hause ist es ja auch nicht schlecht. Meine Wohnung befindet sich in einem Zustand, den zumindest ich als wohnlich bezeichnen würde. Andere denken vielleicht „Huch“. Aber ich habe unter anderem eine Badewanne und einen sehr großen Esstisch, an den viele Leute passen. Neulich darüber nachgedacht, was alles aus der Wohnung fliegen könnte, so rein hypothetisch. Das Bett natürlich nicht, klar. Auf Matratzen schlafen war früher mal ok, mittlerweile finde ich auf dem Boden liegende Matratzen eher nervig, weil man beim Aufstehen von selbiger immer sehr unelegant wirkt. Man dreht, schiebt und hievt sich hoch und da kann man noch so sportlich sein, das Aufstehen, vor allem morgens, sieht so aus, als hätte man gerade das erste Mal den aufrechten Gang für sich entdeckt, ist sich aber noch nicht so sicher, ob das wirklich eine gute Idee ist. Das Bett bleibt also. Aber dann? Eigentlich nur der Esstisch. Bett und Esstisch, das reicht. Das Bett kann man als Sofa verwenden, den Esstisch für alle andere. Essen, lesen, sitzen, knutschen, arbeiten und so Sachen. Dann wäre meine Wohnung sehr leer, was ich auch wieder sehr schön fände. Aber man hat ja all die anderen Sachen, Bücher und Zeug, die man dann auch wieder haben will, weil sie schön sind, aber dafür braucht man wieder Regale und die stauben zu und schon sieht es wieder voll aus. Was ich eigentlich sagen wollte, habe ich jetzt vergessen, aber schön, dass sie so weit mitgelesen haben.

# Fast vergessen: Die Katzen auf die mag ich natürlich nicht verzichten, sie sind ja nett zu mir. Auch wenn eine Freundin immer sagt, dass sie Katzen unter anderem auch deswegen doof findet, weil sie gelesen hat, dass Katzen, liegen die Besitzer irgendwann mal tot in der Wohnung, als Erstes die Augen der ehemalig zufriedenstellend arbeitenden Katzerfutterdosenöffner aufessen würden. Als Quelle gab sie „Das Internet“ an. Ich habe dass nicht verifizieren können, war aber zum Glück auch nicht tot und habe ich auch nicht vor, das so schnell zu ändern. Aber: Wenn man Katzen hat, braucht man wieder Kissen und so Zeug, auf die sich die Katzen legen können. Natürlich reicht da eigentlich das Bett, aber aus Erfahrung kann ich berichten, dass man dann irgendwann zwei Betten braucht, weil man in seins nicht mehr reinkommt.

# Das Nächste, was vermutlich nicht mehr lange in meinem Besitz sein wird, ist das Auto. Es steht die meiste Zeit rum und das sehr lange. Ich muss mir Dinge überlegen, für die ich das Auto unbedingt brauche, mir fallen aber selten welche ein. Neulich stand es so lange rum, dass die Batterie leer war und ich 100 Kilometer über die Autobahn brettern musste, damit die Batterie wieder anständig geladen war. Jetzt fahre ich einmal im Monat Autobahn. Oder fahre Katzenfutter kaufen. Weite Strecken fahre mich mit dem Auto schon gar nicht, wegen anderer Autofahrer und weil fliegen schneller geht. Auf der anderen Seite mag ich ja Autos generell, ich fahre ja auch viele Neuwagen vor exotischer Kulisse hin und her. Und ich liebäugel seit ein paar Monaten schon mit einem VW Käfer.

Bookmarks vom 10.01.13 bis 12.01.13

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

  • Top free legal movies that you can download – – One of the best locations for classic movies is archive.org’s movies archive. It is mainly covering the period from 1920 to 1960 and even though that is a time long gone it does not mean that the movies are not enjoyable anymore.
  • moviebarcode – Da hat jemand einzelne Frames eines Filmes – und zwar alle einzelnen Frames – zu einer Art Farbbarcode zusammengestellt. Sehr faszinierend. Und erstaunlich, für was Menschen so Zeit haben
  • Museumshafen: Grotesker Streit im „Elitezoo“ – Panorama | YACHT.DE – Das Genörgel der Anwohner ist insofern grotesk, als sie in das neue Nobel-Quartier eben wegen der Hafenatmosphäre gezogen sind. Ungewöhnlich aber scheint solches Benehmen nicht, wie andere Klagen von Zugezogenen belegen, die nicht nur in Hamburg belebte In-Viertel gentrifizieren und sich dort über Kneipenlärm aufregen. Einen ganzen Ordner solcher Beschwerden hat Kaiser den Berichten zufolge schon gesammelt, ein Hafenmeister jedoch sagt: „Die Schiffseigner verhalten sich tadellos, aber wir haben hier einen Elitezoo wohnen.“ / via wirres.net
  • Der Umblätterer » Best of Feuilleton 2012 – Die 10 besten Texte aus den Feuilletons des vergangenen Jahres
  • Flughafen: In Berlin kann nichts funktionieren, auch kein Neubau – SPIEGEL ONLINE – Es gibt viele gute Gründe, in Berlin zu leben. Schönheit und Freundlichkeit, Sauberkeit und wohlgeplante Organisation gehören gewiss nicht dazu. Ganz im Gegenteil: Es ist gerade diese Dysfunktionalität, die sich auch im fortgesetzten Scheitern des Flughafenneubaus ausdrückt, die diese Stadt zu dem macht, was sie ist – zum aufregendsten Ort des Landes. Was kümmert uns die triste Realität?

Google vs. Apple vs. Microsoft vs. User

Die Zickigkeiten der großen Webunternehmen haben im letzten Jahr massiv zugenommen. Apple wirft Google Maps raus, ersetzt diese dann durch ein eigenes, minderwertiges Angebot, nur damit eben keiner mehr Google Maps nutzt. Google beendet den Support für den Microsoft Exchange Server, was faktisch darauf hinausläuft, dass User, die gerne Windows Phones nutzen möchten (und dafür gibt es durchaus viele Argumente) faktisch Googlemail nicht mehr nutzen können. Microsoft rät zum Wechsel zu der tatsächlich nicht ganz so schlechten Webversion von Outlook. Gleichzeitig bauen die Anbieter ihre „all inklusive“ Ökosysteme weiter aus, damit man auch nicht auf die Idee kommt zu wechseln. Und zwischen Twitter und Facebook herrscht ebenfalls kalter Krieg, was man spätestens im Herbst gemerkt haben sollte, als Twitter die Card-Unterstützung für Instagram einstellte.

Userströme wandern immer dahin, wo es das interessanteste Angebot gibt. Man nutzt Dienste eine Zeit lang, dann macht jemand was Besseres (Schöneres, Interessanteres) auf und schon ist man wieder weg. Den Massenexodus haben Friendster, MySpace, Digg und andere Seiten in den letzten Jahren erleben dürfen, die Einrichtung eines walled garden aus Angst, die User laufen wieder weg, kann man also gut nachvollziehen. Auch wenn das Ganze ein wenig an jemanden erinnert, der seinen Freund/Freundin zu Hause einsperrt, weil man Angst, er/sie könne jemanden anderen kennenlernen und durchbrennen. Die Erfahrung zeigt, dass das wirtschaftliche Einkasernieren der Kunden aber durchaus funktioniert, wenn man ihnen keine andere Wahl lässt. Oder sie gar nicht erst auf den Gedanken kommen lässt, dass es eine andere Wahl geben könnte. Im Grunde, so als Randbemerkung, eine kommunistische Einstellung.

Unter den Streitigkeiten der großen Anbieter leidet erst einmal der User, der es gewohnt ist, sich die Programme und Plattformen, mit denen er gerne arbeitet, selber zusammenzustellen. Ich mag vielleicht Googlemail, will aber lieber ein Nokia Lumia nutzen, weil die Hardware besser ist, als alles was es mit Android gibt. Warum sollte ich mir auch vorschreiben lassen, welches System, welchen Mailanbieter ich wählen darf? Natürlich – die Cloudanbieter haben hohe Infrastrukturkosten, auf der anderen Seite bekommen sie meine Daten mit denen sie (angeblich, wäre ja mal schön, wenn das klappen würde) Target-Werbung schalten. Sie verdienen also, auch wenn ich nicht bezahle, allein deswegen, weil ich ihren Dienst nutze.

Mir persönlich ist es in weiten Teilen wurscht, wer hinter welchen Dienst steckt, so lange ich das Gefühl habe, dass der Dienst all das macht, was ich erwarte und die Firma nicht komplett bescheuert ist. Ich erwarte auch, dass die Anbieter eine der Grundregeln des Netzes beachten, und so zusammenarbeiten, dass man seine gewählten Dienste auch quer durchs Netz und über alle Plattformen anwenden kann. Das ist, nur so zur Erinnerung, eines der Geheimnisse des Netzes.

Es fehlt eine Demokratisierung der Angebote. Was WordPress für die Contentherstellung geleistet hat, muss es auch für andere relevante Dienste geben. Es fehlt zum Beispiel ein Anbieter, der einen Mailserver mit einer Oberfläche versehen kann, die Ähnliches wie Google oder Outlook anbietet und für man eine eigene App erstellen kann. Gleiches gilt für Cloudspeicher, Online-Dokumente usw. Theoretisch könnte man so seine eigene Infrastruktur aufbauen, die unabhängig von den großen Anbietern macht. Vielleicht ist das auch die Zukunft, dass das Netz in die Hände der User zurück überführt wird. Johnny hatte dazu die Tage ja auch einen weit beachteten Artikel geschrieben. Zumindest ließe sich so die drohende faktisch schon laufende Aufhebung der Netzneutralität ausbremsen.