Month: November 2012

LSR: Werbung vs. Verleger vs. Google

Die Probleme der Verlagsindustrie sind vielschichtig, offensichtlich ist aber zumindest, dass die verlegerische Brillanz in Sachen Netz wohl nur auf Sparflamme läuft. Auch hier gibt es viele Gründe, zu vorderst sei genannt, dass man sich bis heute im Netz nicht von der abgeschlossenen Berichterstattung hin zu linearen Berichterstattung entwickelt hat, und somit Alleinstellungsmerkmale hat liegen lassen. Dass man sich sein Geschäftsmodell nun mit dem Leistungsschutzrecht finanzieren möchte, ist allgemein bekommt.

Ein anderes Problem hat Sascha in seiner Kolumne neulich angesprochen, allerdings hat er einen Faktor dabei nur am Rande erwähnt: Nicht nur werden weniger Anzeigen geschaltet, weil die Budgets gesplittet werden, gleichzeitig fallen die Werbepreise auch ins Bodenlose.

In den guten alten Zeiten waren Zeitungen Renditewunder. Es gab jede Woche die Summe X an Platz für Werbeanzeigen, vor allem für die Werbung, die auf den ersten Seiten platziert ist. Waren die Plätze regelmäßig belegt, konnte man die Preise nach oben treiben. Manche Medienagenturen hatten Kunden, die die Rückseite eines Magazins monatelang gebucht haben. Die „Zeit“ hatte einen Werbekunden, der die beiden schmalen Werbeplätze recht und links neben dem Logo oben auf Jahre gebucht hatte. Gute Werbeplätze waren rar, weil nur wenige gab.

Was Zeitungen bis heute mit einer Werbeseite verdienen (können), hat Stefan gerade wieder aufgezeichnet, als er über die Anzeige von Google in den Tageszeitungen berichtete.

Der Listenpreis für eine solche Anzeige in der FAZ (Seite 5) beträgt 71.810,00 Euro und in der SZ (Seite 9) 75.200,00 Euro. Eine ganze „Bild“-Seite bundesweit zu buchen, kostet laut Anzeigenpreisliste 414.500,00 Euro.



Natürlich – die Reichweite zählt hier. Aber was für eine Reichweite erhalte ich, wenn ich 80.0000 Euro im Netz investiere? Vermutlich mehr als die 500.000 Leser der SZ oder FAZ. Und genau da liegt dann das Problem, bzw. da kommt der Controller des Anzeigekunden, der sich an Zahlen orientiert. Das Netz hat den ehedem geschlossenen Vertriebsweg „Werbung“ geöffnet, es gibt plötzlich mehr Werbeplätze, die man bei höherer Reichweite für weniger Geld buchen kann.

Die Verleger gehen Google nicht wegen den Snippets an. Sie verdienen durch Google eine Menge Geld, was sie auch gar nicht bestreiten. Zu dem könnten sie ihrerseits Google via robots.txt aussperren, was ihnen auch bewusst ist. Die Verleger setzen Google mit dem Internet als Werbevertriebsform gleich, von der sie abkassieren wollen. Das ist in etwas so, als hätten die Zeitungen in den 60er Jahren vom Fernsehen verlangt, dass ARD/ZDF für jede Erwähnung („Wie die FAZ in ihrer morgigen Ausgabe berichtet…“) Geld verlangt. Weil man ja mit einer Exklusivmeldung TV-Zuschauer bedient und im Rahmen einer Nachrichtensendung auch Werbung geschaltet wird usw. Im Grunde sollen Google, Aggregatoren, Blogs und Co für die Werbeausfälle geradestehen, die völlig natürlich durch das Netz entstanden sind.

Man kann sagen: „Wenn die Verlage ihre Angebote nur noch dann im Netz verlinkt haben wollen, wenn man dafür zahlt, soll es mir recht sein. Ich muss ja nicht verlinken. Das bedeutet für die Verlage aber auch, dass sich der Gefahr aussetzen, dass viele Leser andere Quellen, zum Beispiel im Ausland ansteuern.“
Der deutschen Verlagsbranche ist das natürlich bewusst und auffällig ist auch, das Frankreich und die Schweiz an ähnlichen Gesetzgebungen arbeiten. Die Kampagne in Deutschland hat dabei also eine besondere Vorreiterrolle. Wenn man es hier schafft, Google zum zahlen zu bringen, schafft man es auch in anderen Ländern. Man hätte sich elegant, zumindest für den Moment, einen neuen Werbevertriebsweg zu eigenen gemacht, ohne das eigene Geschäftsmodell zu verändern.

Das Modell kann sogar aufgehen, weil es keine vernünftigen Alternativen zu den Onlineportalen der Verleger im Netz gibt. Es gibt kein einziges reichweitenstarkes Nachrichtenportal, das nicht zu einem Verlag oder einer Senderkette gehört. Blogs haben in Deutschland nie den Stellenwert einer Randgruppenbespaßung überschritten, mal abgesehen von Blogs, die sich mit Spartenthemen wie IT/Technik, Mode oder Sport beschäftigten. Es gibt keine „Huffington Post“, es gibt keine einflussreichen „Newsblogger“ oder Blogportale. Aus dem durchaus reichhaltigen und hoch qualifizierten deutschen Bloguniversum haben sich die Verleger ein paar Rosinen gepickt. Der Rest arbeitet als Einzelkämpfer, hat vergleichsweise wenig Reichweite und muss andere Dinge tun, damit das Geld reinkommt.

Ohne die Inhalte der Verlage kann Google seine „Google News“ Seite dichtmachen. Auch Verlinkungen von G+ wären nicht mehr möglich, ohne dass die User das Damoklesschwert einer Abmahnung über sich spüren würden. Ein sehr großer Teil des Google-Universum baut auf der Vernetzung durch Links, bzw. das Klicken von Links auf, weil Google damit dann wieder die Suchfunktion steuert und dies runter bis zum einzelnen User. Weniger Steuerungsmöglichkeiten würden dann aber ungenauere Treffer in Sachen Adsense bedeuten, was wiederum die Preise negativ beeinflussen kann. Für Google wäre ein Verlust der Links der Verlagsportale, in dem sie sie im Suchindex ausblenden, also ebenfalls ein Verlust, zumindest in Ländern, in denen es keine Alternative zu Verlagsangeboten gibt. Das Interesse von Google gegen das LSR basiert also nicht nur auf der Basis der Freiheit eines einzelnen Links.

Beim LSR geht es also weniger um Links, sondern um die Macht über den Werbemarkt und wie man diesen steuert. Die Verlinkungsfreiheit ist dabei ein Kollateralschaden, den die Verlagsindustrie billigend in Kauf nimmt, um ein veraltetes Geschäftsmodell zu retten.

Bookmarks vom 22.11.12 bis 28.11.12

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

  • The Quietus | Reviews | Mumford & Sons – Jemand mag das neue Mumford & Sons Album nicht und hat seine Gründe auch detailliert dargelegt.
  • Kolumne: Wolfgang Münchau – Der Tod der Verleger | FTD.de – Für wenige Tausend Euro und ein bisschen Fantasie kann man ein Online- und Mobilangebot hinbekommen, das denen fast aller deutscher Verlage überlegen ist. Die meisten quetschen immer noch ihre analogen Inhalte auf die Website oder auf das iPad, anstatt die kommunikativen Möglichkeiten auszunutzen, die diese neuen Medien bieten.
  • The man who hacked Hollywood – Sehr gut geschriebene Story über einen Hacker, der sich in die Mailkonten von Prominenten gehackt hat. Und dabei beobachtet wurde.
  • How To Use Google+ As Your Social Media Dashboard To Cross-Post To Facebook, Twitter & More – Denke ja auch gerade mal wieder über eine Verlagerung von FB zu G+ nach, weil G+ einfach das bessere Netzwerk ist (Kommentare, Bilder, Hangouts)
  • Die Wahrheit: Das letzte Tabu – taz.de – Heutzutage macht bereits jeder dritte Bewohner eines westlichen Industrielandes (Zahl von mir maßlos übertrieben) statt Strandurlaub irgend was Extremes: Bungee-Jumping in Vulkanen, Segeltouren vor der Piratenküste Somalias, Kaffeeklatsch auf dem Kangchendzönga. Dennoch gibt es eine Reiseform, an die sich bisher kaum ein westlicher Pionier gewagt hat: Touren mit einer chinesischen Reisegruppe nämlich.

Bookmarks vom 20.11.12 bis 21.11.12

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

Bookmarks vom 15.11.12 bis 16.11.12

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

  • The Patent Problem | Wired Opinion | Wired.com – Sehr langer, aber sehr lesenswerter Artikel in der US Wired über Patwnte, Patent Trolls und Patentkriege
  • Versäumnisse der Verlagsindustrie – Der Journalismus ist nicht Ryanair | Cicero Online – Bei Ryanair ist das der Transport, bei Zeitungen der Journalismus. Das Problem: Die Zeitungen sanierten nicht so, dass der Journalismus gestärkt wurde – sie schwächten ihn vielmehr. Sie kopierten also das Ryanair-Modell, aber leider ganz falsch: Sie wollten mit leeren Taschen ganz hoch fliegen.
  • 42 Internet-Phrasen, die wir nie wieder hören wollen – Hehe
  • Falsches Moralisieren über den Tod der «Frankfurter Rundschau» » hogenkamp.com – Umgekehrt: Kaum jemand, der in den letzten zehn Jahren sein Print-Abo einer Tageszeitung gekündigt hat, wollte damit böswillig dem Verlag oder der Demokratie schaden. Sondern der Nutzen hat nicht mehr gestimmt, aus welchem Grund auch immer. Am häufigsten habe ich im Bekanntenkreis gehört, man habe die Zeitung abbestellt, nachdem man realisiert hatte, dass sie über Monate ungelesen ins Altpapier gewandert war. Clayton Christensen nennt den Nutzen «jobs to be done», in einem Artikel, den jeder Medienmanager lesen muss: Die Zeitung erledigt einen «Job» nicht mehr so gut wie früher.
  • How to be German in 20 easy steps – part 1 – Deutsch is mostly an incomprehensible jumble of exceptions. A dungeon designed to trap foreigners and hold them hostage, repeatedly flogging them with impenetrable and largely useless grammatical devices, whose only merit is to very, very, explicitly state who has what and what is being done to whom, by whom.

Niedergang? Verpennt!

tl;dr
Lokale Zeitungen sterben, weil sie nicht mehr lokal genug sind. Überregionale sind unter Druck, weil die Verleger/Manager unfähig sind, die Realitäten der Netzes zu akzeptieren.

Ich weiß nicht, ob die Einstellung der FR den Niedergang der deutschen Tageszeitungslandschaft einläutet. Die FR war in den letzten Jahren, wie Michael Spreng es treffend zusammenfasst, schon halb tot.

Die Zeitung wurde so lange zurechtkonfektioniert, bis sie sich selbst überflüssig machte. Die vielen Geschaftsführer- und Chefredakteurswechsel, die teure und sinnlose Umstellung auf das unattraktive kleinere Format, die personelle Auszehrung, der Verlust an namhaften, analyse- und meinungsstarken Journalisten – all das konnte nur zum Niedergang führen.



Die FR ist nicht insolvent, weil das böse Netz den „Qualitätsjournalismus“ angreift, sondern weil man seit einem Jahrzehnt an den in Inhalten der FR rumdoktort. Die FR war eigentlich in Sachen Netz gut eingestellt. Als ich zusammen mit Lorenz Lorenz Mayer, Lutz Kinkel und Michael Prang Anfang 2000 an einem Newsletter-Projekt für die Zeit-Online gearbeitet habe, in dem es um die Zusammenfassung der Kommentare der deutschen Zeitungen ging, war die FR eine der wenigen Zeitungen, die die Kommentare überhaupt vor der Printausgabe online stellten. Und überhaupt hatte man Kommentare, die man lesen konnte, aber das ist was anderes.

Die FR ist pleite, weil das Management so lange rum optimiert hat, bis die Zeitung derartig stromlinienförmig und langweilig war, dass sich die Leser und Anzeigenkunden gefragt haben, warum sie sich das noch antun. Und das hat alles nichts mit der Zeitungskrise in Deutschland zu tun.

Im Grunde gibt es zwei Zeitungskrisen in Deutschland.

1. Die Lokal-Zeitungen

Die existiert, weil die Blätter in einer Zwickmühle stecken. Denn zum einen haben sie einen Stamm von Abonnenten, die meist etwas älter sind und sich freuen, wenn sie im Lokalteil Sätze lesen wie diese: „Am Wochenende kann man im Vereinsheim Hinterpfaffinghausen eine kesse Sohle aufs Parkett legen. Die Tanzkapelle der Freiwilligen Feuerwehr wird heiße Rhythmen auftragen, für das leibliche Wohl ist gesorgt.“ Auf der anderen Seite gibt es da durchaus die 20 bis 50 Jährigen, die ihre Nachrichten mehrheitlich im Netz konsumieren und für die vor allem eins wichtig ist: Geschwindigkeit. Die wollen in ihrer Lokalzeitung nicht am Donnerstag lesen, dass Barack Obama die Wahl gewonnen hat, weil sie das schon spätestens am Vortag erfahren haben.

Als „Lösung“ bieten einige Lokalzeitungen „E-Paper“ an, diese Zwitter-Ausgeburt der Hölle. Im Grunde die Printausgabe der Zeitung, nur schlechter zu lesen. Warum sollte man sich so was antun? Und selbst wenn – viele Lokalzeitungen bieten eine E-Paper-Ausgabe nur gebündelt mit einem Printabo an. Das ist derartig dumm gedacht, dass man mit dem Kopf auf den Tisch schlagen gar nicht mehr hinterher kommt.

Viele Lokal-Zeitungen werden sterben, weil sie die lokale Berichterstattung vernachlässigen und das Blatt aus Kostengründen nur noch mit dpa-Meldungen vollstopfen. Jene Meldungen, die die Leser entweder tags zuvor im Netz gelesen oder im Radio vorgelesen bekommen haben. Zeitungen wie die „Rhein-Zeitung“ werden überleben, weil sie genau das Gegenteil machen. Investigativer Lokaljournalismus. Die „Rhein-Zeitung“ hat, nach dem sie mal aufgewacht war, den Skandal um den Nürburgring angeschoben. Der Bonner „General-Anzeiger“ hat den „Wächter-Preis“ bekommen, weil sie Korruption und Missmanagement rund um den Bau einer neuen Kongresshalle entlarvten. Es geht also. (Auch wenn der „General-Anzeiger“ jetzt sein Berliner Büro zu macht).

Wenn lokale Zeitungen das machen, was sie können, nämlich lokal berichten, statt die ganze Welt per dpa abzubilden, dann werden sie auch überleben. Ich prognostiziere mal, dass es Blätter wie die WAZ schwer werden haben, weil sie keine lokale Verankerung haben und die letzten Anker in die Region in den letzten Jahren auch noch mit der Schließung vieler regionaler Büros raus gerissen haben.

2. Überregionale Zeitungen

Welt, FAZ, SZ & Co haben sich zumindest politisch positioniert, man steckt die Claims der Leserschaft ab. Der „Newsroom“ hat fast überall Einzug gehalten, „Print first“ bröckelt selbst bei FAZ und SZ. Was den Blättern fehlt, ist weiterhin eine digitale Strategie und vor allem die Einbindung von Social Media (Twitter). Was man mit Twitter anstellen kann, blitzt immer mal wieder auf (ZDF Reporter), die meisten Zeitungen finden aber, dass ein Newsticker ausreicht.

Überregionale Tageszeitungen müssen lernen, dass sie keine Tageszeitungen mehr sind, sondern Newsaggreatoren, die minutengenau arbeiten. Journalismus besteht zu einem großen Teil nicht mehr aus dem Schreiben großer Geschichten, sondern aus dem hektischen Newsalltag, in dem Fakten schnell recherchiert und verifiziert werden müssen. Journalismus verzahnt sich eng mit Social Media, ob es Twitter, Facebook oder Instagram ist. Der moderne Journalismus lebt von Push-Notifications und einer Aufmerksamkeitshysterie. „Spiegel Online“ macht es vor. Das mag unschön und unbequem sein, lässt sich aber leider nicht ändern. Auch nicht mit einem Leistungsschutzrecht, das die längst überfälligen strukturellen Änderungen des überregionalen Verlagsjournalismus nur weiter rauszögert.

Schneller und schnell erklärender Newsjournalismus ist die eine Seite, die andere die politische Ausrichtung. Schon jetzt ist zu sehen, dass die „Welt“ weiter nach rechts rutscht, die „SZ“ die liberal-konservativen einsammelt, die „FAZ“ im gleichen Becken schwimmt und die „taz“ ihr Linksspektrum nicht aus den Augen verliert. Analog zu den Entwicklungen der News-Sender in den USA, prognostiziere ich, dass wir eine ähnliche Situation auf dem deutschen Printmarkt haben werden.

Die „Zeit“ wird hoffentlich das weitermachen, was sie bisher machen: Sich aus dem hektischen Quatsch raushalten und tolle brummelige Tageskommentare schreiben.

Bleibt die Frage nach dem Geschäftsmodell. Springer packt die „Welt“ teilweise hinter eine Bezahlschranke. Kann gut gehen, ich bin da gar nicht mal so skeptisch. Es gibt in England mittlerweile so eine Art „Freemium“ Modell. 50 Artikel im Monat kann lesen, danach muss man bezahlen. Auf der anderen Seite: Spiegel Online lebt ohne solche Modelle auch ganz gut.

P. S.: Ach ja, und die FTD geht ein, weil der Wirtschaftsjournalismus augenscheinlich seit Jahren komplett versagt und sich dem Neokapitalismus verschrieben hat. Kein Mitleid.

Bookmarks vom 07.11.12 bis 14.11.12

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

  • Der „Wanderhure“ dritter Teil: Hui Buh, ich bin die Adlerfrau – Medien – FAZ – Jetzt wird’s kompliziert. Nicht nur drohen dem König, dessen bester Ritter Michi, der Mann von Marie, der Wanderhure, ist, Gefahr durch böse, schlitzäugige Tartaren, die es auf sein Reich abgesehen haben. Nein, die größte Intrigantin des Abendlandes befindet sich auch noch directement an seinem Hof: Es ist die hübsche, junge, blonde Hulda, die – ich hoffe, Sie sitzen – ein Kind von ihm erwartet, wo sie jedoch eigentlich mit dem Vetter des Königs verheiratet ist, von dem der König, den übrigens Götz Otto spielt, aber annimmt, er sei tot. Was er auch wenig später sein wird, aber noch lebt er und schmiedet böse Pläne mit seiner Frau Hulda, von denen der König, der seinen Vetter ja tot glaubt, nichts ahnt
  • Stephan Herczeg: Schön und wahr. Pariser Notizen I – Merkur. Blog der deutschen Zeitschrift für europäisches Denken – Linkisch fingere und wische ich auf der gerade heruntergeladenen Père-Lachaise-App mit GPS- und Wikipedia-Anbindung herum und gebe genaue Links-Rechts-Instruktionen. Ich frage mich, ob Edith Piaf wohl jemals die Père-Lachaise-App selber hätte bedienen können, deren fester Bestandteil sie später einmal werden sollte. Wahrscheinlich nicht.
  • Kommentar zur Polizeigewalt in Deutschland: Wenn Polizisten zu Schlägern werden | Meinung – Berliner Zeitung – Wenn allerdings Polizisten glauben, sie stünden über dem Gesetz und könnten ungestraft davonkommen, öffnet sich hier die Tür zu einer rechtsstaatlichen Parallelwelt. Die Polizei kann die öffentliche Ordnung nur dann aufrecht erhalten, wenn sie sich selbst als Hüter des Rechts beweist. Für unser aller Sicherheit darf diese Glaubwürdigkeit nicht ins Wanken geraten.
    Dabei bestreitet niemand, dass die Polizeiarbeit gefährlich, schwierig und in vielen Fällen undankbar ist. Das darf jedoch nicht als Entschuldigung für Verbrechen herhalten
  • “Ground Zero: Syria” | Sandmann Blog – Katrin Sandmann – Jetzt aber hat VICE eine mehrteilige Serie von King aus Syrien online gestellt. Was er da zeigt, ist hart. So hart, dass man es eigentlich nicht anschauen möchte. Ich denke aber, man muss.
  • Wahlnachtsfernsehen: Als könnten die Bilder nicht für sich sprechen – Medien – FAZ – „Achtung Internet!“, so wie früher: wenn in den Nachrichten das Bild ausfiel bei Korrespondentenschaltungen und dann ein Foto des Korrespondent mit einem Telefonhörer in der Hand einblendet wurde, das sie vorher extra von ihm gemacht haben, in kompletter Offenlegung der modernsten Techniken, die sie so benutzen im Fernsehen, um ihre Arbeit zu machen.

Bookmarks vom 28.10.12 bis 05.11.12

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

  • VOCER — Pressefreiheit damals und heute – Beim "Spiegel" musste 1962 noch der Vorwurf des Landesverrats konstruiert werden, um die Polizei-Aktion zu legitimieren. Sie war nur möglich, weil in der Adenauer-Regierung "einige mächtige Leute saßen", wie es der Publizist Paul Sethe hinterher formulierte, "die uns noch immer für ein Volk von geborenen Untertanen" ansahen. Heute genügen den Staatsanwälten läppische Anlässe, um in Redaktionen einzudringen – Zitate aus Gerichtsakten, Verletzung von Dienstgeheimnissen oder Weitergabe von "Vertraulich" gestempelten Dokumenten.
  • US-Wahl: Wie der Kapitalismus das Land zerstört – SPIEGEL ONLINE – Wer das für einen Widerspruch hält, hat nicht begriffen, dass Amerika das Land des totalen Kapitalismus ist. Für dessen Funktionieren sind öffentliche Krankenhäuser nicht notwendig und die Energieversorgung privater Haushalte auch nicht. Die Eliten verfügen über ihre eigene Infrastruktur. Der totale Kapitalismus hat die amerikanische Gesellschaft zerfallen lassen und die Regierung gelähmt. Das Schicksal Amerikas ist kein Betriebsunfall des Systems. Es ist seine Konsequenz.
  • How It Works – BioLite Stove – Aus Feuer (ohne Dampf) Strom machen. Toll.
  • Broken on Purpose: Why Getting It Wrong Pays More Than Getting It Right | Observer – It’s no conspiracy. Facebook acknowledged it as recently as last week: messages now reach, on average, just 15 percent of an account’s fans. In a wonderful coincidence, Facebook has rolled out a solution for this problem: Pay them for better access.
  • Das Ende der Piraten-Hybris | Cicero Online – Dass war und ist alles Unsinn und das begründet jetzt auch das langsame Absaufen der Piraten. Weil sie versucht (oder es wenigstens zugelassen) haben, als Stimme des Netzes, einer modernen, jungen, digitalen Generation zu gelten. Was scheitern musste, weil ein möglicherweise gemeinsames, diffuses Lebensgefühl noch lange keine Idee und geschweige denn eine Programmatik begründen lässt.