Month: August 2012

Bookmarks vom 25.08.12 bis 28.08.12

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

  • 12 Hilarious Reviews Of A Pen Just For Women – Wir haben Ü-Eier für Mädchen, die Amis Kugelschreiber für Frauen.
  • Wie aus Internet-Plattformen Verlage werden — CARTA – Nun könnten Kritiker einwenden, dass es Großunternehmen wie Apple, Facebook, Google, Amazon oder Twitter nicht nötig haben, sich auf ein derart unberechenbares, sensibles und anfälliges Geschäft wie “Inhalte-Produktion” einzulassen. Reichen ihnen nicht die Milliarden und Abermilliarden, die sie mit ihren „neutralen“ Dienstleistungen verdienen? Warum sollten sie sich auch noch eigene Inhalte antun?
  • #2 Sitzen Sie bequem, … Theo Zwanziger? – Mein zweiter Gast im wöchentlichen sportpolitischen Hintergrundgespräch “Sitzen Sie bequem …” heißt Theo Zwanziger. Wir haben einst einige Schlagzeilen gemacht. Nun reden wir ein bisschen darüber, über den Demagogenstreit also, vor allem aber über die FIFA, über Korruption, die WM-Vergaben an Deutschland, Russland und Katar, über das Internet, iPads, Bild und die Kommunikationsherrschaft.
  • Was war. Was wird. | heise online – Aber es gibt anscheinend immer noch Leute, die sich für was Besseres halten und der Ansicht sind, Meinungsfreiheit und das Recht, seine Meinung auch zu äußern, sollte man Leuten nicht gewähren, die sich auf vermeintlich niedrigerem Niveau bewegen. Als würden Grundrechte auf Bewährung verliehen, als gäbe es Menschenrechte erst nach Eignungsprüfung.
  • Good Job Apple, You Fucked the World (by @baekdal) #opinion – Samsung obviously copied Apple, we all know that, and I don't have a problem with Samsung getting slammed for not thinking for themselves …they deserve it. The problem is that this case legitimizes the patent system.

Neil Armstrong 1930 – 2012

Danke, Neil Armstrong, für all die Kindheitsträume von Weltraumreisen, Raketen und Astronauten.

Quelle: Nasa
Ja, ich weiß, ist der Abdruck von Buzz Aldrin. Es geht ums Symbol

12 Wahrheiten über DSL-Provider

1. Egal welchen Provider Du hast, es ist der falsche.

2. Hast du nach wochenlanger Suche, einen Provider mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis gefunden, taucht eine Woche später einer auf, der doppelt so schnell und günstig ist.

3. Ist Dein Provider wider allen Regeln der günstigste, kommst Du nach 18.00 Uhr nicht zu ihm durch, weil er überlastet ist. You Tube Videos buffern zu jeder Tageszeit.

4. Der Datendurchsatz zwischen 18 und 23 Uhr liegt auf Modem-Niveau.

5. Eine Beschwerde führt dazu, dass Dein Anschluss nach dem Besuch des unsichtbaren Technikers gar nicht mehr geht.

6. Die Hotline behandelt Dich wie einen lobotomierten Vollidioten, der nicht weiß, wie man einen Stecker in die Dose steckt.

7. Ein Tarifupgrade führt dazu, dass Dein Anschluss nicht mehr geht.

8. Dafür bekommst Du drei DSL-Modems nach Hause geschickt.

9. Der Paketbote hat natürlich nicht geklingelt und Du musstest alle drei Modems bei der Post abheben.

10. Wo Du jedes Mal in der Schlange stehst.

11. Die Aussage „Alle Preissenkungen werden weitergegeben“ gilt nie für Deinen speziellen Flatrate-Vertag.

12. Eine Kündigung wird nur akzeptiert, wenn Du sie an Vollmondtagen per Einschreiben/Rückschein durch einen Notar persönlich am Urlaubsort der Mutter des Vorstandvorsitzenden überreichst.

Bookmarks vom 16.08.12 bis 20.08.12

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

  • Julian Assange: Das Vertrauen in den Rechtsstaat ist zerbrochen – SPIEGEL ONLINE – Ich stimme Jakob Augstein im Grunde zu, wenn er sagt: "Das System wird durch sein Geflecht aus Herrschaft und Interessen bestimmt und gehalten wird es durch die Überzeugung der stillschweigenden Mehrheit, dass alles seine Ordnung hat. Aber die Ordnung ist zerbrochen. Das Vertrauen ist zerbrochen."
    Aber das ist mir dann doch alles etwas zu S/W. Mit ziemlicher Sicherheit befinden wir uns in einem Prozess, der das Denken verändert und darüber dann die Strukturen. Im Kleinen sieht man dies am Konflikt zwischen der Idee, dass alles, was die öffentliche Hand an Informationen, Daten usw. sammelt, auch öffentlich sein muss (Informationsfreiheitgesetz), während die alten Strukturen doch lieber darauf beharren, dass Schriftsätze in den Akten verschwinden. Eine Art bürokratische Schutzhülle, die dank der Digitalisierung immer weniger funktioniert. Was beim BER offenbar schon klappt, muss bei einem viel komplexeren System aber noch scheitern, weil die Kräfte, die der Informationsfreiheit entgegen wirken, zu groß sind. Und wenn Staaten involviert sind, erst recht. Das System ist aber deswegen nicht, wie Augstein andeutet, komplett kaputt. Es wehrt sich (teilweise mit unlauteren Mitteln). Die Frage ist halt, wie lange es dauert, bis diejenigen in Machtpositionen kommen, die heute gegen ihre Regierungen protestieren. Das ein Ablösungsprozess kommen wird, ist logisch, nur was in der Zwischenzeit passiert, dass haben andere in der Hand. Und es wird keine leichte Auseinandersetzung werden.
  • Aus Le Monde diplomatique: Fataler Reichtum – taz.de – Diese verknappte Darstellung vermag jedoch nicht zu erklären, wo die gewaltige Macht der Finanzmärkte herrührt. Konkret: warum zum Beispiel auf die kostspieligen Bankenrettungen unmittelbar nach Ausbruch der Finanzkrise in der sich anschließenden Eurokrise gleich wieder ein Bankenrettungsschirm aufgespannt werden musste – natürlich auf Kosten der Steuerzahler.
  • Gentrifizierung: "Touristen anzünden" | Gesellschaft | ZEIT ONLINE – Diese nach außen gerichtete, provinzielle Aggression, das Abschotten, das Zumauern, das Wir-bleiben-lieber-unter-uns zählt zu den scheußlichsten Formen deutscher Frustrationsbewältigung. Sympathischer wird das auch nicht, nur weil es die unmanierlichen Mieterhöhungen und Verdrängungen tatsächlich gibt. Oder weil es die Stadt Berlin seit Jahren versäumt hat, für eine gerechte Wohnungsbaupolitik zu sorgen.
  • Twitter macht Ernst: Das Ende der offenen Plattform – Die Demontage der Plattform wird Twitters Ansehen in Kreisen von Early-Adoptern, Open-Web-Verfechtern und Entwicklern extrem beschädigen, das ist klar. Dass der Dienst daran aber zugrunde geht, erscheint angesichts der mittlerweile Erreichten Verankerung im Mainstream sehr unwahrscheinlich.
  • Winners of the National Geographic Traveler Photo Contest 2012 – In Focus – The Atlantic – Woah!

Julian Assange

Jetzt sitzt er also da in der Botschaft und wartet. Und dies wird Julian Assange vermutlich noch sehr lange machen müssen. Denn weder werden die Briten ihm freies Geleit garantieren, noch wird Ecuador Lust dazu haben, den diplomatischen Krach mit Großbritannien und den USA zu verschärfen. Vermutlich wird er die nächsten ein, zwei Jahre in der Botschaft wohnen, bis seine Anwälte einen Deal mit Schweden oder sonst wem ausgehandelt haben.

Die Grundidee von Wikileaks habe ich immer so verstanden, dass man anonym Material veröffentlichen kann, um dass sich dann eine Community, bestehend aus Laien, Blogger und Journalisten, kümmert. Das Material ist offen, jeder kann ran. Mit dem Material, das Assange von Bradley Manning erhalten hat, änderte sich die Sache aber rasant. Das Material wurde bewertet, bevor es überhaupt veröffentlicht wurde. Allein die Tatsache, dass Assange das Video, in dem zu sehen war, dass eine US-Hubschrauberbesatzung Zivilisten im Irak beschießt, unter dem Titel „Collateral Murder“ veröffentlichte, sagt schon einiges. Die Wertung wurde vorgenommen, bevor das Material überhaupt ausgewertet oder auf Echtheit überprüft worden war. Letztendlich diente die Schlagzeile nur dazu, möglichst größte Aufmerksamkeit auf ihn und seine Arbeit zu lenken.

Das Video ist mit seinen Bildern schon aussagekräftig genug, die Veröffentlichung hätte auch ohne die wertende Titelzeile völlig ausgereicht. Aber offenbar reichte das Assange nicht. Er hat sich mit der folgenden Veröffentlichung von halbgeheimen Telex- und Mailmaterial und der Darstellung, dass dies die Weltmächte erschüttern würde, selber so weit ins Rampenlicht bewegt, das Wikileaks darüber zerstört wurde. Ihm war die eigene Darstellung als Retter der Freiheit wichtiger. Im Endeffekt dann auch wichtiger, als der Schutz der Namen etlicher Informanten, die in den Dossiers genannt wurden.

Die Welt braucht so etwas wie Wikileaks. Wie man immer wieder feststellen kann, gibt es genug Dinge, die an die Öffentlichkeit gehören. Ob es die merkwürdigen Verträge des Berliner Senats in Sachen Verkauf der Wasserwerke sind oder internationale Abkommen, die irgendwo heimlich beschlossen werden sollen. Ob Kriegsverbrechen oder Bankenabsprache – ohne anonyme Whistleblower Plattformen geht es nicht mehr. Und es ist Julian Assange und seiner Truppe hoch anzurechnen, dass sie mit Wikileaks etwas losgetreten haben, was sich nicht mehr stoppen lässt. Sein Name wird auch schon deswegen in die Zeitgeschichte eingehen, weil er als einer der Ersten die Diskussion über die Freiheit von Information in der breiten Öffentlichkeit populär gemacht hat und er somit auch für ein Umdenken in vielen Dingen gesorgt hat. Aber dann hat ihn seine eigene Hybris im Weg gestanden.

Die Situation von Assange ist kompliziert, der Druck, der auf ihm lastet, ist ernorm. Sein Leben mehr oder weniger zerstört. Selbst wenn er nach Ecuador kommen sollte, wird er in der permanenten Angst leben müssen, dass er entführt werden könnte. Und dies auch nach Jahren oder Jahrzehnten. Ein normales Leben ist so nicht mehr möglich. Aber völlig unschuldig ist er daran auch nicht.

Bisher hat er die Rolle des Märtyrers ja ganz gut beherrscht, nur in der Sache mit der angezeigten Vergewaltigung sieht es nicht gut aus. Um so glaubhafter wäre es von Julian Assange, wenn er der Auslieferung nach Schweden gefolgt wäre. Auch auf die Gefahr hin, in die USA ausgeliefert zu werden, was so schnell aber auch gar nicht möglich gewesen wäre. Ich kann die Angst von Assange vor den USA verstehen, aber wie man auch im Fall von Kim Dotcom sehen kann, ist Arm der US-Justiz nicht ganz so lang, wie man oft annimmt. Ein Gang vor den Europäischen Gerichtshof, die dazu gehörige Aufmerksamkeitskampagne etc. pp.

Nun gibt es eine Patt-Situation und Assange ist der Einzige, der sie auflösen kann. Viele Optionen hat er aber nicht mehr.