Month: April 2011

Mal wieder Essen

Seit Anfang des Jahres poste ich drüben bei Facebook Rezepte mit Bildern. Schien und scheint mir eine gute Umgebung dafür zu sein, was sich auch bewahrheitet hat. Aber ein paar Sachen kann ich ja dann auch mal hier crossposten.

Endiviensalat mit Avocado, Orangen und Lachs

Es wird Sommer, ich brauche einen neuen Sommersalat. Immer nur Ruccola mit Tomatengedöns ist ja auch langweilig. Um Endiviensalat habe ich aus unerklärlichen Gründen immer wieder einen Bogen gemacht, aber das scheint sich in diesem Jahr geändert zu haben. Schuld daran war die Frage, warum ich das Zeug eigentlich immer schneide und was man damit eigentlich machen kann. „Orangen,“ schallte das innere Kochbuch in mein Ohr. Das war aber auch noch langweilig, also habe dann gleich das nächste Ding genommen, dass auf meinem Speiseplan eher selten vorkommt: Avocado. Auch so ein Rätsel, warum Avocados bei mir das Dasein eines ungeliebten Familienmitglieds spielen. Die Avocado ist der „lustige“ Onkel mit den Herrenwitzen in meiner Gemüsefamilie. Ab und an lustig, auf Dauer nervig. Man kann den Salat dann auch einfach so essen, man kann aber auch etwas Lachs hinzugeben, was ich mal für das Rezept gemacht habe.

Man braucht:

Lachsfilet (in dem Fall war Wildlachs, zertifiziert und glücklich)
1 Kopf Endiviensalat
1 Orange
1 bis 2 Avocado

Zur Vinaigrette komme ich gleich

– Salat abschälen, etwas kleiner schneiden, kurz wässern, trocken stellen
– Orange schälen und die Filets rausschneiden
– Avocado schälen, klein schneiden
– Lachsfilet anbraten, salzen, pfeffern

Die Vinaigrette ist dann Geschmackssache. Die Avocado schmeckt bestenfalls etwas süßlich, die Orange je nach Gemütszustand der Frucht dann auch. Endiviensalat schmeckt bekanntermaßen etwas bitter. Ich stellte dann auch noch fest, dass mein Balsamico-Essig leer war, was die Sache verkomplizierte. Ich habe es dann so gemacht:

– Olivenöl
– Apfelessig
– Cognac-Senf
– Prise brauen Zucker
– Peffer, Salz

Im Grunde kann man auch Himbeeressig oder was anderes in der Art nehmen. Besserer Balsamico, der nicht aus dem untersten Regal kommt, passt auch super. Vermischen und drüber damit. Schmeckt sehr sommerlich.

Das sieht dann so aus. Wenn man nicht zu dumm ist, seinen Blitz zu bedienen, bekommt man es auch in Hell.

Bookmarks vom 23.04.11 bis 27.04.11

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

Bookmarks vom 07.04.11 bis 22.04.11

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

Warum Blogs immer weniger Links haben

Auf der republica kam mal wieder das Thema auf, warum Blog immer weniger untereinander und von außen verlinkt werden. Die Zahlen der deutschen Blogcharts sind da ja seit zwei Jahren mehr als eindeutig. Komischerweise werde ich dauernd gefragt, ob ich mir das erklären könne, ich sei doch schon so lange dabei. Was mich einigermaßen amüsiert, denn Zugriffs- und Linkzahlen haben mich einerseits noch nie sonderlich interessiert, andererseits kann ich auch nicht hinter die Kulissen der mehr oder weniger intransparenten Zähldingse der verschiedenen Anbieter schauen. Wie sich die deutschen Blogcharts errechnen weiß nur Jens, ähnliches gilt bei Wikio oder Technorati.

Aber es gibt ein paar offensichtliche Gründe, warum Blogs nicht mehr so stark untereinander verlinken.

– Twitter
Im Interview bei V.I.S.D.P habe ich etwas übertrieben behauptet, dass Twitter den Blogs schwer geschadet hat. Ich meine das aber gar nicht, was die absoluten Zugriffszahlen angeht, sondern was den Content betrifft. Langjährige Blogger haben selber bemerkt, dass sie Links lieber mal per Twitter raushauen, anstatt dafür extra einen Blogeintrag anzulegen. Letztlich geht es ja um den Link und nur selten darum, was dazu selber denkt. Die offene und schnelle Verbreitung einer Information funktioniert deutlich besser, wenn man Twitter benutzt und die eigene Timeline den Link dann auch noch brav retweetet. Dazu kommt, dass man mit einem Blogeintrag bei einigen Themen einfach zu langsam ist. Bis man den Artikel geschrieben hat, haben viele andere den Link schon gepostet, der Eintrag ist, so er denn nicht substantielle Erklärungen und Meinungen enthält, eigentlich überflüssig. Lustigerweise sehen sich Blogger in dem Fall in der gleichen Falle, in der Print-Journalisten stecken, die bei den meisten Meldungen auf Grund des verwendeten Mediums auch immer zu langsam sind. Ein Blogeintrag, der nur einen Link enthält, ist zumindest unter den High Frequence Usern überflüssig. Das betrifft allerdings nicht Linksammlungen, die sich entweder mit speziellen Themen oder einfach interessanten Seiten beschäftigen, deren Inhalt jetzt nicht so drängend ist, dass man ihn auf Twitter verwursten muss.

Ebenso „schädlich“ für die Linkstatistik ist, dass Twitterer dann häufig nicht mehr das Ausgangsposting in einem Blog twittern, sondern direkt den dort beschriebenen Link. Macht ja auch Sinn, den Leser nicht auf eine Klick-Odyssee zu schicken.

– Facebook
Ähnliches Problem wie bei Twitter, nur dass das „walled garden“ System hier noch ausgeprägter ist (Wir nennen es AOL 2.0). Ein Großteil der Inhalte kann man sich Facebook anzeigen lassen, vor allem dann, wenn man ein Tablet nutzt. Applikationen wie „Flipboard“ oder „MyPad“ leiten den User gar nicht auf die Seite, sondern zeigen die Inhalte in einem eigenen Fenster innerhalb der Facebook Applikation. Will man den Link weiter geben, macht man das dann logischerweise auf Facebook, meist mit dem „Like“ Button. Auch bei Facebook ist es aus Sicht der Blogs das Problem, dass man mittels des „Like“ und „Share“ Button gar nicht mehr bloggen muss, man erreicht seine Leser auch so. Warum einen Blogeintrag schreiben, wenn die Sache mit einem Klick erledigt ist?

– RSS
Erstaunlicherweise sind RSS-Feeds ebenfalls ein Problem. Im Grunde gibt es nur noch einen brauchbaren Online-Reader, und das ist der von Google. Bloglines röchelt zwar mit neuem Besitzer noch so vor sich hin, ist aber mehr oder weniger unbrauchbar. Das Problem des Google Readers ist seine Sharing-Funktion, die im Prinzip wie bei Twitter oder Facebook einen Eintrag in die Timeline der Follower weiterscheibt. Auch hier ist die Erstellung eines eigenen Blogeintrags meist überflüssig. Ich lasse meine Empfehlungen immerhin noch regelmäßig automatisch ins Blog schieben (wenn das Plugin denn funktioniert).

– Mangelende Innovationen
Blogs und die dahinter stehende Software, vor allem WordPress und blogger.com, haben in den letzten Jahren versäumt, die Entwicklung des Echtzeitnetzes mitzumachen. Von WordPress gibt es zwar ein „press this“ Applet, dass man sich in die Bookmarkleiste werfen kann, muss dann aber auch noch per Hand den Eintrag erstellen, was nervig ist. Der Button funktioniert nur dann gut, wenn man kommentarlos Videos ins Blog wuchten möchte. Es ist bedauerlich, dass kein Blog CMS Anbieter einen vernetzten Button wie den „Like“ Button entwickelt hat, der Inhalte einfach, zum Beispiel als Auszug, in ein Blog schiebt. Gleichzeitig gibt es kein eigenes Tool, mit dem Leser außerhalb von Twitter oder RSS über ein neues Blogposting informiert werden können. Was extrem erstaunlich ist, denn selbst Antville hatte 2002 schon ein internes RSS, wo man sehen konnte, welche Blogs gerade aktuelle Inhalte produziert hatten. Das WordPress so ein Abo-Dings nicht längst im Dashboard anbietet, ist ebenso verblüffend wie ärgerlich.

Die Denke, dass der Leser auf der Suche nach interessanten Blogs sein wird, ist leider von 2005. Mittlerweile gehen die meisten User davon aus, dass die Nachrichten schon zu ihnen gelangen, wenn sie denn wichtig/lustig/spannend sind. Leider sieht es auch nicht so aus, als ob WordPress oder ein Konkurrenz das Problem lösen kann. Die Monopolstellung von Blogger und WordPress sorgt auch nicht gerade für ein Innovationsfreundliches Klima in dem Bereich.

Dazu kommt, dass der Trend zu geschlossenen Systemen wie bei Facebook oder Apple, nicht kleiner werden wird, im Gegenteil. Applikationen, die die Bedienung des Netzes einfacher machen (aber nicht immer besser), werden eher mehr als weniger. Apple hat den Trend gestartet, Andorid hat nachgezogen. Im Sommer wird Apple MacOS X auch für Apps öffnen, Windows wird mit Windows 8 was ähnliches machen und Google OS läuft komplett nur über Apps.

Blogs sind weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Netzes, die Selbstpublikation wird es auch immer sein. Die Frage ist halt, welche Technik man dazu in die Hand bekommt. Vielleicht ist das, was wir im Moment noch als „Blogs“ kennen, eine ebenso überholte Technik wie die Foren, die in den 90er Jahren mal das Publikationstool waren.

Die Sinnsuche der republica

Ich hab die republica erst einmal übers Wochenende sacken lassen und gelesen, was andere so darüber schreiben. Und dabei sind mir zwei Artikel aufgefallen. Einer in der Cicero, einer bei Carta. Beide unterscheiden sich inhaltlich, stellen aber im Prinzip eine ähnliche Frage: Wo liegt der tiefere Sinn der Konferenz? Wo ist die Leitkultur? Ich bin überrascht, ob dieser Erwartungshaltung.

Vor nicht allzu langer Zeit wurden Blogger und die Netzgemeinschaft im besten Falle beschimpft. Die Berichte über die ersten republicas (republicae?) hatten noch den spöttischen Unterton in Richtung „Schau mal, wie süß. Dicke Blogger und Nerds reden über das Netz“. Das hat sich offenbar geändert. Mittlerweile erwartet man von den auf der Konferenz versammelten Menschen und Speakern eine „ideologische Klammer“ (Stephan Rosinski bei „carta“) und bei „Cicero“ vermisst Christoph Seils, dass die versammelte Netzelite die Chance verpasst hat, das Netz auch jenen zu vermitteln, die sich damit nicht auskennen.

Beide liegen da völlig falsch. Seils, der in seinem Text auch mal wieder eher die Ängste („Urheberrechtsverletzungen“, „digitaler Rufmord“) statt die Chancen anspricht, hat übersehen, dass die republica dafür (bisher) nie gedacht war. Natürlich sollte ein Signal von ihr ausgehen, natürlich haben sich die Teilnehmer, vor allem der ersten Ausgaben der Konferenz, auch zusammen gesetzt, um ihre Anliegen in Zukunft besser umsetzen zu können. Aber die republica ist nie die „Grüne Woche“, die „Cebit“ oder die „IFA“ gewesen und wollte es auch nie sein. Es ist eine Fachkonferenz, die versucht, die verschiedenen Strömungen im Netz für diejenigen fassbar zu machen, die sich dafür interessieren. Wollte man alles abdecken und noch mehr Publikum haben wollen, inkl. „Internet-Erklärbär-Sessions“, würde die Veranstaltung die Dimension der SXSW in den USA annehmen. Dort mag das Netz Teil der Post-Popkultur und für die Erosion der Post-Demokratie zuständig sein, hier ist das noch nicht Fall. Man kann auch kaum von einer dreitägigen Veranstaltung verlangen, dass sie halb Deutschland erklärt, wie das mit dem Netz funktionieren könnte.

Ein weiterer Grund, warum es keine „ideologische Klammer“ geben kann und soll, liegt in der Fragmentierung des Netzes begründet. Ich bin während der Konferenz in fast jedem Interview, das ich für ein Medium gegeben habe, immer wieder auf „die Blogszene“ angesprochen worden. Jedes Mal habe ich erklärt, dass es „die“ Blogszene nicht gibt und auch nie geben wird. Selbst wenn man die Teilnehmer der Konferenz auf „die Netzaktivisten“ reduzieren würde, läge man falsch (Thomas Euler hat etwas breiter ausformuliert). Wie kleinteilig das alles aufgestellt ist, sieht man alleine an der Diskussion um die Neugründung der „Digitalen Gesellschaft„.

Eine Konferenz ist kein „Parteitag“, deswegen gibt es auch keine ideologische Klammer. Da die republica auch kein Barcamp ist, gibt es nicht mal ein festes Thema, nur ein Motto, dass die Themen lose zusammenhält. Ich kann die Verwirrung mancher Beobachter ob der fehlenden Schwerpunkte und festgelegten Richtungsentscheidungen verstehen, aber das ist eben auch ein Teil der republica, das zeichnet sie auch aus. Wer eine Lehrveranstaltung sucht, auf der Handlungsanweisungen gibt, ist hier fehl am Platz, da eigenen sich tatsächlich Barcamps besser.

Erstaunlicherweise taucht die Kritik, dass es inhaltlich „dünn“ gewesen sei, immer wieder auf. Auch wurde bemängelt, dass es keine dramatische Keynote gegeben habe, wie letztes Jahr durch Jeff Jarvis, oder durch den in diesem Jahr arg vermissten Peter Glaser. Das Problem ist nur, dass die meisten Besucher sich zwar freuen, Jeff Jarvis mal auf der Bühne zu sehen, aber im Grunde eh schon alles gelesen haben, was er so schreibt. Die fehlende Keynote ist auch Ausdruck dafür, dass die Konferenz andere Schwerpunkte setzt. Und die liegen eben vor allem darin, dass man sich trifft und die Vernetzungen weiter ausbaut. Und unter Vernetzung verstehen die meisten eben nicht den Austausch von Visitenkarten um vielleicht später mal ins Geschäft zu kommen, sondern halt eine lose Zusammenarbeit, einen Ideenaustausch, eine Verabredung zum saufen Essen gehen, ein Date oder einfach ein gutes, interessantes Gespräch in kleiner Runde. Vielleicht verwechseln viele der enttäuschten Agentur/PR/Marketingmenschen die republica mit einer Messe für Multi-Level-Marketing Aspiranten bei Xing.

Aber in einem Punkt haben alle Recht: Das geht nicht mehr in der Kalkscheune. Der Mittwoch tendierte teilweise im Bereich „unerträglich voll“, aber das Problem ist den Veranstaltern ja bekannt, der Umzug ist geplant. Das vor allem jene enttäuscht waren, die eine längere Anreise als die Berliner hatten, kann ich verstehen, allerdings war das Problem ja schon vorher bekannt, da hätte man nur mal die Berichte aus dem letzten Jahr lesen müssen. Was die Sache nicht besser macht. Ich kann auch verstehen, warum die Veranstalter an der Kalkscheune ein weiteres Jahr festgehalten haben, denn es gibt auch in Berlin kaum Veranstaltungsräume, die zentral liegen, Platz genug haben und keine Mondpreise verlangen, die die wiederum die Ticketpreise nach oben treiben. Und eine komplett durch gesponserte republica will man ja dann auch nicht haben. Man darf gespannt sein, ob es gelingen wird, die republica zu verpflanzen.

Und zum Thema WLAN: Das ist Folklore, das gehört jedes Jahr so :)

Eine persönliche Anmerkung zu Schluss: Ich hab mich sehr gefreut, dass so viele am Freitag beim „Alt-Blogger Panel“ anwesend waren und unsere „Ich weiß auch nicht, was ich da eigentlich mache“ Diskussion niemanden aus dem Saal getrieben hat. Danke an Anke, Jörg und Felix. Für nächstes Jahr plane ich dann die Session „Wie man mit Blogs Geld verdient“.

Bookmarks vom 21.02.11 bis 07.04.11

Da hat das Skript wohl etwas länger gehangen und da ich im März viel unterwegs war, habe ich das nicht bemerkt. Sorry.

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

Best of Twitter – März 2011

Ute Weber
Es geht nicht darum, ob die Menschen auch ohne Alkohol lustig sein könnten, sondern warum sie ohne lustig Alkohol sind.

reuberlee
„Hallo, bitte stellen Sie mich ein, ich bin sehr schlau. Ich habe es bereits nach 2 Tagen geschafft, ihr Bewerbungscenter zu verstehen.“

DieWucht
Ich bin mir nie darüber im Klaren, ob es Zeit für Geduld oder eine Entscheidung ist.

imponderabel
ARD und ZDF haben die deutsche Regierung überzeugt, sich nicht in Libyen zu engagieren. Es gab keinen Platz mehr für Sondersendungen.

hoch21
Ich könnte niemals jemanden lieben, der sich Eiskugeln im Becher geben lässt.

Schlawittel
Twitter ist eine Brücke zwischen Männern und Frauen. Frauen lernen sich kurz zu äußern. Männer lernen sich überhaupt zu äußern.

moeffju
Warte auf Imbiss mit Namen “Viet Nom“.

monkeypenny
Die abgenagte Karkasse meiner geistigen Gesundheit wird nun von der Berliner S-Bahn endgültig zu Staub zermalmt. #Delays #Galore

buschheuer
ich will ein kindle von dir!

DrMaki
Gucke mir gerade russischen Hobbyzauberer in Schulaula an. Davon spricht keiner im Geburtsvorbereitungskurs

giardino
Die Swisscom verwendet übrigens für ihren Online-Zugang nur handverlesene, von einem rosa Einhorn bei Mondschein geschissene Bits. #preise

bisoux
das was mir hier angeblich ähnelt verbitte ich mir

i_need_coffee
märchen enden mit „und sie lebten glücklich bis an ihr lebensende“, omas geschichten mit „und jetzt ist er tot und sie hat zucker“.

dasnuf
@DonDahlmann Oder wie der Mann im Asiamarkt sagte: „Wenige chaf als gelbe Körri? Wie wärse mit ga keine Gewütz?“