Month: Dezember 2010

2010

Beste Entscheidung: Urlaub auf Malta
Schlechteste Entscheidung: Diesssse Flaaasssssche Wein mach isch noch auf

Beste Anschaffung: Der Esstisch.
Dämlichste Anschaffung: Der Pfannkuchenpfannenwender.

Schönster Absturz: Ich habe dieses Jahr auf alle Abstürze verzichtet. Also auf fast alle.
Schlimmster Absturz: Keiner. Man wird alt.

Bestes Getränk: Good old Gin Tonic.
Ekelerregendes Getränk: Der Tee im Krankenhaus

Bestes Essen: Dieser Pastaberg mit Hasenragout auf Malta.
Schlimmstes Essen: Eine völlig versalzene, verkochte, überwürzte, angebrannte Pastasoße. Selbst gemacht.

Beste Musik: Edward & the Magnetic Zeros Sharpe – Home, Atticus Ross – Book of Eli
Schlimmstes Gejaule: Dank hartnäckiger Weigerung in Sachen Radio und TV um alles herum gekommen, toll.

Eigene, schönste musikalische Wiederentdeckung: Mother Tongue
Peinlichster musikalischer Faux-Pas: Seasick Steve

Beste Idee/Frage: Die Wohnung nach etlichen Jahren zu renovieren.
Dämlichste Idee/Frage: Zu renovieren, während ich noch in der Wohnung wohne.

Beste Lektüre: Wolfgang Herrndorf – Tschick. Ich lese es zwar noch, aber die Autobiographie von Clarissa Dickson Wright „Spilling the beans“ ist ganz schrecklich wundervoll.
Langweiligste Lektüre: Die meisten Zeitungen.

Bester, dreckigster, geilster Sex: Mit jemand anderem
Langweiligster Sex: Mit mir alleine

Teil 2

Zugenommen oder abgenommen?
Weder noch. Immerhin.

Haare länger oder kürzer?
Zwischendrin wegen der OP am Ohr die Haare gaaaaanz kurz. Immer noch nicht wieder auf der alten Länge.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Ich glaube, ich bin insgesamt etwas zu kurzsichtig.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr. Viel mehr. Viel, viel mehr. Leider nicht für mich, sondern das meiste fürs Amt.

Der hirnrissigste Plan?

Die gefährlichste Unternehmung?
Sich 5 Stunden am Ohr operieren zu lassen.

Der beste Sex?
Hatte ich

Die teuerste Anschaffung?
Ein schlechter Steuerberater

Das leckerste Essen?
Siehe oben. Wenn ich selbstgemachtes mit einbeziehe, dann dürften diverse Currys weit oben stehen.

Das beeindruckenste Buch?
Siehe oben. Und John Niven „Kill your Friends“. Weil ich noch nie so ein schlecht gelauntes Buch gelesen habe.

Der ergreifendste Film?
Öhm. Tja. Hm.

Die beste CD?
Tatsächlich habe ich CDs gekauft. Die besten besten Käufe waren „John Coltrane, Stan Getz & Oscar Peterson – Live in Düsseldorf 1960“ und „David Niven – Bring on the empty horses“.

Das schönste Konzert?
Keins gesehen.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Karla und dem wunderschönen Mädchen.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Wie oben.

Vorherrschendes Gefühl 2010?
Es nervt.

2010 zum ersten Mal getan?
Alleine in den Urlaub gefahren. Hatte ich tatsächlich nie gemacht. Wohl bin ich früher mal mit dem Auto alleine ein paar Tage weg gewesen, aber einen klassichen Urlaub hatte ich nie alleine verbracht. Muss gestehen, dass ich zunächst skeptisch war, aber am Ende war es wirklich toll.

2010 nach langer Zeit wieder getan?
Viele Fotos gemacht.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Kaputtes Ohr, das reicht.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass alles gut wird.

Dass schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Ich glaube, das war eine weiße Katze.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Der Arzt, der mein Ohr zusammen geflickt hat.

2010 war mit 1 Wort … ?
Chaotisch, nervig, schmerzvoll und ein bisschen gut.

09, 08, 07, 06, 05, 04, 03, 02

Bookmarks vom 22.12.10 bis 27.12.10

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

  • Europa ohne Wert(e)? – Außer Angela Merkel (über ihren Sprecher) und dem luxemburgischen Außenminister hat sich kaum ein maßgeblicher Politiker der EU-Staaten darüber empört, dass in Ungarn die Medien unter Staatsaufsicht gestellt und mit finanziellen Sanktionen bei mangelndem Wohlverhalten bedroht werden.
  • Top 20 Photoshop Disasters of 2010 – Top 20 Photoshop Disasters of 2010
  • Wort des Jahres 2010: Das letzte Aufgebot | Debatte – Frankfurter Rundschau – Die von allen politischen Parteien beschworene Mitte soll eine Trutzburg sein und beschreibt doch nicht viel mehr als ein Sammelbecken der Angst. Man hat zwar noch einige Besitzstände und Privilegien zu verlieren, weiß aber auch, dass es der Tendenz nach abwärts geht und man alsbald zu den Schwachen gehören wird, zu deren Ungunsten die große Umverteilung jetzt schon geht. Die Politik jedenfalls wird nicht mehr helfen, sie wickelt nur noch ab, sich selbst, den Staat und ihre angestammte Klientel. Der Bürger ist sich zunehmend selbst überlassen, er wird von der Politik im Stich gelassen – und verliert die Contenance
  • Idioten am Steuer – Idioten am Steuer, grafisch aufgearbeitet
  • Der gute Kruse bringt es mal wieder auf den Punkt: Nicht lineare Systeme kann man nicht vorhersagen – Information – Spuren hinterlassen – Beeinflussen.

Bookmarks vom 18.12.10 bis 21.12.10

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

  • The Quaid Conspiracy | Vanity Fair – Evi Quaid called from a pay phone in Vancouver to say that she and her husband, Randy, the actor, had tried to drive to Siberia, but they “couldn’t figure out how to get there.” She said, “We’re running for our lives.”
  • c't testen – Ausnahmsweise mal Werbung. Faires Angebot von der vermutlich besten Computerzeitung Deutschlands. Und von irgendwas muss der gute Heise Verlag ja auch leben.
  • 2010 in Review: Teh Best in Lolz – Viele Lolz!
  • Market Share – Darin werden 37% der verkauften Stückzahlen Symbian zugeordnet und 25% haben sich in dieser Periode für ein Android-betriebenes Endgerät entschieden. Tatsächlich sagt das über die Endgeräte im täglichen Einsatz nur wenig. Stellen wir uns vor, dass alle iPhone 4 Verkäufe ein älteres iPhone ersetzen, dann hätte Apple an Reichweite tatsächlich nichts gewonnen, wahrscheinlich sogar absolut verloren.
  • Market Share – Darin werden 37% der verkauften Stückzahlen Symbian zugeordnet und 25% haben sich in dieser Periode für ein Android-betriebenes Endgerät entschieden. Tatsächlich sagt das über die Endgeräte im täglichen Einsatz nur wenig. Stellen wir uns vor, dass alle iPhone 4 Verkäufe ein älteres iPhone ersetzen, dann hätte Apple an Reichweite tatsächlich nichts gewonnen, wahrscheinlich sogar absolut verloren.

Die Sache mit den Quellen

Eigentlich sollte man sich ja nicht mehr wundern, aber das teilweise abstruse Selbstverständnis mancher Journalisten und Verlage gibt einem dann doch immer wieder Anlass, den Kopf in Richtung Tischplatte zu bewegen. Es gab in den letzten Wochen einige Artikel zum Thema Wikileaks. Man kann die Art und Weise der Veröffentlichungsstrategie kritisieren, man kann sich darüber mokieren, dass Wikileaks offenbar (und vermutlich nicht ganz billige) Exklusiv-Verträge mit einigen Verlagen geschlossen hat. Ja selbst über die Frage, ob der Krempel überhaupt veröffentlicht gehört, kann man lange diskutieren.

Erstaunlicherweise haben sich viele Kollegen, sei es in der „Welt“ in der „SZ“ oder der „FAZ“, gar nicht erst mit diesen Fragen aufgehalten, sondern sind lieber gleich zum absurden Schluss gekommen, dass Wikileaks eine Gefahr für die Demokratie sei. Das Wort „Nestbeschmutzer“ machte die Runde, gleichzeitig versuchten einige in den Texten eine moderne Dolchstoß-Legende zu fabrizieren. Wikileaks würde den Journalismus zerstören, weil ein paar „Hacker“ eben keine Journalisten seien, aber wegen ihrer Quellen dafür gehalten werden. Mit ordentlichem Journalismus habe Wikileaks nichts zu tun. Womit sie vermutlich immerhin Recht haben, denn Wikileaks war ja immer nur eine Plattform für Veröffentlichungen, nicht für Wertungen, auch wenn Assange sich mit der eindeutigen Bezeichnung des „Collateral Murder“ Videos selbst ein Bein gestellt hat. Wenn Wikileaks nur ein Datenlieferant sein möchte, dann darf man auch keine Wertung vornehmen.

Völlig verzweifelt sind selbst so geschätzte Journalisten wie Hans Leyendecker, wenn es um die Offenlegung der Daten geht. Das könne nicht sein, sagte er in einem Gespräch mit Philip Banse, das ginge nicht. Man müsse die Depeschen erst in Ruhe lesen um dann entscheiden zu können, was man veröffentlicht und was nicht. Leyendecker schneidet da unbewusst ein Problem an, dass vermutlich zu den größten des modernen Journalismus gehört: Die Veröffentlichung der Quellen.

Bisher war es so, dass Rechercheergebnise nur teilweise veröffentlicht wurden. Bei Großskandalen wie in den 80er Jahren, als die Flickaffäre aufgedeckt wurde, gelangten viele Details an die Öffentlichkeit, aber der Rest der Akten verschwand im Archiv der Verlage und in denen der Staatsanwaltschaft. Heute sollten solche Akten online stehen, entweder auf einer Webseite, als Torrent oder sonst wie, die Analyse würde tiefer- und weitergehen, als es manche Redaktion leisten könnte.

Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, dass die Art und Weise, wie der Journalismus mit Quellen umgeht, sich verändert. In Blogs ist es üblich, sofern vorhanden, auf eine Quelle zu verlinken, dies gilt für Texte, Videos und Audiobeiträge. Wer, was, wann gesagt oder geschrieben hat, ist so für alle Leser nachvollziehbar. Blogs haben aus der Not, prinzipiell als Unglaubwürdig zu gelten, eine Tugend gemacht, indem sie oft ihre Quellen offen gelegt haben. So können Skeptiker sich selbst überzeugen oder sich tiefergehend mit der Sache beschäftigen, als es in einem Blogposting möglich wäre. Auf der anderen Seite stehen viele Verlagshäuser, die ihren Redaktionen nicht mal einen Link im Onlineportal erlauben, aus Angst, der Leser könne nicht mehr zurückfinden. Dem ist offenbar tatsächlich so, denn viele Leser lesen mittlerweile lieber dort, wo sie weiterführende Links finden. Der Spiegel hat, meines Wissens, jedenfalls keine Probleme mit seiner Linkpolitik.

Stattdessen führen sich viele Journalisten und ihre Verleger wie religiöse Potentaten auf, die auf ihrer Deutungshoheit beharren. „Das haben wir immer so gemacht, das hat sich bewährt“ oder „Alles andere ist kein Qualitätsjournalismus“ sind Standpunkte, die sich überholt haben. Journalismus funktioniert in vielen Bereichen mittlerweile auch deswegen auf anderen Ebenen, weil sich die Leserschaft emanzipiert und eine durchaus breite Medienkompetenz angeeignet hat. Journalistische Texte sind vor allem für Online-affine Menschen oft nur der Anfang, nicht der Schlusspunkt einer Information. Viele Verlage glauben aber weiterhin, dass mit dem Abdruck eines Artikels, die Sache erledigt sei. Vielleicht liegt es auch an der verlorenen Deutungshohheit des Journalismus, dass einige Verlagshäuser so ungern Links setzen und andere völlig überrascht sind, dass man die bei einer Recherche erlangten Dokumente auch an die Allgemeinheit weiter geben kann.

Aber vor allem sollten die Quellen, die Informationsbits, die Videos, die Webseiten, die einem zu einem Artikel inspiriert haben, müssen verlinkt sein. Denn im Grunde kommt der Leser immer zu der Seite zurück, die ihn am besten mit Informationen versorgt hat. Dazu gehören auch Links. Der nächste Schritt ist, dass man nicht nur für Wikileaks Datensammlungen anlegt, sondern das bei allen Artikeln macht, bei denen Akten und sonstige Dinge dem Leser weitere Informationen liefern können. Und das gilt nicht nur für neue Berichte, sondern auch für jene, deren Ereignisse ein paar Jahre oder Jahrzehnte zurückliegen. Die „Flick Affäre“, der „Neue Heimat“ oder „Coop“ Skandal – es gibt viele Beispiele bei denen man sich vorstellen kann, dass eine nachträgliche Veröffentlichung von Akten interessante Dinge hervorbringen würde.

Journalismus sollte eigentlich per Definition offen sein. Er hat sich in Zeiten, in denen weniger demokratische Verhältnisse geherrscht haben, die Begriffe „Unabhängig“ und „Überparteilich“ erkämpft. Bei den meisten Druckerzeugnissen sind nicht nur die Worte aus dem Kopf der Zeitung verschwunden. Die Offenlegung von Quellen, das stärkere Vernetzen mittels Links, Datenbanken, Mashups usw. werden in Zukunft guten Journalismus ausmachen und ihm vielleicht wieder die Durchschlagskraft geben, die er mal hatte

Danke, Mr. Edwards

Blake Edwards 1922 – 2010

Und vielen Dank für „Operation Petticoat“, „Breakfast at Tiffany’s“ und „Blind Date“.

Bookmarks vom 14.12.10 bis 16.12.10

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

  • When Legends Gather #615 – Frank Sinatra and Count Basie check their look in the mirror.
  • What The Fuck Is My Social Media Strategy? by Mike Phillips – WHAT THE FUCK IS MY SOCIAL MEDIA "STRATEGY"?
  • Wie Spam unsere Geheimnisse schützt. – Beliebige Kurznachrichten können in Spam-Emails umgewandelt werden und vice versa. Wer eine Spam-Nachricht erhält, wird kaum einen Code darin vermuten und schon funktioniert die Camouflage. Wer dagegen um die versteckte Bedeutung der Email weiß, kann sie mit einfachen Mitteln entschlüsseln.
  • I’ll be watching you – Klassischer Fall von: Auf die Idee hätte ich ja auch mal kommen können
  • Unser umwintertes Gedächtnis – der Winter 1984/85 war hart und mit einer Durchschnittstemperatur von <s>2,4° Celsius wesentlich kälter als der letzte Winter. Haupt</s> und Nebenstraßen konnten damals jedoch von den kommunalen Straßenmeistereien und Bauhöfen zeitnah geräumt und gestreut werden. Größere Probleme auf Straße oder Schiene waren unbekannt – beheizte Weichen und zahlreiche Mitarbeiter der Deutschen Bundesbahn sorgten für einen reibungslosen Betrieb selbst bei “sibirischen Temperaturen”.

Bookmarks vom 13.12.10 bis 14.12.10

Gesammelte Links aus dem Google Reader: