Month: August 2009

Update aus meinem Leben (Jammer-Edition)

Ich hatte doch mal dieses Dings im Internet, dachte ich gestern Abend auf der Autobahn.

– Immerhin habe ich eine super Entschuldigung für die Pause. Während andere ihr Blog zusperren, weil sie im Urlaub sind, habe ich noch was getan: ich bin krank geworden. In meinem linken Ohr hat sich eine hartnäckige Entzündung eingenistet und das schon seit dem Mai. Damals wusste ich nicht, dass es eine Entzündung ist, aber die drei Ärzte, die ich in zwei verschiedenen Städten aufsuchte wussten es auch nicht. Deswegen ging es mir da noch gut. Dann ging ich Mitte Juni zum vierten Arzt und der machte mich krank. So krank, dass er mir empfahl, mein Ohr doch mal von weiteren Ärzten ansehen zu lassen, wenn ich narkotisiert bin. Also Termin im Krankenhaus.

Die ersten fünf Kliniken quittierten meine Bitte als Kassenpatient für einen baldigen (weil, jetzt wo ich wusste, dass ich krank war/bin, tat es natürlich sofort weh), Termin mit hysterischem Lachen. Eine Dame beschimpfte mich kurz und bot mir einen Termin für den November an. Immerhin – im Bundeswehrkrankenhaus wollte man mich schon Ende Juli sehen. Mein Glück, dass die Regierungsmitglieder, die da sonst gewartet werden, alle im Kofferraum von Ulla Schmidt nach Spanien unterwegs waren. Zwischenzeitlich hatte ich eine Mittelohrentzündung (Arzt Nummer 5 und 6) und seit dem ein leichtes Pfeifen im Ohr. Arzt Nummer 7 stellte die Diagnose von Arzt Nummer 4 komplett auf den Kopf und schickte mich nach Hause. Aber ich solle doch der Sicherheit wegen noch mal wieder kommen.

Arzt Nummer 8 war eine Woche später unsicher, Arzt Nummer 9 ebenfalls weswegen ich jetzt einen Termin Ende September zur OP habe. Dann wird das Ohr unlecker aufgeschnitten und ich habe drei Wochen lang einen Tampon im Ohr. Dann weiß ich wenigstens, warum ich so schlecht höre.

– So eine dauerhafte Entzündung macht müde, auch wenn sie lokal begrenzt nur im Ohr nistet. Dazu kommt eine allgemeine Schlappheit (Sommer) und die Tatsache, dass ich seit meinem Urlaub im letzten Mai in den USA höchstens zwei Tage am Stück frei gemacht hatte. In der Zwischenzeit habe ich, über den Daumen gepeilt, zwei Bücher geschrieben. So von der Textmenge her. Und dann wundere ich mich, dass meine Energie komplett weg ist. Und irgendwie, so dachte ich, hängt die Nummer mit dem Ohr vermutlich mit der Arbeit zusammen.

Deswegen habe ich natürlich sofort Entschlüsse gefasst (Weniger arbeiten! Auch mal einen Tag frei machen! Oder gar mal eine ganze Woche! Wegfahren! Gesünder Leben! Tierbabys retten!) die ich konsequenterweise alle sofort nicht umgesetzt habe. Ok – eine Sache schon.

– Was ich aber wirklich gemacht habe: Twitter und halt das Blog hier etwas schleifen lassen. Und ehrlich gesagt – vermisst habe ich beides nicht sonderlich. Zumindest nicht die Frequenz, in der ich es betrieben hatte. Dazu fehlt mir auch immer noch die Energie, auch wenn etwas besser geworden ist.

– Mir zu folgenden Themen etwas überlegt (© Supatopcheckerbunny): Postdemokratie, Kommunikationsgeschwindigkeit, Paid Content, Sport, Mut, eingefahrene Lebenswege, Herausforderungen, Deutschland, Lebensmittelindustrie, Ausland, Arbeit. Ich werde diese Themen vermutlich schütteln und demnächst (© Katrin Passig, Sascha Lobo) in einen Blogeintrag packen, statt in viele. Das ist auch bequemer für alle zu lesen.

– Perverserweise dachte ich zwischendurch mal: „Oh, Krankenhaus. Endlich kann ich im Bett liegen und all „Lost“ Staffeln sehen.“ Dann fielen mir die Risiken und Nebenwirkungen wieder ein. Auch doof.