Wie soll ich das denn einordnen?

Warum Hillary Clinton verloren hat

Tja, wie konnte das passieren? Clinton hat in den Metropolen genau die Ergebnisse geholt, die sie hätten holen müssen. Sie war teilweise sogar stärker als Obama in den letzten beiden Wahlen. Aber Trump hat mehr Leute auf den Land mobilisiert, als viele dachten und vor allem in den wirtschaftlich verunsicherten Vorstädten ebenfalls mehr Stimmen geholt als McCain oder Romney. Es hilft nicht, dass Clinton dank der Wähler in Kalifornien insgesamt mehr Stimmen als Trump holen konnte. Wie schon 2000 haben andere Gruppen die Wahl entschieden.

Dazu beigetragen haben die von der Globalisierung überrollten klassischen Arbeiter, deren Arbeitsplätze vom Neoliberalismus weg gefegt wurden, und um die sich keiner mehr gekümmert hat. Michael Moore hatte im Sommer schon darauf hingewiesen, dass der Sieg von Trump im „rust belt“ entschieden wird, also die ehemaligen Stahl- und Industriezentren in Michigan, Ohio, Iowa usw. Und genau da hat Trump die Wahl unter anderem gewonnen. Dabei hat man das das Drama um diese Staaten sogar kommen sehen. Im letzten März hat Bernie Sanders die Vorwahlen in Michigan gewonnen, im übrigen auch gegen alle Vorhersagen. Da hätte man sehen können, dass die Demokraten mit einer Politikerin, die für das Establishment steht, Probleme haben könnten.

Es wäre ein Fehler anzunehmen, dass sich hinter Trump nur weiße rassistische Kreationisten verstecken. Es sind viel mehr jene, die früher der unteren und mittleren Mittelschicht angehört haben, die nach 2008 in den USA stärker erodiert ist, als in vielen anderen Ländern. Die Bevölkerung in den kleinen Städten, weit weg von den Metropolen. Da wo die mittelständische Wirtschaft erodiert ist, weil Technologiefirmen eben in den großen Städten sitzen und nicht in Iowa. Es sind Menschen, die mit dem Rücken zur Wand stehen, die Hypotheken nicht mehr zahlen können, die sich seit Jahren fragen, wie es weitergehen soll.

Wie beim Brexit haben viele Menschen ihr letztes Geld auf die Karte „Lass uns mal was anderes ausprobieren“ gesetzt. Wenn man nichts zu verlieren hat, dann macht man so was. Das mag auf lange Sicht dumm sein, aber wenn man das Gefühl hat, dass es nur noch schlechter werden kann, wenn alles so weiter geht, dann schaut man nicht auf das, was in 10 Jahren ist, sondern auf das, was jetzt ist.  Allein dass Bernie Sanders während der Vorwahlen Clinton das Leben ausgerechnet in den klassischen Staaten der Demokraten so schwer gemacht hat, musste man als in Nachhinein als Warnung sehen. Auch innerhalb der Demokraten gab es offenbar genug Wähler, die keine Lust mehr auf das „Weiter so…“ hatten, die nach einer starken Alternativen suchten und sie ausgerechnet in einem Mann fanden, der sich als Sozialist versteht. Was in den USA fast so was wie ein Schimpfwort ist. Aber man dachte wohl, dass man gegen einen „Clown“ gewinnen würde, dass die Wähler in den Metropolen und die Minderheiten Trump verhindern werden.

Clinton und die Demokraten haben Trump völlig unterschätzt. Auch nachdem er alle Kandidaten der Republikaner weg gefegt hatte. Aber Trump ist ein kein Idiot. Er mag ein Psychopath sein, ein Egomane, eine außer Kontrolle geratene, cholerische Mittelstreckenrakete. Aber er ist kein Idiot. Er hat sich die richtigen Leute für seine Kandidatur ausgesucht, er hat darauf vertraut, dass er mit der „Ich bin halt so…“ Attitüde gegen die glatte, oberflächliche und Phrasen-dreschende Polit-Prominenz durchkommt. Er und seine Berater haben eine geniale Strategie entworfen und sie hat funktioniert.  

Erstaunlicherweise hat Trump die Republikaner damit gerettet, jedenfalls für den Moment. Aber mit Mitt Romney, Paul Ryan und vor allem Marco Rubio hat man drei hervorragende Kandidaten in petto, selbst wenn Trump während seiner Präsidentschaft scheitern sollte. Was ja bei den Fettnäpfchen, die er so gerne trifft, nicht unmöglich ist.  Die Demokratische Partei in den USA steht dagegen vor einem Scherbenhaufen. Man hat sich komplett der Familie Clinton ergeben und man hat alles verloren. Präsidentschaft, Senat, Repräsentantenhaus, Supreme Court. Und da ist im Moment niemand zu sehen, der in vier Jahren das Ruder rum reissen kann.

Schöne neue Smartphone Welt

Ich schaue mir gerade Smartphones an, weil mein HTC Sensation zwei Jahre alt ist und nicht mehr so „Sensation“ ist, wie es mal war. Einen neuen Akku hat es schon, das hilft aber nicht gegen die Entscheidung von HTC, einem zwei Jahre altem Gerät nicht mehr die neuste Android Version zu spendieren. Das führt zu einem launischen Verhalten des Telefons auf der einen und zu einem launischen Verhalten von mir auf der anderen Seite, wenn ich darauf warten muss, dass das Gerät sich sortiert. Und nein, es hilft weder dem Telefon, noch meiner Laune, wenn ich es zurücksetze und alles neu installiere. Das habe ich schon zweimal gemacht.

Also habe ich mich mal umgeschaut, was es alles so gibt und meine völlig subjektiven und nicht immer ganz ernst gemeinten Betrachtungen folgen nun zur allgemeinen Erheiterung:

HTC One
Ja, das neue HTC sieht toll aus. Wirklich. Alu-Chassis und so. Aber ich kenne ja jetzt HTC und weiß, dass die Sense-Oberfläche für das Gerät nach 15 Monaten kein Update mehr bekommt und ich dann wieder genau da wäre, wo ich jetzt stehe. Und dafür soll ich 600 Euro ausgeben? Really? Wenn ich ja wüsste, dass HTC sich mal ändern würde, dann würde ich vielleicht überlegen, das Ding zu kaufen. Ach ja, Akku. Auch Mist.

iPhone 5
Poweruser winken ab. Ist ungefähr das neue „Zahnarztfrauen empfehlen“. Ich kenne welche, die aufs 4s zurückgestuft haben, weil sie es für das bessere Telefon halten. Außerdem könnte Apple die Oberfläche wirklich mal renovieren. Und zu teuer.

Google Nexus
Im Grunde die beste Wahl, wenn keinen Ärger mehr mit Updates haben will. Also für ca. zwei Jahre. Wäre da nicht der schwachbrüstige Akku, der einen in den Wahnsinn treibt.

Sony Xperia Z
Kann man angeblich auch ins Wasser fallen lassen. Ist mir noch nie passiert. Denke auch: „Wenn es einem ins Wasser fällt, dann sicher irgendwo in ein tiefes Wasser, da wo man nicht mehr dran kommt. Wann fallen teure Sachen nur mal eben so in eine Pfütze, aus der man sein Sony dann triumphierend ziehen kann?“ Außerdem: Sony. Da bin ich in Sachen Updates noch skeptischer, als bei HTC.

LG Optimus G
Das geht nicht, allein wegen des Namens. Optimus klingt wie der römische Vorname eines Trottels aus einem Asterix-Roman. Oder einem Monty Python Film. Davon abgesehen: Updates. LG ist bekannt dafür, dass die auch eher nach einem geheimen vorderasiatischen Mondkalender kommen.

Nokia Lumia 920
Schickes Teil. Wenn man sich vorgenommen hat, jemanden zu erschlagen. Das Ding ist schwer, sperrig und bedrohlich. Immerhin hat man bei Windows Phone 8 Smartphones keine Probleme mit Updates, weil die ja zentral von Microsoft kommen…. Nach dem ich meinen Lachanfall beendet habe, möchte ich noch hinzufügen, dass ich das Ding dennoch nicht schlecht finde. Besser wäre das Nokia 820, weil es kleiner ist und man damit nicht seine Hosentaschen zerstört. Dafür ist der Akku nicht so doll. Das 720 hat wiederum einen tollen Akku, dafür aber die deutlich schlechtere Hardware, die jetzt schon danach schreit, dass man in einem Jahr lesen kann „Dieses Update gilt für alle WP-Smartphones, außer dem Nokia 720, weil es leider nur mickrige 512 MB RAM hat. Passt halt beim nächsten Mal auf.“ Zusätzliche Probleme ergeben sich aus den Zickigkeiten zwischen Google und Microsoft in Sachen Apps. Gmail ist so eine Sache, der momentan nicht funktionierende Kalender eine andere. Microsoft hat allerdings versprochen, die Probleme (die teilweise daran liegen, dass Microsoft auf veraltete Standards setzt) bis Ende Juli 2013 zu beseitigen.

Samsung Ativ S
Im Grunde das S3 mit Windows Phone 8. Aber was ist denn das für ein Name? Ativ? Klingt, als habe Maren Gilzer betrunken vergessen ein paar Buchstaben umzudrehen. Aber, aber… soll laut Tests eines der besten WP-Phones auf dem Markt sein. Sauber ausgestattet und da Samsung sich dazu entschlossen hat, keine WP-Handys mehr zu produzieren, ist es mit knapp 260 Euro so sensationell billig, dass man es allein deswegen schon mal ausprobieren müsste. Nachteil: Windows.

Motorola Razor i
Es gibt das „Razor Maxx“, mit dessen riesigem Akku man eine Kleinstadt beleuchten kann. Gut, übertrieben, aber gefühlt ist es so. Das „Razor i“ ist deswegen interessant, weil es statt auf den üblichen Snapdragon auf eine Intel Atom CPU setzt, mit dem man ähnliche Akku-Laufzeiten wie beim „Maxx“ erzielen kann. Singlecore, aber mit 2GHz getaktet. Das soll angeblich ausreichen, auch die meisten Apps, die nicht für die Architektur der Intel CPU geschrieben sind, sollen wohl (teils mit Emulator) damit klarkommen. Interessantes Ding, mit 300 Euro auch preislich ok, auch wenn Kamera und Speicher nicht auf der Höhe der Zeit sind. Aber es ist von Motorola. Den „Updates? Kauf Dir doch ein neues Telefon“ Motorola Jungs.

Samsung Note 2
Würde ich vielleicht kaufen, wenn man beim Telefonieren nicht wie ein Vollidiot aussehen würde, der sich einen Styroporblock an den Kopf hält. Mal ernsthaft, es ist zu groß. Passt nicht mehr in die Hosentasche, und da soll das Handy ja meist sein.

Samsung S4/S3
Das S3 fühlte sich vor zwei Jahren schon so an, als hätte man eine billige Seifenschale aus Plastik aus dem Woolworth-Grabbeltisch ganz hinten gezogen. Das S4 ist keinen Deut besser und rutscht einem in der Hand rum, wie einem Dreijährigen seine Eiswaffel. Die Akkulaufzeit beim S3 ist gut, beim S4 fehlen noch die Userberichte. Beim S4 kommt hinzu, dass man bei Samsung eh immer ein halbes Jahr warten sollte, bis die alle Fehler gefunden haben. (WLAN ist es wohl dieses Mal). Aber offenbar baut Samsung im Moment die besten Android Smartphones.

Die Entwicklungsgeschwindigkeit bei Batterietelefonen ist schon abartig. Acht-Kern-CPUs, Vier-Kern-GPUs. Die Dinger haben mehr Leistung, als mein vier Jahre altes Notebook. Dabei entwickeln sich die Akkus bekanntermaßen nicht weiter, was zu absurden Dingen führt. Ich kenne kaum jemanden (Android), der nicht irgendein „Akku-Save“ Programm laufen hat, das die Hintergrundprozesse killt. Mittlerweile basteln die Hersteller diese Notprogramme in die eigene Software ein. Ab 30 % Akkuleistung stellt das Smartphone dann nach und nach seinen Dienst ein. Damit man noch telefonieren kann. Die Leistungsexplosion mag ja technisch nett sein, ich stelle aber gerne mal die Frage: wofür?

Ok, ich spiele nicht, daher fallen viele Anwendungen bei mir weg. Im Grunde nutze ich die üblichen Verdächtigen. Mails, Browser, Twitter, Instagram, Foursquare, Whatsapp, Navigation, Spotify, Evernote, Facebook, Yammer, Shazam. Mein eingeschränktes Nutzungsprofil mag auch daher kommen, dass ich ein iPad habe, mit dem ich bei längerer Abwesenheit unterwegs dann den Rest mache (Flipboard, Reeder, WordPress, Kindle, Tumblr, Flickr, skyGo, Filme). Das Telefon dient meist wirklich nur für Mails, SMS, Telefon (!) und den genannten Diensten. Wobei ich mich frage, ob sich mein Nutzungsprofil wirklich so sehr von denen anderer Menschen unterscheidet.

Vielleicht lasse ich den ganzen Mist, kaufe für 20 Euro ein Tastentelefon, dessen Akku einmal die Woche aufgeladen werden muss, und werde ein glücklicher Mensch. Oder ich ziehe in den Wald und werde kauzig.

Und ihr so?

Niedergang? Verpennt!

tl;dr
Lokale Zeitungen sterben, weil sie nicht mehr lokal genug sind. Überregionale sind unter Druck, weil die Verleger/Manager unfähig sind, die Realitäten der Netzes zu akzeptieren.

Ich weiß nicht, ob die Einstellung der FR den Niedergang der deutschen Tageszeitungslandschaft einläutet. Die FR war in den letzten Jahren, wie Michael Spreng es treffend zusammenfasst, schon halb tot.

Die Zeitung wurde so lange zurechtkonfektioniert, bis sie sich selbst überflüssig machte. Die vielen Geschaftsführer- und Chefredakteurswechsel, die teure und sinnlose Umstellung auf das unattraktive kleinere Format, die personelle Auszehrung, der Verlust an namhaften, analyse- und meinungsstarken Journalisten – all das konnte nur zum Niedergang führen.



Die FR ist nicht insolvent, weil das böse Netz den „Qualitätsjournalismus“ angreift, sondern weil man seit einem Jahrzehnt an den in Inhalten der FR rumdoktort. Die FR war eigentlich in Sachen Netz gut eingestellt. Als ich zusammen mit Lorenz Lorenz Mayer, Lutz Kinkel und Michael Prang Anfang 2000 an einem Newsletter-Projekt für die Zeit-Online gearbeitet habe, in dem es um die Zusammenfassung der Kommentare der deutschen Zeitungen ging, war die FR eine der wenigen Zeitungen, die die Kommentare überhaupt vor der Printausgabe online stellten. Und überhaupt hatte man Kommentare, die man lesen konnte, aber das ist was anderes.

Die FR ist pleite, weil das Management so lange rum optimiert hat, bis die Zeitung derartig stromlinienförmig und langweilig war, dass sich die Leser und Anzeigenkunden gefragt haben, warum sie sich das noch antun. Und das hat alles nichts mit der Zeitungskrise in Deutschland zu tun.

Im Grunde gibt es zwei Zeitungskrisen in Deutschland.

1. Die Lokal-Zeitungen

Die existiert, weil die Blätter in einer Zwickmühle stecken. Denn zum einen haben sie einen Stamm von Abonnenten, die meist etwas älter sind und sich freuen, wenn sie im Lokalteil Sätze lesen wie diese: „Am Wochenende kann man im Vereinsheim Hinterpfaffinghausen eine kesse Sohle aufs Parkett legen. Die Tanzkapelle der Freiwilligen Feuerwehr wird heiße Rhythmen auftragen, für das leibliche Wohl ist gesorgt.“ Auf der anderen Seite gibt es da durchaus die 20 bis 50 Jährigen, die ihre Nachrichten mehrheitlich im Netz konsumieren und für die vor allem eins wichtig ist: Geschwindigkeit. Die wollen in ihrer Lokalzeitung nicht am Donnerstag lesen, dass Barack Obama die Wahl gewonnen hat, weil sie das schon spätestens am Vortag erfahren haben.

Als „Lösung“ bieten einige Lokalzeitungen „E-Paper“ an, diese Zwitter-Ausgeburt der Hölle. Im Grunde die Printausgabe der Zeitung, nur schlechter zu lesen. Warum sollte man sich so was antun? Und selbst wenn – viele Lokalzeitungen bieten eine E-Paper-Ausgabe nur gebündelt mit einem Printabo an. Das ist derartig dumm gedacht, dass man mit dem Kopf auf den Tisch schlagen gar nicht mehr hinterher kommt.

Viele Lokal-Zeitungen werden sterben, weil sie die lokale Berichterstattung vernachlässigen und das Blatt aus Kostengründen nur noch mit dpa-Meldungen vollstopfen. Jene Meldungen, die die Leser entweder tags zuvor im Netz gelesen oder im Radio vorgelesen bekommen haben. Zeitungen wie die „Rhein-Zeitung“ werden überleben, weil sie genau das Gegenteil machen. Investigativer Lokaljournalismus. Die „Rhein-Zeitung“ hat, nach dem sie mal aufgewacht war, den Skandal um den Nürburgring angeschoben. Der Bonner „General-Anzeiger“ hat den „Wächter-Preis“ bekommen, weil sie Korruption und Missmanagement rund um den Bau einer neuen Kongresshalle entlarvten. Es geht also. (Auch wenn der „General-Anzeiger“ jetzt sein Berliner Büro zu macht).

Wenn lokale Zeitungen das machen, was sie können, nämlich lokal berichten, statt die ganze Welt per dpa abzubilden, dann werden sie auch überleben. Ich prognostiziere mal, dass es Blätter wie die WAZ schwer werden haben, weil sie keine lokale Verankerung haben und die letzten Anker in die Region in den letzten Jahren auch noch mit der Schließung vieler regionaler Büros raus gerissen haben.

2. Überregionale Zeitungen

Welt, FAZ, SZ & Co haben sich zumindest politisch positioniert, man steckt die Claims der Leserschaft ab. Der „Newsroom“ hat fast überall Einzug gehalten, „Print first“ bröckelt selbst bei FAZ und SZ. Was den Blättern fehlt, ist weiterhin eine digitale Strategie und vor allem die Einbindung von Social Media (Twitter). Was man mit Twitter anstellen kann, blitzt immer mal wieder auf (ZDF Reporter), die meisten Zeitungen finden aber, dass ein Newsticker ausreicht.

Überregionale Tageszeitungen müssen lernen, dass sie keine Tageszeitungen mehr sind, sondern Newsaggreatoren, die minutengenau arbeiten. Journalismus besteht zu einem großen Teil nicht mehr aus dem Schreiben großer Geschichten, sondern aus dem hektischen Newsalltag, in dem Fakten schnell recherchiert und verifiziert werden müssen. Journalismus verzahnt sich eng mit Social Media, ob es Twitter, Facebook oder Instagram ist. Der moderne Journalismus lebt von Push-Notifications und einer Aufmerksamkeitshysterie. „Spiegel Online“ macht es vor. Das mag unschön und unbequem sein, lässt sich aber leider nicht ändern. Auch nicht mit einem Leistungsschutzrecht, das die längst überfälligen strukturellen Änderungen des überregionalen Verlagsjournalismus nur weiter rauszögert.

Schneller und schnell erklärender Newsjournalismus ist die eine Seite, die andere die politische Ausrichtung. Schon jetzt ist zu sehen, dass die „Welt“ weiter nach rechts rutscht, die „SZ“ die liberal-konservativen einsammelt, die „FAZ“ im gleichen Becken schwimmt und die „taz“ ihr Linksspektrum nicht aus den Augen verliert. Analog zu den Entwicklungen der News-Sender in den USA, prognostiziere ich, dass wir eine ähnliche Situation auf dem deutschen Printmarkt haben werden.

Die „Zeit“ wird hoffentlich das weitermachen, was sie bisher machen: Sich aus dem hektischen Quatsch raushalten und tolle brummelige Tageskommentare schreiben.

Bleibt die Frage nach dem Geschäftsmodell. Springer packt die „Welt“ teilweise hinter eine Bezahlschranke. Kann gut gehen, ich bin da gar nicht mal so skeptisch. Es gibt in England mittlerweile so eine Art „Freemium“ Modell. 50 Artikel im Monat kann lesen, danach muss man bezahlen. Auf der anderen Seite: Spiegel Online lebt ohne solche Modelle auch ganz gut.

P. S.: Ach ja, und die FTD geht ein, weil der Wirtschaftsjournalismus augenscheinlich seit Jahren komplett versagt und sich dem Neokapitalismus verschrieben hat. Kein Mitleid.

Das muss einfacher werden

Der Windowsrechner wollte nicht mehr so recht. Ich konnte das verstehen. Ich hatte vor drei Jahren Windows 7 über Vista gebügelt, dazu arbeitsbedingt sehr viele Neu- und Deinstallationen. Da müllt man den Rechner zu, egal, wie sehr man die Registry sauber hält.

Und dabei wieder festgestellt: Was für eine elende Arbeit. Treiber zusammen suchen*, installierte Programme zusammensuchen und runterladen. Von gekauften Programmen die Keys suchen. Und obwohl ich eigentlich fast alles in die Dropbox/Google Drive schiebe, mir da also keine Gedanken machen muss, gibt es dann noch das Problem mit den Bildern, die dort nicht landen, weil sie die Synchronisation wegen der Datenmenge zu nervig machen. Ich hab die Angewohntheit, alle Fotos von der Speicherkarte zu behalten, man weiß ja nie. Die also per Hand auf eine externe Platte geschoben.

Dann Partition formatieren, Windows 7 installieren, was ja noch erstaunlich flott geht. Es folgt allerdings eine Update-Orgie von Windows (120 Updates zum Start und dann erst kam SP1), die dann noch mal länger dauert. Irgendwann ist der Desktop dann endlich da und die Installation der Programme kann beginnen. Das zurückkopieren der Bilder habe ich mir dann gespart.

Ok, früher (™) war das alles noch nerviger, weil man gar nichts in die Cloud verschieben konnte. Allein die Mailsicherung bei Outlook Express hat mich Jahre an Mails gekostet, die im Orkus der nicht funktionierenden Importfunktion verschwunden sind. Auch bin ich froh, dass ich nicht mehr mit CDs/DVDs rumhantieren muss, die man Nachts mit kryptischen “Wichtig, Up 1 von 3 TTTGD” beschriftet hatte, und sich dann fragen muss, was man eigentlich gemeint hat.

Und doch gedacht: Eigentlich ist das alles noch zu kompliziert und Apple hat Recht. Google mit dem GoogleOS auch. Die Zeiten, in denen man noch ansatzweise verstehen konnte, was im Rechner vor sich ging, sind eh vobei. 90% der User wird das eh nicht interessieren. Also einfach automatisieren. Wenn ein Rechner Probleme macht, im Systemmenü einfach “Neuinstallieren” anbieten. Eine Routine basteln, die die eigenen, wichtigen Daten, die nicht in der Cloud rumhängen, sichert, runterfahren, USB/DVD reinschieben, neuinstallieren, danach wählt man in einem Fenster die wieder zu installierenden Programme aus, runterladen, fertig. Kein langes Suchen mehr, kein sonstiger Müll. Selbiges gilt für den Browser, wobei Chrome das ja schon macht. (Also Addons und Bookmarks nach der Neuinstallation einfach runter zu laden).

Was ich schon seit Ende der 90er Jahre sage: Consumer-Rechner und Betriebssysteme müssen so einfach zu bedienen sein, wie ein Fernseher.

*Hilfreich bei der Neuinstallation war, dass Asus eine OEM Partition mit allen Hardwaretreibern hinterlegt hatte. Das kennt man auch anders. Die Treiberdaten waren dann zwar wieder alt, mit “Drivermax” kann man die veralteten Treiber dann aber schnell auf den neusten Stand bringen. Das sollte man vor allem machen, bevor man Zusatzsoftware (Logitech usw.) installiert. Sonst hat man direkt wieder Murks in der Registry.

Vom Aufräumen

Der Mensch sortiert ja gerne Dinge in Schubladen ein. Schubladen sind auch praktisch. Man stopft Sachen rein, die sonst sinnlos rumliegen und vergisst dann, dass es diese Sachen gibt. Es existiert vielleicht ein leichtes Erinnerungsglimmen im Hinterkopf, dass man diese eine Sache in irgendeiner Schubalade irgendwann mal untergebracht hat, aber welche war das? Dennoch  – Schubladen sind enorm hilfreich, weswegen wir sie nicht nur beim Aufräumen einsetzen, sondern auch beim Denken. Das ist nämlich genauso praktisch, es erspart einem lästiges Nachdenken, Differenzieren und andere Dinge, die einem von angenehmen Dingen abhalten.

Ich für meinen Teil nutze Schubladen ungern. Zum Beispiel beim Aufräumen. Sehe ich einen sehr hohen, bedrohlich wankenden Papierstapel, kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass sich dort die ungeöffnete Post der Kalenderwochen 5 bis 8, zwei ungelesene Ausgaben einer Zeitung, ein paar Rezensionsexemplare und diverse, vermutlich sehr wichtige Steuerbelege befinden. Würde ich diesen Stapel nehmen und eine Schublade werfen, ich wäre verloren, denn ich würde vermutlich innerhalb von Sekundenbruchteilen vergessen, dass dieser Stapel jemals existiert hat. Damit wären dann alle Unterlagen für die nächsten Jahre hoffnunglos verloren und tauchen erst wieder auf, wenn ich versuche, den nächsten Stapel unterzubringen. Wenn bei mir riesige Papier-, Bücher und DVD-Stapel in der Gegend rumstehen, dann hat das also einen gewissen Sinn für mich. Ohne diese Stapel wäre ich quasi verloren, denn es gilt sehr klar die Devise „Was ich nicht sehe, existiert auch nicht.“ Zumindest gilt das für Sachen in meiner Wohnung.

Die Stapel-Neigung hatte ich schon immer, ganz schlimm war es im Studium. Mittlerweile habe ich mir angewöhnt viele kleine Stapel in der Wohnung zu verteilen, was die meine Stapel-Verwirrung allerdings erhöht. Auf der anderen Seite zwingt es mich dazu, bei Besuch aus den vielen kleinen Stapeln einen Großen zu machen, den ich dann, bei Gelegenheit, auch mal abarbeite.

Ich bewundere Menschen, die zu Hause eine Ablage beherrschen. Ich frage mich ernsthaft, wie die das schaffen. Komplizierte String-Theorien scheinen mir leichter zu bewältigen, als Sachen ausdrucken, abheften, eintüten und wegräumen. „Aber das ist doch ganz einfach,“ erklären mir manche Menschen freudestrahlend, „man muss es nur einfach machen und dann geht alles wie von selbst.“ Das ist natürlich in meinen Augen Unfug. Nichts geht „von selbst“, das wäre ja dann auch leicht, dann würde man der Ablage einfach befehlen, dass sie sortieren soll, zum Beispiel in „müsste ich anschauen, aber wenn ich lange genug warte, hat es sich vielleicht von alleine erledigt“ und „Sollte man anschauen, jetzt wirklich“ und „Also das ist echt wichtig, das lege ich mir mal nach oben.“

So ist es bekanntermaßen aber nicht, stattdessen muss man alles selber machen. Aber mit zunehmenden Alter wird man ja auch ein wenig klüger. Mittlerweile ist mein häusliches Chaos bei weitem nicht mehr so schlimm, wie früher. Das liegt zum einen an einer klaren Verweigerungstrategie, was Neuankäufe angeht. Die meisten Anschaffungen kann ich mit einem „Und dann? Wohin damit? Und der Karton ist auch zu klein, als dass man in ihn wochenlang auf Erde stehen lassen kann und als Entschuldigung ‚Die Katzen spielen damit‘ gelten lässt.“ Gedanken abwehren. Viele Dinge kaufe ich einfach nur Digital (Bücher, Musik, Zeitungen).

Zum anderen helfen zwei weitere Dinge ungemein. Menschen, die man nicht sooo gut kennt in die Wohnung einzuladen und eine Putzfrau. Letztere ist die wahre Heldin meines Alltags. Vor ca. 12 Jahren habe ich meine erste Haushaltshilfe bestellt. Es war ein Frühlingstag, vom Sonnenlicht erreichten mich ca. 12%, Staub hatte sich quasi über Nacht zentimeterdick in der Wohnung verteilt, dazu die üblichen Stapel, Flaschenansammlungen, Kartonagensiedlungen und Klamottenberge. Ich betrachtete das Chaos und beschloss, dass ich alt genug sei um einzusehen, dass es in meinem Leben Dinge gibt, die mich nicht interessieren, niemals interessieren werden und mein Leben viel leichter sei, wenn ich diese Dinge in kompetente Hände lege. Man vertraut bei Zahnschmerzen ja auch einem Arzt und greift nur dann zur Zange, wenn man mitten in Patagonien von einem eiternden Zahn überrascht wird, den dann ein runzeliger Bergführer aus dem Kiefer zieht. Auch den Blinddarm lässt man von Fachkräften wegschnippeln und nicht von Tante Susanne, die früher mal Hühner ausgenommen hat. Warum also sollte man sein Chaos nicht von jemanden eingrenzen lassen, der sich damit auskennt?

Eine unfassbare glückliche Entscheidung, denn zumindest sind so die größeren Probleme verschwunden. Natürlich nicht die Papierberge. Aber dafür gibt es zur Not ja Schubladen.

Sarrazin, der Sohn, Hartz IV und viele tote Links.

Nachtrag: Offenbar hatte Meedia die Geschichte schon am Freitag, was ich nicht gesehen habe. Danke an die „Lichtmalerin“ für den Hinweis in den Kommentaren. Offenbar ist der Sohn nicht gesund und das Interview war nicht autorisiert.

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Das Internet, es vergisst halt doch nichts, sogar tote Links bleiben erhalten. Offenbar hatte die „Bunte“ einen Sohn von Thilo Sarrazin ausgegraben, der angeblich von Hartz IV leben soll. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen, ich kenne weder die Familie Sarrazin, noch habe ich die „Bunte“ vorliegen. Ob es der Sache dienlich ist, wenn man die Thesen von Herrn Sarrazin mittels seiner Familie besprechen möchte, halte ich auch mal für geschmacklich grenzwertig. Wie die ganze Geschichte überhaupt. Interessant ist aber, dass der dazu gehörige Online-Artikel in der Bunten verschwunden ist. Aber nicht nur da. Auch der Focus hatte in partnerschaftlicher Zusammenarbeit einen Text, aber der ist aber auch weg. Verschwunden sind ebenfalls die Berichte im „Berliner Kurier„, im „Der Westen„, der „Frankfurter Rundschau“ und weiteren Seiten.

Zu lesen ist eine Zusammenfassung der Artikel noch bei der „taz„, dem „Tagesspiegel“ (Schweiz) und die fast gleichlautenden Agentur-Artikeln in der „RP„, bei“GMX„, bei „web.de“ und der „FNP„.

Wie gesagt, ich kann nicht einschätzen, ob der Original-Artikel in der „Bunten“ überhaupt richtig war. Vielleicht ist die Zeitung ja einem Hochstapler aufgesessen, das soll dieser Tage ja häufiger vorkommen. Von daher wäre die Entfernung eines grundsätzlich falschen Artikels natürlich angebracht. Allerdings zeigte sich die „Bunte“ letzte Woche in einer PR-Interview doch reichlich sicher, dass man da wirklich den echten Sohn von Thilo Sarrazin gefunden habe. Vielleicht ist die Familie Sarrazin aber auch empfindlich, wenn es um das Privatleben geht. Zumindest, wenn es außerhalb der freigewählten Einblicke ins Privat- und Erziehungsleben geschieht.

Wikileaks und die Medien

So amüsant die Lektüre der wenigen, bisher von den Medien aufgearbeiteten Dossiers aus der neuesten Veröffentlichungsorgie von Wikileaks auch ist, so sehr kommen mir da einige Dinge etwas zu kurz.

1. Die Quelle und deren Bewertung
So sehr sich Spiegel, NYT oder andere Zeitungen sich für die Veröffentlichung feiern lassen (und finanziell profitieren), es macht mal wieder deutlich, dass keines der Magazine bzw. der Zeitungen, in der Lage ist, etwas Ähnliches auf die Beine zu stellen. Man hat die Daten nicht mittels einer eigenen Rechercheleistung aufgetrieben, sondern über eine dritte Partei zu gespielt bekommen. Woher die Daten stammen? Keiner weiß es. Allerdings, ich hatte das an anderer Stelle schon einmal geschrieben, ist es ja durchaus wichtig, woher man seine Daten bekommt. Niemand glaubt (bisher), dass große Teile der Dokumente gefälscht sein könnten, die Reaktionen des US-Außenministeriums sprechen auch dafür, dass sie echt sind. Aber dennoch muss ein schaler Geschmack zurückbleiben, weil man die Quelle nicht kennt. Ebenso müssen sich die Medien die Frage gefallen lassen, welchen Grund es wohl haben mag, warum sich die Quelle nicht direkt an sie gewandt hat. Wenn es denn eine Quelle von außen gibt und die Sache nicht ein „Inside Job“ von Wikileaks war, scheint diese Quelle mehr Vertrauen zu Wikileaks zu haben, als zu irgendeinem Verlagshaus auf der Welt. Ich will nicht so weit gehen, dass dies etwas über den Zustand der Printmedien aussagt, aber offenbar glauben zumindest einige Quellen, dass es mit der redaktionellen Freiheit nicht so weit her ist.

2. Die Fixierung von Wikileaks auf die USA
Es ist auffällig, dass Wikileaks fast ausschließlich Daten und Materialen veröffentlicht, die aus den USA stammen. Das löst bei mir eine gewisse Skepsis aus. Sind die Amerikaner so blöd, dass sie ihre Netze nicht schützen können? Warum gibt es diese Dinge nicht aus England, Russland, Japan, Frankreich oder Deutschland? Ich glaube kaum, dass derartige Dossiers nur von den USA erstellt werden. Nun mag es sein, dass die USA sich in den letzten Jahrzehnten nicht gerade beliebt gemacht haben, aber es wirkt teilweise schon wie eine Privatfehde, die sich Wikileaks und die USA da leisten. Ich würde mir wünschen, dass Wikileaks diese Fixierung aufgibt und auch der „safe haven“ für Dokumente aus anderen Ländern wird.

3. Die Instrumentalisierung der Medien
Interessant ist es auch zu beobachten, wie schnell sich die Medien von wenigen Quellen instrumentalisieren lassen. Wikileaks gibt nicht nur die Daten heraus, die Organisation bestimmt auch wann diese Daten und an welche Medien weiter gegeben werden. Interessanterweise gehören dazu selten Fernsehstationen oder andere, reine Internetplattformen. Man poliert den eigenen Ruf damit auf, in dem man die Daten ausschließlich nur weltweit bekannten Printpublikationen zur Verfügung stellt, deren Ruf über jeden Zweifel erhaben scheint. Diese Medien halten sich dann offenbar an einen, offenbar mit Wikileaks abgesprochenen, Veröffentlichungsplan, was auch schon eine Menge aussagt. Einerseits ist es wichtig, das Wikileaks diesen, eher konservativen Weg geht, andererseits laufen die Medien dadurch auch Gefahr sich manipulieren/instrumentalisieren zu lassen. Wer ist im Veröffentlichungspool, wer nicht?

4. Wären die Dossiers ohne Wikileaks veröffentlicht worden?
Zumindest in Deutschland ist bekannt, dass der politische Journalismus und die Politik eng verzahnt sind. Zum einen wechselt man gerne und oft die Lager (z. B. Steffen Seibert) zum anderen liegt es in der Natur der Dinge, dass nur eine gute Vertrauensbasis dazu führt, an die wichtigen Informationen zu kommen. Spannend daher die Frage, was Spiegel, FAZ oder SZ gemacht hätten, wenn ihnen die Informationen ohne Wikileaks zugespielt worden wären. Hätten sie alles veröffentlicht? Oder nur die harmlosen Teile, während man brisante Teile in den Giftschrank gelegt hätte? Wäre man zum Beispiel auf die Idee gekommen, den ganzen Krempel online zu stellen?

Interessant ist das gegenseitige Abhängigkeitsverhältnis von Wikileaks und den Medien schon. Einerseits zeigt es, dass Wikileaks ohne die Hilfe der Medien nicht in der Form existieren könnte, andererseits sieht man auch, dass die Medien ohne Wikileaks derartige Daten nicht bekommen würden, oder die Gefahr bestünde, dass sie aus politischer Rücksichtsnahme nicht an die Öffentlichkeit kämen. Gleichzeitig macht die Allianz aber auch deutlich, dass das Internet weit davon entfernt ist, dass die klassischen Medien ersetzen zu können. Hätte eine Veröffentlichung in der Huffington Post eine ähnliche, weltweite Resonanz verursacht? Vermutlich nur dann, wenn die HuffPost die Daten an andere Medien weiter gereicht hätte. Es zeigt auch, dass eine große, gut ausgebildete Redaktion nötig ist, die Daten überhaupt analysieren und einschätzen zu können. Solche Leistungen sind mit reinen dezentralen redaktionellen Netzwerken bisher nicht möglich. Zwar gibt es Beispiele, wo die „Netzbewohner“ bei Aktendurchsichten behilflich waren, aber bei derartig delikaten Informationen ist die genaue Einordnung in einen Kontext extrem wichtig und nur von jenen zu meistern, die sich in dem Bereich auch auskennen. Es böte sich hier aber auch die Möglichkeit, dass Redaktionen sich weiter öffnen und zusammen mit den, teilweise ja durchaus kompetenten Lesern, derartige Materialsammlungen durchforsten. Vielleicht würde man so auch die Vertrauensbasis zu den Lesern wieder vertiefen um so auch an eigene Geschichten zu kommen, die nicht aus unbekannten Quellen bei Wikileaks stammen.