Ich! Ich! Ich!

Was macht der Dahlmann eigentlich?

In den letzten Jahren habe ich mich viel mit dem Thema „Startups“ beschäftigt und gerade in meiner Zeit bei „Allryder“ (heute „ally“) auch mit der Disruption im Mobilitätssektor. Gleichzeitig bin ich seit einigen Jahren mit der Autoindustrie verzahnt. Ich habe also mit zwei Geschäftsmodellen zu tun. Einerseits dem klassischen Geschäft der Hersteller, andererseits mit den neuen Ideen von Softwareherstellern. Dass sich die beiden Dinge überlappen, dass Autos immer mehr zu Datenzentralen werden und Apps die Mobilität u.a. mittels Data-Mining verändern, war mir schon länger klar. Gegen Ende 2014 wurde mir aber deutlich, dass sich hier gerade einerseits eine „alte“ Industrie komplett verändert, während gleichzeitig das gesamte Konzept der individuellen Mobilität neu gedacht und von vielen Seiten befeuert wird.

Um ein Beispiel für diese Veränderung zu finden, musste ich gar nicht weit schauen. Der Spiegel reichte. Ich hatte im Jahr zu vor mein Auto verkauft, einfach aus dem Grund, weil es nur noch rumstand. Der Entschluss, den Wagen abzuschaffen, ist mir nicht leicht gefallen. Vor allem die Angst vor dem Verlust der „Freiheit“, der Entscheidung, mal eben spontan an die Ostsee zu fahren, machte mir Sorgen. Nach vier Wochen hatte sich der Verlust in einen Gewinn verwandelt. Ich musste keinen Parkplatz mehr suchen, mich nicht um die Pflege des Wagens kümmern usw. Stattdessen bastelte ich mir ein multimodales Verkehrskonzept, bestehend aus Carsharing, Fahrrad, ÖPNV und Taxi. Damit komme ich bis heute deutlich besser klar, als nur auf das Auto zu setzen. Und ans Meer kommt man auch mit dem Zug.

Je mehr ich mich mit dem Thema „Mobilität“ beschäftigt habe, desto mehr wurde mir klar, dass da draussen an einer Revolution gearbeitet wird. Und zwar nicht nur von ein paar wenigen Entwicklern, Liegeradfahrern und Autohassern, sondern von Konzernen wie Daimler, Google, BMW, Apple, Uber und anderen. Dazu die Apps und Entwickler, die in den Bereichen Smart Mobility, Smart Cities usw. unterwegs sind. Ich erkannte: da mag vieles noch außerhalb der Sichtweite stattfinden, aber es findet statt und es wird eine gesamte Industrie verändern und neu starten. Die digitale Disruption, die bisher, grob gesagt, sich auf die Unterhaltungsindustrie beschränkt hatte, schwappt langsam aber sicher in Industriebereiche, die seit Jahrhunderten existieren.

Der Wunsch keimte auf, darüber zu schreiben, was ich 2014 dann auch schon tat. Für Heise, für Mobilegeeks und andere. Ich entwickelte die Idee, das Thema journalistisch enger zu begleiten und dachte über ein eigenes Blog nach und schilderte die Idee ein paar Freunden und Bekannten. Um drei Ecken ergab sich dann ein Kontakt zur Gründerszene. Deren Geschäftsführer Mark Hoffmann und der Chefredakteur Frank Schmiechen zeigten sich nicht nur sehr offen für das Thema, sondern wollten das auch umsetzen. Und so bin ich seit Juli 2015 bei der Gründerszene und leite dort den Bereich „Automotive & Mobility“.

Seit August 2015 ist der Kanal online, also nicht mal sechs Monate. Um so überraschender war dann die Reaktion der „alten“ und neuen Industrie. Die fiel überaus positiv aus. So positiv, dass wir zusammen mit der Wired Ende November sogar eine erste Konferenz zum Thema „Future of Mobility“ auf die Beine stellen konnten. Und ich hatte derartig viel zu tun, dass ich nicht mal dazu gekommen bin mein eigenes Blog zu führen.

2016 dürfte es nicht weniger Arbeit werden. Der diesjährige Besuch der CES in Las Vegas vor ein paar Tagen erbrachte die Erkenntnis, dass niemand aus der „alten“ Industrie der Autohersteller daran zweifelt. dass da eine Revolution auf sie und damit auch auf die Käufer zu rollt. Es geht nicht mehr um die Frage, ob das autonome Fahren kommt, es geht nicht darum, ob die Fahrzeuge komplett vernetzt werden und Daten per Cloud auch untereinander austauschen und Städte sich vernetzen. Es geht nicht mal mehr darum, ob der Verbrennungsmotor abgeschafft wird – es geht nur noch darum, wann das alles kommt und wer sich am besten darauf einstellt. Und dabei geht es vor allem aus deutscher Sicht um die Frage, ob und wie die deutsche Industrie in diesen Fragen mit der internationalen Konkurrenz mithalten kann. Denn die Autoindustrie ist so wichtig, wie kaum eine andere für Deutschland.

Mich erinnert die Disruption in der Mobilitätsbranche, die sich im Moment zusammenbraut, an die Jahre im die Jahrtausendwende. Die nächsten zehn Jahre werden einiges auf den Kopf stellen. Um einen Vergleich zu machen: Die Mobilitätsbranche wird gerade einer digitalen Welle erfasst, die vor 15 Jahren die Musikindustrie und den Journalismus auf den Kopf gestellt hat.

Diese Themen, und die Frage, was sonst noch so kommt, werden mich in diesem Jahr (und vermutlich länger) weiter beschäftigen. Ich werde weiter viel reisen, denn die neuen Technologien in den Fahrzeugen wollen ja auch ausprobiert werden, dazu kommen jetzt auch noch die ganzen großen Automessen in Genf, Peking, Paris und L.A. in diesem Jahr. Zusätzlich: Konferenzen und andere Veranstaltungen zu dem Thema. Darauf freue mich schon sehr. Und vor allem darauf, die wichtigsten Themen aus dem diesem Bereich zu identifizieren und den Lesern aufbereiten zu können. Die Disruption zu entflechten und die neuen Chancen zu beschreiben – das ist nicht nur spannend, sondern macht mir gerade auch jede Menge Spaß.

How I work

Oh! Ein Fragebogen! Ich habe seit drölfzig Jahren keinen mehr ausgefüllt.

Blogger-Typ:
Ich blogge seit 13 Jahren, ich war schon alles und muss nichts mehr sein. Ich schreib halt so rum.

Gerätschaften digital:
Windows PC am Arbeitsplatz, Macbook Air und iPad für unterwegs, Batterietelefon (noch) HTC Sensation, demnächst entweder Nokia 920 oder Samsung S3/S4. Oder ganz was anders. Vielleicht reaktiviere mein Nokia N70. Ansonsten: Fernseher und ABS im Auto.

Gerätschaften analog:
Ich habe manchmal einen Kuli dabei. Das muss reichen. Ich habe es nicht so mit Papier. Ich verliere so Zettel dauernd. Das war auch der Grund, warum ich damals™ mein erstes Blog aufgemacht habe. Ich war es leid, dauernd alle Zettel zu verlieren. Ich begrüße den Fortschritt und verzichte darauf, Wälder abzuholzen.

Arbeitsweise:
Mitten in einer völlig anderen Arbeit eine Idee haben und dann los legen. Oder nach dem zweiten Rotwein einen irrsinnig tollen Text anfangen, der zu einer Art Pulitzer-Preis-Text bis zum Ende der Rotweinflasche wird, um am nächsten Morgen dann doch „Oh. Hm. Das war ich nicht….“ zu denken. Also wie alle.

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?
Zum Bloggen: WordPress. Ich schreibe meine Texte entweder in Evernote oder direkt in Notetab Pro (Windows) vor, weil ich da alle HTML-Formatierungen per Hand rein fummeln kann. Auf dem Mac nehme ich Textedit, Compositions und Evernote. Überhaupt habe ich Evernote seit ein paar Monaten wieder für mich entdeckt, ich nutze es sogar auf dem Batterietelefon. Für die Bildbearbeitung nehme ich Irfan View. Auf dem Mac auch dank Wine. Oder X11. Vergessen. Läuft aber.
Als Bookmarkdienste verwende ich Pinboard (gerade nicht aktiv) und Readability. Feeds kommen per Feedly/Reeder und die üblichen Social Media Netzwerke rein. Oder Chat. Neulich sogar mal per SMS.

Wo sammelst du deine Blogideen?:
Kommen durch Links, beim Spülen oder halt Rotwein. Ich hatte mal eine Idee in der Badewanne, das war anstrengend, weil ich nichts zu schreiben dabei hatte und ich mich die ganze Zeit konzentrieren musste, die Idee nicht zu vergessen.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet:
Einen grossen Bogen um Geoguessr und andere Spiele und das Internet aus machen.

Benutzt du eine To-Do List-App? Welche?
Nein. Ich hab ein Textdokument in Notetab oder Evernote, wenn es etwas sehr pressiert, oder sehr viele Sachen gleichzeitig erledigt sein wollen. Ich habe viele Apps ausprobiert, aber immer wieder vergessen, dass ich eine App habe, die mich an meine To-Dos erinnern sollte.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät, ohne dass du nicht leben kannst?
Der Herd.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?
Ich kann sehr gut lange schlafen. Ich behaupte mal darin eine gewisse Meisterschaft erlangt zu haben.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?
Spotify. Ich habe das Plugin „Any decent music“, das hübsche Listen mit neuen Alben zusammenstellt. Die höre ich dann nebenbei bei der Arbeit. Oder DLF. Oder Podcasts.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Nachtigall?
Mein natürlicher Rhythmus ist: Zwischen 1 und 2 ins Bett, so zwischen 8 und 9 wieder raus. Wenn ich rasend viel schreiben muss, verschiebt sich der Rhythmus gerne etwas später in die Nacht, weil ich nach Mitternacht tatsächlich gut arbeiten kann. Meist geht es dann bis 3 Uhr, das Aufstehen dementsprechend auch. Alles vor 8 Uhr morgens empfinde ich als Hitler.

Eher introvertiert oder extrovertiert?
Das frage ich mich seit Jahren. Andere Leute auch. Aber mal als Disclaimer: Nur wenn ich mich mal drei Monate nicht melde, heißt das nicht, dass jemanden nicht mag.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?
Ich glaube, ich bin der Letzte, der diesen Fragebogen beantwortet hat.

Der beste Rat, den du je bekommen hast?
Alles wird gut.

Noch irgendwas Wichtiges?
Es gibt auch noch was anderes als Arbeit.

Update aus meinem Leben – Schnee-Edition

# Grundsätzlich muss ich mal sagen: Schnee ist doof. Schnee ist vor allem in der Großstadt doof. Schnee macht in der Großstadt keinen Sinn. Das kann man jetzt der Großstadt anlasten, weil der Schnee, rein erdgeschichtlich gesehen, ja wohl früher da war, aber so in meinem kleinen Leben muss ich doch feststellen: Schnee in der Großstadt ist komplett überflüssig. Und es liegt nicht an Berlin oder der Tatsache, dass die Stadt mittlerweile überall so viel Rollsplitt verteilt, dass man nach Schneeschmelze eine neue Stadt daraus bauen könnte. Manchmal sind die Rollsplitberge so hoch, dass Skateboarder auf ihnen eine neue Trendsportart erfinden könnten. Dann kommt aber der Hundescheißesauger und räumt alles weg … wo war ich? Ach ja, Schnee. Widerlich will einen in der Großstadt nur umbringen oder mindestens zwei bis acht Knochen brechen, von denen man vorher nicht mal wusste, dass sie existieren. Oder man wird dazu verlockt in Parks zu gehen, weil man denkt, dass es da nett aussehen könnte mit dem Schnee. So in der Art „Verschneiter Wald in Skandinavien“. Dabei vergisst man aber immer, dass vor allem bei schönem Wetter abermillionen (leicht übertrieben) Menschen die gleiche Idee entweder schon hatten und gleichzeitig haben und man dann im Gänsemarsch über zu Eis verdichteten Schnee stolpert. Die wenigen Bäume rechts und links sind sowieso bis hin Schulterhöhe von jedem Schnee befreit, weil randalierende 3 bis 8 jährige Kinder an den armen Ästen gerüttelt haben, um einen Schneesturm zu simulieren, was die Eltern lustig finden. Danach findet man keinen Platz in einem Café weil alles voll Multifunktionsjacken ist und fährt wieder nach Hause, wo man kiloweise Rollsplitt in die Wohnung schleppt. Und wenige Tage später hat sich der Schnee in eine postapokalyptische graue Masse verwandelt. So. Statt einen Flughafen zu bauen, der nicht funktioniert, hätte man Berlin im Winter vielleicht einfach überdachen sollen. Und beheizen.

# Winter und die damit verbundene Frage, warum man überhaupt aufsteht, bringt mich auf die Idee, dass ich mal Urlaub machen sollte. So richtig, drei, vier Wochen mit dem ganzen Getöse. Urlaub scheitert aber gerade unter anderem an der für 2013 noch nicht geklärten Einkommenssituation, meinem Single-Dasein und der Liste aus „Must have“ Annehmlichkeiten und „No-Go“ Ausschlüssen. So sollen die Temperaturen zwischen 22 und 30 Grad liegen. Höchstens. Und feuchte Hitze mag ich nicht. Also eher trockeneres Klima. Und es sollte einigermaßen idyllisch sein, mit der Möglichkeit einer größeren Stadt in der Nähe. Eine Stadt, die entweder über billige Transportmittel verfügt, oder genug Parkplätze. Oder beides. Es sollte ein wenig Kultur geben, historische Trümmer, die man anstarren und „Na, das ist ja ein Ding, dass die so alt sind“ sagen kann, vielleicht ein, zwei Museen, einen Strand, gute Bars und gutes Essen. Und Internet, damit man auf Instagram angeben kann. Marokko fiel mir ein, aber was soll ich da vier Wochen lang alleine? Uruguay steht auch schon länger auf meiner Liste, allein weil schon weil das Land so einen hübschen Namen hat und auch die Städte (Montevideo!) kreativ benannt hat. Eine kleine Kreuzfahrt wäre auch nicht schlecht, da wird man ja zu den Trümmern gefahren, aber leider sind da ja andere Menschen dabei. (Zu viele andere Menschen auf engem Raum sind immer eine schlechte Idee). Und teuer darf es auch nicht sein. Je länger ich schreibe, desto mehr denke ich mir, dass ich zu Hause bleiben sollte.

# Zu Hause ist es ja auch nicht schlecht. Meine Wohnung befindet sich in einem Zustand, den zumindest ich als wohnlich bezeichnen würde. Andere denken vielleicht „Huch“. Aber ich habe unter anderem eine Badewanne und einen sehr großen Esstisch, an den viele Leute passen. Neulich darüber nachgedacht, was alles aus der Wohnung fliegen könnte, so rein hypothetisch. Das Bett natürlich nicht, klar. Auf Matratzen schlafen war früher mal ok, mittlerweile finde ich auf dem Boden liegende Matratzen eher nervig, weil man beim Aufstehen von selbiger immer sehr unelegant wirkt. Man dreht, schiebt und hievt sich hoch und da kann man noch so sportlich sein, das Aufstehen, vor allem morgens, sieht so aus, als hätte man gerade das erste Mal den aufrechten Gang für sich entdeckt, ist sich aber noch nicht so sicher, ob das wirklich eine gute Idee ist. Das Bett bleibt also. Aber dann? Eigentlich nur der Esstisch. Bett und Esstisch, das reicht. Das Bett kann man als Sofa verwenden, den Esstisch für alle andere. Essen, lesen, sitzen, knutschen, arbeiten und so Sachen. Dann wäre meine Wohnung sehr leer, was ich auch wieder sehr schön fände. Aber man hat ja all die anderen Sachen, Bücher und Zeug, die man dann auch wieder haben will, weil sie schön sind, aber dafür braucht man wieder Regale und die stauben zu und schon sieht es wieder voll aus. Was ich eigentlich sagen wollte, habe ich jetzt vergessen, aber schön, dass sie so weit mitgelesen haben.

# Fast vergessen: Die Katzen auf die mag ich natürlich nicht verzichten, sie sind ja nett zu mir. Auch wenn eine Freundin immer sagt, dass sie Katzen unter anderem auch deswegen doof findet, weil sie gelesen hat, dass Katzen, liegen die Besitzer irgendwann mal tot in der Wohnung, als Erstes die Augen der ehemalig zufriedenstellend arbeitenden Katzerfutterdosenöffner aufessen würden. Als Quelle gab sie „Das Internet“ an. Ich habe dass nicht verifizieren können, war aber zum Glück auch nicht tot und habe ich auch nicht vor, das so schnell zu ändern. Aber: Wenn man Katzen hat, braucht man wieder Kissen und so Zeug, auf die sich die Katzen legen können. Natürlich reicht da eigentlich das Bett, aber aus Erfahrung kann ich berichten, dass man dann irgendwann zwei Betten braucht, weil man in seins nicht mehr reinkommt.

# Das Nächste, was vermutlich nicht mehr lange in meinem Besitz sein wird, ist das Auto. Es steht die meiste Zeit rum und das sehr lange. Ich muss mir Dinge überlegen, für die ich das Auto unbedingt brauche, mir fallen aber selten welche ein. Neulich stand es so lange rum, dass die Batterie leer war und ich 100 Kilometer über die Autobahn brettern musste, damit die Batterie wieder anständig geladen war. Jetzt fahre ich einmal im Monat Autobahn. Oder fahre Katzenfutter kaufen. Weite Strecken fahre mich mit dem Auto schon gar nicht, wegen anderer Autofahrer und weil fliegen schneller geht. Auf der anderen Seite mag ich ja Autos generell, ich fahre ja auch viele Neuwagen vor exotischer Kulisse hin und her. Und ich liebäugel seit ein paar Monaten schon mit einem VW Käfer.

Reisen 2012

Letzter Teil des „Was war eigentlich 2012“ Rückblicks. Ich war im letzten Jahr relativ viel unterwegs. Meistens aus beruflichen Gründen, oft nur für ein paar Tage. Aber immerhin war ein „richtiger“ Urlaub dabei.

29.Februar – Riga
rigaLettland, Estland, Litauen. Wer die Länder in der geographisch richtigen Reihenfolge nennen kann, ist mir da was voraus. Nicht viel von Riga gesehen, aber das was ich (Nachts) sehen konnte, war recht hübsch. Dazu gibt es einen lokalen schwarzen Kräuterschnaps, der aus drölfzig Millionen Kräutern besteht und auch warm getrunken werden kann. Jedenfalls wurde uns der auf Schritt und Tritt angeboten. Zum Abendessen spielte eine vierköpfige weibliche Saxophon in kurzen engen Kleidern, was dem Saxophonspiel generell aber nicht zu helfen wusste. Würde ich gerne im Sommer noch mal hin, wenn man sich nicht irgendwas abfriert.

Ende März/Anfang April – Italien
it1Zusammen mit J. etwas mehr als zwei Wochen in Italien gewesen. Das erste Mal in meinem Leben mit einem Autozug unterwegs, was eine interessante Erfahrung war. In der 2er Kabine starrt man auf eine Wand, die 30 cm von einem weg ist. Etwas deprimierend. Auch als wir in Innsbruck morgens um 7 knapp 90 Minuten in der Kälte standen und auf den Wagen warten mussten. Von Innsbruck aus dann direkt in die Nähe von Ancona, dort im Haus von Js Eltern ein paar Tage geblieben. Die Gegend erkundet (Urbino, Ancona), beste Nudeln der Welt gefunden, Rotwein getrunken. Unfassbar viel geschlafen. Zurück dann über Verona, Lugano, Regensburg und Bamberg gefahren. In Lugano das bescheuerste Hotel meines Leben gehabt.

27. – 29. April – Mannheim/Hockenheim
korDTM-Auftakt. Bei einem fantastischen Japaner essen gewesen. Oder war es ein Koreaner? Jedenfalls am Tisch von einem stummen Koch kunstvoll bekocht worden. Vielleicht war er auch deswegen so schweigsam, weil er schon alle schalen Witze am Tisch schon mal gehört hatte. Unfassbar, in welcher Geschwindigkeit die Köche das Essen werfen, rumschieben, wenden, Sachen drüber schütten, anzünden würzen und servieren. Und geschmeckt hat es auch noch sehr gut. Sehr schönes Wochenende an dem ich neue Freunde gefunden habe. Freu mich schon auf Anfang Mai, wenn ich vermutlich wieder da bin. Im übrigen ist nicht alles an einem DTM-Wochenende Spaß und Abenteuer.

2. Mai – Jena
Mittags hin, abends zurück. Vortrag zum Thema „Politik und Social Media“ an der Uni gehalten. Erwähne den Tagestrip nur, weil ich endlich mal in Jena-Paradies aussteigen konnte. Auf der Rückfahrt war das Paradies dann allerdings von der Polizei umstellt, die ein paar depperte Fußball Rowdies in Zaum halten wollten. Wäre gerne geblieben, wollte aber abends zur Google-Party auf der re:publica.

10. bis 16. Mai – Bonn, Köln, Siegen
griDiverse Termine in der alten Heimat, darunter die Jurysitzung vom Grimme Online Award. Mal mit dem Auto gefahren, obwohl ich das mittlerweile eher nicht so gerne mache. Die Autobahnen sind mir zu voll, die Reise zu stressig. Dabei fahre ich wirklich gerne mit dem Auto, aber eben nicht über überfüllte Autobahnen mit Baustellen und jenen Audi-Fahrern, die eher zu den „Douchebags“ der Strassen gehören. Mit „Autofahren“ verbinde ich entweder das etwas ziellose rumstromern über Landstrassen oder dieses sehr angenehme Dahingleiten über Interstates, bzw. Highways in den USA. Ich werde auch mehr und mehr zu einem Befürworter einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen, das würde die Lage erheblich entspannen. Wenn ich schnell fahren will, kann ich auf eine Rennstrecke gehen, da macht das auch mehr Spaß.

25. bis 26. Mai – Palma
malIch mag Mallorca ja. Die Insel ist deutlich hübscher, als man denkt, oder bei RTL so sieht. Tatsächlich findet man noch einige kleine, immer noch recht verschlafene Dörfer. Teilweise stimmt das, was George Sands vor mehr als einem Jahrhundert mal geschrieben hat, auch heute noch. Hingeflogen, weil ich den neuen Audi A3 getestet habe. Die Hersteller lassen sich in Sachen Hotel ja immer was einfallen, dieses Mal war ein neues, gerade eröffnetes Hotel in einer sensationellen Lage. Bestes Badezimmer des Jahres. Als Brillenträger hat man da leider nicht viel von. Mit Brille zu duschen war dann, Aussicht hin oder her, aber doch zu albern.

26. bis 28. Mai – Bonn
Vatern wurde 70. Das musste gefeiert werden.

29. Juni bis 1. Juli – Nürnberg
DTM-Rennen dort. Es war unfassbar heiss, geradezu ein Backofen. Daher war es nur so eine mittelgute Idee auf der VW-Party sehr viele Gin-Tonics zu trinken. Dinge gesehen, über die ich nicht schreiben darf. Am nächsten Tag nach…

2. bis 3. Juli – Schweinfurt
schwJe nun. ZF Race Engineering besucht, die sitzen da halt. Schweinfurt fand ich jetzt…. schwierig. Nach ewiger Suche ein Restaurant gefunden, ein Brauhaus am Marktplatz. Altersdurchschnitt dort um die Hälfte gesenkt, auf der Karte gab es Eisbein und viele Dinge, die mit Käse überbacken waren. Danach durch die Fußgängerzone gewankt, die zur einen Hälfte aus Handy-Läden und zur anderen aus Eiscafés bestand. Eis gegessen. Dann noch eins, weil ich nicht wusste, was ich mit meiner Zeit anfangen sollte. Aparte Neonbeleuchtung im Zimmer, in dem das UMTS nur ging, wenn ich mich vor das Fenster gestellt habe.

6. bis 7. Juli – Ljubljana
lubTest der neuen Mercedes A-Klasse. Die Entdeckung des Jahres. Nicht allein das Auto, das ist Geschmackssache, aber Slowenien. Sehr hübsches Land, sehr, sehr schöne und tolle Stadt. Leider, wie immer bei diesen Kurztrips, zu wenig Zeit für die Stadt gehabt, die eine ganz wunderbare Altstadt hat. Ich glaube, da kann man ein paar sehr entspannte Tage verbringen, in dem einfach rumsitzt und Leute anschaut. Ljubljana scheint sich dafür besonders zu eignen. Steht ganz weit oben auf der „Muss ich nochmal hin“ Liste.

11. Juli – Amsterdam
Hingeflogen, VW Polo vom Flughafen zum Mittagessen gefahren, gegessen, VW Polo zurück zum Flughafen gefahren. In der KLM-Lounge eingeschlafen und beinahe Rückflug verpasst. Am Gate freute man sich mich zu sehen.

17. Juli – München
Morgens hin, nachmittags raus. Dazwischen mit einem Audi Q5 durch die bayrische Landschaft gefahren. SUVs sind ja so eine Sache. Wenn man drin sitzt, ist es recht kommod, aber auf der anderen Seite braucht man vermutlich so viel Auto um einen herum auch nicht. Aber in Tittenkofen gewesen.

7. bis 8. August – Silverstone
Beim Nissan Racecamp in Silverstone. Vorher noch gedacht: „Was für eine gute Idee, während der Olympischen Spiele in Heathrow zu landen“. Aber die Briten hatten das extrem gut organisiert, alle Immigration Schleusen waren besetzt, es ging sogar schneller, als sonst. In Silverstone erneut einen Fahrkurs (Driften, yeah) bekommen, den GT-R um den Kurs gebolzt und Abends den Sänger einer Band wieder getroffen, den ich seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr gesehen hatte. Alte Geschichten ausgetauscht. Abend mit neuen Geschichten beendet, über die ich nicht reden darf (Alkohol).

29. bis 31. August – Spa
f1Der obligatorische Besuch bei der Formel Eins. Kontakte aufwärmen, Freunde sehen, neue Kontakte knüpfen usw. Absurdität der Formel Eins wie immer bewundert. Dabei das erste Mal sensationell gut im Ferrari Motorhome gegessen während Fernando Alonso drei Meter hinter mir über Datenblätter brütete. Die Anfahrt nach Spa ist ein kleiner Albtraum. Nur eine richtige Strasse, die zum Haupteingang führt, man steht also früh auf, damit man nicht stundenlang im Stau steht. Aber weil es eine Traditionsstrecke ist, und man vielen Gebäuden ihre Geschichte ansieht, ist Spa etwas ganz besonderes. Und es hat nur an zwei Tagen geregnet! Tolles Wochenende.

12. bis 14. September – Magdeburg
Mit der Regionalbahn nach Magdeburg gefahren. Das war spannend. Wer da so alles ein- und aussteigt! Und was die Leute in Regionalbahnen so machen! (Reden, über TV-Programm, Angehörige anrufen, mit schlechten Kopfhörern sehr laut Musik hören, Bier trinken). Der Bahnhofsvorplatz von Magdeburg ist jetzt auch eher deprimierend. Dann mal wieder DTM. Gin Tonics mit Hirschgulasch. Oder umgekehrt. Am nächsten Tag mit der Regionalbahn wieder zurück nach Berlin und weiter nach…

15. bis 16. September – Florenz
florAber lieber das Flugzeug genommen, mit der Regionalbahn hätte es zu lange gedauert. Vorstellung des neuen Mercedes CLK Shooting Brake. Das in seiner Gesamtkomposition abgedrehteste Hotelzimmer des Jahres im St.Regis. Florenz platzt ja geradezu vor Kultur, man weiß gar nicht, wo man hinschauen soll, also habe ich mir den Luxus erlaubt, dass zu lassen. Viel Zeit war eh nicht. Die Toskana platze auch, aber vor lauter Touristen aus den USA, Russland, Japan und China, die sich mit frischem Rotwein betranken. Festgestellt, dass ich die Marken, wo ich Frühjahr war, deutlich hübscher als die Toskana finde.

13. bis 14 Oktober – Sardinien
golfSehr pittoresk da, das Hotel lag gleich neben der „Bunga-Bunga“ Villa von Berlusconi. Costa Smeralda für schön befunden, ebenso den neuen Golf, weswegen ich überhaupt da war. Schön viel Zeit gehabt und die Insel erkundet, die Mitte Oktober menschenleer war. Es geschafft, mich mit Navi zu verfahren, aber man ist ja auf einer Insel, also fährt man einfach so lange geradeaus, bis das Meer wieder da ist. Kam sogar auf der richtigen Seite der Insel raus, also da, wo der Flugplatz war.

22. bis 25 Oktober – Valencia
Jahresendabschlussdings von ZF, inkl. Formel BMW fahren und sehr ausgiebiger Tour durch Valencia und die Altstadt. Es war schön, endlich auch mal auf einer der Reisen Zeit für eine Stadt zu haben. Sensationelle Markthalle mit einem Fischmarkt zum niederknien. Muss ich auch noch mal hin.

30. bis 31. Oktober – Rimini
r8Ja, wer hätte das gedacht? Rimini ist schon lange nicht mehr in deutscher, sondern in russischer Hand. Die gesamte Stadt und vor allem der Flughafen, auf dem alles in kyrillisch ausgeschildert ist. Russische Frauen in Pullovern, auf denen Tigerköpfe zu sehen sind, verkaufen Pullover mit Tigerköpfen drauf und rauchen lange, dünne Zigaretten. Da gewesen, weil den neuen R8 gefahren. Mich mit meiner alten Kamera rum geärgert, weil die nicht mehr so wollte. Sensationellen Spaß mit dem R8 Spyder auf den schmalen Landstrassen am Meer entlang gehabt. Auf dem Rückflug innerhalb von drei Stunden ebenso sensationell krank geworden und die verschleppte Erkältung, die ich mir wohl in Valencia eingefangen hatte, dann eine Woche auskuriert.

16. November – Stuttgart
Mercedes besucht. Deren Fahrsimulator ausprobiert, in dem einem wirklich recht schnell schlecht werden kann. Die Perspektive sind gewöhnungsbedürftig, die Wackelei bei simulierten Abfahren auch. Aber dennoch war es mal sehr interessant, so etwas auszuprobieren. Am Rande der Veranstaltung nit ein paar Technikern über die Leistungsfähigkeit der Elektronik in den modernen Autos gesprochen, dazu gibt es demnächst auch einen eigenen Artikel, dann das ist wirklich sehr faszinierend, was die mittlerweile in den Autos verbauen müssen.

23. bis 24. November – Monaco
OLYMPUS DIGITAL CAMERANeuer Audi A3 Sportback. Also eigentlich nur ein halbes neues Auto, vorne kannte ich ihn ja schon. Monaco gesehen und für hässlich befunden. Aber die Küste weckte dann doch nostalgische Gefühle, schließlich dort in der Nähe mit meinen Eltern früher immer Urlaub gemacht. Den A3 auf legendären Strecken der Rallye Monte Carlo brutal um die Kurven geprügelt bis die Bremsen glühten im Rahmen der französischen Strassenverkehrsordnung sanft bewegt und sehr viel Spaß gehabt. Abends Gin-Tonic (Überraschung).

Das war es soweit. Ein paar Tagesausflüge sind nicht aufgeführt, teils aus Privatheitsdingens, teils weil sie langweilig waren.

Meine Flugerfahrungen im letzten Jahr bestätigen nur das eh schon bekannte. Lufthansa ist super, zuverlässig, freundlich und hat auf Inlands/Europaflügen auch in der Eco einen brauchbaren Sitzabstand. Air Berlin ist entweder unauffällig oder sofort katastrophal. Dazwischen gibt es nichts. Der Air Berlin Terminal für die Chartersachen in Tegel hat den Charme einer Fabrikhalle. Sitzabstand ist nicht menschenwürdig. Auf einem Flug nach Mallorca (Umsteigen Valencia) wieder bemerkt, dass sich 2.5 Stunden Air Berlin Eco wie sechs Stunden Lufthansa Eco anfühlen. Grauenhaft. KLM war unauffällig, British Airways wie immer gut.

Insgesamt aber keine schlechten Flugerfahrungen gemacht, nur der Anflug auf einem Flug nach Heathrow war mal spannend, als der Pilot in ca. 700 Meter Höhe zu einem sehr, sehr steilen und rasant verlaufenden Landemanöver ansetzte. Meine etwas ältere Sitznachbarin krallte sich in meinen Unterarm, während ich überlegte, ob das jetzt was Ernstes ist, oder nicht. Spannend wurde es auch neulich auf dem Rückflug von Köln nach Berlin. Die Maschine (Air Berlin) war bumsvoll, alle mit Weihnachtsgeschenken bestückt. Man kennt die Flugzeuge ja und hat so ein Gefühl, wie lange es braucht, bis das Ding abhebt. In diesem Fall dauerte eine Ewigkeit, jedenfalls deutlich länger als bei allen anderen Flügen und dann gewann die 737 auch nur sehr gemächlich an Höhe. Vermutlich mussten die Piloten Sprit sparen, falls es in Berlin länger mit dem Anflug gedauert hätte.

Fühle ich mich bei Air Berlin bei weitem nicht so wohl, wie bei der Lufthansa oder British Airways. Dieses Jahr auch wieder erfolgreich vermieden: Air France und US-Luftlinien, die alle, alle miserabel sind. Wenn man beim Aviation Herald reinschaut und sieht, welche Linien da mit Problemen gemeldet werden, sind es immer obskure Linien aus Russland, Asien oder Brasilien. Oder US-Airlines. (Wer nicht so gerne fliegt, sollte da vielleicht lieber nicht nachsehen.)

2013 hat bisher noch kaum Reisepläne in petto. Mitte Februar stehen Barcelona und Nizza auf dem Programm. Anfang Mai zum DTM-Auftakt, Formel Eins muss ich mal schauen. Das Problem sind immer die Hotelkosten, da die Hotels in der Nähe einer Rennstrecke nicht nur ausgebucht sind, sondern auch eine Minimumbuchung von drei bis fünf Tagen verlangen. Austin wäre eine Variante, zumal ich dringend mal wieder in die USA reisen möchte. Urlaub wird wohl dieses Jahr entweder im Mai oder im Herbst stattfinden. Aber es kommt ja dann doch immer anders, als man denkt.

2012

Beste Entscheidung: Mit dem Rauchen aufzuhören
Schlechteste Entscheidung: Mit dem Rauchen wieder anzufangen

Beste Anschaffung: Canon D60 samt 18-135mm
Dämlichste Anschaffung: Keine gemacht, ausnahmsweise

Schönster Absturz: Viele Rotweinflaschen in Italien, meherere im EKA, ein langer Abend auf der Republica
Schlimmster Absturz: Ein gefrusteter Abend mit mir und einer Flasche Brandy

Bestes Getränk: Brandy (Trotzdem)
Ekelerregendes Getränk: Orangennektar mit 10% Fruchtsaft. Warm.

Bestes Essen: Das Mittagessen bei Emilio & Maria, nachdem ich nicht mehr gehen konnte
Schlimmstes Essen: Das Aldi-Essen, als ich mal sparen musste.

Beste Musik: Schwierig, dieses Jahr. Obwohl ich dank Spotify so viel Musik, wie seit Jahren nicht mehr höre, hat sich nicht wirklich etwas ins Ohr festgesetzt. Kein Album, dass mich mehr als ein paar Tage wirklich begeistert hat.
Schlimmstes Gejaule: Dank hartnäckiger Weigerung in Sachen Radio und TV um alles herum gekommen, toll.

Eigene, schönste musikalische Wiederentdeckung: Three Mile Pilot
Peinlichster musikalischer Faux-Pas: M83

Beste Idee/Frage: Mal wieder die Wohnung umzuräumen und sich dann deutlich wohler zu fühlen
Dämlichste Idee/Frage: Dieeeessse Flascheee Weein drinke ich noch

Beste Lektüre: Volker Kutscher – Vaterland
Langweiligste Lektüre: Diverse Artikel zum Leistungssschutzrecht in den Tageszeitungen

Bester, dreckigster, geilster Sex: Mit jemand anderem
Langweiligster Sex: Mit mir alleine

Zugenommen oder abgenommen?
Leicht abgenommen, das soll aber noch mehr werden. (Also wie jedes Jahr)

Haare länger oder kürzer?
Alles wie immer.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Weitsichtiger. Brauche tatsächlich neue Brillengläser.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Deutlich weniger, aber dafür festgestellt, dass ich nicht unglücklicher werde.

Der hirnrissigste Plan?
In zwei Wochen vier Autotests und dann auch noch nebenbei krank werden. Krankheit ignorieren. Dann umfallen.

Die gefährlichste Unternehmung?
Mit dem Audi R8 am Drehzahlbegrenzer über unbekannte wahnsinnig kleine Landstrassen rauschen.

Der beste Sex?
Oh ja!

Die teuerste Anschaffung?
Canon D60.

Das leckerste Essen?
Da gab es einiges. Aber ich glaube das selbst gemachte Ossobuco steht ziemlich weit vorne. Und am nächsten Tag die aufgewärmten Rest mit Nudeln einer winzingen Manufaktur aus Italien.

Das beeindruckenste Buch?

Der ergreifendste Film?
Ein paar schöne Filme gesehen, aber erfreifend? Eher nicht.

Die beste CD?

Das schönste Konzert?
Keins gesehen.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Karla und Momo.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Den vielen neuen Freunden aus England, Holland, den Philippinen und Deutschland in Valencia, Florenz und Spa. Und J.

Vorherrschendes Gefühl 2011?
Puuh, so geht es auch nicht weiter.

2012 zum ersten Mal getan?
Autozug gefahren.

2012 nach langer Zeit wieder getan?
Single sein.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Diverse Krankheiten
Diverse Autopannen
Großes Auftragsloch im Sommer

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

2012 war mit 1 Wort … ?
Naja.

2011, 2010, 2009, 2008, 2007, 2006, 2005, 2004, 2003, 2002

Update aus meinen Leben – Alters-Edtion

45 bin ich jetzt schon ein paar Monate und neulich kam der Gedanke auf, was ich eigentlich mit 30 dachte, wie das Leben sein wird, mit 45. Aber darauf gibt es keine Antwort, weil man mit so großen Zeitsprüngen nichts anfangen kann. Man weiß ja nicht mal, wie das Leben in einem Jahr, einen Monat oder einer Woche aussehen wird. Man hofft halt darauf, dass alles so seinen rechten Gang nehmen wird, das große Schicksalsschläge weiterhin einen Bogen um das eigene Leben machen und man langsam aber sicher durchs Leben schreitet.

Natürlich haben sich Dinge verändert, habe ich mich verändert. Erlebnisse und Menschen haben einen geprägt, schlechte Zeiten haben sich eingebrannt, gute sich dazu gesellt, damit das Gleichgewicht nicht aus der Kontrolle gerät. Aus manchen Fehlern lernt man nie und man begeht sie fröhlich immer wieder, nur um danach da zu stehen und ein Facepalm-Déjà-vu zu haben.

Das Suchen hat sich nicht verändert. Die Suche nach Neuem, nach Spannung, nach Abwechslung, nach Kicks und Seelenruhe. Von Letzterem bin ich weit, weit entfernt, aber das ist vermutlich auch gut so.

Freunde sind gestorben oder sehr krank geworden. Und das sind da so Signale, dass man älter wird. Und dass man sich mehr Gedanken über das Altern macht. Senta Berger hat mal irgendwo und irgendwann den herzerfrischenden Satz gesagt, dass Altern Scheiße ist. Meine Mutter wiederholte den neulich, als ich ihr zum Geburtstag gratulierte, ebenfalls. „Keine Lust mehr auf Zahlen“, sagte sie.

Alter ist sicher nur eine Zahl. Ich kenne 60 Jährige, denen man das Alter nicht ansieht, die meisten 50 Jährigen sind heute irgendwie immer noch ewige Studenten, besonders dann, wenn sie keine Familie haben. Man taucht, springt mit Fallschirmen aus Flugzeugen, fährt Autorennen, raucht und trinkt gerne mal etwas mehr, als ob man noch 25 sei. Und irgendwie ist man ja auch noch, jedenfalls im Inneren. Die Rechnung kommt halt später, aber ein Freund fasste seinen Fatalismus mit dem schönen Bekenntnis zusammen, dass er auf die Fortschritte der Medizin bauen würde. Dumm, einerseits, aber zeugt auch davon, dass sich nicht vom Alter beugen lassen möchte. Das ist ein erfrischenderer Umgang mit den Jahreszahlen, als es viele Generationen vorher gemacht haben, die die formatierten Lebensmodelle nachgelebt haben, ohne darüber nachzudenken. Und führt zu so Dingen, dass eine Bekannte, Ende 40, nach jahrelangem Kampf mit dem klassischen Beziehungsmodell auf Poly umgeschwenkt ist. Die Probleme seien zwar die gleichen, maulte sie neulich per Facebook, aber immerhin würde man nicht vor einem kompletten Trümmerfeld stehen, wenn es mal wieder schief gegangen sei.

Was aufdringlicher wird, sind die inneren Problemknoten, die man so mit sich rumschleppt. Man denkt lange, dass die sich mit der Zeit von alleine auflösen, weil die Zeit ja voranschreitet. Oder dass sie zumindest von anderen Problemen beiseite geschoben werden um die man sich dann irgendwann mal später kümmert. Das klappt bei manchen, andere sind hartnäckig und melden sich mit zunehmend enervierender Lautstärke.

Ich hab so ein paar Knoten und stehe seit einem Jahr vor ihnen unentschlossen rum. Die Konversation zwischen mir und meinen Problemen läuft auch immer gleich ab:

Ich so: „Ich kann dich nicht sehen, lalalala“
Problem so: „Aber höööören“.
Ich so: „Halt ich mir halt die Ohren zu.“
Problem so: „Denk mal über den letzten Satz nach.“
Ich so: „Geh halt weg“
Problem so: *arme verschränk*

Manche Dinge lassen sich dann irgendwann nicht mehr ignorieren. Wünsche können das sein, die man sich nie getraut hat anzugehen. Mangel an Einsicht, Disziplin, Durchsicht, zu viel Narzissmus, zu wenig davon, Ängste. Bei mir haben sie ein Ultimatum gestellt. Entweder ich gehe das jetzt mal an, oder mein Leben wird in bestimmten Bereichen weiterhinso aussehen, wie mein unsortierter Legokarton vor 35 Jahren. Dieses Mal habe ich zugehört. Was einer der Vorteile ist, wenn man älter wird, das Zuhören können. Und vielleicht bin ich ja auch alt genug, die Dinge dann endlich mal so zu ändern, dass ich nicht weiterhin an ihnen scheitere. Langer Weg. Und Krebsvorsorge sollte ich auch mal wieder.

Update aus meinem Leben – Frost-Edition

# Neues Jahr, aber der Rücken will immer noch nicht so. Osteopathin versprach mir auch, dass es mindestens bis ins Frühjahr dauern würde, bis er wieder komplett schmerzfrei ist. Das ist unschön, aber im Grunde geht es einigermaßen. Es ist halt auch mal wieder ein Warnschuss in die Richtung, dass man das ein oder andere im Leben ändern sollte. Mehr Sport, zum Beispiel. Das dürfte eine Aufgabe sein, die mich und meinen inneren Schweinehund länger beschäftigt.

# Nette Geburtstagsparty mit sehr, sehr, sehr vielen Menschen gefeiert. Danke, es war toll!

# Um den Klischee eines im Prenzlauer Berg wohnenden, mittelalten Menschen der was mit Medien macht auch wirklich ganz sicher zu entsprechen, habe ich mir relativ kurz entschlossen ein sehr günstiges 96er Saab Cabrio gekauft. Die Freude über den Preis samt neuen TÜV wehrte allerdings nur bis zur ersten Tankstelle. Da sprang der Wagen dann nicht mehr an. Der Saab-Schrauber fand dann eine interessante und laaaaaange Liste von Dingen, die den Kaufpreis dann nicht mehr ganz so günstig erschienen ließ. Im Grunde ist es sowieso totaler Schwachsinn ein Auto zu haben. Ich bewege mich meist eh mit dem Taxi, das Büro ist in Mitte und mit Tram und Fahrrad eh besser zu erreichen (zu dem: Sport!), nach 18.00 Uhr bekommt man hier eh keinen Parkplatz und weite Strecken lege ich meist mit Zug oder Flugzeug zurück. Auf der anderen Seite: Mein erstes Cabrio, nette Aussichten für den Sommer und an Kosten verursacht der Wagen so lange er steht und nichts abfällt weniger als 50 Euro im Monat.

# Den Citroen, den ich seit vier Jahren gefahren habe, wollte ich aber irgendwie nicht verkaufen. Werde ihn wohl einlagern, vielleicht wird ja mal ein Klassiker aus ihm, so viele wurden auch nicht verkauft.

# Ich mag den Winter weiterhin nicht. Ich funktioniere bei so Temperaturen einfach nur so mittel. Was natürlich Quatsch ist, weil man es ja nicht ändern kann. Dennoch: irgendwas muss ja haben, was sich nicht ändern lässt, man deswegen aber noch viel lieber trützig mit dem Fuss aufstampft.

# Schnee in der Großstadt ist allerdings sinnloseste Gipfel der Sinnlosigkeit des Winters. In der Stadt sieht Schnee exakt 5 Minuten gut aus, dann verwandelt er sich einen hässlichen, schwarz-grauen Serienkiller, der einem sämtliche Knochen brechen möchte. Habe mal gehört, dass es Oslo beheizte Fusswege gibt, was natürlich ökologisch gesehen eine unglaubliche Sauerei ist, aber wie so viele ökologische Sauereien (siehe Auto), hat es etwas sehr erstrebenswertes.

# Nach dem sehr aktiven Reisejahr 2011 (China, Italien, Portugal, Schweiz, Belgien, Holland, England, Singapur, Türkei) sieht es dieses Jahr etwas ruhiger aus. Riga steht für Ende Februar auf dem Programm. Ich vermisse das Reisen ein wenig. Ich bin gern an Flughäfen, weil sie eine Mischung aus Vorfreude auf das Reiseziel, internationalem Gewusel und gemeinsamer Genervtheit über Sicherheitsmaßnahmen und Verspätungen verströmen. Auf der anderen Seite mag ich die Katzen auch nicht mehr so viel alleine lassen. Aber auf dem Schedule für das diesjährige Reiseprogramm stehen zumindest mit Bleistift: Italien, England, Frankreich. Im Kopf schwirren Japan und die USA herum.