Irgendwas ist ja immer – Reloaded Rotating Header Image

Bookmarks vom 11.05.12 bis 13.05.12

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

  • Urheberrechtsdebatte: Schluss mit dem Hass – Feuilleton – FAZ – Wenn wir mit kleinen Schritten beginnen wollen, dann wäre der erste, dass den Protagonisten der Abmahnindustrie ein Name gegeben und ihnen die Grundlagen ihres Handelns nicht nur juristisch, sondern auch moralisch streitig gemacht würde. Sie sind das, was die Steuereintreiber des Ancien Régime waren. Sie tauchen plötzlich auf und fordern Abgaben je nach Lust und Laune und wie es ihnen gefällt.
  • Google’s head of news: Newspapers are the new Yahoo — Tech News and Analysis – But consumers never did pay the true costs. The Wall Street Journal pulls their paywall off because it publishes information that is perceived to have high value and is written for business audiences, whose subscriptions are paid for by their employers. News companies must disambiguate their content and business models and devolve from the generalist approach, which is hemmoraging both readers and revenue.
  • Aus dem Maschinenraum: Die neuen Hilfssheriffs des Internets – Aus dem Maschinenraum – FAZ – Über zweihunderttausend kostenpflichtige Abmahnungen mit einem Durchschnittsbetrag von knapp tausend Euro wurden im Jahr 2011 verschickt. Das ergibt eine Gesamtsumme von mehr als 190 Millionen Euro, die den Besitzer gewechselt haben. Da rollt der Rubel. Doch wohin? Wie viel davon ist bei den Künstlern angekommen?
  • [...] Mek Wito – ich zog an den ungewohnt straffen Bremsen meines niegelnagelneuen Fahrrads, das sich quälend langsam überschlug, während ich mit einer akrobatischen Bewegung auf der Motorhaube aufpolterte. Ich blieb einen Augenblick an der Frontscheibe kleben und ich schaute in des Fahrers käsefarben ausgebleichtes Gesicht, wie ich selber aussah, weiß ich nicht.
  • law blog» Archiv » Ihr seid nicht systemrelevant – Die heute noch so stolzen Urhebern müssten dann die bittere Erfahrung machen, dass das freie Netz wichtiger ist als ihr unbestrittener Beitrag zur Kultur. Das Motto wäre dann: Besser jeder kann frei online seine Meinung sagen, als dass alles den Bach runtergeht, bloß weil ein paar Schriftsteller meinen, sie hätten den unbedingten Anspruch an die Gesellschaft auf ein solides Auskommen pro Essay oder Roman. 

Bookmarks vom 08.05.12 bis 11.05.12

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

Bookmarks vom 27.04.12 bis 07.05.12

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

  • Walt Disney World Pre-opening brochure, 1970
  • Mär Beteiligung? – Der Antrag nimmt sich des wohl nicht bei wenigen Prenzlauer Bergern bekannten Gefühls an, schlecht über große Bauvorhaben informiert zu sein – und wenn doch, erst dann, wenn es zu spät ist. Verwiesen wird auf den Pfefferberg, wo Anwohner erst erfuhren, dass die jahrelange vorgesehene Grünfläche nun doch nicht verwirklicht und stattdessen ein Bürohaus gebaut werden soll, als es schon entschieden war.
  • Editorial: Liebes Google, liebe GEMA | c’t – Die durch die Argumentation beider Seiten scheinende Geldgier trübt mein Verständnis für beide Positionen. Google hat einen Kuchen, den es behalten will. Die GEMA will möglichst viel von diesem Kuchen abhaben. Googles Reaktion darauf: Dann backen wir halt gar keinen Kuchen mehr.
  • New York, New York – Ich war in New York. Jetzt kenne ich mich besser aus und ich sage: Da muss man nicht hin. Im Grunde ist das eine größere Version von Frankfurt, nur, dass bei denen Offenbach im Norden liegt.
  • Klout: Umstritten, aber unausweichlich » netzwertig.com – Auch die Tatsache, dass der US-Jungstar Justin Bieber mit einer Klout Score von 100 nach Erkenntnis des kalifornischen Startups einen größeren Einfluss hat als Barack Obama (Klout Score 93), stellt die Validität der Klout-Algorithmen in Frage

Geschnitten oder am Stück?

Eines der Dinge, die ich nie verstehen werde, sieht so aus:

CC Lizenz Washington & Jefferson College

Die Rede ist von dem, was man in Deutschland Aufschnitt nennt. An Meterlangen Wursttheken haben findige Wurtstthekenfachverkäuferinnenhände stundenlang abgeschnittene Wurstscheiben drapiert. Lagenweise hat man rohen Schinken auf Zellophanpapier geschnitten, lustige Sülzwursttürme gebastelt und ein paar Kilo  Teddywurst vorbereitet. Will man seinen Aufschnitt haben, greifen die Damen und Herren hinter der Theke nur beherzt zur Fleischgabel und spießen die passende Menge auf. Die aufgeschnittene Menge soll mindestens über den Tag reichen, gerne auch länger. Bei manchen Bergen hat man den Eindruck, wahnsinnige Aufschnittschneider hätten Montagsmorgens um 5 Uhr einen Wochenvorrat angelegt, so hoch türmt es sich. Dementsprechend sieht das dann auch irgendwann auf. Schon Abends rollt sich die Wurst, der gekochte Schinken schwitzt verzweifelt, das Roastbeef ist ganz blass geworden und der rohe Schinken trocknet traurig vor sich hin. Und das gilt nicht nur für den “Kaisers”, sondern mittlerweile auch für viele Bio-Läden. Das ist alles sehr Deutsch, weil es sehr effizient ist. Aber wie so üblich: Effizienz führt meist nicht zur Schönheit. Oder zu Dingen, die man essen will.

Zu den großen Mutproben im Leben gehört es daher auch, den Damen und Herren hinter der Theke den Satz “Können Sie mir das bitte frisch aufschneiden?” entgegen zu bringen. “Hamwa nich mehr am Stück” oder “Maschine is kaputt” oder “Dit jeht jrad nüscht” oder “Häh?” sind noch die höflichen Antworten. Der Gedanke, dass man halt seine Sachen frisch möchte, scheint abwegig zu sein. Das gilt auch für die Fleischtheke, wo sich zwischen mir und einem Verkäufer mal folgende Diskussion entspannte:

Ich: “Hallo, ich hätte gerne zwei frische Entrecôte”.

Verkäufer greift in die Theke und will gerade ein mit braunen Stellen übersähtes Stück Fleisch aufspießen.

Ich: “Ähm, nein, das bitte nicht. Können sie mir das frisch abschneiden?”

Verkäufer: *verständnislos schaut* “Wieson ditte?”

Ich: “Ich mag keine brauche Stellen am Fleisch und auch nicht, wenn es am Rand schon trocken ist.”

Verkäufer: “…..aber…. das hamwa doch aufgeschnitten, dass muss doch auch gegessen werden”

Ich: “Aber nicht von mir”.

Verkäufer: “Also wenn da jeder kommen würde, sone Wünsche, von wegen aufschneiden.”

Neulich in Italien. Ich stehe in einem Supermarkt und suche Parmaschinken. Vor allem aber suche ich, durch deutsche Supermärkte konditioniert, die Aufschnitttheke, die ich aber nicht finden. Dabei war der Lebensmittelmarkt nicht mal sonderlich groß. Erst nach ein paar Momenten dämmert es mir, dass die kleine Ecke mit den riesigen und vor allem ganzen Schinken usw., das ist, was ich suche. Mein Schinken wurde einfach frisch abgehobelt. Die Beinscheiben fürs Ossobucco selbstverständlich ebenso. Das war auch alles kein Problem, auch wenn der Laden voll war und ich hatte nicht den Eindruck, dass es auch noch länger dauerte.

Und ja – man schmeckt den Unterschied. Deutlich sogar. Beim Fleisch, beim Aufschnitt, beim Käse. Und nein, ich brauche keine riesigen Aufschnitttürme, die mir Frische suggerieren wollen, letztlich aber stundenlang vor sich unter der Dampfbeleuchtung schwitzen. Ich frage mich, warum das in Deutschland oft so schwer ist, warum man nicht einfach die Lebensmittel am Stück präsentiert und dem Käufer dann seine 5 Scheiben irgendwas abschneidet. Daher: totales Verbot für vorgeschittenen Aufschnitt! Das muss es doch bei der EU eine Regelung für geben, die man nur raussuchen muss.

Best of Twitter – April 2012

Athens Airport Arrivals: a customsofficial and a passenger:“Nationality?”“German.”“Occupation?”“No, just a vacation.”(Via @)
@stephenfry
Stephen Fry
Und nicht vergessen: Vor dem Verlassen einer Website nach oben scrollen. Soll ja für den nächsten ordentlich sein.
@DerWachsame
Der Wachsame
Leute, die dich in Schubladen packen und sich danach noch beschweren, dass sie nicht zugeht.
Es gibt mehr Leute, die wissen, was gut für dich ist, als es gut für dich ist
@MiaBernstein
Mia Bernstein
wenn der Ex dir vorschlägt Freunde zu bleiben ist so, wie wenn der Kidnapper nach der Freilassung sagt: lass uns in Kontakt bleiben
@graulich12
Beamly:-)ccg
Subtil? Ist das was zum Waschen?
@moeffju
Matthias Bauer
Ich wische Staub um 10 Uhr morgens an einem Samstag. Die höchste Stufe der Prokrastination ist erreicht.
@RiotMango
RiotMango
Kommunikations Safer Sex ist das A&O einer Konferenz. Wehe ein informativer Inhalt erreicht das geneigte Zuhörertrommelfell.
@AF_Blog
Absolut Friedenau
Oh ja, es ist so superinteressant, was du erzählst. Und jetzt möchte ich dich töten und mit deinem Knochenmark Gummibären kochen.
@mittern8sziffer
Frau Flausch
Ich sollte nicht arbeiten müssen. Ich bin viel zu schön.
@st4rbucks
Very fried
Excel hasst mich, weil ich zu oft abstürze.
@bangpowwww
ada blitzkrieg

 

 

Bookmarks vom 24.04.12 bis 26.04.12

Gesammelte Links aus dem Google Reader:

Gebt den Künstler das Kommando

Johnny hat das mehrfach mit sehr <a href="http://www.spreeblick.com/2012/04/14/ich-heb-dann-mal-ur/">unaufgeregten Worten</a> festgestellt: Das Urheberrecht ist gar nicht schlimm, überraschenderweise hilft es den Urhebern hier und da sogar, dass sie von etwas leben können. In meiner kleinen, mit Efeu umrankten, romantischen Vorstellung der Welt, sehe ich das Urheberrecht nicht zwingend als etwas, dass der Beezlebub heimlich vor 200 Jahren auf die Welt geschmuggelt hat. Vielmehr hat es unter anderem auch dazu geführt, das Künstler, die etwas Geld und Zeit hatten, sehr schöne Sachen hergestellt haben, anstatt als Sitzredakteur (http://de.wikipedia.org/wiki/Sitzredakteur) regelmäßig gefeuert zu werden, damit sie ihre 9köpfige Familie aushalten konnten. Ich höre gerne Musik von Menschen, die aus lauter Langeweile und/oder Künsterldrang mir ein paar schöne Momente zaubern. Und völlig neidlos freue ich mich, dass sie davon dann auch sehr bis mittelgut leben können. Bei Swell (http://psychospecificmusic.com/html/swell.html) habe ich den ganzen Laden leer gekauft, weil sie mich hier und da sehr glücklich machen.

Das Urheberrecht als solches ist weder böse noch schlecht. Wie bei den meisten Gesetzen und Regeln ist es eher die Frage, wie es ausgelegt wird. Von Verschärfungen des Urheberrechts in den letzten Jahren profizierten die Künstler nur zweitrangig. Die Verwerterindustrie war und ist es, die davon lebt. Wie schief die Sichtweise mittlerweile da mittlerweile geworden ist, sieht man an angedachten Leistungsschutzrecht der Verlage. Die betonen, dass auch die Autoren was davon abhaben bekommen, gerne über eine weitere Verwertungsgesellschaft. Viel netter wäre es jedoch, wenn die Verlage auf die mittlerweile üblich gewordenen "Total buyout" Verträge verzichten würden, in denen die Autoren schlichtweg betrogen werden. Schliesse ich einen solchen Vertrag, um bei einen Verlag einen Text für ein Magazin zu veröffentlichen, bekomme ich den auch nur einmal bezahlt. Alle weiteren Nutzungs- und Veröffentlichungsrechte gehen an der Verlag, der damit dann bis zum St. Nimmerleinstags damit machen kann, was er will. Was hilft den Urhebern ein Recht, dass ihnen gar nicht dient, weil schon vorher, von dem was die Verlage zahlen, nicht leben können?

Die automatisierte Kriminalisierung der gesamten Bevölkerung in Sachen "Raubkopie" ist auch so eine Sache. Man kann das so machen, weil das Gesetz diese Möglichkeit vorsieht, man muss es aber nicht. Man macht, das vermute ich mal völlig unbelegt und subjetiv, weil man damit mittlerweile mehr Geld verdient, als mit dem Verkauf von Plastik-Popstars, die man einem dieser Privat-Sender jedes Jahr neu züchtet. Mittlerweile haben die Bemühungen mancher Rechte-Lobby quasi hysterische Züge erreicht. Die komplette Überwachung aller Internet-Anschlüsse durch die Provider käme manchen gerade recht und zeugt davon, in welchen Sphären sich die Damen und Herren gerne bewegen würden. Das sich auf dieser wirre Seite der Macht in den letzten Wochen auch einige Künstler geschlagen haben, ist dann schon eher überraschend. Der Gerichtigkeit genüge getan wäre nach Prof. Dieter Gorny vermutlich erst, wenn alle Deutschen regelmäßig per se abgemahnt werden, weil sie ja eh die gesamte, jeweils erschaffene Kunst auf der ganzen Welt permanent und wiederholt runterladen.

Das ist natürlich alles Quatsch, auch der Ruf, das Urheberrecht doch bitte gleich ganz an den Nagel zu hängen. Das Urheberrecht hat nämlich auch die recht praktische Seite, dass ich es zum Beispiel als Musiker einer Partei untersagen kann, einfach meine Musik in einem Werbespot zu benutzen. Oder dass ich damit so viel Geld verdiene, dass ich anderen Menschen schöne Stunden bereiten kann, was ja eine durchaus schätzenswerte Qualität im Leben darstellt. Oder dass ich aus Langeweile was neues, revolutionäres schaffe, was in 300 Jahren dann eine hübsche Fußnote bei Wikipedia ist.

Es ist eine Frage, wie eine Gesellschaft mit der Kultur (und was sie dafür hält) umgehen mag. Wie viel ist sie ihr Wert? Ist sie es Wert, alle Freiheitsrechte einzuschränken, damit Künstler in ihrer Kemmenate über ihr verkorkstes Liebesleben schreiben können? Und was gehört überhaupt zur Kunst? Ist eine Abmahnung wegen des Downloads eines DSDS-Bohlen Songs nicht sogar eine gerechte Strafe? Die andere Frage ist, und wie ich finde viel wichtigere Frage ist, wie eine Gesellschaft mit ihren Künstlern umgehen möchte.

Mein Vorschlag: Gebt den Urhebern wieder mehr Rechte, nicht den Rechterverwertern. Verbietet Verträge, mit Laufzeiten, die so lange sind, dass man nie mehr raus kommt und man sich so bescheuerte Namen wie "The Artist formaly known as Prince" zu legen muss. Gebt den Künstlern die Möglichkeit des Widerspruchs, wenn Rechteverwerter in ihrem Namen das halbe Internet abmahnen. Soll doch jeder Musiker selber entscheiden, ob seine Musik quer durchs Netz gebittorrentet wird. Erhöht die Hürden für die bescheuerte Abmahnindustrie.

tl,dr:
Lass den Urheber zu jeder Zeit entscheiden, was mit seinen Sachen passiert und nicht die Verwerter.

Embedded Link

Ich heb dann mal ur | Spreeblick
Es ist offenbar nicht mehr möglich, PRO Urheberrecht zu sein (was ich bin), ohne sich mit Artikeln gemein zu machen, die entweder pure Propaganda oder

Google+: Reshared 2 times
Google+: View post on Google+