Unverhofft kommt oft

tl;dr: Die W&V hat die Kurzfassung

Einige hatte ich ja schon informiert, andere haben es über Manu mitbekommen. Meine, bzw. auch ihre Zeit bei “allryder” ist beendet. Wir wissen ja, dass Jobs bei Startups eher volatil sind. Aber welcher Job ist das heute nicht? Geschäftsmodelle ändern sich gerade in jungen Firmen schnell und so war es nun auch bei “allryder”.

Ich bedauere das natürlich, denn “allryder” lag mir als Firma und Produkt sehr am Herzen. Das haben vermutlich alle mitbekommen, einige waren vielleicht schon etwas genervt ob meines Enthusiasmus :) Tatsächlich verband mich mit “allryder” mehr als nur ein Job. Ich denke weiterhin, dass sich unsere individuelle Mobilität in den Städten verändern wird und verändern muss. Dass persönliche Verkehrskonzepte mehr und mehr auf dem Prinzip der Multimodalität beruhen werden, auch um der Umwelt einen Gefallen zu tun. Und ich denke, dass allryder auf viele dieser Fragen eine Antwort liefert.

Ich bin natürlich etwas traurig, dass ich mit meinem Team die Ideen und Konzepte bei “allryder” nicht weiter verfolgen kann. Ich habe einiges in Bewegung gesetzt, zum Beispiel habe ich eine komplexe Strategie entwickelt, wie man eine neue Firma in wenigen Monaten in die klassischen Medien bekommt und gleichzeitig eine App mal ein wenig anders vorzustellen und bewerben kann.

So traurig ich bin, dass es nicht weitergehen kann, ich weiß zumindest auch, dass ich und mein Team alles getan haben, damit das Produkt die nötige Aufmerksamkeit bekommt. An der Unterstützung durch die Founder hat es nie gefehlt, sie haben überhaupt erst die Freiräume ermöglicht, mit denen manche etwas verrückte Ideen umgesetzt werden konnten. Das ist nicht selbstverständlich, auch nicht in einem Startup, wo um jeden Cent gerungen wird und man vielleicht manchmal lieber auf der vermeintlich sicheren Seite bleibt. Aber das war und ist nicht der Stil der Firma. Und nicht zuletzt habe ich auch dank all der Mitarbeiter und der drei Co-Founder Maxim, Tom und Stefan in den letzten Monaten viel gelernt, wofür ich sehr dankbar bin. Es war eine kurze, aber sehr intensive und schöne Reise. Wir werden auch weiter in Kontakt bleiben, uns austauschen und unterstützen.

Aber dieser Schnitt bedeutet aber natürlich auch, dass ich mich, meine Energien und Ideen einer anderen Firma zur Verfügung stellen möchte. Wenn also jemand Interesse an einem erfahrenen, so ziemlich alle (Shit-)Stürme erlebt habenden, Startup gestählten, freundlichen, sehr hart arbeitenden, PR/Social Media/Marketing/Redaktions- erfahrenen Menschen hat, der sich im Bereich Mobility, Automotive, Technologie, Medien, Musik, Reise, Hotel und Motorsport auskennt, der gerade ein Startup von wenigen Erwähnungen innerhalb von wenigen Monaten in fast alle relevanten deutschen Medien gebracht hat, der schon Firmen wie “Deutsche Bahn”, “Bosch”, “DHL” u.a. in Kommunikation und Social Media beraten durfte, der keine Angst davor hat, dass ich schon mal eher “out of the box” denke und der diesen Satz atemlos gelesen hat… Der kann und soll mich gerne kontaktieren. Mehr Infos gibt es auf Anfrage unter dondahlmann@gmail.com, weitere Infos über mich auch in LinkedIn.

Und ich bin auch nicht alleine auf der Suche. Denn auch Manuela Braun, die seit August bei allryder die Social Media Kanäle betreut hat, ist ebenfalls durch die Änderung des Geschäftsmodells betroffen. Wer eine kreative, kluge, lustige, sehr erfahrene Social Media Expertin sucht, der pingt Manu am besten bei Facebook an.

41 ist 20

(Kurzes Vorwort: Zum lesen des Textes am besten erst nach unten scrollen, in dem eingebetteten Dings den zweiten Song starten, hochscrollen, lesen)

Ein älterer Musikjournalist fragte mich mal, als wir Anfang der 90er uns auf irgendeinem Termin unterhielten, ob ich eine Lieblingsband haben würde. Ich verneinte, verwies auf zu viel Auswahl und allgemeine Unentschiedenheit. Der Kollege: “Wenn man Musik mag, also richtig mag, dann landet man irgendwann bei einer sehr, sehr obskuren, unbekannten Band. In die verliebt man sich. Man kämpft für sie, schreibt für sie, man organisiert sogar Konzerte. Man spricht mit Labels, A&R’s, man redet mit Kollegen vom Radio. Manchmal bringt das was und die Band wird wirklich groß. Manchmal auch nicht. Aber das macht nichts, denn die Musik dieser kleinen, unbekannten Band begleitet einen dann den Rest seines Lebens.” Ich antwortete “Aha” und dachte mit innerem Augenrollen: “Quatsch”.

Gehört habe ich meine Lieblingsband das erste Mal als ich noch in Bonn lebte und mich als Musikjournalist durchschlug. Auf der Compilation zum 10-jährigen Geburtstag des “Normal” Labels (N 150 CD Various Artists Normal Compilation 10 Jahre Normal) versteckte (neben wunderbaren Sachen von “And also the trees”, “Tuxedomoon”, Louis Tillet und “Myrna Loy”) sich das Stück “At long last” von Swell.

Ich hatte keine Ahnung, dass “Swell” meine Lieblingsband werden würde, aber das Stück gehörte schnell zu meinen Lieblingen der Compilation. Der Versuch das dazu passende Album “….Well” zu kaufen scheiterte allerdings an dessen Nichtverfügbarkeit. Damals® war es enorm wichtig Bands zu hören, die möglichst kein Mensch kannte und von denen es allerhöchstens aus Kartoffeln selbstgepresste Schallplatten gab. Ich kannte zum Beispiel jemanden, der ausschließlich Musik des niederländischen Labels “Staalplaat” hörte, die wiederum damals ihre Promo-Sachen ausschließlich auf Tape veröffentlichten. Und dann war da noch der Kerl, der japanische Schallfolien sammelte. Ein hünenhaft gewachsener Mensch mit Händen, so groß wie ein Wiener Schnitzel. Ihm dabei zuzusehen, wie er in seiner peinlich akkurat aufgeräumten Wohnung mit diesen wahnsinnig großen Händen winzige 7″ Schallfolien auf seinen 30 Jahre alten Thorens Plattenspieler bugsierte, war immer wieder eine Mischung aus unfreiwilliger Komik und wunderbarer Zärtlichkeit. Die Musik der Folien war weniger zärtlich, das war dann japanischer Punkrock. Doof war auch, dass man die Folien meist nicht mehr als drei- oder viermal abspielen konnte und sie schon zerkratzt in Deutschland ankamen. Also spielte er sie meist nur zweimal ab, beides mal nass. Beim zweiten Mal überspielte er das Stück dann auf seinem Nakamichi Tapedeck auf eine Maxell XLII-S. Davon hatte er ein Regal voll.

Ich konnte mit “Swell” eine zeitlang sehr gut angeben. Kannte keiner. Kamen aus Kalifornien, was damals® (1992) in Sachen Musik eher nicht so angesagt war. Da hören ja alle Madchester oder den frühen Britpop. Man konnte mit Suede, Supergrass, Jesus and the Mary Chain, The Stone Roses oder den Happy Mondays nicht mehr so wirklich punkten. Mit einer Band aus San Francisco, die dann auch so klang wie “Swell” war man auf jeden Fall vorne dabei. Vor allem zwei Jahre später, als alle komplett im Oasis/Pulp/Blur Fieber waren.

1994 hatte ich “Swell” definitiv vergessen. Dann flatterte das Album “41” in meine Wohnung, landete zunächst auf einem Stapel anderer CDs und wurde wieder vergessen. Als Musikjournalist bekam ich damals® jede Menge CDs zugeschickt, manchmal 30 Stück pro Woche. (Ja, damals® versandten die Labels einfach so CDs. Man konnte sie auf Tapes kopieren und Freunden geben. Hat keinen gestört). Es war meist nicht möglich alle CDs wirklich ausführlich anzuhören. Also hatte ich drei Stapel. Einen für “Unbedingt”, einen für “Reinhören, bald” und einen für “Wenn ich Zeit habe”. Swell landete auf dem mittleren Stapel. Das waren CDs, die ich meist nebenbei sehr unkonzentriert hörte. Wenn sie es schafften meine Aufmerksamkeit auf die Musik zu lenken, war das meist ein gutes Zeichen und sie rutschten einen Stapel nach vorne. Aber irgendwie rutschte die Swell CD immer weiter nach unten, weil neue CDs kamen.

Ein paar Wochen später bekam ich die Einladung (per Brief, wir hatten ja nichts®) zu einem Swell Konzert im “Underground” in Köln. Das erste, was ich nach dem Konzert machte, war hektisch die Swell CD aus dem Stapel zu fischen. Um sie dann für Wochen auf heavy rotation laufen zu lassen.

Das zweite Album folgte nach drei langen Jahren und hörte auf den Titel “Too many days without thinking”. In der Zwischenzeit hatte es Swell zu einer gewissen Bekanntheit gebracht. Der legendäre John Peel sagte über die Band, dass sie das nächste große Ding werden würde. Viele Kollegen waren sich nach dem Album darüber einig, dass es eigentlich nur eine Frage der sei, bis Swell den großen Durchbruch schaffen würde. “Too many days without thinking” lief abwechselnd mit “41” und den beiden ersten Alben “Swell” und “…Well” bei mir fast durchgehend. Ich hörte die Alben wenn es mir gut ging, ich hörte sie, wenn ich Liebeskummer hatte. Ich hörte sie im Auto auf langen Fahrten, ich hörte sie auf meinen Discman und ich spielte sie jedem vor, der sich nicht wehren konnte.

Aber ganz so leicht wird eine Band ja nicht eine lebensbegleitende Lieblingsband. Radiohead lief bei mir in den 90ern auch immer. “Definitely Maybe” von Oasis lief immer wieder mal. Oder “Dubnobasswithmyheadman” und “Second Toughest in the Infants” von Underworld ebenso. Dazu etliche kurzlebigere Lieben. Zu einer richtigen Lieblingsband wurde Swell dann erst im Laufe der Jahre, als ich feststellte, dass ich bestimmte Stücke immer wieder hören musste. Und sie bei jedem Hören immer so frisch blieben, wie beim ersten Mal. Und dass ich auch die späteren, eher schwachen Alben wie “Feed” verschmerzen konnte.

Dass letzte Mal live gesehen habe ich sie in Hamburg, ich glaube es war 2000 oder 2001. Ich hatte über die Jahre durch diverse Interviews einen ganz guten Kontakt zu David Freel, dem Gründer der Band, aufgebaut. Soweit ich mich erinnere, war die Tour nur England und Belgien geplant, aber ich gab ihm den Kontakt zu ein paar Veranstalter in Deutschland, mit der dringenden Bitte es doch zumindest mal zu versuchen. Tatsächlich klappte es, es war sogar ein Termin in Hamburg bei.

Das Konzert war wundervoll. Ein kleiner Saal voller Swell Fans, die Band war sehr gut drauf, spielte knapp zwei Stunden und dabei all die schönen Dinge, die sie in den 10 Jahren ihrer Existenz aufgenommen hatten. Wir saßen danach Backstage zusammen, tranken ein paar Bier und Freel war sehr euphorisch. Man habe einen neuen Deal, die Konzerte seien fast alle ausverkauft gewesen und man sei sich sicher, dass es jetzt…

Aber es wurde nichts mehr draus. Die Bandmitglieder verloren sich in anderen Projekten, vor allem fehlte hörbar der Drummer Sean Kirkpatrick, der den “Swell-Sound” in den 90ern geprägt hatte. Der kehrte für das Album “Whenever You’re Ready” noch kurz zurück, verschwand dann aber wieder. David Freel nach noch das sehr ruhige aber schöne “South of the Rain and Snow” Album auf, dass sich als “Spätwerk” dann noch in die Liste meiner Lieblingsalben von Swell gemogelt hat. 2008 gab es sogar noch mal ein paar Konzerte in Deutschland, die ich leider verpasste, weil ich ausgerechnet zu dem Zeitpunkt in den USA war.

Swell hat mich nie losgelassen. Ich hab hier schon das ein oder andere Mal über sie geschrieben. Es schwer zu sagen, was genau mich an dieser Band so fasziniert, warum ich bestimmte Songs immer wieder hören kann. Warum ich bei “Sunshine Everyday” immer melancholisch werde, warum “Tonight” mich je nach Stimmung traurig der froh macht, warum “Song Seven” mich glücklich macht oder warum “Everyday Comes Everynight” mich immer, immer wieder mit so einem “Hach….” Gefühl zurücklässt. Vermutlich ist es so, wie der Kollege damals sagte. Man verliebt sich in eine dieser obskuren, kleinen Bands, die keiner kennt. Vielleicht gerade deswegen.

Swell gibt es offiziell noch, weiterhin mit David Freel. Der hat ein eigenes Label und mit “be my weapon” eine Art Nachfolgerband von Swell.

Die Tage flatterte mal wieder ein Newsletter der Band rein. 20 Jahre sei “41” geworden. Das beste Album der Band – findet David Freel selber. Finde ich auch. Und weil ich es bestimmt ein Jahr nicht mehr gehört habe, wird es unbedingt mal wieder Zeit…

Bookmarks vom 28.10.14 bis 03.11.14

Gesammelte Links:

  • Putin ? Die Waldai-Rede — der Freitag – "Im Grunde wurde die folgende Formel angeboten: je ausgeprägter die Loyalität zum einzigen Machtzentrum der Welt, desto höher die Legitimität der einen oder anderen Regierung."

    Sagt ausgerechnet Putin in einer Rede. Also jener Putin, der seit Jahren ganze Teile von Georgien besetzt hält. Und der gerade in der Ukraine und auf der Krim gezeigt hat, was er von Selbstbestimmung usw. hält. Aber ein paar Punkte macht er schon, die zumindest ganz lesenswert sind.

  • How copyright law gives Amazon too much power over the book industry – Vox – So in 1998 they got Congress to pass the Digital Millennium Copyright Act, which made it a federal crime to unscramble encrypted content without the permission of copyright holders.

    And while the law was passed at the behest of content creators, it also gave a lot of power to platform owners. If you buy a movie on iTunes, you're effectively forced to continue buying Apple devices if you want to keep watching the movie. Tools to transfer copy-protected movies you've purchased from iTunes onto another platform exist, but they're illegal and, accordingly, not very user-friendly.

  • Ach Tegel, Lieblingsflughafen! | lampes lebendig mediale gemengelage – Für mich ist Tegel mein absoluter Lieblingsflughafen. Er ist ein architektonisches Meisterwerk und er ist und bleibt der Flughafen mit den kürzesten Wegen. Ankommen, maximal 5min gehen, schon ist man am Gate. 1 Minute später durch die Sicherheitskontrolle und Minuten später am Flieger. Landet man mit Handgepäck ist man nach drei Minuten draussen. Wo sonst auf dieser Welt, erst recht in einer Hauptstadt, ist das möglich?
  • Presse: Erst schrumpft das Hirn, dann der Umsatz, dann wieder das Hirn | Tichys Einblick – Was eben Controller nicht kapieren: Journalisten schreiben für einen Titel, den sie lieben, hassen, inhalieren; meist stehen sie damit auf und gehen damit schlafen. In Gemeinschaftsredaktionen dagegen zerrinnt diese Identifikation; das Besondere wird  weggehobelt, der Geist des Blattes geht vor die Hunde. Die Leser merken es, und wenden sich mit Grauen ab.
  • Catcalling video: Hollaback’s look at street harassment in NYC edited out the white guys. – But the video also unintentionally makes another point, that harassers are mostly black and Latino, and hanging out on the streets in midday in clothes that suggest they are not on their lunch break. As Roxane Gay tweeted, “The racial politics of the video are fucked up. Like, she didn’t walk through any white neighborhoods?”
  • BRD: Es war einmal ein kleines Land | ZEIT ONLINE – Es gibt ein Land, das die Politikerin Sahra Wagenknecht arg vermisst. Man kann es in ihren Büchern nachlesen, man kann es in ihren Reden heraushören. Ein Land, in dem Post und Bahn, Wasser und Strom verstaatlicht sind. Ein Land, das seinen Sozialstaat hegt und pflegt. Ein Land, in dem die Mieten erschwinglich und die Preise stabil sind. Ein Land, in dem es kaum Arbeitslose gibt. Ein Land, das sich aus militärischen Konflikten wie humanitären Missionen raushält. Ein Land, das keine zentrale Rolle in Europa spielen will.

Bookmarks vom 21.10.14 bis 26.10.14

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  • The Police Are Still Out of Control – Frank Serpico – POLITICO Magazine – And today the Blue Wall of Silence endures in towns and cities across America. Whistleblowers in police departments — or as I like to call them, “lamp lighters,” after Paul Revere — are still turned into permanent pariahs. The complaint I continue to hear is that when they try to bring injustice to light they are told by government officials: “We can’t afford a scandal; it would undermine public confidence in our police.” That confidence, I dare say, is already seriously undermined.
  • Yosemite HD II on Vimeo – A 200+ mile backpacking experience through Yosemite National Park captured by Colin Delehanty and Sheldon Neill. This project was filmed over the course of 10 months. We spent a combined 45 days in the park capturing the images in this video.
  • feminismus als selbstinszenierung | Medienelite – Eine inszenierung einer politisch korrekten identität, die getrieben ist von ständiger selbstoptimierung bei permanenter larmoyanz. eigentlich steht das eigene leid 90% der zeit im vordergrund, aber um diese selbstzentrierung zu kaschieren, werden zwischendrin random links und texte umhergeschickt und reflektierte gedanken formuliert, die von anderen beflissentlich gefavt und RT werden. diskriminierend sind immer nur die anderen und eigene privilegien finden tarnung hinter einer rhetorik, die kritik abprallen lässt.
  • How Caterham F1 collapsed | Racecar Engineering – But things had developed in England, Romulus Kolles and the other director of CSL had resigned and the new sole owner of CSL, a company with debts in the millions of pounds and up to 200 employees was a man called Constanti Cojocaru, he had been the factory cleaner.
  • Herzleiden | Das Nuf Advanced – Der Assistenzarzt wurde ein Stück nach vorne geschubst. In übertrieben beiläufigem Tonfall sagte er: “In ihrem Fall: Sie dürfen sechs Wochen keinen Sex haben.” Schweigen. Der zweite Arzt dann: “Und danach nur normalen.” Alle stehen unschlüssig rum und ich frage mich, ob ich nochmal nachfrage, was genau normaler Sex ist und was dann gegebenenfalls unnormaler Sex wäre, den ich ja nicht haben dürfte.
  • Eine verhängnisvolle Nacht: Der mysteriöse Tod des 19-jährigen Jens Henrik Bleck | GA-Bonn – Bedrückende und minutiös erzählte Geschichte über den Tod eines 19-jährigen in Bonn.

Bookmarks vom 15.10.14 bis 17.10.14

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  • Introducing Safety Check | Facebook Newsroom – In times of disaster or crisis, people turn to Facebook to check on loved ones and get updates. It is in these moments that communication is most critical both for people in the affected areas and for their friends and families anxious for news. We want to provide a helpful tool that people can use when major disasters strike, so we’ve created Safety Check – a simple and easy way to say you’re safe and check on others.
  • A look inside Eyeo, the company behind Adblock Plus – Ironically, Faida and his team regularly meet with people from the ad industry to talk business and explain to them how they can create ‘acceptable ads’. As it turns out, that happens to be the way Eyeo makes money: Large companies who serve ads that comply with Eyeo’s ‘acceptable ads’ criteria can cough up cash to be put on a whitelist. That doesn’t necessarily mean Adblock Plus users won’t be able to block their ads, but they are shown by default.
  • Im Folterkeller von Karriere und Zalando – Stützen der Gesellschaft – Nun ist es natürlich seit jeher klug, in den unermesslichen Rohstoff der menschlichen Dummheit zu investieren, aber in diesem speziellen Fall ist es auch eine Wette auf den Fortbestand eines ganz bestimmten Rollenbildes und Verhaltens, das in der aktuellen Arbeitswelt mit Nebenwirkungen wie Burnout, Frustration und Vereinsamung daher kommt – Zalando ist da auch nur so eine Art an ich selbst geschickter Blumenstrauss zum Valentinstag.
  • Neue Medien: Wie das Internet unser Denken verändert – Wissen & Computer – Stuttgarter Zeitung – Ein Text, der mehr oder weniger anprangert, dass wir unser Wissen teilweise ins Netz auslagern. Natürlich darf der Navi-Vergleich nicht fehlen. Dass wir uns nicht mehr zurechtfinden, wenn wir uns sehr darauf verlassen, dass man uns sagt, wo wir hergehen oder fahren müssen. Werden wir also zu herum taumelnden Irren, die ständig gegen Hauswände laufen? Kulturtechniken werden vergessen, wenn man sie nicht mehr braucht. Vor 100 Jahren wussten die Menschen auch nicht, wie man sich in einer fremden Stadt von A nach B bewegt, aber es gab Karten. Ob ich mir den Weg, den ich zurücklege, merke, hängt von meiner Motivation ab, ob ich die Karten, seien sie digital oder analog, ein zweites Mal nutzen möchte.

    Wir haben in dem letzten 150 Jahren, in denen die Technologie unser Leben verändert hat, schon so einiges an Wissen verloren. Selbst bei wirklich sehr, sehr wichtigen Dingen, wie der Zubereitung von Essen. Ich vermute mal, dass 90% der Menschen in der westlichen Zivilisation nicht mehr wissen, wie man einen Hasen enthäutet, ausnimmt und die Reste so aufbewahrt, dass sie nicht innerhalb von ein paar Stunden verdorben sind. Wie pökelt man Fleisch? Wie konserviert man Essen? Und wird das ganze Gemüse überhaupt angebaut? Alles Dinge, die wir fast komplett verlernt haben. Brauchen wir auch nicht mehr, es gibt ja Supermärkte.

    Anders ausgedrückt: niemand würde auf die Idee kommen und sagen, trainier deine Fähigkeiten im Einlegen und lerne auswendig, welche Kräuter man im Wald findet und welche man lieber nicht anrührt, weil niemand davon ausgeht, dass Supermärkte verschwinden. Und wenn sie das tun, dann haben wir vermutlich ein ganz anderes Problem. Und genauso sehe ich das mit dem Netz. Wenn Supermärkte als ausgelagerte und automatisch gefüllte Vorratskammern gelten, warum sollte ich das Netz nicht als ausgelagerte Erweiterung meines Gehirns ansehen?

    Erstaunlicherweise hat sich ja in den letzten 150 Jahren auch gezeigt, dass die Technologie immer schnellere Schritte machen kann, weil wir nicht die ganze Zeit damit beschäftigt sind, unser Essen zu jagen, zu pflücken oder zu pflegen. Vielleicht ist die Übereignung von bestimmten Funktionen eine geradezu fantastische Idee, weil ich dann in meinem Hirn mehr Platz dafür habe, andere Dinge zu erlernen. Zum Beispiel, wie ich lange Blogeinträge schreibe.

    Alles sollte man dennoch nicht auslagern. Die wichtigsten Telefonnummer habe ich weiter im Kopf. Aber habe ich mir auch erst wieder angewöhnt, nachdem ich mal in einem Urlaub dringend telefonieren musste, das Handy nicht da war, Internet gab es auch nicht und mich schaute etwas unschlüssig ein altes Telefon an. Die Technik war da, nur nicht mehr das Wissen, wie ich sie für mich am schlüssigsten nutzen kann. (Ich hab dann die Auskunft angerufen).

  • 5 Conspiracy Theories That Are So Dumb They’re Brilliant | Cracked.com – Das ist…. wow. Wenn ich das alles vorher gewusst hätte!

Bookmarks vom 30.09.14 bis 14.10.14

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  • Die Sache mit dem Erreichen vieler Menschen | Lummaland – Ok – Nico schreibt jetzt also bei der "Bild". Ich kenne Nico lange genug um zu wissen, dass er deswegen nicht sofort Haus, Hof, Frau, Kinder und Meinung verkauft. Zumal er ja sehr deutlich sehr oft anderer Meinung ist als das, was Springer so verbreitet.

    Für die "Springer" oder die "Bild" zu arbeiten kann einem schneller passieren, als man denkt. Ich habe das 2002 gemacht, als ich nach Berlin gegangen bin und bei "Bild" einen "Paid Content" Kanal entwickeln sollte. Wurde nichts draus, aber "Bild+" hat erstaunliche Ähnlichkeit mit dem, was wir damals auf die Beine gestellt haben. War allerdings auch keine Doktorarbeit.

    Soll also Nico doch mal versuchen, dass System von innen zu reformieren. Und wenn er eine Kolumne über die Dummheit des LSR unterbekommt, gebe ich einen aus.

  • Germany ISP Speed Index Results| Netflix ISP Speed Index – Netflix ist einen knappen Monat in Deutschland und hat dann gleich mal den größten Leitungs/Speedtest aller Zeiten gemacht. Das man hier bei keinem Provider eine 4 vor dem Komma sieht, ist schon erstaunlich. Und zeigt mal wieder, dass dieser Breitbandausbau wichtiger denn je ist.
  • Internet-Sicherheit : So verdienen Start-ups am deutschen Datenschutzwahn – Nachrichten Wirtschaft – Webwelt & Technik – DIE WELT – Die Privatsphäre ist valides Geschäftsmodell", sagt auch Sven Weizenegger, Experte für Internetsicherheit beim Bundesverband Deutsche Start-ups. Er beobachtet, wie Start-ups in dem Bereich in den vergangenen Monaten aus dem Boden schießen. Jedoch: "Auf diesem Markt ist noch viel Luft nach oben", so Weizenegger.
  • Kostenloser ÖPNV – Utopie oder reale Chance? Teil 2 | Allryder – Ich habe drüber im allryder Blog mal ein paar Gedanken zum Thema kostenloser ÖPNV aufgeschrieben.
  • Udo Jürgens: “Das Glück ist ein flüchtiger Vogel” – Sehr schönes Interview mit Udo Jürgens, der unbegreiflicherweise gerade 80 Jahre alt geworden ist. Irgendwie ist der Mann für mich immer 50. Höchstens.

Bookmarks vom 21.08.14 bis 15.09.14

Gesammelte Links:

  • charliemcculloch | Early thoughts on designing for the iPhone 6 Plus – And lastly, don’t buy an iPhone 6 Plus unless you feel happy running about with chipolata sausages sellotaped to your fingers, trying to lose the pack of hungry little dogs that constantly chase you from A to B, hampering your efforts as you fumble about with your phone. Maybe a little far-fetched.
  • Ask the Past: How to Keep Your Cat, c. 1470 – "If you have a good cat and you don't want to lose it, you must rub its nose and four legs with butter for three days, and it will never leave the house."

    The Distaff Gospels

    This trick will certainly prevent your cat from running away. It's less clear whether the cat will stick around because of adoration or poor traction.

    (Bester Blog Fund seit langem!)

  • 20 Jahre Online-Journalismus – Ein noch nie da gewesener Kampf um Aufmerksamkeit ist entbrannt, ein Kampf, dessen Dimension dem mahnenden „Postman“ Anfang der Neunziger nicht ansatzweise bewusst war. Es ist eine Auseinandersetzung zwischen klassischen Medien und neuen, selbstkonfigurierten Informationskanälen. Anspruchsvoller Journalismus bedeutet heute nicht mehr allein die exzellente Recherche, der starke Artikel, das ganz besondere Angebot. Anspruchsvoller Journalismus muss sich vor allem auch Gehör verschaffen im kakophonischen Informationslärm der neuen Meinungswelt. Nur so wird es den klassischen Medien gelingen, neue Leser zu gewinnen und die alten zu halten.
  • Digitale Wirtschaft: Nennen wir es doch Neuland – Wirtschaft – Tagesspiegel – Es gibt im Moment kaum ein Thema, das politischer Gestaltung so dringend bedarf wie das der Digitalisierung. Sie verändert alle Lebensbereiche, ob es uns gefällt oder nicht.

    Sie ist kein Randthema, im Gegenteil, sie steht im Zentrum des gesellschaftlichen Fortschritts.

  • Sozialismus: Was macht die Linke falsch? – Kultur – Stuttgarter Zeitung – Entgegen einer solchen Perspektive, die allem Widerstand gegen den ungezügelten Kapitalismus pauschal Totalitarismus unterstellt, müsste die Linke den Wert der Solidarität hochhalten und gegen die Angleichung der Lebensstandards nach unten Stellung beziehen. Diese stellt nämlich die größte Gefahr für die Demokratie dar, weil soziale Spannungen immer schon Chauvinismus und Fremdenfeindlichkeit befördert haben.
  • Hass im Netz: Ich bin der Troll – Medien – FAZ – „Provozieren, das ist wie ein Orgasmus.“ In seinen grauen Augenhöhlen funkelt es hellblau, sein Gesicht verzieht sich zum Lächeln. „Wenn sich jetzt jemand aufregt, dann ist das mein Ejakulat.“
  • Warum ich die Petition gegen Amazon nicht unterschreibe – Kultur – Süddeutsche.de – Der Deutsche Buchmarkt geht an der eigenen Arroganz zugrunde