Bookmarks vom 20.01.15 bis 24.01.15

Gesammelte Links:

  • Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften – am Beispiel eines großräumigen und langandauernden Ausfalls der Stromversorgung | TAB – Was passiert wenn mal drei Tage der Strom ausfällt? Nach 24 Stunden bricht das komplette Chaos aus.
  • Datenerfassung im Auto: Spione an Bord – Auto | STERN.DE – Füchterlicher "Daten sind böse" Artikel, den ich hier nur zur eigenen Recherchezwecken ablege. Zum Thema kommt die Tage was von mir auf Mobilegeeks.
  • What do journalists think about the current and future state of PR? – Prezly – Interessante Fragestellung. Ich bin der Meinung, dass klassische PR, also der Aussand von PR-Meldungen, immer weniger wichtig wird. Zum einen, weil die Firmen einen großen Teil der Aufmerksamkeitskampagnen selber steuern, in dem sie schlagkräftige Social Media Teams im eigenen Haus aufbauen. Zum anderen: wo sollen die PR-Artikel erscheinen? Die Redaktionen werden immer kleiner, die Hefte immer dünner. Es gibt ein paar Kollegen, die meinen, dass gerade die ausgedünnten Redaktionen dankbarer für gute Pressetexte sind, die sie dann unterbringen, Ist halt günstiger, als einen Freien zu bezahlen.
    Sehe ich nicht so, native Advertisment ist auch in den Redaktionen angekommen. Man verkauft halt den redaktionellen Platz lieber.
    Klassische PR Firmen müssen umdenken in Richtung langfristiges Content Marketing, was nicht leicht ist. PR wird deutlich komplizierter und bedarf einer viel feineren Steuerung durch die Unternehmen. Da liegt auch ne Chance für PR Firmen
  • Daily Blogs – "Statt auf die Potenziale ihrer Mitarbeiter zu setzen, verstecken sich die Excel-Führungskräfte hinter Berichtsorgien und Kennzahlen-Management."

    Entspricht auch meiner Wahrnehmung der meisten Konzerne. Das Vorgabenprinzip mit Kennzahlen usw. führt am Ende nur dazu, dass Mitarbeiter "Zahlen bolzen" ohne Rücksicht darauf, ob die Zahlen Sinn machen oder dem Unternehmen langfristig überhaupt etwas bringen. OKRs, so wie sie im Sillicon Valley oft eingesetzt werden, sind da schon besser, weil sie eh nicht zu schaffen sind, aber ob das dann wieder motivierend sein kann, ist eine andere Frage.

    Vor ein paar Wochen sprach ich mit ein paar Deloitte Beratern, die unbedingt wissen wollten, wie denn so die Strukturen in einem deutschen Startup seien. Und warum strategische Veränderungen in einem Startup so schnell gehen würde. Kurzgefasst liegt es einfach daran, dass Startups permanent um das Überleben kämpfen müssen auf der anderen Seite haben sie ein größeres Gespür für die Veränderungen auf dem Markt. Was heute noch ok sein kann, hat sich in einem halben Jahr komplett verändert

    Ich pädiere seit einigen Jahren schon dafür, dass sich große Unternehmen Abteilungen zulegen, die wie Startups geführt werden. Das gilt vor allem für Produktentwicklung und Kommunikation. Auch der Stab rund um die Vorstände sollte sich teilweise wie ein Startup aufstellen. Spart am Ende auch hohe Beratungskosten.

  • SearchReSearch: Answer: Where’s the lake… (Part 3 of 3) – Faszinierend was man mittels Suchmaschinen und offen Daten mittlerweile alles so recherchieren kann. In diesem Fall ging es um das Bild eines Sees und die Frage, wo der ist.
  • PR-Blogger – Warum Kundenkommunikation bei der DB Bahn etwas mit Content-Strategie zu tun hat – Sehr schönes Interview mit Svea Rassmus von der DB Bahn über Content Marketing. Man erkennt sehr gut, welchen Weg die Bahn hinter sich gebracht hat und wie klug die Strategie im Konzern gefahren wird. Können sich etliche eine Scheibe abschneiden. Ja, ich meine euch alle, Airlines.
  • 44 Amazing NYC Places That Actually Still Exist – Ich war noch niemals in New York! Keine Ahnung, wie das passieren konnte, an der Westküste war ich ja schon mehrfach und eigentlich sind zumindest die Flüge nach NY dann doch günstiger. Wenn ich mir diese Liste von alten Shops anschaue, muss ich das wirklich mal planen.

Bookmarks vom 15.01.15 bis 19.01.15

Gesammelte Links:

Nischenblogger und die Finanzierung

Chris Harris, schlechthin einer DER Autoblogger/Journalisten der neuen Generation und einer der ganz, ganz wenigen, die in den letzten Jahren Geld damit verdient haben, beklagt, dass er mit seiner Arbeit kein Geld mehr verdienen kann.

“Why is the business of reviewing cars broken? You can point to all manner of factors, most of which I’ll trawl through here at some point, but the fundamental issue is that making money from the process has become too difficult for most. It’s a classic case of a conventional business (print) being decimated by something new (the web) underscored by one uncomfortable bleak structural issue, that the old way of doing things (paper) still often generates more money than the new way (internet).”

ich sage ja immer (auch etwas genervt von den Problemen), dass das gesamte System Journalismus/Finanzierung seit ein paar Jahren im Umbruch steckt und sich die neuen Strukturen auch noch ein paar Jahre Zeit lassen werden. Vielleicht auch nie finden werden. Mit reinem Content ist im deutschsprachigen Automobilbereich und auch im Motorsportsektor, egal wie spezialisiert man ist, kaum Geld zu verdienen. Es ist eben kein “Lifestyle” und keine “Mode”, wo die Strukturen anders sind. Selbst mit Reiseblogs lässt sich mehr Geld verdienen.

In Deutschland hängt das mit der Reichweite zusammen. Auch wenn man, wie das Racingblog, die monatliche Reichweite eines gut laufenden Printmagazins hat – Werbekunden lassen sich so gut wie nicht finden. Bei 90% der Blog-Kollegen sieht es ebenso aus, wie bei mir. Es reicht nicht und es besteht eine maximale Unsicherheit über zukünftige Einnahmequellen.

Auf dem Markt gilt bekanntermaßen Angebot und Nachfrage und damit verbunden auch die Frage, was man als Anbieter einem Werbekunden oder Sponsor bieten kann. Reichweite ist eine Sache, da kann ich im Racingblog durchaus was bieten. Der Artikel über den Mercedes AMG A45 hat mittlerweile knapp 50.000 Leser erreicht – durchaus nicht schlecht. Ich habe eine homogene Zielgruppe, ich habe eine treue Leserschaft, ich habe wenig Streuverluste. Aber reicht dieses Angebot, um genug erwirtschaften zu können?

Nicht mal für mich selber reicht es, geschweige denn um eine Redaktion zu bezahlen. Um eine kleine Redaktion einrichten zu können, müsste ich circa 100.000 Euro im Jahr verdienen. Angesichts der Situation auf dem Markt ist das völlig undenkbar. Auch nicht per Crowdfunding.

Ein Teil des Problems ist dabei die Autoindustrie selber. Einige Unternehmen haben in den letzten Jahren sehr viel Geld in die Entwicklung der Social Media Kanäle gesteckt und das sehr erfolgreich. Millionenreichweiten bei Instagram oder Pintrest, teilungswütige Fans, die Neuvorstellungen durch alle Kanäle treiben. Warum sollte die Industrie in kleine Reichweiten wie in Blogs Geld stecken? Sie machen das auch schon in dem sie Blogger auf Veranstaltungen einladen. Aber Werbung? Eher nicht.

Die im letzten Jahr aufkommende Welle namens “Content Marketing” hat daran auch nichts geändert, da die Kosten für eine weitreichende Marketing Aktion im hohen sechsstelligen Bereich liegen. Advertorials quer durch die Blogszene zu buchen hat zwar den Vorteil, dass man eine hohe, langfristige Sichtbarkeit erreicht, aber die meisten Unternehmen scheuen die Investition noch. Was ich durchaus verstehen kann, es lohnt sich nur dann, wenn man bisher selber keine oder kaum Reichweite in den sozialen Medien hat und wenn man wirklich langfristig planen will.

In den letzten Jahren hat es wenig Bewegung auf dem Markt gegeben. Nischenthemen und Nischenblogs haben es genauso schwer sich zu finanzieren, wie 2010. Und eine Änderung ist auf dem Markt nicht zu erwarten. Im Moment bleibt da nur die Möglichkeit seine Webseite als “Hobby” zu betrachten, wenn man etwas Glück hat, dann kommen die Serverkosten auch wieder rein.

2014

Beste Entscheidung: Anzuerkennen, dass Änderungen im Leben helfen, einen weiter bringen und man die eigenen Routinen viel öfter durchbrechen muss. Damit es weiter geht.
Schlechteste Entscheidung: Diese Erkältung zu verschleppen.

Beste Anschaffung: Ich hatte dieses Jahr beschlossen, dass ich einfach versuche, so wenig wie möglich zu kaufen. Hat geklappt. Deswegen…
Dämlichste Anschaffung: Wieder mal keine gemacht. Das wird langsam zur Routine hier.

Schönster Absturz: Zwei. Im Januar in Las Vegas am Pokertisch (Hallo Tobi ;) ). Dann Ende August der BlognBurger auf der Dachterrasse der morgens um 5 oder so endete. (6 Uhr? Hm.)
Schlimmster Absturz: Keinen gehabt.

Bestes Getränk: Horses Neck, Again.
Ekelerregendes Getränk: Dieses warme Erdbeer-Kiwi-Zeugs am Flughafen in Los Angeles.

Bestes Essen: Mehrfach im “Transit” in Mitte. Der Oktopus-Salat hat es mir angetan. Dazu der “Vorspeisenteller” in Las Vegas.
Schlimmstes Essen: Aus Faulheit neulich krank indisches Esses bestellt. Danach noch kranker gewesen.

Beste Musik: Leider wenig Zeit gehabt auf Entdeckungsreise zu gehen. Viel 80er Kram gehört, vor allem “Rheingold” und “La Düsseldorf”.
Schlimmstes Gejaule: Ich habe die Fähigkeit entwickelt, mir fast alles vom Hals zu halten. Aber diesem deutschen WM-Song konnte man ja leider nicht entgehen.

Eigene, schönste musikalische Wiederentdeckung: Swell. Wie beschrieben habe.
Peinlichster musikalischer Faux-Pas: BAP. Aus Nostalgie “Affjetaut” gehört. Teilweise amüsiert. :)

Beste Idee/Frage: “Wodka?”
Dämlichste Idee/Frage: Dieeeessse Flascheee Weein drinke ich noch

Beste Lektüre: “Die Welt von gestern” von Stefan Zweig. Er beschreibt, wie sich die Welt zwischen 1900 und 1935 veränderte. In nur 35 Jahren vom Kaisertum und den Lebensmodell des 19. Jahrhunderts zum Deutschland der 30er Jahre und dem Nationalsozialismus.
Langweiligste Lektüre: Meistens der “Spiegel” im Flugzeug.

Bester, dreckigster, geilster Sex: Mit anderen.
Langweiligster Sex: Mit mir alleine

Zugenommen oder abgenommen?
Erst etwas abgenommen, dann deutlich zugenommen, dann wieder deutlich abgenommen. Also alles wie immer.

Haare länger oder kürzer?
Etwas kürzer. Meistens.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Weitsichtiger. Ich weigere mich Gleitsichtgläser zu tragen.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Weniger.

Der hirnrissigste Plan?
Keine Zeit für dumme Pläne.

Die gefährlichste Unternehmung?
Immer schön vorsichtig geblieben. Das spannendste war eine Landung in Tegel, wo das Flugzeug kurz vor dem Aufsetzen noch mal deutlich nach links kippte und ich für meinen winzigen Moment dachte “Ups”.

Der beste Sex?
Durchaus gehabt.

Die teuerste Anschaffung?
Keine. Na ja, mal abgesehen von einem Klamotteneinkauf, aber der war auch fällig. Wie so viele Männer kaufe ich halt immer nur dann ein, wenn die alten Sachen gar nicht mehr gehen.

Das leckerste selbst gemachte Essen?
Neulich spontane Idee für ein Huhn. Mit Äpfeln. Also Huhn mit Äpfeln stopfen, anbraten mit Brandy (oder Calvados) ablöschen. Huhn in einen Bräter, zusammen mit Karotten, Zwiebeln, Cidre, Hühnerbrühe und mehr Äpfeln bei 200 Grad in Ofen. Rund eine Stunde drin lassen, immer wieder übergiessen. Wenn das Huhn knusprig ist, Flüssigkeit durch ein Sieb passieren, Sauce einkochen, evtl. andicken. Dazu passt Brot oder Reis.

Das beeindruckenste Buch?
Siehe oben, aber zusätzlich muss ich noch “Heimliches Berlin” von Franz Hessel erwähnen.

Der ergreifendste Film?
Puuuuuh. Meine mir innewohnende Melancholie reicht mir eigentlich, ich brauche keine traurigen Filme.

Die beste CD?
Kauft man noch CDs? Ich jedenfalls nicht. Aber mp3s. Die “41 is 20″ gekauft, obwohl ich sie schon habe. Muss ja nicht immer alles Sinn machen ;)

Das schönste Konzert?
Auf keinem gewesen.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Karla und Momo.

Die schönste Zeit verbracht…?
Ein Highlight war sicher die Reise nach Daytona, Florida im Januar. Ein kleiner Roadtrip mit Freunden von Nord-Florida über Georgia nach South und North Carolina. Sehr schön war auch der Trip nach Nord-Schweden im April und natürlich der Ausflug nach Le Mans in diesem Jahr.

Vorherrschendes Gefühl 2014?
Ich muss was ändern. Tiefgreifend. Und ich fange gerade erst an.

2014 zum ersten Mal getan?
Ganz bewusst sehr viel Zeit alleine verbracht. Abgeschaltet. Mich selbst auf “Null” gesetzt. Luft geholt.

2014 nach langer Zeit wieder getan?
Festangestellt sein. Das war auch so ein Schritt, den ich mit etwas Bauchgrimmen gemacht habe. Und nicht eine Sekunde bereut habe. Leider war die Angelegenheit dann schneller beendet, als mir lieb war, weil das Startup, wie das eben so ist, die Geschäftsstrategie verändert hat. Ich suche im übrigen weiter nach einer neuen Aufgabe.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Eine sehr kranke Momo.
Das überraschende Ende bei allryder.
Langweilige Dates.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Das es weitergeht und nicht alle Menschen schlecht sind.

2014 war mit 1 Wort … ?
Sehr abwechslungsreich.

2013
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002

Bookmarks vom 26.11.14 bis 28.12.14

Gesammelte Links:

  • Airlines Want You Miserable and It Serves You Right – Der traurige Zustand der US-Airlines in Sachen Service. Ist hier ja auch nicht mehr anders. Da habe ich ja neulich auch was zu geschrieben. /via wirres.net
  • Verpackungen: Warum werden Bio-Gurken in Plastik verpackt? | Umweltkommissar | Experten-Tipps | Bayern 1 | Radio | BR.de – Sinnlose Verordnungen sind sinnlos.
  • FM4 Davidecks – Urbalized Special: The History of Relax by Frankie Goes To Hollywood – prelistening by davidecks – David Ecks von FM4 über Trevor Horn und sein Meisterwerk "Frankie goes to Hollywood" am Beispiel von "Relax". Das Album "Welcome to the Pleasure Dome" war tatsächlich eine Offenbarung in den frühen 80erJahren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Ecks in seiner Interpretation etwas zu kurz greift, wenn er Horns musikalischen Werdegang nur auf die späten Disco Zeiten zurückführt. Frankie hat viel mehr Anleihen, darunter den Soul der 60er, den fetten Philadelphia-Sound mit seinen Streichern der frühen 70er, Kraftwerk, Glam-Rock und den orchestrierten Sound von Deep Purple. Dazu viel frühe New Wave Sachen wie Joy Division, "The Jam" und auch frühe Depeche Mode. Also viel, was das "Mute" Lable mit den frühen Electronic Body Music Sachen raus brachte.

    FGTH war, wie im Beitrag verdeutlicht wird, eine Idee von Trevor Horn. Von den Ideen der ursprünglichen Band blieb nicht viel übrig. Horn drehte es durch seine Sequencer und schuf dabei, vermutlich für ihn selbst überraschend, den Sound der 80er.

    Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich "Relax" hörte. Ich war ein wenig verwundert, aber jetzt nicht überaus angetan. Netter Song, ein wenig "over the top" für meinen damaligen Geschmack. Die 12" Version gefiel mir schon besser, weil sie insgesamt ein wenig komplexer und komponierter erschien, als die 3.30min Radio Version. Sie sprach mich an und berührte mich dann nicht genug, um mich weiter für FGTH zu interessieren. Ja, die "skandalösen"Anspielungen in Sachen Sex, waren natürlich ein Thema, aber musikalisch war dann doch zu wenig Substanz für mich vorhanden. Eine Single macht dann eben noch keinen Sommer.

    "Two Tribes", die zweite Single, die ich dann von FGTH wahrgenommen habe, weckte mein Interesse dann schon mehr. Vor allem mal wieder die 12", die deutlich besser war, als die Single Auskopplung. Ab dem Moment war FGTH dann in meinem Bewusstsein verankert und ich wartete auf die nächste Single.

    Meine Musik besorgte ich mich mir damals entweder bei einem winzigen Laden in Bad Godesberg oder bei einem Plattenladen in Linz, was auf der anderen Rheinseite von Remagen liegt, wo meine Eltern damals wohnten. Der Besitzer des Ladens hatte einen ziemlich guten Geschmack und brachte mich auf einige Musiker, darunter Johnny Guitar Watson, Alan Parson und andere. Als das "Welcome to the Pleasure Dome" Album erschien, zog er mich bei einem Besuch direkt zur Seite und meinte "Das wird dir gefallen". Er stülpte mir einen angeranzten, aber immer noch gut klingenden Kopfhörer von "Pioneer" über die Ohren und legte die erste Seite mit dem Titelstück "Welcome to the Pleasure Dome" auf. Ich hörte die ganze erste Seite durch und war verwirrt. Das Album, und es war ja nur die erste Seite, überforderte mich. Das hatte ich von FGTH nicht erwartet. Es war komplex, quasi ein Konzeptalbum. Was damals nicht ungewöhnlich war. Jede Band, die nicht ganz blöd war, hatte in den 70er Konzeptalben gemacht, Deep Purple, Led Zeppelin, Roxy Music, Kraftwerk, Can, Alan Parson, ELO und sonstige. Selbst frühe Punk-Sachen von den Bollock Brothers gingen in die Richtung, Mike Oldfield hatte mit dem "QE2" Album 1980 durchaus eine Messlatte für die Konzeptalben der 80er Jahre gelegt (Natürlich unübertroffen in Sachen Komplexität war "The Wall" von Pink Floyd).

    Aber "Welcome to the Pleasure Dome" war etwas besonderes. Es war eine Hymne an den Hedonismus der 80er Jahre. Und es war, vor allem durch das kurze, vorgelagerte, völlig überdrehte "The world is my oyster" ein Schlag ins Gesicht der damaligen Popmusik, die sich völlig darauf konzentrierte knackige Popsongs abzuliefern. Die Alben bestanden aus einem meist langweiligen Mix von ein paar Hits und Füllmaterial. Egal, ob man Depeche Mode, Duran Duran oder sonst was hörte. Das erste Album von FGTH, bzw. von Trevor Horn, schmiss einem einfach ein großes "Fuck You" ins Gesicht, was die Erwartungshaltung anging. Dabei war Horn klug genug eine Doppel-LP zu produzieren, die einerseits die Hits beinhaltete, die man erwarten durfte, andererseits eben auch "Welcome to the Pleasure Dome" oder das völlig bescheuerte "Power of Love", das auf Seite 4 auftauchte. Nachdem Horn auf Seite 3 zwei Stücke von Bruce Springsteen (Born to love) und vom "King of Easy Listenting" Burt Bacharach (San Jose) verballhornt hatte, konnte "Power of Love" nicht anderes sein, als eine großes "WTF". Aber ein Schönes, immerhin.

    Das Album alleine war es aber nicht, was FGTH und Trevor Horn für mich zu "der" Band, bzw. dem Produzenten der 80er Jahre gemacht haben. Da waren zum einen die 12", also die "Maxi" Singles, die an Bescheuertheit und Genialität nicht zu übertreffen waren. Horn dekonstruierte, überraschte, verarschte, und verzauberte dabei gleichzeitig den Hörer. Es waren kleine Symphonien der elektronischen Popmusik, an denen sich alle, aber auch wirklich alle, bis heute die Zähne ausbeissen. Wenn man dachte, dass es nicht weiter "over the top" gehen konnte, setzte Horn noch einen oben drauf und man blieb sprachlos zurück.

    Aber "Welcome the Pleasure Dome" ist vielleicht nicht mal das beste Album, dass Trevor Horn jemals produziert hat. "Slave to rhythm" von Grace Jones geht meiner Meinung nach noch ein ganzes Stück weiter. Was auch mit Kunstfigur "Grace Jones" zu tun hat, die damals schlichtweg eine kulturelle Sensation war. Im Grunde genommen besteht das Album nur aus einem Stück: "Slave to rhythm", das Horn einfach in bewährter FGTH Manier in verschiedenen Versionen abgemischt hat und in ein Album gepresst hatte. Eigentlich ein Witz eines Albums, weil man, bis auf eine Ausnahme, nicht anderes zu hören bekommt, als eben verschiedene Versionen des "Slave to rhythm" Stück. Aber dann erzählt mittendrin der Journalist Paul Morley, wie er aus Jones eine Kunstfigur gemacht hat, wie er sie fotografierte, sie in Szene gesetzt hat. Wie er sich in sie verliebte. Ich halte es bis heute für eines der besten Alben der 80er Jahre, jedenfalls was britische Variante der Pop Musik angeht. Es gibt da noch auf deutscher Seite andere Alben wie Kraftwerk "Computerliebe", das Rheingold Album "FAN" oder, etwas früher Grauzone mit ihrem gleichnamigen Debütalbum.

    Aber Trevor Horn hat mit FGTH und "Relax" die Messlatte für perfekten Pop und der klug gemachten und inszenierten Dekonstruktion derartig hoch gelegt, dass sie vermutlich nie wieder erreicht wurde. Derartige Alben, sowohl in ihrer Hörbarkeit, als auch in ihrer Komplexität, hat es dann leider nicht mehr gegeben. Auch weil es sie nicht mehr geben konnte. Es hat Hymnen gegeben, großartige Alben, aber keiner ist mehr soweit gekommen wie damals Trevor Horn, der einfach Pop Musik nahm, sie zerstückelte, etwas komplett Neues daraus machte und gleichzeitig am Ende alles wieder auseinander nahm und was epochales daraus konstruierte.

  • Sweet Hat Bro – YouTube – Patrick Stewart, ein Hut, seine Frau und eine Videokamera
  • Goshawk high-speed flight through woodland – YouTube – Faszinierende Bilder eines Falken, der durch einen dichten Wald fliegt.
  • The Ultimate Parisian Guide To Paris – Ich muss dringend mal wieder nach Paris.
  • So kommt der Bezirk zu … – Prenzlauer Berg Nachrichten – Die PNB rechnet (in Gifs!) mal vor, wie der Bezirk Prenzlauer Berg zu seinem Budget kommt. Und dass das Budget sage und schreibe 800 Millionen Euro beträgt, hätte ich auch nicht gedacht.

Update aus meinem Leben – Dezember Edition

# Nach meiner ja dann für alle etwas überraschend plötzlich auftretenden Menge an Freizeit hat sich das ein oder andere getan. Jobangebote gab es (Danke!), die ich noch sortiere, bzw. wo es weitere Gespräche geben wird. Noch ist nichts fix oder unterschrieben, kann aber gut sein, dass sich das vor Weihnachten noch ändert. In den letzten Wochen auch darüber nachgedacht, ob ich wieder freiberuflich arbeite, aber tatsächlich habe ich dazu eher weniger Lust. Also jedenfalls nicht auf die “Ich sitze zu Hause” Nummer. Das hätte ich vor zwei, drei Jahren so auch nicht gedacht. Ich hatte aber schon im letzten Jahr bemerkt, dass mir das klassische Freelancertum etwas auf die Nerven geht und deswegen im vergangenen Frühjahr auch beschlossen, das zu ändern. Die Arbeit bei allryder hat mir dann gezeigt, dass mir die Arbeit mit einem Team deutlich mehr Spaß macht. Man kann einfach mehr bewegen und hat dadurch auch mehr Erfolgserlebnisse.

# Auf der anderen Seite… mir ist auch aufgefallen, dass mir das Reisen dann doch deutlich abging. Ich bin ja immer mal wieder gerne unterwegs und hatte das Glück, dass in den letzten Wochen dann gleich mehrere Einladungen rein kamen, die ich wahrnehmen konnte, weil ich halt Zeit hatte. Ich war zum Beispiel kurz in der Nähe von Malaga wo mich ein Auto über die Rennstrecke gefahren hat (Mehr dazu bald drüben im Racingblog).


Hello Bobby #Audi #rs7 #piloteddriving

Ein von Don Dahlmann (@dondahlmann) gepostetes Foto am

Donnerstag bin ich noch mal zwei Tage unterwegs, in der ersten Januarwoche geht es zur CES nach Las Vegas. Danach schauen wir dann mal, was 2015 so bringt. Im Grunde genommen würde ich ja gerne beides (Arbeit & Reisen) miteinander verbinden, aber das ist wohl eher utopisch und man kann halt nicht immer alles haben.

# Davon abgesehen war ich ganz froh darüber hier zu sein und frei zu haben, weil ich innerhalb von drei Wochen gleich zwei kranke Katzen hatte. Erst war Karla etwas Katzengras im Hals stecken geblieben, dann hatte Momo derartige Magenprobleme, dass ich sie über Nacht bei meinem Tierarzt zur Beobachtung lassen musste, weil sie komplett dehydriert war. Da war ich dann doch froh, dass ich zu Hause war. Sie bleiben ja schon mal (in Ausnahmefällen) zwei Nächte alleine, das wäre in dem Fall nicht so gut gewesen. Konsequenz der Magenprobleme ist eine Futterumstellung auf hochwertigere Nahrung. Die ist zwar teurer, aber weil die Nahrung besser ist, essen sie auch weniger, was am Ende dann in Sachen Kosten aufs Gleiche raus kommt. Dafür habe ich gesunde Katzen und muss nicht jeden Tag die Ecken meiner Wohnung durchforsten, ob Momo nicht doch irgendwo… usw.

# Aber zurück zum Fliegen, was ich ja a) öfter und b) meist sehr gerne mache. Finde das weiterhin sehr bemerkenswert, so in einer Millionen teuren Aluröhre zu sitzen, die mich auf knapp 900 km/h beschleunigt und auf 11.000 Meter Höhe bugsiert. Das ist insgesamt sehr schön, ein Wunderwerk der Technik quasi, dass man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Für das man ja eigentlich auch gerne viel Geld bezahlt, zumal ja doch grundsätzlich mit dem Gefühl fliegen mag, dass die Airline ihre Ersatzteile nicht im dritten Hinterhof links gekauft hat. Nun ist das Fliegen ja eher ein Massentransport, was ja auch seine Vorteile hat. Weil so viele Passagiere in einem Flugzeug sind, ist der Flug auch erschwinglich. Das ist dann ein wenig unbequem, aber auf der Kurzstrecke aushaltbar. Lufthansa, British Airways usw. bieten selbst da noch einen minimalen Service, auf der Langstrecke sogar einen recht guten. Wenn man mit Ryanair, EasyJet oder Air Berlin fliegt ist es eher ein Viehtransport. Ich hatte neulich wieder das Vergnügen knapp 3.5 Stunden mit Air Berlin zu fliegen. Beinfreiheit gibt es nicht, ich war zudem zwischen Bordwand und Passagier neben mir eingeklemmt. Nach dem Start bin ich kurz eingenickt, die Wasserausgabe habe ich verpasst, ich bekam dann auch nichts mehr, weil niemand mehr zu sehen war. Das ist dann unangenehm macht das eigentlich schöne Fliegen zu einer Tortur.
Mir ist es völlig klar, dass manche Airlines nicht anders rechnen können, weil der Preiskampf einfach brutal ist. Und Air Berlin macht ja, obwohl sie gefühlt mehr Passagiere reinquetschen, immer noch mehrstellige Millionenverluste. Und es ist auch gut, dass es günstige Flüge gibt, denn sonst kämen viele Menschen gar nicht mehr nach Hause, weil sie irgendwo im EU-Ausland arbeiten und nicht viel Geld zur Verfügung haben. Ich fände es aber auch nett, wenn es gerade auf der Mittel- und Langstrecke Airlines geben würde, die ein wenig mehr Geld für den Flug nehmen, dafür aber auch 5cm mehr Sitzabstand anbieten. Vielleicht liege ich ja falsch mit meiner Einschätzung, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man solche Angebote nicht auch erfolgreich vermarkten und verkaufen kann. Jedenfalls würde es das Fliegen wieder zu etwas besonderem machen. Was es ja auch ist.


Irgendwo zwischen Irland und Großbritannien. #latergram

Ein von Don Dahlmann (@dondahlmann) gepostetes Foto am

# Noch mal zu meiner momentanen Freizeit. Ich dachte ja, diese Freizeit würde ich ungefähr so nutzen: ausschlafen, gemütlich frühstücken, den Bücherstapel abbauen, Nachmittagslektüre in einem Café, ab und an ein paar kleine Reiseaktivitäten. So wie früher® halt, als man mit Notizblog und Buch stundenlang in Cafés abhängen konnte. Tatsächlich ist es aber so: nur minimal später aufstehen, Arbeiten (vor allem fürs Racingblog), Bewerbungsgespräche führen, Aufträge für das kommende Jahr reinholen, Vorträge vorbereiten, Kleinkram erledigen. “Entweder hast du das Kaffeehausleben verlernt, oder du hast tatsächlich so viel zu tun”, dachte ich die Tage. Vermutlich ist es aber wieder ganz anders und es liegt daran, dass ich einfach nicht Nichts tun kann. Wobei lesen und rumphilosphieren ja nicht als Nichtstun gilt. Aber ich scheine das Gefühl zu benötigen irgendwas sinnvolles, gerne auch mehr davon, am Tag hinbekommen zu müssen. Andernfalls war der Tag nicht sehr effizient, glaube ich dann.
Ich finde das einerseits ganz beruhigend, andererseits mittelmäßig erschreckend, dass ich scheinbar nicht mehr in den Tag reinleben kann. Sicherlich hat das auch etwas mit der noch ungeklärten Zukunft für 2015 zu tun. Sollte es dieses Jahr noch zu einem Vertragsabschluss kommen, bin ich mal gespannt, wie sich das auf meine Freizeitgestaltung auswirkt.